1. Mythos Komet

Diese Stunde bildet die Grundlage zum Verständnis der folgenden komischen Auseinandersetzungen. Da wir heute in einem „aufgeklärten Zeitalter“ leben, muss zunächst das Verständnis dafür geschaffen werden, dass in früheren Jahrhunderten die Vorgänge am Himmel als Zeichen Gottes gedeutet wurden.

Kometen als Unheilsverkünder?

Bereits in der Bibel lassen sich gewisse Himmelserscheinungen als Kometen deuten. Sie stehen dort für das direkte Eingreifen Gottes in seine Weltordnung, den Kosmos. Später breitete sich vor allem im Volksglauben die Furcht aus, das Auftreten von Kometen deute auf kommendes Unheil hin. In der Aufklärung gewannen jedoch die Naturwissenschaften an Einfluss und standen zunächst in einem gespannten Verhältnis zu dem von der Kirche geprägten Weltbild der Menschen. Ifflands Posse löst diese Spannung in einem komischen Happy End auf.

Materialien

Lösungsvorschläge

Damit Ihre Schülerinnen und Schüler die Antworten auch tatsächlich selbst erarbeiten, stellen wir die Lösungsvorschläge zu sämtlichen Arbeitsblättern nur im Bereich "Mein LO" zur Verfügung (siehe Startseite der Unterrichtseinheit unter "Download").

 

Einstieg und Problematisierung

Als Einstieg in die Thematik wird die historische Abbildung eines Kometen über der Stadt Heidelberg gezeigt ("1_weltbild.pdf", Seite 1) . Der Kupferstich von Matthaeus Merian (1593-1650) entstand Anfang des 17. Jahrhunderts und ist in digitalisierter Form auf der Webseite der Universitätsbibliothek Augsburg zu finden (siehe unten). Bei der Betrachtung ergeben sich zunächst zwei Fragen:

  • Aus welcher Zeit könnte die Abbildung stammen und was könnte der Komet auf der Welt anrichten, wenn er ihr zu nahe käme oder mit ihr zusammenstoßen würde?
  • Daraus ergibt sich als weitere Frage, mit welchen Gefühlen die Menschen in früheren Jahrhunderten Kometen wohl betrachtet haben.

Problematisierung

Da man heute in der Regel keine Weltuntergangsstimmung verspürt (zumal die Astronomen heute zuverlässig die Bahn eines Kometen berechnen und bisher immer schnell "Entwarnung" geben konnten), wenn man einen hellen Kometen beobachtet, ist nach dem ungefähren Zeitpunkt dieses Stimmungswandels zu suchen. Sofern die Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht bereits die Geistesströmung der Aufklärung kennen gelernt haben, dürfte eine zeitliche Einordnung des Wandels anhand der folgenden Tabelle des Autors oder des Epochenüberblicks auf der Seite literaturwelt.com problemlos möglich sein:

Schülerarbeit

Goethes Faust-Drama, dessen erster Teil zwischen Mittelalter und Neuzeit vermittelt, ermöglicht einen Einblick in die Vorstellungen des geozentrischen Weltbildes, in dem Sonne, Mond und Sterne an Sphärenschalen befestigt sind. Auf dem Arbeitsblatt ("1_weltbild.pdf", Seite 2) ist ein Auszug aus dem Dramentext nach vorgegebenen Kriterien zu interpretieren.

Stundenergebnis

Nach der Besprechung und gegebenenfalls Verbesserung der Schülerarbeiten wird die Abbildung eines vereinfachten Sphärenmodells per Overheadfolie projiziert. Dazu werden die auf der dritten Seite der Datei "1_weltbild.pdf"" verwendeten Grafiken des Sphärenmodells und eines Kometen auf eine Overheadfolie kopiert. Die beiden Grafiken werden dann ausgeschnitten, so dass die Abbildung des Kometen während der Projektion über die Abbildung des Sphärenmodells gezogen werden kann.

Lernzielsicherung

Das Stundenergebnis wird in einem Lückentext gesichert, der "Die Bedeutung kometenhafter Himmelserscheinungen für ein festgefügtes Weltbild" erläutert (siehe "komet_ab1_weltbild.pdf", Seite 4).

Hausaufgabe

Wenn noch nicht geschehen, so muss spätestens in dieser Stunde aufgegeben werden, den Text der Posse Ifflands vollständig zu lesen. Da der Text relativ kurz ist (etwa 20 Seiten), kann die Lektüre auch bis zum folgenden Tag zugemutet werden, falls kein Nachmittagsunterricht stattfindet. Der Text steht als PDF-Datei im Internet zur Verfügung. Für die Arbeit im Unterricht empfiehlt es sich, die Datei auszudrucken, zu kopieren und an die Schülerinnen und Schüler zu verteilen.

Unterrichtsmaterial zum Thema Halloween
Autor
Portrait von Günther Neumann Günther Neumann

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