Augen auf! Ablenkung im Straßenverkehr

Veröffentlicht am 19.12.2016
  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • variabel, vorwiegend als außerunterrichtlicher Projekttag, 4-6 Unterrichtsstunden
  • Arbeitsblatt, Projekt, Ablaufplan, Übung
  • 9 Arbeitsmaterialien

In dieser Unterrichtseinheit werden die Schülerinnen und Schüler für die Gefahren sensibilisiert, die durch Ablenkung im Straßenverkehr entstehen.

Beschreibung der Unterrichtseinheit

Illusion Multitasking

Rasch noch eine SMS tippen, schnell einen Happs vom Frühstücksbrötchen: das geht doch nebenbei beim Überqueren der Straße oder beim Fahren. Oder etwa nicht? Es geht nicht: Multitasking hat sich als eine Illusion erwiesen. Das menschliche Gehirn ist nicht in der Lage, mehrere Tätigkeiten gleichzeitig zu bewältigen. Wer im Straßenverkehr nicht aufpasst, steigert somit sein Unfallrisiko um ein Vielfaches. Etwa 30 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden entstehen in Ablenkungssituationen, etwa, weil Fahrer ihr Navi programmieren, sich mit Beifahrern streiten, oder Smombies ("Smartphone-Zombies") orientierungslos über die Kreuzung schlurfen. Dabei sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 17 und 24 Jahren die am meisten gefährdete Risikogruppe. 

Die Unterrichtseinheit

Mithilfe von Multitasking-Experimenten und einem Begleitfilm erfahren die Schülerinnen und Schüler in dieser Unterrichtseinheit, wie stark Ablenkung ihre Leistungsfähigkeit einschränkt und ziehen daraus Rückschlüsse auf Ablenkungssituationen im Straßenverkehr, denen sie im Alltag als aktiv Beteiligte (Fußgänger, Fahrradfahrer, Motorisierte oder Mitfahrer) begegnen. In vier Lernstationen erarbeiten die Schülerinnen und Schüler theoretische Grundlagen zu Multitasking, Unfallstatistiken sowie zur Rechtslage und reflektieren ihr Problembewusstsein. Das abschließende Videoprojekt gibt den Schülerinnen und Schülern Raum, das Thema Ablenkung im Straßenverkehr kreativ umzusetzen und eigene Impulse zu setzen. Das Lernmodul eignet sich für Projekttage, einzelne Bausteine können auch in den Fachunterricht integriert werden.

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozial- / Aktionsform

Didaktisch-methodischer Kommentar

Dieser Beitrag zur Mobilitäts- und Verkehrserziehung unterstützt die Schülerinnen und Schüler beim Aufbau von Kompetenzen, um sich am Straßenverkehr vielseitig und sicher zu beteiligen. Sie erwerben Regelwissen, verkehrsspezifische und verkehrsrechtliche Kenntnisse und entwickeln Handlungskompetenz, indem sie einen Leitfaden für eine Verhaltensänderung erstellen.

  • Ausgehend von Aufmerksamkeitsexperimenten in der Einstiegsphase erproben und messen die Schülerinnen und Schüler, wie stark Ablenkung ihre Konzentration bei der Lösung von einfachen Aufgaben beeinträchtigt.
  • Die Fachkompetenzen in diesem Lernmodul werden in Form von thematisch gegliederten Lernstationen vermittelt, in denen die Schülerinnen und Schüler eigenständig Hintergrundinformationen erarbeiten.
  • Als Fazit diskutieren die Schülerinnen und Schüler Lösungswege, um Ablenkungssituationen im Verkehr zu vermeiden und erstellen einen Katalog mit entsprechenden Ratschlägen.
  • Zum Abschluss der Lerneinheit drehen die Schülerinnen und Schüler einen Videoclip, indem sie ihre eigene Botschaft zum Thema künstlerisch umsetzen.

Inhaltliche Schwerpunkte

1. Mythos Multitasking, Experimente und Forschungsergebnisse ("Die Psychologen")
2. Problembewusstsein in der Bevölkerung ("Die Sozialwissenschaftler")
3. Daten und Fakten aus Unfallstatistiken ("Die Faktenchecker")
4. Gesetzeslage zur Ablenkung im Straßenverkehr ("Die Juristen")
5. Lösungsmöglichkeiten und Handlungsalternativen (Ergebnissicherung)

Unterrichtsablauf und Materialien

Auf den folgenden Seiten finden Sie genauere Informationen zum Ablauf und zu den Materialien des Lernmoduls.

Hinweise zur Umsetzung des Lernmoduls 
Hier finden Sie Vorschläge für eine Anpassung der modularen Lernbausteine an den zeitlichen Rahmen, Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung sowie Anmerkungen zum Stationenlernen und zum Videoprojekt.

Einstieg in das Lernmodul
Tipps für die Anpassung der Multitasking-Experimente an den Zeitrahmen und die technischen Voraussetzungen können Sie hier nachlesen.

Erarbeitungsphase 
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Partnerarbeit oder Kleingruppen. Sie lösen eigenständig Fragebögen im Quiz-Stil mithilfe von Info-Materialien.

Ergebnissicherung 
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Ratschläge für eine möglichst ablenkungsfreie Teilnahme im Straßenverkehr und drehen einen Videoclip "Mythos Multitasking im Straßenverkehr".

Arbeitsmaterial zum Download im Word-Format
Film zum Download im MP4-Format
Gesamtdownload des Arbeitsmaterials

Vermittelte Kompetenzen

Fachkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler

  • sind über die Gefahren durch Ablenkung im Straßenverkehr informiert und haben entsprechende Eckdaten zu Unfallstatistiken, Risikogruppen und Ablenkungssituationen recherchiert.
  • gewinnen einen Überblick über die rechtliche Regelung zur Handynutzung als motorisierte Fahrer, Radfahrer und Fußgänger.
  • sind über Forschungsergebnisse aus der Psychologie und Gehirnforschung zum Thema Multitasking informiert und wissen, dass das menschliche Gehirn nicht mehrere Aufgaben gleichzeitig ohne Leistungsverlust bewältigen kann.

Medien- und Methodenkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler

  • haben ein Verhaltensexperiment zum Thema Multitasking geplant, durchgeführt und dokumentiert, ihre Erwartungshaltung zum Ausgang des Experiments mit den tatsächlichen Resultaten verglichen und die Ergebnisse des Versuchs auf reale Situationen im Straßenverkehr bezogen.  
  • nutzen audiovisuelle Medien als Informationsquelle, indem sie hieraus ein Grundverständnis zum Thema Ablenkung, Aufmerksamkeitsillusion und Multitasking ziehen.
  • sind mit der Unterrichtsmethode des Stationenlernens als Technik der Wissensvertiefung vertraut.
  • haben einen Videoclip zum Thema erstellt und hierfür ein Drehbuch verfasst, den Dreh organisiert und mithilfe von Videoschnitt-Apps nachbearbeitet.

Sozial- und Personalkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler

  • haben in Gruppenarbeit ein kreatives Videoprojekt geplant und umgesetzt.
  • diskutieren Lösungsansätze und Entscheidungen für ein verantwortungsvolles Handeln im Straßenverkehr, um Situationen zu vermeiden, in denen sie selbst gefährdet sind und andere gefährden könnten.
  • haben sich mit Gefahrensituationen aus ihrer Lebenswirklichkeit auseinandergesetzt und Handlungsoptionen erörtert.
  • reflektieren kritisch ihre Selbsteinschätzung, indem sie ihre Multitasking-Fähigkeiten im Experiment messen.
  • erwerben Handlungskompetenz, indem sie Rückschlüsse aus dem gewonnenen Wissen für das eigene Verhalten im Straßenverkehr ziehen.

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Avatar Susanne Patzelt

Susanne Patzelt ist freiberufliche Redakteurin für Unterrichtsmaterial. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt an der Schnittstelle von Journalismus und Didaktik. Als Autorin schreibt sie Arbeitsblätter und Lehrerhandreichungen zur politischen Bildung/SoWi, Geschichte, Medienkunde und Verbraucherbildung. Die ausgebildete Onlinejournalistin und Historikerin arbeitet zudem im Bereich Kinder- und Bildungsjournalismus, Online-Redaktion von Bildungsportalen, Community-Management sowie Lernsoftware.

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Dieser Beitrag ist ein Angebot des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

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