Unterrichtsreihe: Fabeln I

Fachartikel

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Fabeln" in Klasse 5 nähern sich die Lernenden anhand einfach strukturierter Texte dem Verständnis parabolischer Texte an.

Beschreibung

Die Behandlung von Fabeln in Klasse 5 dient der Vorbereitung zum Verständnis parabolischer Texte. Ausgesucht werden sollten verhältnismäßig einfach strukturierte Texte. Sicherlich kann den Schülerinnen und Schülern dieses Alters die gesellschaftskritische und auch politische Dimension auch solcher parabolischer Texte kaum verständlich gemacht werden, doch wird dennoch mit wesentlichen Elementen dieser Textsorte vertraut gemacht.

Die Schülerinnen und Schüler werden nicht ohne Vorerfahrungen, (unter anderem aus der Grundschulzeit) in der 5. Klasse diesen Texten begegnen. Ein Gespräch, das den Umfang dieses Wissens feststellt, ist sicherlich nötig; es wird belegen, dass eine Vielzahl von Fabelfiguren bekannt ist, dass man weiß, dass Fabeln belehren wollen und dass in einer "Moral" am Ende diese Lehre präzisiert wird.

Bekannt ist zudem, dass die Fabel eine Form gleichnishafter Rede darstellt, dass (meist) Tiere die Handlungsträger sind, dass die Fabeltiere ausnahmslos menschliche Eigenschaften haben, ein entsprechendes Verhalten zeigen und auf das Leben "übertragen" werden können. Weniger bekannt ist, dass Fabelautoren sich immer auf konkrete Situationen aus ihrer Wirklichkeit beziehen beziehungsweise bezogen haben und wir, die Lesenden oder Hörenden dieser Fabel, diese ursprüngliche Wirklichkeit meist nicht mehr kennen.

Diese Erkenntnis (oder auch "Kenntnis") ist notwendig, um die der Fabel sicherlich nicht gerecht werdenden Übertragungsversuche der Schülerinnen und Schüler zu vermeiden oder zumindest einzuschränken ("Meine Oma hat neulich ..."). Die Schülerinnen und Schüler besonders dieser Altersstufe sollten sich bei den "Übertragungsversuchen" nicht selbst überlassen bleiben. Die Lehrkraft sollte – wenn schon "übertragen" werden muss – solche Situationen aus der Wirklichkeit konstruieren, die sich aus der exakten Analyse der Strukturen des in der Fabel dargestellten Falles als wahrscheinlich ergeben.

Schülerinnen und Schülern dieser Altersstufe sind überfordert, wenn sie diese Übertragungsarbeit leisten sollen. Wichtig ist vor allem, dass sie über die Wirkung parabolischer Texte nachdenken (was nur möglich ist, wenn die der Fabel zugrunde liegende "Aktualität" bekannt ist) und über die Ursachen dieser Wirkung reflektieren. Sie werden sicherlich auch in diesem Alter schon erkennen können, dass die Fabel ihrem eigentlichen Adressaten einen Weg zur Erkenntnis aufzeigen will.

Der "Effekt", der dabei gerade durch das vereinfachende Beispiel (Bildhälfte) erzielt wird, kann auch schon in dieser Altersstufe erkannt werden. Nur die schriftliche Darstellung dieser Erkenntnis oder gar der bewusste Einsatz der Verfremdungstechnik (Verfassen eigener Fabeln zu vorgegebenen Situationen) bleiben unter Umständen den Klassen 9 oder 10 vorbehalten. Die Schülerinnen und Schüler einer Klasse 5 können aber dennoch "schriftstellerisch" tätig werden und Fabeln verfassen. Sie benötigen neben der Kenntnis des meist typischen Aufbaus der Fabeltexte auch noch deutliche Vorgaben zur Gestaltung der Bildhälfte.

Vorschau

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