• Schulstufe
  • Klassenstufe
  • Schulform
  • Fach
  • Materialtyp
  • Quelle1
Sortierung nach Datum / Relevanz
Kacheln     Liste

Post Pisa Diskussion

Unterrichtseinheit

Drei Monate sind vergangen, seit die OECD die PISA-Studie publik gemacht hat. Der erste Schock ist verflogen, die permanenten Expertenzirkel und Bildungskonferenzen haben getagt und dem lange vor PISA bekannten Befund, um das deutsche Bildungssystem sei es nicht mehr bestens bestellt ist, kräftig beigepflichtet.Politiker, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände hatten schnell Erklärungen parat, Ursachen ausgemacht und auch Schuldige benannt, und die Schulen konnten sich vor Empfehlungen und Vorschlägen kaum retten. Allein der Glaube an den Wandel fehlt, da angesichts der amtlich bestätigten Bildungskrise vor allem alte Konzepte inklusive ihrer ebenso alten Gegenargumente mit neuer Vehemenz vorgetragen werden. Vor diesem Hintergrund lohnt es, nochmals einen kritischen Blick auf die Medienlandschaft zu werfen und zu fragen, welche kurz-, mittel- und längerfristigen Konzepte derzeit kursieren, ob der vielbeschworene Ruck - wieder einmal - nur durch die Feuilletons gegangen ist oder ob nach der öffentlichen Erregung Taten folgen. Fortsetzung Politiker, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände hatten schnell Erklärungen parat, Ursachen ausgemacht und auch Schuldige benannt, und die Schulen konnten sich vor Empfehlungen und Vorschlägen kaum retten. Allein der Glaube an den Wandel fehlt, da angesichts der amtlich bestätigten Bildungskrise vor allem alte Konzepte inklusive ihrer ebenso alten Gegenargumente mit neuer Vehemenz vorgetragen werden. Vor diesem Hintergrund lohnt es, nochmals einen kritischen Blick auf die Medienlandschaft zu werfen und zu fragen, welche kurz-, mittel- und längerfristigen Konzepte derzeit kursieren, ob der vielbeschworene Ruck - wieder einmal - nur durch die Feuilletons gegangen ist oder ob nach der öffentlichen Erregung Taten folgen. Fortsetzung Katrin Schaumann ist Mitarbeiterin von politik-digital Die KMK-Präsidentin Dagmar Schipanski versucht daher, die schlechte Stimmung mit vorläufigen Ergebnissen abzufedern und vorsichtigen Optimismus zu verbreiten. Gleichzeitig warnt sie aber vor "Schnellschüssen". Ihre Reaktion zeigt recht deutlich, in welchem Dilemma die Kultusministerkonferenz steckt. Der Erwartungsdruck ist hoch, möglichst bald Reformen auf den Weg zu bringen, um in der Öffentlichkeit das verheerende Bild der Bildungspolitik in Deutschland zu revidieren und dessen Ruf zu rehabilitieren. Gleichzeitig aber sollen die Lösungskonzepte nachhaltig wirken und bedürfen einer sorgfältigen und bundesweit koordinierten Ausarbeitung. So versucht Schipanski, das PISA-Debakel als Chance für ein Umdenken und für eine flächendeckende "nachhaltige Erneuerung" des veralteten Schulwesens zu kommunizieren. Erste positive Ergebnisse will sie in dem Versuch sehen, den Deutschunterricht für Migrantenkinder sowie die Ganztagesbetreuung an Schulen auszubauen. Bildung bleibt Ländersache Gleichzeitig zeigt sich die Kultusministerkonferenz weitgehend resistent gegen Vorschläge "von außen" und verfällt postwendend in alte Verhaltensmuster. So stellt sie sich einhellig gegen die Forderungen von Verbänden und Gewerkschaften, einen regelmäßigen Leistungsvergleich der einzelnen Bundesländer im Bereich Bildung zu initiieren. Das Bildungswesen solle uneingeschränkt Ländersache bleiben. Die Bundesländer berufen sich weiterhin auf Autonomie und halten es nicht für sinnvoll, als Reaktion auf die PISA-Ergebnisse Kompetenzen im Bildungsbereich an den Bund abzugeben. Einen "Nationalen Bildungsbericht", wie ihn die Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände und auch die SPD-Bundestagsfraktion gefordert hatten, wird es demnach nicht geben. Regelmäßige Bilanz Gleichwohl möchte die Konferenz regelmäßig Bilanz ziehen und die Ergebnisse der durch PISA angestoßenen Neuerungen in den einzelnen Ländern veröffentlichen. Die Addition der einzelnen Ergebnisse, so die baden-württembergische Kultusministerin, Annette Schavan, ergebe ja so etwas wie einen Nationalen Bildungsbericht. Eine kontinuierliche Evaluation macht jedoch nur Sinn, wenn sie integraler Bestandteil eines wirklichen Erneuerungsprozesses und über die Ländergrenzen hinaus abgestimmt ist. Dabei müssen einerseits Änderungen erfolgen und andererseits muss die Wirkung überprüft und notfalls nachgesteuert werden. Folgenlose Ansätze sollten schnell revidiert werden können, um andere zu testen. Dies ist sogar im vielstimmigen Chor der Bildungspolitik denkbar, wenn koordiniert vorgegangen wird und positive Ergebnisse der anderen als handlungsweisend für das eigene Land anerkannt werden. Kein Ideenmangel Die Länder beharren jedoch auf der Bildungshoheit und setzen sich damit dem Vorwurf (etwa der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) aus, sich hinter dem föderalen System zu "verstecken" und kritische Bewertungen von außen zu scheuen. Denn die Länder lehnen auch einen permanenten Sachverständigenrat Bildung ab, wie ihn die fünf Wirtschaftsweisen empfehlen. Als Begründung muss das bereits bestehende "Forum Bildung" von Bund und Ländern herhalten, das kürzlich Reformvorschläge vorgelegt hat. Ebenso wurde die Forderung fast aller großen Lehrerverbände, des Bundeselternrates und aus der Wissenschaft nach der Abschaffung des Sitzenbleibens abgewiesen. Einen Mangel an Ideen gibt es demnach nicht und das Argument eines Überangebots an Expertise erscheint durchaus nachvollziehbar. Mehr Eigenständigkeit der Schulen Statt einer koordinierten und nach Prioritäten abgestimmten Umsetzung werden jedoch in den Bundesländern eigene "Bildungssüppchen" gekocht; alle Kultusminister haben so genannte Bildungs- oder Qualitätsoffensiven angekündigt. Ein durchgehender Gedanke ist hierbei, die Grundkompetenzen der Schüler in Mathematik und Lesen zu fördern und die Grundschule finanziell wie ideell aufzuwerten. Gesonderter Deutschunterricht für ausländische Kinder steht ebenso auf der Agenda der Länder, wie die gezielte Förderung leistungsschwacher sowie die angemessene Forderung hochbegabter Kinder. Es scheint, als herrsche Einigkeit bei den Kultusministern, den Schulen keine Konzepte "von oben" aufdrücken zu wollen und sie vor Patentrezepten und populistischen Forderungen aus Politik und Wirtschaft zu schützen. Vielmehr soll die Individualität und Eigenständigkeit der Schulen gefördert werden. Dies wird sicherlich weiterhin für Diskussionsstoff sorgen. Scharfe Worte für das Verhalten der Kultusminister findet vor allem Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Während die Länder ihre einzelnen Bildungsoffensiven anstoßen, wirft er den Kultusministern Reformunfähigkeit vor und verurteilt die ins Auge gefassten Konsequenzen als "eine Ansammlung von trivialen Allgemeinplätzen". In seinem 5-Punkte-Plan plädiert er für die Rehabilitierung des Leistungsgedankens und schlägt vor, sich in Deutschland wieder verstärkt zu einer Elitenbildung zu bekennen. Dies solle unter anderem durch bundesweite Programme zur Hochbegabtenförderung geschehen. Leistung soll sich lohnen Seine stark an ökonomischen Anforderungen orientierte Argumentation geht in Richtung eines einheitlich definierten Leistungsstandards für das gesamte Bundesgebiet auf hohem Niveau. Er tritt weiterhin für die Bezahlung der Lehrer nach Leistung ein sowie für eine radikale Entschlackung des Lehrplans auf 50 Prozent. Er schlägt außerdem die Einführung des Faches "Wirtschaft" vor, damit Schüler frühzeitig in wirtschaftliche Grundkenntnisse eingeführt werden. Alle Akteure sehen also angesichts der jetzigen Krisenstimmung vor allem die Chance, ihr Interessen in den Vordergrund zu rücken und als Allheilmittel anzupreisen. Die Medizin schlucken - falls sie denn verabreicht wird - müssen Lehrer und Schüler, es bleibt also zu hoffen, dass einige der Präparate anschlagen und nicht nur beruhigende Placebos im Angebot sind.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Bildung im Bundestagswahlkampf 2002

Unterrichtseinheit

Weder Arbeitslosigkeit noch Steuerreform oder gar die Umweltpolitik bestimmten das Wahlkampfgeschehen vor der Sommerpause und der Jahrhundertflut. Das PISA-Debakel, das Erfurter Blutbad und die Klagen der Wirtschaft und Universitäten über zu wenig Studenten führten dazu, dass die Bildungspolitik das wichtigste Thema der ersten heißen Wahlkampftage wurde.Ausgehend von der PISA-Studie und deren Ergebnissen lassen sich schulische Aufgaben, Defizite und deren Ursachen heraus arbeiten - eventuell mit Einsatz des Internets. Sicher erkennen die SchülerInnen schnell, warum das Thema im Bundestagswahlkampf derart präsent ist. Einstieg Ausgehend von der PISA-Studie und deren Ergebnissen lassen sich schulische Aufgaben, Defizite und deren Ursachen heraus arbeiten - eventuell mit Einsatz des Internets. Sicher erkennen die SchülerInnen schnell, warum das Thema im Bundestagswahlkampf derart präsent ist. Abgrenzen verschiedener Meinungen Die Einstellungen der politischen Parteien zum augenscheinlichen "Wahlkampfthema Nummer 1" sind in den Wahlprogrammen, die wiederum auf den Websites der Parteien einzusehen sind, zu entdecken. Diese können in Relation zu den grundsätzlichen Einstellungen der Parteien gesetzt werden. Recherche einer Diskussionsgrundlage Die Kulturhoheit der Länder spricht dagegen, dass Bildungspolitik Wahlkampfthema wird. Dennoch werden Stimmen laut, die Bildung zur Bundesaufgabe machen wollen. Eine Diskussion kann auf Basis der im Internet gewonnenen Informationen geführt werden.Die SchülerInnen sollen das Thema Bildung als politische Dimension begreifen. die unterschiedlichen Einstellungen der Parteien erkennen und beurteilen. selbstständig im Internet nach weiter gehenden Informationen suchen. Bildung als kulturhoheitliche Aufgabe der Länder verstehen und zu bundespolitischen Fragestellungen abgrenzen. Gerhard Schröder (SPD) erkannte dies und gab, eine Premiere in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, am 13. Juni 2002 als erster Bundeskanzler eine Regierungserklärung zum Thema "Bildung" ab. In ihr bezeichnete er die Bildungsfrage als "die soziale Frage des 21. Jahrhunderts". Stritten sich in der Vergangenheit die Parteien heftig um den richtigen Weg in der Bildungspolitik, sind sie in diesen Tagen programmatisch wesentlich näher beisammen. Niemand bezweifelt beispielsweise, dass Bildung die Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und gesellschaftliche Weiterentwicklung ist. Doch nach der Erfurter Bluttat finden auch Forderungen nach einer Rückbesinnung auf traditionelle Erziehungswerte ihren Platz in einigen Wahlprogrammen. Diese Unterrichtseinheit wurde in Kooperation mit politik-digital und Wahlthemen erstellt. Weiterführende Beiträge, Informationen sowie interaktive Angebote für den Unterricht finden Sie bei: Als eine erste Reaktion auf PISA beschloss die rot-grüne Bundesregierung, den Bundesländern in den nächsten Jahren rund vier Milliarden Euro zur Einrichtung von 10.000 Ganztagsschulen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus forderte Schröder eine "nationale" Bildungsreform. Kulturhoheit der Länder Damit löste er eine Welle der Empörung bei Länderregierungen und Opposition aus, denn die Bildungspolitik fällt im Wesentlichen in den Kompetenzbereich der Bundesländer. Artikel 30 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland regelt, dass die Zuständigkeiten für das Bildungswesen und die Kultur bei den Ländern liegen (Kulturhoheit der Länder). Kultusministerkonferenz Zur Koordination der einzelnen Länderpolitiken treffen sich die 16 Kultusminister regelmäßig in der so genannten Kultusministerkonferenz (KMK). Die KMK hat laut ihrer Geschäftsordnung die Aufgabe, "Angelegenheiten der Kulturpolitik von überregionaler Bedeutung mit dem Ziel einer gemeinsamen Meinungs- und Willensbildung und der Vertretung gemeinsamer Anliegen" zu behandeln, doch eine bundesweit einheitliche Bildungspolitik existiert damit noch lange nicht. Bildung als Wahlkampfthema In der Vergangenheit wurde das föderale Bildungssystem nicht grundsätzlich in Frage gestellt, doch nach dem miserablen PISA-Abschneiden wagte sich die rot-grüne Bundesregierung an dieses Thema. Doch Widerspruch kam prompt und war zu Wahlkampfzeiten unmissverständlich. Wahlkampf ohne viele Gegensätze Im Wahlkampf thematisieren alle Parteien die Bildungspolitik und setzen dabei ihre Akzente nur geringfügig anders. Sie sind sich in der Diagnose weitgehend einig und auch die Rezepte der Parteien erscheinen, wie die angeführten Beispiele zeigen, recht ähnlich. Die WählerInnen müssen schon ganz genau hinschauen und die Aussagen der Parteien miteinander vergleichen, um die Unterschiede zu erkennen und ihre Wahlentscheidung zu treffen. Ganztagsbetreuung Die SPD setzt mehr Erwartungen in eine verbesserte ganztägige Betreuung. Die bereits erwähnten vier Milliarden Euro waren dabei ein erster Schritt. Bildungsministerin Edelgrad Bulmahn (SPD) verwies in der Bundestagsdebatte nach Schröders Regierungserklärung zur Bildungspolitik darauf, dass die rot-grüne Bundesregierung "die Trendwende eingeleitet und den Etat in nur vier Jahren um 21,5 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro erhöht" habe. ...früh beginnen In dem SPD-Leitantragsentwurf "Bildung entscheidet über unsere Zukunft" stellt der Parteivorstand seine Vorschläge für die Zukunft vor. Wichtige Kernpunkte sind dabei die möglichst früh einsetzende Förderung von Bildungspotenzialen, eine neue Lehr- und Lernkultur an den Schulen, die gezielte Förderung des lebenslangen Lernens und ein besserer Umgang mit den neuen Medien. Eltern und fremde Kulturen integrieren Auch der Koalitions- und Regierungspartner der SPD, Bündnis 90/Die Grünen, legt einen Schwerpunkt der politischen Arbeit auf das Bildungsthema. Als Reaktion auf die PISA-Studie forderten Niombo Lomba, Mitglied des Bundesvorstands, und Sybille Volkholz, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung, dass u.a. die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern verbessert werden, "fremde Kulturen" besser integriert und die Schulen insgesamt mehr Autonomie erhalten müssten. Gerechtigkeit Auch Joschka Fischer, grüner Spitzenkandidat und amtierender Außenminister, äußerte sich Ende Juni 2002 zum Thema Bildung. Er sprach sich dagegen aus, Bayern als "Vorbild für die Bildungspolitik" zu nehmen. Er halte es lieber mit Finnland, das bei PISA sehr gut abschnitt. Bildung sei für ihn mehr denn je eine Frage der Gerechtigkeit. Die Grünen setzen sich außerdem noch für kleinere Klassen und eine bessere Lehrerausbildung ein. Föderalismus... Für die CDU/CSU ist der föderale Wettbewerb um das beste Bildungskonzept das "Zukunftsmodell zur Qualitätsverbesserung", so die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan und der Kanzlerkandidat Edmund Stoiber in einer gemeinsamen Erklärung. Trotzdem fordern sie, dass "vergleichbare Bildungsstandards zwischen allen 16 Ländern für alle Schularten" vereinbart werden sollen. Denn nur so könnten die "dramatischen Leistungsunterschiede" innerhalb Deutschlands wirksam bekämpft werden. ...versus Zentralismus Gleichzeitig spricht sich die CDU/CSU aber gegen einen "Zentralismus" bei pädagogischen Konzepten und dem Fächerkanon aus. Statt dessen soll ein neun Punkte umfassender "Qualitätspakt Bildung" Deutschland wieder in die internationale Bildungsspitze führen. Darunter versteht die CDU/CSU u.a. eine bessere Integration ausländischer Jugendlicher, mehr Selbständigkeit für die Schulen sowie mehr Respekt für die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer. Der Ausbau von Ganztagsschulen, die nach Ansicht der CDU/CSU nicht "generell zu einer Verbesserung der Qualität" beitragen, soll "bedarfsorientiert" erfolgen. Kinderbetreuung Für die FPD und ihren Kanzlerkandidaten Guido Westerwelle steht nicht nur die Zahl "18" im Mittelpunkt des Wahlkampfes, denn die Bildung sei "unser wichtigster Rohstoff", so eine Wahlkampfsite der FDP. In ihrem Positionspapier "Familien stärken - Kinderbetreuungsangebot ausbauen" schreiben sie, dass die "Kinderbetreuung der zentrale Schlüssel für die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit" sei. Abschaffung der Kultusministerkonferenz PISA habe "gezeigt, wie entscheidend für die soziale Chancengerechtigkeit die Förderung des Sprachvermögens und der Lernmotivation im Vorschulalter" sei. Daher spricht sich auch die FPD an erster Stelle für den gezielten Ausbau der ganztägigen Betreuung ein und fordert vor allem mehr Wettbewerb zwischen den Einrichtungen. Außerdem tritt sie für die Abschaffung der Kultusministerkonferenz ein und "fordert unabhängige Qualitätssicherungsagenturen, die als Stiftung oder GmbH geführt werden". Chancengleichheit Auch die PDS positioniert das Thema ganz oben auf der politischen Prioritätsliste: "Bildung braucht jeder Mensch für ein reiches selbstbestimmtes Leben", heißt es auf einer Wahlkampfsite der PDS. Für sie steht die "Chancengleichheit" beim Bildungszugang an erster Stelle. PISA habe nach Meinung der PDS nachgewiesen, dass "der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland besonders stark ausgeprägt" sei. Gebührenfreiheit Daher brauche das Bildungswesen Strukturen, die "individuelle Förderung im Rahmen integrierter Bildungsformen" möglich machen. Die PDS will, dass niemand aus finanziellen Gründen auf Bildung verzichten müsse. Daher fordern sie"Gebührenfreiheit beim Bildungszugang und einen "Existenz sichernden Unterhalt von der Kita bis zur Weiterbildung". Problematisch erscheint der Umstand, dass die Bildungs- und Schulpolitik im Bundestagswahlkampf derart offensiv thematisiert wird, denn Bildungspolitik ist primär Sache der Bundesländer. Insofern stehen alle Versprechungen und Vorhaben, die jetzt von den Parteien im Wahlkampf publiziert werden, in Konflikt mit dem föderalen Aufbau des deutschen Bildungswesens. Bildung bleibt Ländersache? Welche Ankündigungen letztlich konkret vor Ort umgesetzt werden, hängt also nicht unbedingt mit dem Abschneiden bei der Bundestagswahl zusammen. Dafür sind die 16 Länderregierungen zuständig, die sich bislang mit Erfolg gegen eine Zentralisierung der Bildungspolitik gewehrt haben.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Primarstufe, Sekundarstufe I
ANZEIGE