3. Kometenangst

In dieser Stunde geht es um die Auswirkungen eines Kometeneinschlags auf der Erde. Dabei werden die Ängste und Befürchtungen in Ifflands Posse mit dem heutigen Stand der Forschung verglichen.

Apokalyptischen Bewegungen & realistische Einschätzung des Weltlaufs

Die Angst vor dem Weltuntergang ist in vielen Religionen der Menschheit verankert. Auch im Christentum gab es von Anfang an die so genannte Naherwartung des Weltuntergangs, die später von verschiedenen apokalyptischen Bewegungen, zum Beispiel an der Jahrtausendwende, abgelöst wurde. In der Neuzeit befürchtete man den Weltuntergang durch die Kollision mit einem Kometen. In der Aufklärung wurde versucht, die religiöse Komponente aus solchen Ängsten herauszulösen und die Menschen zu einer realistischen Einschätzung des Weltlaufs zu bringen.

Materialien

Lösungsvorschläge

Damit Ihre Schülerinnen und Schüler die Antworten auch tatsächlich selbst erarbeiten, stellen wir die Lösungsvorschläge zu sämtlichen Arbeitsblättern nur im Bereich "Mein LO" zur Verfügung (siehe Startseite der Unterrichtseinheit unter "Download").

Motivation

Die Karikatur eines Kometen, der die Erde verschlingt, wird zu Stundenbeginn per Overheadprojektor oder Beamer präsentiert ("3_kometenangst.pdf", Seite 1). Daran schließen sich zwei Fragen an:

  • Wie würden die Menschen reagieren, wenn sie die dargestellte Karikatur ernst nähmen?
  • Enthalten solche Darstellungen einen wahren Kern, nämlich die Gefahr der Zerstörung der Erde durch einen Kometen?

Problematisierung

Komet, Meteor, Meteorit?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Kometen, einem Meteor und einem Meteoriten?

  • Kometen

    Diese "schmutzigen Schneebälle" umkreisen die Sonne auf stark exzentrischen Bahnen und verlieren bei der Annäherung an das Zentralgestirn Materie, die dann den Kometenschweif bildet. Ursprung der Kometenkerne ist die Oortsche Wolke, die das Sonnensystem in etwa 1,5 Lichtjahren Entfernung schalenförmig umgibt.
  • Meteoriten

    Diese meist aus Mineralien oder Metall bestehenden Körper haben die Atmosphäre durchquert und den Erdboden erreicht. Die meisten Meteoriten sind Bruchstücke von Asteroiden und stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter.
  • Meteor

    Als Meteore bezeichnet man Leuchterscheinungen, die von in die Erdatmosphäre eindringenden Meteoroiden (Staubkörner, kleine Metall- oder Gesteinskörner) erzeugt werden, die aufgrund der Luftreibung in etwa 80 Kilometern Höhe verdampfen, dabei Luftmoleküle ionisieren und so die Erscheinung einer "Sternschnuppe" hervorrufen. Meteore sind in der Regeln interplanetaren Ursprungs. Nur sehr wenige erreichen die Erde aus dem interstellaren Raum.

Einschlagkrater auf der Erde

Einschläge von Himmelskörpern fanden im Laufe der Erdgeschichte mehrfach statt. So vermutet man, dass das Aussterben der Dinosaurier vor etwa 65 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Himmelskörpers verursacht wurde. Zeuge dieses Einschlags ist möglicherweise der 180 km große Chicxulub-Krater im Untergrund der nördlichen Yucatán-Halbinsel in Mittelamerika (Mexiko). Auch in Deutschland finden sich Spuren kosmischer Einschläge: Das zwischen Schwäbischer Alb und Fränkischer Alb gelegene Nördlinger Ries ist vor etwa 14 Millionen Jahren durch einen Einschlag entstanden. Der Krater hat einen Durchmesser von immerhin mehr als 20 Kilometern. Was würde passieren, wenn heute ein großer Himmelskörper auf der Erde einschlagen würde?

Jupiter schützt die Erde vor Kometen

Im Jahr 1994 wurde der spektakuläre Einschlag eines Kometen (Shoemaker-Levy 9) auf dem Planeten Jupiter beobachtet. Computersimulationen zeigen, dass Jupiter aufgrund seiner starken Anziehungskraft Kometenkerne auf sich ziehen und "einsammeln" kann, bevor sie in das innere Sonnensystem vordringen und der Erde gefährlich werden könnten. Der Planet senkt die Wahrscheinlicht einer Kollision der Erde mit einem Kometen deutlich. Auf den folgenden Internetseiten finden Sie Bilder vom Kometeneinschlag auf Jupiter, die das Hubble-Weltraumteleskop aufgenommen hat:

Schülerarbeit

Wirkungen des Kometeneinschlags bei Iffand

Zunächst wird die Wirkung des Kometen in Ifflands Stück erarbeitet. Dazu müssen die Textauszüge auf dem Arbeitsblatt ("3_kometenangst.pdf", Seite 2) gelesen werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen konkret benannte Wirkungen des Kometeneinschlags im Text unterstreichen.

Animation zu den Folgen eines "Globalen Killers"

Im Anschluss daran wird eine Animation vorgeführt (YouTube), die den Einschlag eines großen Meteoriten auf der Erde zeigt. Eine Übersetzung der englischsprachigen Zwischentitel wird von der Lehrkraft vorgetragen (siehe "impact_animation_kommentar.pdf"). Nach der Präsentation ist es Aufgabe der Schülerinnen und Schüler, mithilfe des Arbeitsblatts ("3_kometenangst.pdf", Seite 2) Gemeinsamkeiten der modernen Weltuntergangsdarstellung und der vermeintlichen Katastrophe in Ifflands Stück herauszufinden.

Download

Auch seit dem Beginn der biologischen Evolution haben sich größere Einschläge auf der Erde ereignet (siehe oben). Sie werden auch als mögliche Ursachen weltweiter Artensterben im Verlauf der Erdgeschichte diskutiert, auf die paläontologische Befunde hinweisen.

Recherche nach Kometen in der Literatur

Wenn noch Zeit bleibt und eine oder mehrere CD-ROMs "Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka" (Digitale Bibliothek, Directmedia publishing GmbH Berlin) zur Verfügung stehen, können die Schülerinnen und Schüler im Volltext dieses Literaturfundus nach dem Begriff "Komet" recherchieren. Die Fundstellen aus dem 18. und überwiegend noch aus dem 19. Jahrhundert zeigen, dass Kometen vornehmlich als Vorboten schlimmer Ereignisse gesehen wurden.

Autor
Portrait von Günther Neumann Günther Neumann

Zum Autoren-Profil

Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.