Einbindung des Projekts in den Unterricht

Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung, wie das Projekt in den Unterricht und den schulischen Alltag eingebunden wurde.

Einbindung in den Bildungsgang

Ziel der Höheren Technikschule ist es, den Schülerinnen und Schülern neben den Qualifikationen zur Fachhochschulreife erweiterte berufliche Kenntnisse zu vermitteln. Die beruflichen Ziele der Lernenden sind vielschichtig, so dass eine starke Binnendifferenzierung für einen motivierenden Unterricht unerlässlich ist.

Im Rahmen der Binnendifferenzierung wird den Schülerinnen und Schülern der Höheren Technikschule des Berufskollegs Uerdingen im Softwareunterricht die Teilnahme an ausgewählten Schülerwettbewerben ermöglicht. Seit Einführung des Bildungsgangs an der Schule nehmen regelmäßig Schülergruppen am Schülerwettbewerb "join multimedia" beziehungsweise am Focus-Schülerwettbewerb teil.

Einbindung des schulischen Umfeldes

Durch die Teilnahme an den Wettbewerben wird nicht nur der Ehrgeiz der Lernenden gestärkt, sondern wurden auch Kontakte zu außerschulischen Partnern gefördert. Im konkreten Fall ergab sich damit in der Projektphase eine relativ komplexe Struktur (Abb. 7). Die Schüler bekamen im Religionsunterricht durch Berufsschulpfarrer Kai Schäfer Informationen von der jüdischen Gemeinde, der christlich-jüdischen Gesellschaft, dem Stadtarchiv und von externen Experten und Zeitzeugen. Die Presse und lokal ansässige Unternehmen unterstützten die Aktionen der Schüler.

Erfolg durch fächeraussetzenden Unterricht

Die Schul- und Abteilungsleitung schaffte Freiräume für die Unterichtsorganisation und stellte sicher, dass die Lernenden auch außerhalb der Unterrichtszeiten in der Schule an ihrem Projekt arbeiten konnten. Dies stellte eine Grundlage für den Erfolg dar. Die Unterrichtsstruktur entspricht hier dem fächeraussetzenden Unterricht (Abb. 8) nach Huber.

Öffnung von Unterricht - Organisatorische Randstrukturen

In der Projektphase gliederte sich die Klasse im Softwareunterricht in vier Gruppen (Abb. 9). Drei Schülergruppen nahmen an den Schülerwettbewerben teil. Die restlichen zwölf Schüler blieben im Klassenverbund.

Dank der hervorragenden Unterstützung von Abteilungs- und Schulleitung erhielten die Lerngruppen für die Projektphase Zutritt zu einem weiteren, dem Klassenraum nah gelegenen Raum, so dass die Lernenden in den Projektphasen, als auch die Schüler im Klassenverband ungestört arbeiten konnten. Der bereitgestellte Raum war von den Schülergruppen auch außerhalb der Unter-richtszeiten für ihre Arbeit nutzbar. Nicht selten waren die Schüler bis 18.00 Uhr hier anzutreffen.

 

Förderung der Selbsttätigkeit

Vorgaben durch Wettbewerbe

Durch die Vorgaben der Wettbewerbsausschreibungen und der thematischen Beratungsgespräche mit den Lerngruppen orientierten sich die Inhalte automatisch in Richtung der Unterrichtsthematik. Elemente wie Förderung von Verantwortungsgefühl, Selbstständigkeit und Organisationskompetenzen standen hier im Vordergrund. Der Erfolg der Lernschritte wurde dokumentiert.

Klassenraum auf "lo-net"

Zur Verbesserung der Kommunikationsstruktur erhielten die Schüler zum Beginn der Projektphase einen virtuellen Klassenraum bei der Lernplattform "lo-net". In allen drei Gruppen wurde die Plattform zu Beginn der Projektphase genutzt. Durch die intensiven regelmäßigen Treffen in der Schule wurde eine virtuelle Kommunikation im weiteren Verlauf unnötig.

Reflexion der Lernfortschritte

Eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit in den Projektgruppen war die Betreuung. Zu Beginn wählten die Lernenden einen Projektleiter aus ihrer Mitte, der für die Koordinationen verantwortlich war. Die Schüler verpflichteten sich wöchentliche Protokollbögen (Abb. 10) auszufüllen, auf denen der Lernfortschritt erkennbar war. Außerdem fand mindestens einmal pro Woche außerhalb der regulären Unterrichtszeit ein Gespräch mit den Fachlehrern statt, in dem die Arbeit der Woche reflektiert wurde.

Autor
Avatar Michael Suermann

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