Vorbereitungen durch die Lehrkraft und Projektverlauf

Die beiden Lehrkräfte der Partnerklassen tauschen sich über die sprachlichen und interkulturellen Ziele aus und richten E-Mail Konten für die Kinder ein.

Kontakt zur Partnerschule aufnehmen

Das Internet eröffnet Möglichkeiten, die die Suche nach Partnerklassen für internationale E-Mail Korrespondenzen erleichtert. Es gibt eine Reihe von Vermittlungsbörsen, die eine weltweite, zielgerichtete Suche nach geeigneten E-Mail-Partnern unterstützen. Interessierte Primarschulen können ihr eigenes Klassenprofil erstellen und auf diesen Plattformen veröffentlichen. Die Lehrkraft benennt neben den Rahmendaten auch die Ziele und den thematischen Inhalt des Projektes. Diese wichtigen Informationen schaffen die Basis für einen reibungslosen Projektablauf.

Ziele definieren

Sprachliche Voraussetzungen berücksichtigen

Ein genaues Abstimmen der Ziele und des organisatorischen Rahmens geschieht in den ersten Briefwechseln zwischen den Lehrpersonen. Hier sollte die Kollegin oder der Kollege unbedingt über sprachliche Voraussetzungen der Kinder informiert werden. Ist eine Korrespondenz zwischen einer deutschen Klasse im Anfangsunterricht und Native Speakers geplant, spielt dies eine besondere Rolle, da auf der deutschen Seite sprachliche und interkulturelle Ziele erreicht werden sollen, auf der Seite der englischen Klasse jedoch häufig unter anderem Ziele im Rahmen des Geographieunterrichts.

Motivation erhalten

Es empfiehlt sich, die E-Mail-Korrespondenz mit etwas jüngeren englischsprachigen Kindern durchzuführen. Durch die begrenzten sprachlichen Voraussetzungen auf deutscher Seite kann es passieren, dass die Muttersprachler inhaltlich unterfordert sind und die Motivation schnell abflaut. Hier ist es Aufgabe der deutschen Lehrkraft stofflich anspruchsvollere E-Mails ergänzend zu versenden und gleichzeitig die englische Lehrkraft kontinuierlich über den Sprachstand der Kinder zu unterrichten.

Individueller E-Mail-Kontakt möglich

Werden E-Mail-Konten für alle Schülerinnen und Schüler eingerichtet so können die Kinder individuelle Briefe versenden. Neben dem Austausch von im Plenum erstellten Klassen-E-Mails, entstehen so persönliche Kontakte zwischen den einzelnen Schülerinnen und Schülern. Bevor die Lehrkraft die E-Mail-Konten für die Kinder einrichtet, muss sie die Einverständniserklärungen der Erziehungsberechtigten einholen oder die Eltern bitten, für ihre Kinder eine E-Mail Adresse einzurichten. Alternativ können die Briefe über eine E-Mail Adresse der Lehrkraft versendet und erhalten werden.

Projektverlauf

Klare Projektstruktur mit flexiblen Inhalten

Durch den Kontakt unter den Kindern können sich neue Themenbereiche und inhaltsbezogene Ziele ergeben, die den geplanten Verlauf des Projektes verändern. Es ist besonders wichtig, auf eine klare Struktur der Korrespondenz zu achten, um übergeordnete sprachliche und interkulturelle Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Schaubild zur Evaluation des Projektes
+Schaubild

Interkultureller Austausch

Die Kinder beschreiben sich und reflektieren ihren eigenen kulturellen Hintergrund. Die Partnerklassen tauschen ihre Beschreibungen per E-Mail aus, erhaltene E-Mails sind folglich inhaltlich an die versendeten Mitteilungen angelehnt. Die Kinder gewinnen Einblicke in die Kultur ihrer Brieffreunde. Dies wird als Bereicherung empfunden und setzt interkulturelle Lernprozesse in Gang. Abschließend sollen die Reflexionen beider Seiten zusammengeschlossen und gemeinsam evaluiert werden. Das Schaubild stellt die Ebenen der E-Mail-Kommunikation mit Native Speakers schematisch dar (zur Vergrößerung bitte anklicken). Auf deutscher Seite wird sowohl hinsichtlich interkultureller als auch sprachlicher Lernziele evaluiert.

Dossier "Vertretungsstunden sind kein Hexenwerk"
Autor
Avatar Sina Andrä

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