Unterrichtsreihe: Spielanleitung

Fachartikel

In dieser Unterrichtsreihe zum Thema "Informieren" verfassen die Schülerinnen und Schüler Anleitungs- und Regeltexte. Sie lernen den Adressatenbezug mit Empfehlungscharakter kennen.

Beschreibung

Das Verfassen und Weitergeben von Anleitungs- und Regeltexten wird hier dem
Lernzielbereich "Informieren" zugeordnet; die übermittelten Angaben dienen nämlich fast ausnahmslos dazu, die Adressierten zum Nachvollzug einer Tätigkeit zu befähigen.
Allerdings darf nicht übersehen werden, dass gerade diese Texte oft auch noch
Empfehlungscharakter haben. Dadurch rücken sie deutlicher als andere Informationstexte in die Nähe appellierender Texte.

Je stärker die "Empfehlungen" werden (sie können sich unter anderem in Form von Aufforderungen, Ratschlägen, Vorschriften oder Warnungen artikulieren), desto deutlicher wird der Bezug zu appellierenden Texten, so dass häufig auch von Mischformen zwischen den beiden Lernzielbereichen gesprochen werden kann.

Das Mischungsverhältnis von Information und Appell wird maßgeblich von der Art der Kommunikationssituation bestimmt, aus der heraus die Texte entstehen. Wird ohne deutlichen Bezug zu einer Adressatin oder einem Adressaten eine Anleitung gegeben, geschieht dies meist in einem Text, der sich auf das Weitergeben von Informationen beschränkt; richtet sich der Text aber an bestimmte Personen oder Gruppen, nehmen Appellelemente zu (zum Beispiel: "Wenn es draußen stürmt und schneit, wird es euch ..."; "... ein beliebtes Spiel für Jung und Alt"; "... ein richtiger Familienspaß..."; "...und wenn die Kleinen allmählich müde werden, ist ..."; "... werden deine Gäste sich freuen, wenn ...". "... und passt ja auf, dass ..."). Ein solch zielgerichtetes, wirkungsvolles Eingehen auf die Adressierten setzt Fähigkeiten und Fertigkeiten voraus, die in Klasse 6 meist noch nicht vorhanden beziehungsweise noch nicht geschult sind. Es sollte den Folgeklassen daher vorbehalten bleiben, den Einbezug appellativer Elemente in Sachtexte schwerpunktmäßig zu behandeln.

Das Verfassen und das Verstehen von Spielanleitungen stellt grundsätzlich recht hohe Anforderungen an das Sprachvermögen der Verfasserinnen und Verfasser beziehungsweise der Lesenden, auch an das der Erwachsenen. Kinder im Grundschulalter zum Beispiel sind keineswegs überfordert, wenn sie "Mensch ärgere dich nicht" spielen. Ihre Spiel- und Verstehensfähigkeit haben sie allerdings selten über die Lektüre der entsprechenden Spielanleitungen erworben; meist haben Eltern oder ältere Geschwister sie mit dem Regelwerk vertraut gemacht, haben es sich mit ihnen erspielt.

An die Grenzen ihrer Sprachfähigkeit geraten sie aber, wenn sie selbst das Regelwerk dieses Spiels so erklären sollen, dass andere es auch spielend anwenden können. Auch selbst die Beschreibung eines "einfachen" Spiels wie etwa "Hänschen piep mal" ist auch dann, wenn auf "appellative Beigaben" verzichtet wird, nicht ohne Anforderungen.

Immer wieder offenbart sich bei der Lektüre von Spielanleitungen zumindest eine Vorstellung von den Schwierigkeiten, die Erwachsene hatten, als sie sie verfassten. Sie nämlich, die Erwachsenen, sind durchweg die Verfassenden der Regelwerke, nicht aber die Kinder oder Schülerinnen und Schüler. Wenn Schülerinnen und Schüler nun diese schwere Aufgabe übernehmen sollen, benötigen sie für deren Bewältigung deutliche Hilfen.

Vorschau



In Kooperation mit

Dieter Volk: Unterrichtsreihen

Unterrichtsreihen für das Fach Deutsch in Klasse 5 bis 10

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