Netzwerke

Viele Partner können neben Lehrkraft und Jugendlichen selbst in die Arbeit der Studien- und Berufsorientierung eingebunden werden.

Netzwerke als zentrale Ressource

Status der Studien- und Berufsorientierung

Die SBK verrichten ihre Arbeit innerhalb der Schule, stehen aber eigentlich außerhalb der Institution Schule. Innerhalb der Institution Schule werden sie und die für die Berufsorientierung verwandte Zeit zuweilen kritisch beäugt. Außerhalb der Institution Schule wird ihre Arbeit sehr geschätzt. Diesen Vorteil müssen sich die SBK zu Nutze machen. Networking ist die Devise.

Alumni-Community nutzen

Selbst eine kleine Schule entlässt in zehn Jahren etwa 500 Absolventinnen und Absolventen. Das Alumni-Potenzial jeder Schule ist unersetzlich. Jeder und jede Ehemalige fühlt sich der eigenen Schule irgendwie verbunden. Dieses Potenzial kann man heute leicht aktivieren. Wenn eine Schule über eine eigene Alumni-Community verfügt, hat der SBK leichtes Spiel; so kann über Foren oder Adressen auf Ressourcen zugegriffen werden. Bei noch nicht vorhandenen Communitys empfiehlt sich heute eine Web 2.0-Strategie: Für Ehemalige, die schon im Berufsleben stehen, bietet sich aktuell die Plattform "Xing" an, für Ehemalige, die noch studieren, die Plattform "StudiVZ", für ältere Alumni noch die Plattform "Stayfriends". Die Vorbereitung solcher Gruppen ist anstrengend, aber lohnend.

Networking im Web 2.0

lo-net²

Als SBK muss man Schülerinnen und Schüler schnell erreichen können. Dies gelingt am besten über lo-net². Wenn eine Jahrgangsstufe bei lo-net² als Gruppe angemeldet ist, muss die Jahrgangsstufenleitung sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler eine funktionierende Weiterleitung ihrer E-Mail-Eingänge eingerichtet haben. Der SBK muss die Berechtigung haben, an alle Schülerinnen und Schüler E-Mails zu verschicken. Außerdem sollte der SBK die Rechte besitzen, Eingangstexte für Gruppen zu verfassen, Termine einzutragen, Linklisten zu bearbeiten oder Dateien zu veröffentlichen. Auf diesem Weg kann man Schülerinnen und Schüler schnell erreichen. Der entscheidende Punkt ist dabei die Weiterleitung der lo-net²-E-Mail an die private E-Mail-Adresse der Schülerinnen und Schüler, da sie ihre private E-Mail regelmäßig checken, nicht aber ihre lo-net²-E-Mail-Adresse. Über lo-net² lässt sich dann auch leicht ein Alumni-Netzwerk pflegen.

Xing

Wenn man bei "Xing" über die Suchfunktion die Namen der Ehemaligen jahrgangsweise abarbeitet, erschließt sich schnell eine Community. Diese existiert dann zunächst einmal als Liste "persönliche Kontakte". Mit etwas Geschick kann man dann eine Alumni-Gruppe bei "Xing" einrichten. Die persönlichen Kontakte werden dann dorthin eingeladen. So hat man eine Ressource für Praktika, Betriebserkundungen, Expertenberatungen, Podiumsdiskussionen oder Vorträge. Ein großer Vorteil liegt in der komfortablen Suchfunktion: Man kann innerhalb der eigenen Kontakte sehr schnell Berufe oder Branchen mit den entsprechenden Ehemaligen finden und kann sich über die Profilangaben ein gutes Bild von den Karrieren und Persönlichkeitsprofilen machen.

StudiVZ

Ähnlich kann man bei "StudiVZ" vorgehen; man richtet am besten Jahrgangsgruppen ein und lädt Ehemalige individuell dazu ein. Vorbereitend kann man auch die abgehenden Abiturienten schon erfassen, da diese meistens schon bei "StudiVZ" vertreten sind. Viele lassen sich übrigens auch bereits auf einen freien Zugang bei "Xing" ein. Wenn die Jahrgangsgruppen existieren, sind sie eine hervorragende Ressource für die Studienberatung.

Web 2.0-Aktivität realweltlich absichern

Solche Netzwerke sind natürlich sehr anfällig. Wenn sich die Web-Situation verändert, muss man entsprechend reagieren. Am besten ist eine doppelte Buchführung: Web 2.0-Aktivität plus schulische Buchführung.

Netzwerke mit externen Personen und Institutionen

Zusätzlich zu den Alumni-Netzwerken sind die üblichen Netzwerke nützlich: Kontakte zur Agentur für Arbeit, zur Hochschulrektorenkonferenz, zur Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) und anderen. Diese Netzwerke sollten den Schülerinnen und Schülern in Form einer aufbereiteten Linksammlung zur Verfügung gestellt werden. Als Aufbau empfiehlt sich:

  • allgemeine Seiten

  • regionale Seiten

  • themenbezogene Seiten

Kooperationen mit außerschulischen Partnern

Die Arbeit der SBK wird sehr erleichtert durch bestehende Kooperationen in der Region. Vereinbarungen oder Verträge können mit Hochschulen, privaten Bildungsträgern, Firmen oder Institutionen realisiert werden. Der Vorteil liegt in der Beständigkeit, die so garantiert wird. Nachteile sind nicht erkennbar, da solche Vereinbarungen auch wieder aufgekündigt werden können, wenn sie sich in der Praxis nicht bewähren.

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Avatar Klaus Meschede

ist OStR i.E. am LSH Schloss Heessen, einem privaten Ganztagsgymnasium mit Internat in Hamm. Er unterrichtet die Fächer Deutsch, Philosophie, Pädagogik und Musik. Zudem ist er Berufskoordinator am LSH und Administrator für lo-net² am LSH. Einen Arbeitsschwerpunkt bildet der mediengestützte Unterricht in der Sekundarstufe II.

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