Erstellen von Voice-Mails

Die Mitteilung wird am Audiorecorder des Computers aufgenommen (oder auch mit einer geeigneten App) und kann dann als Datei im Anhang der E-Mail versendet werden.

So wird's gemacht

Screenshot des Audiorecorders
+Bild vergrößern

Um eine Audiodatei erstellen und bearbeiten zu können, benötigen die Schülerinnen und Schüler einen Computer mit Soundkarte und Mikrofon sowie geeignete Software. Das Programm "Audacity" beispielsweise kann als Open Source aus dem Internet heruntergeladen werden. Auf Computern mit Windows-Programmen wird der Audiorecorder über die Menüpunkte Start / Programme / Zubehör / Unterhaltungsmedien / Audiorecorder aufgerufen (Abbildung zur Vergrößerung bitte anklicken). Die Lehrkraft kann durch Anklicken des Audiorecorders im Windows-Menü (rechten Maustaste) und dem Befehl: Senden an Desktop (Verknüpfung erstellen) das Lautsprecher-Icon für den Audiorecorder auf dem Desktop anlegen. Sie erleichtert den Schülerinnen und Schüler somit den Zugriff auf die Software. Im Hilfemenü wird die Bedienung des Programms Schritt für Schritt vorgestellt.

Der besondere Charakter einer Voice-Mail

Verbale Kommunikation ist sehr persönlich

Die Kinder befinden sich während der Aufnahme in einer Atmosphäre mit Ernstcharakter, weil die Mitteilung an einen Native Speaker gerichtet ist. Darüber hinaus hat die Aufnahme eigener Sprache etwas sehr Persönliches und vorerst etwas Endgültiges, obwohl der Text jederzeit neu aufgenommen und bearbeitet werden kann.

Hohe Motivation und Aufmerksamkeit prägen die Atmosphäre

Während des Projektes waren die Kinder sehr motiviert, gute Aufnahmen zu machen. Zum Teil setzten sie sich damit auch unter Druck. Damit die Kinder sich nicht durch Nervosität blockieren, wurde je nach Komplexität und Länge des Textes und je nach individuellen Voraussetzungen mehr oder weniger Wert darauf gelegt, dass sie ihren Text zusammen mit einem Partner beziehungsweise einer Partnerin oder mit der Lehrkraft direkt vorher 'trocken' übten. Die Kinder forderten dies oft selbst, der Sinn des Übens erschien ihnen völlig einsichtig. Da die Aufnahme im Anschluss angehört werden konnte, wurde die Aufmerksamkeit des Kindes auf die eigene Aussprache und Intonation gerichtet. Die Voice-Mail beinhaltet somit das Potential, die Fertigkeit des Sprechens enorm zu fördern.

Erfahrungen beim Einsatz von Voice-Mails im Unterricht

Die Kinder beschreiben ihren Schulalltag

Während dieses E-Mail Austausches wurde die Voice-Mail innerhalb eines Stationenbetriebs zu "My school day" angewendet. Hierbei konnten die Kinder ihren Schultag oder im weiteren Verlauf auch den Inhalt ihrer "lunchbox" beschreiben. Zur Vorbereitung bearbeiteten die Kinder ein Arbeitsblatt zum Thema (siehe Arbeitsmaterialien, AB1). Was sie sagen wollten, malten sie anschließend als Gedächtnisstütze auf. Dies half ihnen, die lautbildlich gefestigten Wörter richtig auszusprechen. Durch die Ausnahmesituation bedingt, neigten die Kinder andernfalls dazu, die Wörter abzulesen und folglich falsch auszusprechen. In unbefangeneren Situationen, beispielsweise während Präsentationsphasen im Klassenraum, taten sie dies nicht.

Vielfältige Möglichkeiten der Selbstdarstellung

Fotos oder Bilder können durch gesprochene Texte ergänzt werden. Nachdem die Kinder ihren Steckbrief versendet hatten (siehe Arbeitsmaterialien, Arbeitsblatt 2), wollten sich einige von ihnen auch malen, um sich auf diese Weise ihren englischen Gesprächspartnern vorzustellen. Sie fertigten Zeichnungen von Kleidungsstücken an und beschrifteten die dargestellten Gegenstände (siehe Arbeitsmaterialien, Arbeitsblatt 3). In der Vorbereitungsphase wurden zur Einführung und Vertiefung des Wortfeldes "clothes": "pullover, T-shirt, trousers, skirt, dress, shoes/slippers" und der Struktur "I'm wearing..." beispielsweise Rätsel innerhalb der Klasse gestellt, indem die Kleidung eines Kindes in der Ich-Form beschrieben wurde. Solch ein Rätsel konnte nun auch der Partnerklasse gestellt werden: Zusammen mit einem Foto, das mehrere Kinder zeigte, wurde eine Voice-Mail geschickt, in der sich eines der Kinder beschrieb.

Umgang mit den Voice-Mails der Native Speakers

Informationsaustausch über den Schulalltag

Im Verlauf des E-Mail Austausches wurden auch Voice-Mails der englischen Schülerinnen und Schüler empfangen. Die ersten Voice-Mails waren eine Reaktion auf die von uns gesendeten Produkte, in denen die Kinder sich und ihre Kleidung beschrieben hatten. Die englischen Kinder äußerten sich dazu, ob sie ihre Schuluniform mögen oder nicht, beschrieben diese noch einmal und reagierten zum Teil fasziniert auf die Tatsache, dass ihre deutschen Epals Hausschuhe in der Schule tragen. Sie gebrauchten zu einem großen Teil das in unseren zuvor gesendeten E-Mails verwendete Vokabular. Unsere Epals drückten sich - ihrem Alter entsprechend - im Allgemeinen auch hinsichtlich der Satzkonstruktionen und Strukturen relativ einfach aus.

Quantität und Qualität der versendeten Voice-Mails

Das Sprachmaterial sollte quantitativ überschaubar bleiben. Manche Kinder lasen ihre Texte allerdings ab und sprachen dann nicht flüssig und deutlich. Die Qualität der Aufnahme musste in seltenen Fällen vorher bearbeitet werden. Über all diese Faktoren mussten die Kolleginnen und Kollegen sich austauschen, da es für beide Seiten Neuland war.

Konkrete Höraufträge

Anhand einer empfangenen Voice-Mail wurden die Kinder im Plenum an konkrete Höraufträge und somit an den Umgang mit diesem authentischen Sprachmaterial heran geführt. Danach konnten sie selbstständig mit den Voice-Mails ihrer Epals arbeiten. Leistungsschwächere Kinder hörten den Text zusammen mit einem Partner oder mit der Lehrkraft an. Die Kinder bekamen die Aufgabe, erlernte Wörter und Wendungen aus der gesprochenen Mitteilung herauszuhören (siehe Arbeitsmaterialien, Arbeitsblatt 4). Sie entwickelten die Fähigkeit des Segmentierens einzelner Wörter im Sprachfluss eines Native Speakers sowie die Fähigkeit, die Bedeutung einer Mitteilung durch das Verstehen dieser Schlüsselwörter zu erschließen. Bei diesen Höraufträgen entschied der Autor individuell, wie viel Hilfe notwendig war, damit die Schülerinnen und Schüler den Inhalt der Nachricht verstehen konnten. Die Kinder waren sehr motiviert, da sie eine persönliche Beziehung zu ihren Epals aufbauen konnten, die Voice-Mail eine direkte Reaktion auf die von ihnen erstellte E-Mail war und die Informationen den Vergleich mit der eigenen Lebenswirklichkeit anregte.

Autor
Avatar Sina Andrä

Zum Autoren-Profil

Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.

In Kooperation mit

eTwinning

eTwinning fördert und unterstützt europäische Schulpartnerschaften.