Studien- und Berufsorientierung als individuelles Coaching

Veröffentlicht am 20.09.2008

Wie das Konzept des Coachings im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung in der Sekundarstufe II funktioniert und wie lo-net² unterstützend zum Einsatz kommen kann, schildert dieser Beitrag.

Bedarf an konkreten Maßnahmen

Vorbereitung auf Studium und Beruf

Die Notwendigkeit verstärkter Bemühungen liegt auf der Hand: Deutschland braucht mehr Hochschulabsolventen. Dafür muss vor allem die Vorbereitung auf Studium und Beruf verbessert werden, um die Abiturientinnen und Abiturienten mit einer klaren Perspektive auszurüsten, die dann ein möglichst effektives Studium ermöglicht. Diese Perspektivenbildung kann zwar durch eine allgemeine Berufsorientierung in der Sekundarstufe I vorbereitet werden, muss aber schwerpunktmäßig in der Oberstufe realisiert werden. Viele Gymnasien haben hierzu Ansätze entwickelt, die eine gute Basis bilden (Duales Praktikum Betrieb/Hochschule, Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, regionale Kooperationen oder Hochschultage). Diese Ansätze haben jedoch meistens einen strukturellen Mangel: Sie beziehen sich auf größere Gruppen und erreichen den oder die Einzelne nur indirekt und oft ohne persönliche Rückmeldung.

Studien- und Berufsorientierung als individuelles Coaching

Hier setzt das Konzept der "Studien- und Berufsorientierung als individuelles Coaching" an. Es will die guten allgemeinen Ansätze als Basis nutzen, aber zu einer individuellen Perspektivenbildung erweitern. Dies mag angesichts der aktuellen Schwierigkeiten, SBO überhaupt zu installieren, utopisch erscheinen. Der Mehraufwand ist jedoch geringer als erwartet. Coaching beruht auf frei gewählter Selbsttätigkeit der Klientin oder des Klienten (im Folgenden wird nur die männliche Form verwendet). Das bedeutet, dass dieses Konzept "nur" die Schülerinnen und Schüler erfasst, die von sich aus Coaching anstreben. Wenn das entsprechende Netzwerk dafür in einer Schule erst einmal aufgebaut ist, ist der Aufwand nicht mehr so hoch wie vielleicht zu Beginn befürchtet.

Erfahrungen aus der Praxis

Voraussetzungen

Das Konzept wird seit zwei Jahren an einem kleinen privaten Tagesgymnasium (LSH Schloss Heessen, Hamm, NRW) erarbeitet. Nach den bisherigen Erfahrungen benötigt man für die Umsetzung bei einzügiger Oberstufe mit 45 bis 50 Schülerinnen und Schülern einen Studien- und Berufskoordinator oder eine -koordniatorin (im Beitrag abgekürzt mit "SBK") mit einer kleinen Stundenentlastung (zwei bis drei Wochenstunden), bei größeren Schulen müsste der personelle Aufwand entsprechend verstärkt werden.

Kombination mit anderen Aktivitäten

Wenn die Schulen gleichzeitig die allgemeinen Aktivitäten (Duales Praktikum verpflichtend für eine Jahrgangsstufe, Berufsmesse in der Schule oder Berufsberatung für Gruppen) durchführen wollen, erhöht sich der Aufwand zwangsläufig. Nach den Erfahrungen kann man in diesem "Streubüchsenbereich" jedoch durchaus Abstriche machen, ohne den Erfolg der SBO zu beeinträchtigen.

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Avatar Klaus Meschede

ist OStR i.E. am LSH Schloss Heessen, einem privaten Ganztagsgymnasium mit Internat in Hamm. Er unterrichtet die Fächer Deutsch, Philosophie, Pädagogik und Musik. Zudem ist er Berufskoordinator am LSH und Administrator für lo-net² am LSH. Einen Arbeitsschwerpunkt bildet der mediengestützte Unterricht in der Sekundarstufe II.

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