Sternhimmel im August: Lagunennebel (M8) und Trifidnebel (M20)

Auch wenn der visuelle Eindruck dieser Gasnebel mit den prächtigen Farbfotografien nicht mithalten kann, sollte man versuchen einen Blick auf die "Originale" zu werfen.

Gasnebel im Schützen - Aufsuchkarten

Aufsuchhilfe für M 8 und M 20 (erstellt mit Stellarium)
+ Abb. 4: Aufsuchhilfe

Der Lagunennebel (M8) kann unter optimalen Bedingungen bereits mit bloßem Auge als diffuses Objekt erspäht werden. Der kleinere und weniger helle Trifidnebel (M20) ist ein schönes Objekt für den Feldstecher. Die Positionen der Nebel sind in Abb. 2 markiert (Trifid nebula, Lagoon nebula). Sie befinden sich rechts oberhalb vom "Teekännchendeckel". Abb. 4 (Platzhalter bitte anklicken) zeigt eine Vergrößerung dieser Region (siehe auch "aufsuchkarte_M8_M20.jpg"). Eine gute Aufsuchhilfe für den Lagunennebel ist der kompakte Sternhaufen NGC 6530, den der Nebel umgibt. Der Trifidnebel befindet sich oberhalb des Lagunennebels. Beide Nebel bilden mit dem Stern "4 Sagittarii" (4 Srg) ein fast gleichschenkliges Dreieck. Abb. 5 (siehe unten) zeigt eine lang belichtete Aufnahme der Region mit beiden Nebeln. Das Foto wurde von dem Amateurastronom Jens Hackmann aufgenommen. M8 und M20 sind Teile eines größeren Nebelkomplexes, in dem neue Sterne entstehen. Allgemeine Informationen zu diesen Geburtsstätten von Sternen und Sonnensystemen finden Sie in unserem Artikel zum Februar-Sternhimmel. Dort stellen wir den Der Große Orionnebel vor.

Unterrichtsmaterial "Sternhimmel im August" zum Download

Lagunennebel (M8)

Fotografie von M8 und M20, © Jens Hackmann
+ Abb. 5: M8, M20 © Jens Hackmann

Hinweise für die Beobachtung

Der Lagunennebel ist, wie der kleinere Trifidnebel, etwa 5.000 Lichtjahre von uns entfernt. Der gesamte Nebel hat am Himmel etwa die doppelte Vollmondgröße. Bei der visuellen Beobachtung wird man davon jedoch nur einen kleinen Teil erkennen können. Wenn Sie ein Teleskop oder Spektiv bei der Beobachtung verwenden, wählen Sie die niedrigste Vergrößerung. Farbfotos von Weltraumnebeln, wie zum Beispiel Abb. 5 (zur Vergrößerung bitte anklicken), können bei Schülerinnen und Schülern Erwartungshaltungen wecken, die einer visuellen Beobachtung kaum standhalten können. Dennoch eignen sie sich vor dem Blick durch das Teleskop als Beobachtungsanreize. Gleichzeitig müssen die Lernenden jedoch darauf hingewiesen werden, dass nachts alle Nebel grau sind und dass die visuelle Beobachtung nicht die Details liefern kann, die eine lange belichtete fotografische Abbildung zeigt. Das gemeinsame Beobachten bietet jedoch das durch nichts zu ersetzende Gefühl, das Original "mit eigenen Augen" am Himmel gefunden und beobachtet zu haben, und ist zugleich ein schönes Gemeinschaftserlebnis. Was von der visuellen Beobachtung der Nebel zu erwarten ist, zeigen Zeichnungen von Amateurastronomen im Internet.

Trifidnebel (M20)

Hinweise für die Beobachtung

Farbfotografien dieses schönen Nebels, die wohl jeder schon einmal in den Medien "aufgeschnappt" hat, zeigen einen roten und einen blauen Nebelteil. Bei der visuellen Beobachtung ist nur der rote Teil (ein selbst leuchtender Emissionsnebel) zu erkennen (siehe Abb. 5). Der viel schwächer leuchtende bläuliche Teil (ein Reflexionsnebel) ist nur mithilfe der Astrofotografie darstellbar. Der Name Trifidnebel bezieht sich auf die Dreiteilung des roten Emissionsnebels durch Dunkelwolken. Wie der Lagunennebel sollte auch der Trifidnebel mit einer möglichst geringen Vergrößerung betrachtet werden.

Spektroskopie an galaktischen Gasnebeln

Wenn Sie nach der Beobachtung von Gasnebeln das Thema in Ihrem Kurs oder einer AG vertiefen möchten, bietet sich dazu folgende Möglichkeit: Die Astronomie-AG des Kopernikus-Gymnasiums in Wissen (Rheinland-Pfalz) hat die Spektren verschiedener galaktischer Gasnebel aufgenommen, zum Beispiel das des Großen Orionnebels. Physikkurse und astronomische Arbeitsgemeinschaften können mithilfe der Materialien der folgenden Unterrichtseinheit das Kalibrieren des Spektrographen nachvollziehen und aus den Bilddateien selbst Spektren extrahieren und auswerten (Abb. 6):

  • Spektroskopie an galaktischen Gasnebeln
    Spektren der Nebel ermöglichen die Untersuchung ihrer chemischen Zusammensetzung und zum Teil sogar Aussagen zur räumlichen Verteilung der Elemente (Sekundarstufe II).
Spektrum des Großen Orionnebels (M 42)
+ Abb. 7: Spektrum des Orionnebels
Autor
Avatar Dr. André Diesel

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In Kooperation mit

Internationales Astronomiejahr 2009

Dieser Unterrichtsvorschlag wurden im Rahmen des Internationalen Astronomiejahrs 2009 (IYA2009) bei Lehrer-Online veröffentlicht.