Förderung von Computerkompetenz in der Grundschule

Computer können heute bereits im Grundschulbereich ohne Probleme und mit interessanten Themen für Mädchen und Jungen eingesetzt werden.

Unterrichtsinhalte

Computereinsatz im ersten Schuljahr

Die Notwendigkeit, neue Medien im Unterricht auch schon im Grundschulbereich einzusetzen, ist heute unbestritten. Die Bestandteile und die Bedienung von Computern sind vielen Schülerinnen und Schülern bei Schuleintritt bekannt, einige verfügen sogar über Erfahrungen mit Schreib- und Malprogrammen. Der Umgang mit der Maus bereitet nur selten Schwierigkeiten und so ist es meist kein Problem, Computer bereits im ersten Schuljahr einzusetzen. Es lassen sich unterschiedliche Zielsetzungen verwirklichen, die von Angeboten zur Unterstützung beim Schriftspracherwerb bis hin zur Vertonung von Bildern und Geschichten reichen.

Lernsoftware für den Schriftspracherwerb und Mathematik

Gerade Schülerinnen und Schüler, die wenig oder noch keine Erfahrung am Computer haben, können beim Schriftspracherwerb von Lernsoftware profitieren. Es fällt zunächst allen schwer, den zum Laut gehörenden Buchstaben zu identifizieren und diesen dann auch auf der Tastatur zu finden. Erst nach und nach entsteht eine Sicherheit beim Lautieren - und ein höheres Tempo beim Eingeben am Computer. Mathematikprogramme unterstützen individuelle Lernwege und Lerngeschwindigkeiten. Wir konnten beobachten, dass insbesondere Mädchen gerne mit Mathematikprogrammen arbeiten.

Interkulturelle Alphabetisierung als Thema

Für einen Unterricht, in dem Mädchen und Jungen aus verschiedenen Nationen gemeinsam lernen, ist es wichtig, dass alle Kinder Elemente aus ihrer Kultur finden können. Die Einbindung der türkischen Sprache kann im Anfangsunterricht beispielsweise eine häufig gestellte Forderung erfüllen: die Berücksichtigung der Muttersprache bei der Alphabetisierung. Es gibt geeignete Software, die dies berücksichtigt (zum Beispiel "Lesen durch Schreiben. Basissoftware Erstes Verschriften" aus dem Heinevetter Verlag). Deutschsprachige Schülerinnen und Schüler zeigen sich zudem häufig sehr interessiert an den sprachlichen Ähnlichkeiten und Unterschieden, die sich bei der Bearbeitung des anderssprachlichen Programmteils zeigen. Sie hören Laute in der eigenen und der fremden Sprache intensiv ab und überlegen noch genauer, welcher Buchstabe dazu passen könnte. Gleichzeitig kommt eine erste Zusammenarbeit und Kommunikation in Gang.

Unterrichtsformen

Vorteile des geöffneten Unterrichts

Die in Grundschulen schon ältere Tradition von geöffneten Unterrichtsformen eignet sich sowohl für die Berücksichtigung der Geschlechterinteressen als auch für eine selbstverständliche Nutzung der neuen Medien besonders gut. In dieser Unterrichtsform kann leichter auf die geschlechtsspezifischen und individuellen Lernerfahrungen und Lernfortschritte Rücksicht genommen und der Computer als selbstverständliches Medium im Klassenraum eingesetzt werden. Stärken und Vorwissen der Mädchen und Jungen sind einfacher einzubinden und zu nutzen, um die Kompetenzentwicklung aller Beteiligten zu fördern. Gegenseitige Rücksichtnahme und Unterstützung fördern ein Lernklima, das vor allem sachorientiert und freundlich ist.

Geschlechterbewusste Medienpädagogik

Ziel einer geschlechterbewussten Pädagogik mit neuen Medien ist es, alle Anteile und Fähigkeiten eines Mädchens und eines Jungen zu fördern und zugleich ihre unterschiedlichen Stärken am Computer zu fördern, ohne sie auf- oder abzuwerten. Dazu gehören auch die jeweils gegengeschlechtlichen Anteile. Hierzu kann ein geschlechterbewusster Unterricht inhaltlich, methodisch und mit dem Einsatz der neuen Medien beitragen

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Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.