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Une interview: mit neuer Lexik kommunizieren

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zur Förderung der kommunikativen Handlungskompetenz simulieren die Schülerinnen und Schüler ein Interview mit einer französischen Fußballspielerin und wenden den themenspezifischen Wortschatz an.Die Unterrichtsstunde skizziert exemplarisch, wie lehrwerkbegleitend oder lehrwerkunabhängig im Fremdsprachenunterricht der Sekundarstufe Semantisierungsstunden durchgeführt werden können, die die direkte Instruktion als lernwirksamste Form des Unterrichts nutzen. In dieser Lexikstunde lernen die Schülerinnen und Schüler am Ende des 2. Lernjahres neue Wörter kennen und kommunizieren mit ihnen. Sie simulieren ein Interview mit einer französischen Fußballspielerin und entnehmen dazu mögliche Fragen und Antworten aus einem Steckbrief. Zugleich wird die Arbeit mit dem Lektionstext eines Lehrwerkes vorentlastet, indem unbekannte Wörter eingeführt werden, die für das Verständnis des später zu lesenden Lehrwerktextes wichtig sind. Didaktische Analyse Die französische Fußballnationalspielerin Kheira Hamraoui steht im didaktischen Zentrum der Stunde. Sie soll mit den neu gelernten Wörtern interviewt werden. Das Thema Fußball allgemein und Fußball spielende Frauen im Besonderen stellt so den inhaltlichen Rahmen der Stunde dar. Auf diese Weise soll bei den Schülerinnen und Schüler eine gesteigerte Motivation erzeugt werden, die sich für den Fußball als Sportart interessieren. Zudem zeigen Studien den besonderen Wert des Fußballs für die Selbstkompetenz der Mädchen: "Mädchen, die Fußball spielen, haben ungeachtet ihres Wohnortes oder ihres Spielniveaus mehr Selbstvertrauen als Mädchen, die keinen Sport betreiben. Sie haben auch "mehr Selbstvertrauen als Mädchen in anderen Sportarten." Methodische Analyse Die Semantisierungsstunde folgt einem Drei-Phasen-Modell: In einer ersten Phase erfolgt im Plenum angelehnt an das Prinzip des advance organizer (Wahl 2011) eine gut verständliche dialogische Erklärung und Verdeutlichung der neu zu lernenden Wörter an Lösungsbeispielen durch die Lehrkraft. Die Lernenden erhalten so einen Überblick über das zu Lernende, erwerben Vorwissen über Bedeutung, Phonetik sowie kommunikative Einsatzmöglichkeiten der Lexik und verwenden die neuen Wörter in kurzen Dialogen, die die Lehrkraft initiiert. In der zweiten Phase wird die Anwendung der gelernten Wörter im Plenum erstmals selbständig in "einfachen Aufgaben" geübt. In einer dritten Phase, der Anwendungsphase, erhalten die Lernenden im simulierten Interview mit der französischen Nationalspierelin Kheira Hamraoui die Gelegenheit, das neu Gelernte anhand einer offenen, kooperativ zu bearbeitenden Aufgabe in einer kommunikativen Situation selbständig anzuwenden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihr Wissen im Bereich der sprachlichen Mittel. verbessern ihre Sprechkompetenz, indem sie diese in einem simulierten Interview kommunizierend anwenden. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler werten in der Differenzierungsphase Internetquellen aus, indem sie diesen gezielt weitere Informationen entnehmen, um weitere Fragen stellen und zu beantworten. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen zwei französische Fußballerinnen kennen und bauen stereotype Rollenbilder ab, indem sie sich mit der sportlichen und aktiven Komponente ihrer Karriere beschäftigen. Fäcke, Christiane (2010): Fachdidaktik Französisch, Tübingen: Francke. Wahl, Diethelm (2011): Der Advance Organizer: Einstieg in eine Lernumgebung. In: Wahl, D. (2011). Der Advance Organizer: Einstieg in eine Lernumgebung. In: H.U. Grunder, H. Moser & K. Kansteiner-Schänzlin, Lehrerwissen kompakt, Band 2, Perspektive 1. Wellenreuther, Martin (2014): Zusammenfassung meines Beitrags "Direkte Instruktion" in der Zeitschrift "Pädagogik", Heft 1, 2014. Online

  • Französisch
  • Sekundarstufe II, Sekundarstufe I

Composez la meilleure équipe de France

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit für den Französisch-Unterricht dürfen die Schülerinnen und Schüler über die Aufstellung einer Fußball-Nationalmannschaft entscheiden: Durch Internet-Recherche und Gruppenpuzzle-Arbeit werden sie zu Expertinnen und Experten des französischen Fußballs.Ziel des Unterrichtsprojekts ist es, in einer Simulation dem französischen Nationaltrainer Raymond Domenech dabei zu helfen, die besten elf Spieler für die Fußball-Weltmeisterschaft zu finden und ihnen die optimale Position auf dem Spielfeld zuzuteilen. Die Lernenden erweitern dabei ihre sprachlich-kommunikativen Kompetenzen und ihre Medienkompetenz, indem sie im Internet Informationen über französische Fußballer sammeln und in Kleingruppen darüber diskutieren, welche Spieler der Nationaltrainer im ersten Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft auf welcher Position aufstellen sollte. Öffentliche Diskussion in Frankreich um die Aufstellung der Nationalmannschaft Die "équipe tricolore" schaffte in den vergangenen Jahren nur mit Mühe die Qualifikation zu den großen internationalen Turnieren. Den französischen Nationaltrainer Raymond Domenech zu kritisieren und alternative Entscheidungen über die Zusammenstellung der französischen Nationalelf vorzuschlagen, ist in Frankreich zu einem Volkssport geworden. Dies belegt ein Blick in Kommentare des Internetsportportals www.eurosport.fr . Das Thema "équipe tricolore" im Französischunterricht zu behandeln, ist deshalb ein landeskundlich überaus interessantes Vorgehen. Gendergerechter Unterricht Die Unterrichtseinheit berücksichtigt in besonderer Weise Überlegungen zum gendergerechten Unterricht. Durch eine Orientierung an den Themen Sport und Landeskunde bietet sie eine Vorgehensweise an, die den thematischen Vorlieben vieler fußballinteressierter Jungen entgegenkommt. Aber auch mehr und mehr Mädchen interessieren sich in Zeiten des florierenden Mädchenfußballs und wenige Wochen vor der Fußball-WM für diesen Themenbereich. Die vorliegende Einheit sieht vor, methodisch einem genderstereotypen Rollenverhalten entgegenzuwirken. Dadurch, dass das Thema in geschlechterhomogenen Arbeitsgruppen bearbeitet wird, soll eine "Entdramatisierung" der Geschlechterdifferenz bewirkt werden. Durchführung der Unterrichtseinheit Hier finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Durchführung in neun Arbeitsschritten. Auf die benötigten Arbeitsblätter wird an den entsprechenden Stellen verlinkt. Alternative Aufgabenstellung: Individuelle Lernwege Um den Lernenden einen weiteren individuellen Lernweg zu eröffnen, ist ein binnendifferenzierendes Vorgehen bei der Vorbereitung einer simulierten Pressekonferenz denkbar. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler übernehmen die Rolle einer Beraterin oder eines Beraters des Nationaltrainers und bestimmen die Besetzung der Positionen einer bestimmten Spielergruppe (Torwart, Abwehrspieler, Mittelfeldspieler oder Angreifer). recherchieren in Einzel- oder Partnerarbeit Informationen über einzelne Spieler (Mindeststandard ein Spieler, Regelstandard zwei Spieler, Expertenstandard drei oder mehr Spieler) und notieren diese sorgfältig. diskutieren in arbeitsteiliger Gruppenarbeit, die Teil einer Gruppenpuzzle-Arbeit ist, in den arbeitsauftragshomogenen Expertengruppen, welche die besten Spieler sind und auf welchen Positionen die Spieler genau spielen sollen (zum Beispiel links oder rechts). diagnostizieren in einem lernwegbegleitenden Test selbstständig, ob sie die inhaltlichen Lernziele erreicht und die sprachlich-kommunikativen Kompetenzen erworben haben, die sie benötigen, um ihre Entscheidung auf einer Pressekonferenz zu begründen. stellen die ausgewählten Spieler in neu zusammengesetzten Trainerteamgruppen vor. legen in den Trainerteamgruppen eine Aufstellung fest. stellen das Ergebnis in einer simulierten Pressekonferenz vor und begründen ihre Entscheidung. übernehmen die Rolle von Sportjournalistinnen und -journalisten und kritisieren die Entscheidungen begründet. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren die Namen der wahrscheinlichen Kandidaten im Internet. steigern ihre Medienkompetenz durch die Verknüpfung und Beurteilung unterschiedlicher Informationen. Die Lernenden erhalten Arbeitsblatt 1, auf dem der Arbeitsauftrag als "Lernaufgabe" formuliert ist. Die Aufgabenstellung wird besprochen, und ein Selbstreflexionsbogen wird ausgefüllt, der den Lernenden hilft, zu erkennen, was von ihnen erwartet wird, was sie bereits können und was sie noch lernen werden. Das Arbeitsblatt dient auch zur späteren Evaluation der Unterrichtseinheit. Vokalbelliste rund um das Thema "Fußball" Die Vokabelliste auf Arbeitsblatt 2 und dem Lösungsblatt zu Arbeitsblatt 2 dient als Grundlage für die Erarbeitung des Wortfeldes. Zunächst gilt es, die Wortliste durch eine Übersetzung zu erschließen. Die gefundenen Lösungen können durch das Lösungsblatt korrigiert werden. Strukturierung des Wortschatzes und Selbstreflexion Die Übung auf Arbeitsblatt 3 dient dazu, die Wörter zu einem Wortfeld zu strukturieren. Nach der Bearbeitung von Arbeitsblatt 3 müssen die Schülerinnen und Schüler in Selbstreflexion klären, wie gut sie die Wörter schon kennen und wie sie sie lernen werden. Die Ergebnisse dieser Selbstreflexion werden im Plenum in einer Blitzlichtrunde besprochen. Im nächsten Schritt werden die Faktoren einer erfolgreichen Fußballmannschaft durch die Auswahlübung auf Arbeitsblatt 4 erarbeitet. Die Kenntnis dieser Faktoren ist für die weitere Arbeit wichtig, denn unter anderem auf der Grundlage dieser Faktoren muss später unter den möglichen Fußballspielern eine Auswahl getroffen werden. Die möglichen Kandidaten für die Nationalmannschaft werden im Internet recherchiert. Die Namen der gefundenen Kandidaten werden auf einem Plakat gesammelt und auf Arbeitsblatt 5 notiert. Ob die gefundene Lösung wahrscheinlich ist, können die Schülerinnen und Schüler mithilfe der Musterlösung zu Arbeitsblatt 5 überprüfen. Auf eine freie Internetrecherche kann verzichtet und alternativ auf den Text auf Arbeitsblatt 14 zurückgegriffen werden. Bilden geschlechterhomogener Gruppen In einem weiteren Schritt werden Expertengruppen gebildet. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass hier geschlechterhomogene Gruppen gebildet werden, um den beiden Geschlechtern möglichst viel Freiraum für ein selbstbestimmtes, von geschlechterstereotypen Reaktionsformen unabhängiges Arbeiten zu geben. Erste Gruppenpuzzle-Phase In einer ersten Gruppenpuzzle-Arbeitsphase recherchieren die Lernenden getrennt nach den Positionen gardien, défenseur, milieu de terrain und attaquant in den Expertengruppen Informationen über die einzelnen Kandidaten. Das Ergebnis der Recherchen wird auf Arbeitsblatt 6 notiert. Um die Arbeit mit dem Arbeitsblatt zu erleichtern, recherchiert die Lerngruppe zunächst gemeinsam Informationen zu Franck Ribéry. Die gefundenen Informationen können mit dem Lösungsblatt zu Arbeitsblatt 6 verglichen werden. Wichtig ist, dass die von den Mitschülerinnen und Mitschülern recherchierten Informationen für alle anderen in der Gruppe fotokopiert und damit zur Verfügung gestellt werden. Diese Blätter werden in der späteren Gruppenpuzzle-Phase benötigt. Am Ende dieser Arbeitsphase stellen die Schülerinnen und Schüler die Spieler vor, deren Porträts sie bearbeitet haben, und entscheiden, welche ihrer Meinung nach die besten sind (Arbeitsblatt 7). Bevor die Gruppen gewechselt werden, evaluieren die Lernenden ihren Lernstand, damit sie so gut wie möglich vorbereitet in die nächste Gruppenarbeitsphase gehen. Die Lernenden verfassen in einer Schreibphase einen exemplarischen Kurzvortrag über Franck Ribéry, wie sie ihn auch auf der später zu simulierenden Pressekonferenz halten werden. Sie tauschen ihre Texte mit ihren Sitznachbarn, erhalten von diesen eine Rückmeldung und reflektieren in einem Selbstdiagnosebogen ihre Kompetenzstärken und -schwächen. Hierzu erhalten sie eine Musterlösung zur Selbstkorrektur (Arbeitsblatt 8 und Lösung zu Arbeitsblatt 8). Mit Arbeitsblatt 9 können die Lernenden ihre Kompetenz, einen Spieler zu präsentieren, weiter vertiefen, indem sie ihren Vortrag nun mit ergänzenden sprachlichen Hilfen weiter ausformulieren. Auflösung der Expertengruppen Die Expertengruppen werden aufgelöst und zu gemischten Gruppen neu zusammengesetzt. Die Gruppen sollten, wenn möglich, ebenfalls geschlecherhomogen sein, um zu verhindern, dass sich die Mädchen möglicherweise als nicht zuständig empfinden. In diesen Gruppen stellen die Lernenden als Experten und Expertinnen ihre Lieblingsspieler vor und begründen ihre Auswahl. Die Gruppe einigt sich auf eine Mannschaftsaufstellung, die eine Schülerin oder ein Schüler zur Ergebnissicherung (Arbeitsblatt 10) notiert und die von anderen auf einem Plakat oder mit PowerPoint zur Präsentation ausgearbeitet wird. Verstärkung der Problemorientierung Die Problemorientierung kann in dieser Phase verstärkt werden, wenn die Gruppengröße verdoppelt wird, also nicht jeweils ein Experte, sondern zwei Expertinnen oder Experten pro Position teilnehmen. So entstünden Gruppen mit acht Schülerinnen oder Schülern. Da in den Expertengruppen unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden dürfen, muss die Gruppe gemeinsam eine Diskussion über die richtige Besetzung der Positionen führen. Wer die Rolle von Raymond Domenech übernehmen möchte, erhält das Arbeitsblatt 11 und leitet die Gruppenarbeit. Sie oder er achtet durch Leitfragen gesteuert darauf, dass die ausgewählten Spieler möglichst gut miteinander harmonieren und der Arbeitsprozess zu Ende geführt wird. Vor Beginn der Simulation muss die Gruppe bestimmt werden, die die Rolle des Trainerteams übernimmt. Die Mitglieder der anderen Gruppen übernehmen die Rollen der Journalistinnen und Journalisten. Eine Schülerin oder ein Schüler der gemischten Gruppen übernimmt die Rolle von Raymond Domenech, die anderen die Rolle seiner Assistenten und präsentieren ihre Entscheidung. Als Hilfe und zur Strukturierung erhalten die Lernenden Arbeitsblätter mit sprachlichen Hilfestellungen und einem Ablaufplan (Arbeitsblätter 12 und 13). Die anderen Lernenden übernehmen die Rolle von anwesenden Journalistinnen und Journalisten und stellen kritische Fragen. Am Ende der Einheit werden das Ergebnis und der Ablauf der Unterrichtseinheit evaluiert, indem die Lernenden auf die Fragen von Arbeitsblatt 1 erneut antworten. Binnendifferenzierendes Vorgehen Um Schülerinnen und Schülern, die sich nur schwer für eine Beschäftigung mit den sportlichen Aspekten des Themas "Fußball" motivieren lassen, einen zweiten individuellen Lernweg zu eröffnen, ist ein binnendifferenzierendes Vorgehen denkbar. Erweiterung des Fragenkatalogs In Schritt 7 der Unterrichtseinheit können einige Schülerinnen und Schüler alternativ einen zusätzlichen Aspekt für die Pressekonferenz vorbereiten: Mithilfe des Internets sollen sie Gründe für die schlechten Popularitätswerte des französischen Fußball-Nationaltrainers Raymond Domenech und der französischen Nationalmannschaft recherchieren und aus den Rechercheergebnissen zusätzliche Fragen für die simulierte Pressekonferenz ableiten. Zum folgenden Arbeitsauftrag sollen die Schülerinnen und Schüler in Gruppen arbeiten: Pourquoi est-ce que Raymond Domenech et l'équipe de France sont devenus si peu populaire en France? Faites une recherche sur Internet et préparez des questions pour la conférence de presse sur les sujets suivants: La demande en mariage de Raymond Domenech Les fautes de communication de Raymond Domenech La lettre de Zahia à Raymond Domenech La main de Thierry Henry

  • Französisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Comment écrire un courriel

Unterrichtseinheit
14,99 €

Die Unterrichtseinheit für das Fach Französisch der Klassen 6–7 vermittelt den Lernenden authentische schriftliche Kommunikation durch E-Mail-Verfassung. Unter französischen Pseudonymen trainieren Lernende in Einzelarbeit im Computerraum, sich vorzustellen und über Familie, Hobbys und Interessen zu berichten. Sie entwickeln dabei zentrale Kompetenzen: schriftliche Sprachproduktion, Medienkompetenz und Leseverstehen. Diese Unterrichtsreihe bereitet Schülerinnen und Schüler authentisch auf einen Schüleraustausch vor, indem sie unter französischen Pseudonymen E-Mails verfassen und sich gegenseitig vorstellen. Im Computerraum trainieren die Lernenden schriftliche Kommunikation und Medienkompetenz parallel: Sie lernen nicht nur, sich auf Französisch vorzustellen, sondern auch, dieses Wissen gezielt in digitaler Form einzusetzen - eine Fähigkeit, die in der modernen Austauschpraxis zentral ist. Die Unterrichtseinheit verbindet authentische Kommunikationssituationen mit modernem Unterrichtsalltag und bereitet Schülerinnen und Schüler realitätsgerecht auf erste Kontakte mit Austauschpartnern vor. Durch die Verwendung von Pseudonymen entsteht ein geschützter Raum, in dem Lernende ohne Angst vor sozialen Bewertungen experimentieren und ihre Sprachfähigkeiten erproben können. Gleichzeitig entspricht dieses Vorgehen der Internetrealität und erhöht die Motivation durch den Reiz der Anonymität. Besonders wertvoll ist die Kombination aus Einzelarbeit und gegenseitigem Lernen: Jede Person trägt Verantwortung für ihre eigene sprachliche Produktion, profitiert aber gleichzeitig vom Lesen und Verstehen der E-Mails ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Diese Unterrichtsreihe fördert somit nicht nur Sprachkompetenzen, sondern auch digitale Eigenständigkeit und Selbstvertrauen im Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln. Warum E-Mail statt Brief? Erste Kontakte mit Austauschpartnern erfolgen in der Praxis nicht mehr per Brief , sondern digital . Schülerinnen und Schüler nutzen täglich E-Mails und Messaging-Dienste - es ist daher sinnvoll, diese Alltagskompetenz gezielt im Unterricht zu nutzen und damit authentische Kommunikationssituationen zu schaffen. Vorteile der E-Mail im Unterricht: Schnelligkeit: Echtzeitfeedback und sofortige Zustellung Praktikabilität: Dateianhänge, Gruppenversand, ortsunabhängiger Zugriff Realitätsnähe: Entspricht der Schülerrealität und echter Austauschpraxis Medienkompetenz: Förderung des sicheren Umgangs mit digitalen Kommunikationsmitteln Daei verfasssen die Lernenden die E-Mail in Einzelarbeit. Diese ermöglicht zum einen eine individuelle Förderung, da jede Person Verantwortung für ihre eigene Sprachproduktion trägt und nicht auf stärkere Mitschülerinnen oder Mitschüler ausweichen kann. Zum anderen erhöht Einzelarbeit die Realitätsnähe erheblich: Im echten Austausch schreibt tatsächlich jeder seine eigene E-Mail. Darüber hinaus fördert dieses Vorgehen die Medienkompetenz, da alle Lernenden eigenständig mit E-Mail-Programmen und Online-Wörterbüchern umgehen lernen müssen - eine Schlüsselkompetenz im digitalen Zeitalter. Besonders motivierend wirkt sich die gegenseitige Abhängigkeit aus: In Phase 2 sind alle von der Qualität der Produktion ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler abhängig, was zu hoher Motivation und Sorgfalt bei der Arbeit führt. Authentizität durch Pseudonyme Statt sich gegenseitig unter ihren echten Namen E-Mails zu schreiben, erhalten Schülerinnen und Schüler französische Pseudonyme (per Los). Dies hat mehrere Vorteile: Erhöhter Reiz: Die Anonymität macht die Kommunikation spannender und motivierender Realitätsabbildung: Entspricht der Internetrealität (Chatrooms, E-Mail-Verkehr mit Pseudonymen) Psychologische Sicherheit: Schützt vor unangenehmen Reaktionen (bezüglich Leistungen oder Kooperation) Fokus auf Sprache: Lernende konzentrieren sich auf die sprachliche Qualität , nicht auf soziale Hierarchien Alle Schülerinnen und Schüler versenden ihre E-Mails als Kopie (CC) an die Lehrkraft. Dies ermöglicht einen umfassenden Überblick über die Inhalte und den individuellen Lernfortschritt, ohne dabei invasiv in die Postfächer der Lernenden eingreifen zu müssen. Die Lehrkraft kann dadurch gezielt Rückmeldungen geben und den Lernprozess konstruktiv unterstützen. Dieses Vorgehen schafft Transparenz statt „Allwissenheit" der Lehrperson und fördert Vertrauen sowie Eigenverantwortung bei den Schülerinnen und Schülern. Sprachliche Inhalte (Schriftliche Kommunikation) Schülerinnen und Schüler verfassen eine authentische Vorstellungs-E-Mail mit folgenden Strukturen: Kernausdrücke: je m'appelle... (Ich heiße...) j'ai ... ans (Ich bin ... Jahre alt) j'ai des frères et des soeurs (Ich habe Geschwister) mon père est... / ma mère est... (Mein Vater/Meine Mutter ist...) j'habite à... (Ich wohne in...) je vais à l'école... (Ich gehe in die Schule...) je fais du sport (Ich treibe Sport) je joue d'un instrument de musique (Ich spiele ein Instrument) j'aime / je déteste (Ich mag / Ich hasse) Optionale Erweiterungen (je nach Lerngruppe): mon animal (Mein Haustier) ma matière préférée (Mein Lieblingsfach) Weitere Interessen und Hobbys Neue Vokabeln un courrier électronique / un courriel (E-Mail) écrire / envoyer un courriel (E-Mail schreiben/versenden) le clavier, la souris, l'écran (Tastatur, Maus, Bildschirm) se présenter (sich vorstellen) Binnendifferenzierung & Partnerkonstellation Die Zusammenstellung der Austauschpartner erfolgt nach klaren Kriterien für eine optimale Lernumgebung. Zunächst wird auf Geschlechterausgewogenheit geachtet, um möglichst gleich viele Mädchen und Jungen auf beiden Seiten zu haben. Darüber hinaus ist Leistungshomogenität entscheidend: Schülerinnen und Schüler sollten auf ähnlichem Sprachniveau sein, damit sie die E-Mails ihrer Partner verstehen und gegebenenfalls korrigieren können. Dies fördert gegenseitiges Lernen und erhöht die Motivation. Schließlich unterstützt die Lehrkraft durch Beamer-Demonstrationen (z.B. zum Einloggen) alle Lernenden auf den gleichen technischen Stand, sodass niemand durch technische Hürden beim Lernfortschritt behindert wird. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verfassen authentische E-Mails in französischer Sprache mit den Strukturen der Selbstvorstellung. analysieren E-Mails ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler auf sprachliche Korrektheit und inhaltliche Verständlichkeit. produzieren schriftliche Texte, die die Vokabeln zu Familie, Hobbys, Schule und Alltag funktional einsetzen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen digitale E-Mail-Programme eigenständig für die Verfassung von Nachrichten. recherchieren mit Online-Wörterbüchern gezielt nach Vokabeln für ihre Textproduktion. wenden Grundregeln der E-Mail-Etikette an (Betreffzeile, Anrede, Abschlussfloskel). Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung für ihre individuelle sprachliche Produktion in der Einzelarbeit. kommunizieren konstruktiv Feedback zu den E-Mails ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. respektieren die Anonymität ihrer Lernpartnerinnen und Lernpartner durch die Nutzung von Pseudonymen. Diese Kommentare von Lehrkräften zur Unterrichtseinheit "Comment écrire un courriel" haben uns bisher erreicht: Echange de courriels Bonjour, seit 4 Jahren praktiziere ich solche "Echanges" im Rahmen von Online-Simulationen (Import-Export und outgoing-incoming). Bei der ersten Etappe sollen sich die Teilnehmer auf Französisch vorstellen. Beste Grüße Y. Marcoux Fachbereichsleiter Französisch einer privaten BBS PS: http://www.connexion-francaise.com

  • Französisch
  • Sekundarstufe I

L'Alpe d'Huez

Kopiervorlage

Dieses Material für das Fach Französisch in der Sekundarstufe I und II führt Lernende nach etwa einem halben Lernjahr auf eine virtuelle Reise an den Wintersportort L’Alpe d’Huez. Im Themenfeld "Vacances d’hiver" und "classes de neige" erschließen sie über eine gelenkte oder offene Internetrecherche authentische Informationen und erweitern dabei Wortschatz, Leseverstehen und Sprechkompetenz. Das Arbeitsblatt eröffnet einen motivierenden Zugang zum Themenfeld " Vacances d’hiver" , " classes de neige " und Wintersport in Frankreich . Die Lernenden entdecken anhand einer virtuellen Reise nach L’Alpe d’Huez , dass sie bereits nach etwa einem halben Lernjahr in der Lage sind, das französischsprachige Internet als Informationsquelle zu nutzen. Damit eignet sich das Material besonders für Lerngruppen, in denen Französisch als dritte oder spät beginnende Fremdsprache unterrichtet wird und bereits Erfahrungen mit Interkomprehension vorhanden sind. Als Unterrichtseinheit für Französisch in der Sekundarstufe I und II ist das Material auf 1 bis 2 Unterrichtsstunden angelegt und als Recherche-Auftrag / Internetressource ausgewiesen. Didaktisch überzeugt die Einheit durch ihre flexible Anlage in zwei Varianten : Entweder bearbeiten die Lernenden in Paararbeit einen gelenkten Fragenkatalog oder sie entwickeln in Kleingruppen eigene Suchaufträge für ihre Mitlernenden. Beide Wege fördern den Umgang mit authentischen Texten, die Orientierung auf französischsprachigen Webseiten und den gezielten Aufbau thematischen Wortschatzes zu neige , montagne , station de ski oder télésiège . Zugleich werden Strategien des rezeptiven Verstehens angebahnt, etwa über Bilder, Karten, Piktogramme, Klickpfade und stichwortgestützte Erschließung. Die Einheit bleibt dabei nicht bei isolierten Suchergebnissen stehen: Die Lernenden sollen Informationen in ganzen Sätzen wiedergeben, Rechercheergebnisse im Plenum besprechen und sprachlich präzise formulieren. So verbindet das Material digitale Recherche , kommunikative Sprachhandlung und kooperatives Lernen in einer kompakten, alltagsnahen Unterrichtssequenz. Fachkompetenzen Die Schülerinnnen und Schüler erschließen Informationen zu L’Alpe d’Huez, Wintersport und classes de neige aus authentischen französischsprachigen Internetseiten. formulieren einfache Fragen und Antworten zu einem thematischen Rechercheauftrag und nutzen dabei grundlegendes Wortfeldwissen zu Winter und Wintersport. präsentieren Rechercheergebnisse in zusammenhängenden französischen Sätzen und entwickeln dadurch Leseverstehen und mündliche Ausdrucksfähigkeit weiter. Medienkompetenzen Die Schülerinnnen und Schüler recherchieren zielgerichtet auf französischsprachigen Websites und nutzen das Internet als fremdsprachliche Informationsquelle. nutzen Klickpfade, visuelle Hinweise und gegebenenfalls digitale Wörterbücher, um unbekannte Inhalte selbstständig zu erschließen. dokumentieren Fundstellen, Antworten und selbst formulierte Fragen strukturiert für die weitere Bearbeitung im Unterricht. Sozialkompetenzen Die Schülerinnnen und Schüler kooperieren in Paararbeit oder Kleingruppen bei der Bearbeitung und Erstellung von Rechercheaufträgen. vergleichen Suchergebnisse im Plenum und stimmen Lösungen gemeinsam ab. geben Rückmeldungen zu Fragen, Antworten und sprachlichen Formulierungen und unterstützen sich gegenseitig bei der Aufgabenlösung.

  • Französisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Asterix multilingual

Unterrichtseinheit
14,99 €

Wer kennt sie nicht, die berühmten Gallier, die den Römern das Fürchten beibringen? Seit Jahrzehnten begeistern Comics und Filme um Asterix und Obelix die ganze Welt. Auch die Nutzung diverser internationaler Websites mit aktuellen News können ein Highlight für einen fächerübergreifenden abwechslungsreichen Unterricht in Latein in Kooperation mit den modernen Fremdsprachen sein. Die Einheit richtet sich an die Sekundarstufe I/II und kann ergänzend zur Caesar-Lektüre in Klasse 10/11 eingesetzt werden. Waren die Asterix-Originale noch in französischer Sprache verfasst, so führte der Siegeszug der von René Goscinny und Albert Uderzo erfundenen Abenteuer zur Übertragung der Comics in heute mehr als 120 Sprachen und Dialekte. Neben den modernen Fremdsprachen kam dabei auch das Lateinische für einige Asterix-Bände zum Einsatz. Aufgrund der vielsprachigen Verfügbarkeit der Comics, aber auch wegen des enthaltenen realienkundlichen Fundus rund um Römer und Gallier sowie diverser anachronistischer Anspielungen bietet sich eine sinnvolle Integration multilingualer Asterix-Versionen in den modernen Lateinunterricht geradezu an. Als römisch-gallische Kriege werden eine Reihe kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen dem Römischen Reich und einigen keltischen Stämmen um 400 v. Chr. bezeichnet, die die Römer auch Gallier nannten. Die Gallier drangen von Norden nach Italien ein und versuchten mehrfach, die Stadt Rom zu erobern. Nach einigen Jahrhunderten Konflikten blieben die Römer siegreich und eroberten zunächst ehemalig keltische Gebiete in Oberitalien und schließlich Gallien im heutigen Frankreich, Belgien , Luxemburg und Teilen der westlichen Schweiz . Die sicher berühmtesten Kelten existieren heutzutage lediglich auf Papier oder virtuell in Film und Internet: Asterix und Obelix und alle anderen Bewohner eines tapferen kleinen Dorfes gehören dazu. Sie sind die Protagonisten in den von Albert Uderzo und René Goscinny , ab Band 35 dann von Jean Yves Ferri und Didier Conrad, ab Band 40 zusammen mit Fabrice Fabcaro als Texter ( Die weiße Iris ) kreierten französischen Asterix-Comics, die sich in der ganzen Welt mehr als 400 Millionen Mal verkauften. Nichtsdestotrotz betreiben renommierte Altertumsforscher immer wieder Quellenforschung, weil die Comicserie auf überraschende Art und Weise auf historisch belegbaren Fakten wurzelt . Die charakteristische Konstellation der Asterix-Bände ist fiktiv und historisch keinesfalls allumfassend belegt. Schließlich sind die Comichelden der Idee ihrer beiden Schöpfer entsprungen, dass nicht das komplette Gallien von Julius Cäsar okkupiert worden war. Das geniale Künstlerpaar schuf vielmehr im 1961er Startheft "Asterix der Gallier" ein keltisches Dörfchen auf dem heutigen Gebiet der Bretagne (Aremorica) , das sich im ständigen erbitterten Widerstand zum feindlichen Rom befand. Ihrer künstlerischen Freiheit verdanken wir, dass die Historie der Kelten hier mit Spaß genau andersherum erzählt wird, als sie in den "Commentarii de bello Gallico" des Gaius Julius Caesar nachzulesen ist. Eine multimediale, interdisziplinäre Unterrichtseinheit beziehungsweise ein derartiges Projekt rund um Asterix & Co eröffnen diverse Akzentsetzungen, die dem multilingualen historischen geographischen oder sportlichen Aspekt (Asterix Olympius verfilmen ) Rechnung tragen. Sprachliche Synergien gepaart mit Geschichts- und Geographiewissen auf der Basis medialer Kompetenz können so im Sinne einer innovativen Fachdidaktik im Fach Latein eine sehr belebende Bereicherung in der Spracherlernung sowie bei der Caesar-Übergangslektüre darstellen. Die Gewinn bringende Verknüpfung klassischer und moderner Sprachen gelingt aufgrund der hervorragenden Quellenlage und des ungebrochenen Schülerinnen- und Schülerinteresses an den Asterix-Abenteuern in hervorragender Weise. Zudem können bei der Integration der Asterix-Medien in den Lateinunterricht historische Kenntnisse rund um die Römer, Gallier, Griechen etc. auch auf unkonventionelle Weise überprüft, erweitert und gefestigt werden. Die einzelnen je nach Lernniveau individuell modifizierbaren Unterrichtsbausteine sind in beliebiger Reihenfolge konkretisierbar. Multilinguale Textvergleiche Die Standardeinleitungen der Asterix-Comics bzw. die Kurzcharakteristiken der Protagonisten zu Beginn jedes Comic-Bandes sind idealer Ausgangspunkt zur Erstellung multilingualer Arbeitsblätter. Die Internet-Recherche, die Nutzung diverser online-Wörterbücher und die Kreation optisch ansprechender Steckbriefe ermöglichen hierbei auch eine multilinguale didaktische Variante. Ausgehend von der lateinischen Fassung erarbeiten Lernende der Sekundarstufe I je nach eigenen Sprachkenntnissen eine französische, englische, spanische etc. Fassung (vergleiche den Erfahrungsbericht Asterix Olympius verfilmen mit Arbeitsmaterial auf Lehrer-Online). Asterix Internet-Rallye Die oft amüsanten Namen der Gestalten der Asterix-Comics und -Filme , die international in mannigfacher Variation zu beobachten sind, regen zur einer vor allem für jüngere Lernende spannenden Internet-Rallye an. Mit detektivischem Spürsinn gilt es, z. B. die lateinischen, spanischen, rätoromanischen, ja Esperanto-Entsprechungen zu den bekannten Benennungen der deutschen Fassung aufzuspüren. Als fakultative Arbeitsanweisung bietet sich zudem bei Wörtern lateinischer Herkunft die Frage nach der Etymologie und damit der Bedeutung der Namen an (zum Beispiel Cantorix – cantare = singen). Das häufige Suffix – ix (gallisch "rix"= König) sollte dabei als typisch gallische Wortendung, die auch bei der Caesar-Lektüre begegnet (z. B. Vercingetor ix , Orgetor ix ) thematisiert werden. (A 3: Asterix und Co international) Mit Asterix auf virtuelle Reise gehen Kaum ein anderer Comic-Held hat dank des Einfallsreichtums seiner Erfinder so viele Reisen unternommen wie Asterix. Abgesehen von seinem Heimatland Gallien hat er u. a. auch Spanien, die Schweiz, Britannien, Griechenland, den Orient und sogar Amerika aufgesucht. Virtuell können diese Abenteuer durch Arbeitsblätter (zum Beispiel Römerspuren in Britannien Latein/Englisch , oder Tour de France/ Iter Gallicum Latein-Französisch ) lebendig werden. Multilingua-Sprichwort-Mix Die in den Asterix-Comics häufig vorkommenden Sprichwörter werden multilingualen Entsprechungen in einem Arbeitsblatt zugeordnet. Dadurch wird die Sprachkompetenz im Lateinischen, aber auch zu romanischen und der englischen Sprache sowie Esperanto erweitert. Asterix-Quiz Deutsch, Latein oder multilingual Ein Asterix-Quiz kann zudem eine interessante Bereicherung des Lateinunterrichts sein. In der deutschen, englischen, französischen oder auch lateinischen Version eröffnet sich so eine weitere didaktische Facette der Behandlung der Thematik unter multilingualem Aspekt. Sie stößt bei Lernenden auf großes Interesse, fördert den Lerneifer und erweitert spielerisch das Wissen rund um Asterix & Co. Asterix-Homepage (pagina domestica Asterigis) Die Erstellung einer Homepage zur Asterix-Thematik ist eine zeitintensive lohnende Unterrichtsalternative, die am Ende einer entsprechenden Unterrichtseinheit der Ergebnissicherung dienen beziehungsweise als Projekt fächer- und klassenübergreifend durchgeführt werden kann. In arbeitsteiliger Gruppenarbeit können unter anderem folgende inhaltliche Schwerpunkte realisiert werden: Vorstellung der Asterix-Erfinder Goscinny und Uderzo (beziehungsweise deren Nachfolger) sowie der wichtigsten Comic-Gestalten in Deutsch/Latein Multilingualer Textvergleich ausgewählter Passagen eines Bandes Präsentieren von internationalen Asterix-Rezepten zum Nachmachen Bildergalerie mit selbstkreierten Zeichnungen Kurzes lateinisches oder multilinguales Asterix-Hörspiel beziehungsweise Asterix-Video Erstellen eines Asterix-Newsletters (epistula Asterigis) Konzeption eines Gästebuches (liber amicorum). Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass die Abenteuer von Asterix & Co weltweit in über 120 Sprachen und Dialekte übertragen wurden. sollen die international divergierende Nomenklatur den Comic-Helden zuordnen und erklären können. ihre geographischen und historischen Kenntnisse rund um Römer und Gallier spielerisch festigen und erweitern. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen den historischen Hintergrund der Asterix-Comics durch Internetrecherche kennenlernen. die Standard-Comic-Einleitung und die internationalen Bezeichnungen (eventuell auch die Charakterisierungen, siehe Asterix Olympius verfilmen ) der Hauptfiguren multilingual dank ihrer Lateinkenntnisse und Internet-Wörterbüchern vergleichen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler in einem Projekt eine eigene multilinguale Asterix-Homepage in Paar- beziehungsweise Gruppenarbeit erstellen. eventuell auf der Basis eines Asterix-Bandes ein lateinisches, bi- oder multilinguales Hörspiel- oder Filmskript verfassen und praktisch umsetzen.

  • Latein / Französisch / Englisch / Spanisch / Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zidane a tapé: comment juger le coup de tête de Zidane?

Unterrichtseinheit
14,99 €

Die Unterrichtseinheit für das Fach Französisch der Klasse 10 vermittelt den Schülerinnen und Schülern Argumentationsfähigkeit anhand des kontroversen WM-Finales 2006: Ist Zidane ein Held oder hat er eine Grenze überschritten? Die Lernenden analysieren das Foul, recherchieren französischsprachige Argumente, untersuchen den viralen Song „Zidane a tapé", trainieren den Subjonctif in authentischen Kontexten und verfassen einen eigenen Kommentar zur Veröffentlichung. Die Unterrichtseinheit behandelt das kontroverse Ereignis des WM-Finales 2006 in Berlin : Zinédine Zidanes Kopfstoß gegen den italienischen Abwehrspieler Materazzi. Dieses Foul wird bis heute von Fußballfans und der Öffentlichkeit höchst unterschiedlich bewertet - von einer „nicht zu verzeihenden Entgleisung" bis zu einer "bewunderungswürdigen Verteidigung der Würde und Familie". Zentrale Frage: Ist Zidane ein Held oder hat er mit einem Ausbruch physischer Gewalt seine Mannschaft und seine Nation verraten? Authentisches Material & Internetkompetenz: Die Lernenden bearbeiten authentische französischsprachige Kommentare aus Internetforen, analysieren den viralen Song "Zidane a tapé", recherchieren auf französischen Websites und verfassen selbst einen Kommentar zur Veröffentlichung im Internet. Dies trainiert digitale Medienkompetenz, Recherchefähigkeit und Schreibkompetenz im authentischen Kontext. Kulturelle Relevanz: Das Material zeigt, wie Zinédine Zidane in Frankreich zu einem Volkshelden wurde - im Gegensatz zu David Beckham, der nach einer roten Karte in England starker Kritik ausgesetzt war. Dies verdeutlicht kulturelle Unterschiede in der Bewertung von Sportlerverhalten zwischen Frankreich und dem englischsprachigen Raum. Lernziele: Position beziehen und argumentieren Die Schülerinnen und Schüler sollen an diesem authentischen, emotional aufgeladenen Ereignis lernen, eine eigene, begründete Position zu beziehen. Sie beobachten das Foul genau, erarbeiten Pro- und Contra-Argumente, analysieren den Song "Zidane a tapé" auf seine Aussage hin und verfassen schließlich einen eigenen, reflektierten Kommentar. Das zentrale Lernziel besteht darin, dass Schüler nicht nur eine Meinung haben, sondern diese sachlich begründen und alternative Perspektiven würdigen können. Gesellschaftliche Relevanz: Warum dieses Thema? Das Material behandelt mehrere gesellschaftlich relevante Themen, die über den Sprachunterricht hinausgehen. Zunächst thematisiert die Unterrichtseinheit den Unterschied zwischen physischer und verbaler Gewalt - ein heikles Thema, das die pädagogische Arbeit in Schulen stets begleitet. Schüler lernen, Provokation von Reaktion zu unterscheiden und zu reflektieren, wann Grenzen überschritten werden. Darüber hinaus zeigt das Material, wie Zinédine Zidane in Frankreich zu einem Volkshelden wurde - im Gegensatz zu David Beckham, der nach einer roten Karte in England starker Kritik ausgesetzt war. Dies verdeutlicht kulturelle Unterschiede in der Bewertung von Sportlerverhalten zwischen Frankreich und dem englischsprachigen Raum. Zidanes Aussage, dass er reagiert habe, um die Ehre seiner Familie zu schützen, eröffnet Diskussionen über nationale Identität, Würde und die Frage, wie Gesellschaften ihre Helden konstruieren. Schließlich bietet die Unterrichtseinheit einen authentischen Zugang zur Internetkultur: Der virale Song "Zidane a tapé", die immense Anzahl von Internetkommentaren und Memes zeigen, wie moderne Gesellschaften Ereignisse durch digitale Medien verarbeiten und interpretieren. Dies fördert Medienkritik und Quellenbewertung. Authentisches Material und Sprachenlernen Ein zentraler Vorteil dieser Unterrichtseinheit liegt in der Verwendung von authentischem Materia l. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten nicht didaktisierte Lehrbuch-Texte, sondern echte Kommentare aus französischsprachigen Internetforen . Diese Kommentare wurden zwar didaktisch aufbereitet - beispielsweise durch Kürzung oder Fokussierung auf grammatikalische Phänomene - behalten aber ihren authentischen Charakter. Dadurch erleben Schüler Sprache, wie sie tatsächlich verwendet wird, mit realistischen Argumentationsmustern, Tonalitäten und Ausdrucksweisen. Grammatikalischer Schwerpunkt: Subjonctif in Kontexten Ein besonderer Fokus liegt auf der Wiederholung und Vertiefung des Subjonctif . Anstatt abstrakte Grammatikregeln zu pauken, taucht der Subjonctif natürlich in authentischen Kommentaren auf. Schüler begegnen Sätzen wie "Il faut que Zidane soit puni", "Je doute que Materazzi n'ait pas provoqué" oder "C'est dommage que ce match se termine ainsi". Durch die emotionale Aufladung des Themas wird die Grammatik nicht als trocken empfunden, sondern als Werkzeug, um eine eigene Position auszudrücken. Das Spielen mit Argumenten trainiert den Subjonctif auf natürliche, motivierende Weise. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten das Wortfeld "violence physique et verbale". verteifen und wiederholen den Gebrauch des Subjonctif. recherchieren Argumente auf französischsprachigen Websites. formulieren einen eigenen Kommentar über das Verhalten von Materazzi und Zidane. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beurteilen Zidanes Verhalten differenziert. beschreiben die Szene des WM-Finales, in der Materazzi Zidane provoziert und dieser anschließend von Zidane gefoult wird. arbeiten Argumente heraus, mit denen Zidanes Verhalten verteidigt oder verurteilt wird. begründen und bewerten diese Argumente. nennen Gründe, warum so viele Franzosen Zidane nicht verurteilen und stattdessen mit allen Mitteln verteidigen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren, vergleichen und bewerten Inhalte französischsprachiger Internetseite. Lexikalische Vorkenntnisse Die Unterrichtseinheit richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe ab dem 4. Lernjahr, also in der Regel ab der Klasse 10. Technische Vorkenntnisse Notwendig sind Vorkenntnisse im Umgang mit dem PC und der Recherche mit Suchmaschinen. In der Unterrichtseinheit finden die folgenden Methoden Anwendung: Wortfeldarbeit (zum Thema "violence") Textanalyse sprachliche Analyse Präsentation Die gesellschaftliche Relevanz Die Schülerinnen und Schüler lernen, in welcher Weise Zinédine Zidane zu einem Volkshelden geworden ist. Dies wird insbesondere daran deutlich, dass seine Fans im Internet eine immense Anzahl an Kommentaren verfasst haben, in denen sie Zidanes Kontrollverlust als Heldentat verteidigen. Anders als der englische Fußballstar David Beckham, der nach einer roten Karte in einem wichtigen Länderspiel in seinem Heimatland starker Kritik ausgesetzt war, ist die Zuneigung der Mehrheit der Franzosen zu Zidane ungebrochen. Das Thema Gewalt Zugleich thematisiert die Unterrichtseinheit das heikle Thema des Unterschiedes von verbaler und physischer Gewalt, das die pädagogische Arbeit in den Schulen stets begleitet. Authentisches Material Die von den Schülerinnen und Schülern zu bearbeitenden Texte sind authentische Kommentare aus Internetforen, die didaktisch bearbeitet worden sind, um das grammatikalische Phänomen des Subjonctif vertiefen zu können. Das Wortfeld erkunden Zunächst erläutert die Lehrperson den Unterschied von "violence physique" und "violence verbale", um anschließend von den Schülerinnen und Schülern das Wortfeld um die beiden Begriffe herum erarbeiten zu lassen. Hierzu ist es sinnvoll, zweisprachige Wörterbücher zur Verfügung zu stellen. Das arbeitsteilig in Einzel- oder Partnerarbeit erarbeitete Wortfeld wird auf einem Lernplakat oder auch in Form einer digitalen MindMap zusammengestellt und kann so Gegenstand eines Vokabeltestes werden. Gibt es an unserer Schule Gewalt? Möglich wäre an dieser Stelle eine Diskussion über Formen, die verbale Gewalt an der eigenen Schule angenommen hat - gerade auch dann, wenn das Thema "Mobbing" in der Klasse von Bedeutung ist. Zudem kann gefragt werden, ob beobachtet worden ist, dass diese in physische Gewalt umschlagen kann. Zu einer solchen Frage hinführend wäre ein Einstieg mit einer Diskussion über die Frage, welche Gewalt denn schlimmer sei. Das Foul ansehen Anschließend beschreiben die Schülerinnen und Schüler das Foul von Zidane, nachdem mit Bildimpulsen optische und textliche Hilfestellungen gegeben wurden. Passende Fotos oder Filmaufnahmen sind im Internet leicht zu finden. Einige entsprechende Links liefern die Zusatzinformationen auf der Startseite dieses Beitrags. Zidanes Foul beschreiben Bei der Beschreibung der Szene ist darauf zu achten, dass die folgenden Auffälligkeiten genannt werden: Materazzi tire le maillot de Zidane. Zidane lui dit quelque chose et répète le geste de Materazzi Zidane s'éloigne. Materazzi continue de parler à Zidane. Zidane accélère. Materazzi n'arrête pas de lui parler. Zidane s'arrête brusquement, se retourne et donne un coup de tête dans la poitrine du défenseur italien qui tombe par terre. Hausaufgabe: Das Foul bewerten Die Stunde endet möglichst mit der Hausaufgabe, das beschriebene Foul in einer ersten Reaktion zu bewerten. Als Schreibimpulse können die folgenden möglichen Anfänge eines Kommentars an der Tafel festgehalten werden: Je pense que Zidane ... A mon avis Materazzi ... La fin de la coupe du monde ... L'équipe de Françe ... Les spectateurs ... L'arbitre ... L'équipe d'Italie ... Blitzlicht: Zidanes Handeln diskutieren In einem Blitzlicht werden erste Beurteilungen von Zidanes Handeln geäußert. Hier ergibt sich möglicherweise - die Wortfelderarbeitung führt ja darauf hin - bereits eine Kontroverse in der Lerngruppe, die zwei konträre Positionen einnehmen kann, deren extreme Pole zur Vorentlastung wie folgt an der Tafel festgehalten werden können: Position A Zidane n'a pas respecté les règles du football. Il doit être puni. Position B Zidane a eu raison de se défendre. Il ne faut pas se laisser faire. L'Italie doit être puni pour tricherie. Die Argumentation vertiefen Nach der Erarbeitung der beiden kontroversen Pole erarbeitet die Lerngruppe die 14 Argumente, die auf dem Arbeitsblatt "Material 2" aufgelistet sind. Diese sind in einem ersten Schritt den zwei Gruppen "Zidane est critiqué" und "Zidane est défendu" zuzuordnen. Die Positionen gemeinsam erläutern In einem zweiten Schritt werden die einzelnen Positionen in eigenen Worten umformuliert zusammengefasst und an der Tafel, auf einer Overheadfolie oder aus dem Lehrerrechner an die Wand gebeamt gesichert. Hier kann im Unterrichtsgespräch sichergestellt werden, dass alle Argumente verstanden worden sind. Schwierigkeiten bewältigen Die Erarbeitung einiger Positionen macht den Schülerinnen und Schülern besondere Schwierigkeiten: Bei den zu nutzenden Textquellen handelt es sich um authentische Texte, die an einigen Stellen didaktisch bearbeitet worden sind. Es ist davon auszugehen, dass bei der Zusammenfassung der Kommentare viel Zeit verwendet werden muss. In Haus- oder Freiarbeit an PCs können zusätzliche Positionen recherchiert werden. Eine Position beziehen Abschließend gilt es zu klären, welche Argumente die größte Zustimmung finden. Hierzu teilt sich die Lerngruppe in Vierergruppen und vergibt - ähnlich dem Verfahren beim Wettbewerb "Eurovision Song Contest" - für die überzeugendsten Argumente 1,2,3 oder 4 Punkte. Nach der Diskussion und der Punktevergabe in den Gruppen tritt ein Gruppensprecher vor die Klasse, trägt die Punkte als Striche ein und erläutert, wieso die Gruppe die 4 Punkte vergeben hat. Aus Zeitgründen sollte darauf verzichtet werden, die Vergabe der 1, 2 und 3 Punkte ebenfalls ausführlich zu erläutern. Warum Zidane verteidigen? Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die Zidane kritisierenden Argumente mehr Punkte erhalten. Hieraus ergibt sich die Frage: "Pourquoi est-ce que beaucoup de Français défendent Zidane ?" Mehrere Möglichkeiten können erarbeitet werden: Les Français sont tristes et ne comprennent pas. Ils cherchent des explications. Il cherchent des excuses pour un idole qu'ils aiment trop. Ils sont reconnaissants pour le fait que Zidane a marqué deux des trois buts dans la Finale France-Brésil de 1998 et veulent protéger Zidane. Défendre Zidane veut dire pardonner Zidane. Zidanes Foul kommentieren Eine freie oder angeleitete Recherche im Internet kann die Unterrichtseinheit abschließen. Die Schülerinnen und Schüler sollen auf einer der vielen mit dem Thema befassten französischsprachigen Internetseiten einen eigenen Kommentar veröffentlichen. Sie finden auf dem Arbeitsblatt Hinweise darauf, wie solche Seiten gefunden werden können. Zusatzangebot: "Coup de boule" Im Sinne einer Binnendifferenzierung des Unterrichts können für Schülerinnen und Schüler, die die Aufgabe früher abschließen, zusätzliche Aufträge im Themenkreis erarbeitet werden. So etwa die Erarbeitung einer Beurteilung des Lieds "Coup de boule" (siehe Material) oder die Arbeit mit der Transkription von Zidanes Interview auf TF1. Die Subjonctif-Formen erläutern Für die sprachliche Progression können Subjonctif-Formen und -Auslöser aus den Argumentationen auf dem Arbeitsblatt gesucht werden. Dann kommt hier erneut das Material 2 mit den Kommentaren zum Einsatz.

  • Französisch
  • Sekundarstufe I

Wellness im alten Rom

Unterrichtseinheit
14,99 €

Sanus Per Aquam – ob in den prächtigen Wellness-Tempeln der Kaiserzeit oder den kleinen Privatbädern – die alten Römer pflegten eine ausgeprägte Badekultur, die heutigen Erlebnisbädern nicht nachsteht. Ausgeklügelte Technik, großartige Architektur und pompöse Ausgestaltung lassen erahnen, welche Bedeutung vor allem die großen Thermenanlagen der Kaiserzeit sowohl als gesellschaftlicher und politischer Treffpunkt als auch Gesundheits-, Freizeit-, Beauty- und Kultur-Hotspot hatten. Ihre berühmte Badekultur übernahmen die alten Römer von den Griechen . Dort existierten bereits öffentliche Gemeinschaftsbäder und Sitzwannen , aber auch Duschen, Pools und Saunaräume . Die ersten antiken Bäder in Süditalien (balnea) waren ganz im Gegenteil zu den pompösen späteren kaiserzeitlichen Thermenanlagen dunkel und schmucklos. Nach der Eroberung Griechenlands 146 vor Christus durch Scipio änderten sich die römischen Badeverhältnisse schlagartig. Bis Ende des 1. Jahrhunderts war die Badekultur fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Rom und Stätte vergnüglicher Unterhaltung. Aufbau der römischen Thermen (griech . thermon loutron – warmes Bad) Nach dem Zeugnis antiker Quellen (zum Beispiel Vitruv ) und den teilweise gut erhaltenen Überresten waren die Thermenanlagen architektonisch durch ein immer gleiches System von Räumen gekennzeichnet, die den zentralen Badetrakt bildeten: das Caldarium ( Heißbad ) das Tepidarium ( Lauwarmbad ) das Frigidarium ( Kaltbad ohne Heizung) die Palaestra (Sportplatz). Die drei erstgenannten Baderäume lagen innerhalb des Gebäudes, letzterer im Freien. In der Kaiserzeit entwickelten sich diverse Badetypen, die sich durch die Anlage der Räume unterschieden. Das römische Wellness-Angebot Der Thermenbesucher begab sich nach Zahlen des Eintrittspreises an einen Bediensteten (capsarius) ins Apodyterium , den Umkleideraum, wo es Bänke und Ablagefächer gab. Gegen ein Trinkgeld übernahm dieser die Bewachung der Garderobe und mitgebrachten Gegenstände vor Dieben. Der Badegast war meist unbekleidet bis auf ein Leintuch und Holzsandalen , die dem Schutz der Füße vor der heißen Bodentemperatur im Caldarium diente. Der zwei- bis dreistündige Aufenthalt in den Thermen begann oft mit Fitnessübungen (vor allem Ballspielen wie Trigon ) in der Palaestra . Anschließend betrat der Römer das Sudatorium , den Schwitzraum, vergleichbar einer heutigen Sauna. Daraufhin wechselte er in das Caldarium , einen sehr heißen humiden Raum mit alvei , teilweise in den dicken Estrichboden eingelassene Wannen. Danach ging man ins Tepidarium . Es sollte, da es als Abschwitzraum diente, mit der Restwärme des Caldariums gespeist werden. Schließlich folgte der reinliche Römer dem Rundgang ins Frigidarium , das entweder mit einem Kaltwasserbecken ausgestattet war oder als Durchgang zur Piscina (Natatio) im Freien fungierte. Zum römischen Wellness-Programm gehörten zudem Beauty- und Kultur-Angebote : eine Massage durch Masseure und Salber (unctores) eine Friseur- oder Arztbehandlung eine Kosmetikbehandlung mit Haarauszupfen entspanntes Lesen in der Bibliothek Vorträge, Musikdarbietungen, Diskussionsrunden, Dichterlesungen ein Besuch der Taverne ( taberna ). Für Frauen gab es entweder eigene Frauenthermen oder Gemeinschaftsbäder mit getrennten Badezeiten – Frauen vormittags, Männer nachmittags – bei doppeltem Eintritt. Badefreaks wiederholten den Rundgang durch die Baderäume bisweilen mehrfach am Tag. In den modernen Latein-Lehrbüchern finden sich fast überall Lese- und Informationstexte zu den römischen Thermen . Aber auch wenn keine entsprechenden Stücke im Lehrbuch vorhanden sind, bietet sich eine Möglichkeit, die römische Badekultur im Unterricht zu behandeln, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Thema „Sport und Spiel“. In Ergänzung dazu kann sie als beliebte römische Freizeitgestaltung anhand von Internet-Informationen und Sach- und Jugendbüchern (zum Beispiel Res Romanae ) gewinnbringend integriert werden. Das Erstellen eines Glossars und eines Thermen-Lexikons dient der Erweiterung des Wortschatzes und macht die Lernenden mit Fachbegriffen aus dem Thermen- und Bäderbereich vertraut. Abwechslungsreich ist dabei eine bilinguale Variante mit englischem und/oder französischem Vokabular je nach Sprachkenntnissen und zur Verfügung stehender Zeit. Ein Vergleich der antiken Thermen mit den modernen Wellness- oder Erlebnisbädern bietet sich geradezu an. Erfahrungsgemäß stößt eine derartige Aufgabenstellung bei den Lernenden auf großes Interesse. Des Weiteren macht ein Arbeitsblatt zu heutigen europäischen Thermal-Kurorten mit römischer Vergangenheit die kulturbildende Wirkung der Antike auch in der Gegenwart lebendig. Bereits in der Spracherlernung ist ein kurzer Originaltext zur Übersetzung zeitsparend gut integrierbar. Das Grabepigramm „ Balnea, vina, Venus “ eignet sich zudem ausgezeichnet zur Übung von Stilmitteln. Für fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler sind zwei berühmte Seneca-Briefe an Lucilius (ep. 56 und 86) in Ausschnitten bzw. adaptierter Form sehr gut in arbeitsteiliger Paararbeit als Beispiele zeitgenössischer Thermenkritik im Unterricht umsetzbar. Der Unterschied der republikanischen zur Kaiserzeit wird so literarisch greifbar. Weitere antike Originaltexte zu den römischen Thermen (z. B. Plinius, Vitruv, Martial ) finden sich in diversen online-Bibliotheken und öffnen den Blick für verschiedene Sichtweisen zum römischen Badekult. Die jeweilige deutsche beziehungsweise fremdsprachige Übersetzung der gewünschten Stellen im Internet ermöglicht eine zeitsparende bilinguale Lektüre im Lateinunterricht und ist so schon in der Spracherlernungsphase realisierbar. Eine wertvolle Ergänzung zur Behandlung der römischen Badekultur ist eine Exkursion zu Überresten römischer Thermen oder einer Rekonstruktion des Badetrakts einer Villa (zum Beispiel in Perl-Borg). Ebenfalls sehr motivierend ist der Nachbau eines Thermen- oder Hypokaustmodells in Gruppen- oder Paararbeit in einer AG oder im Rahmen einer Projektwoche. Dies kann unter anderem auch im Rahmen einer Teilnahme beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ oder „Jugend forscht“ geschehen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen die Römer ganz leger bei Freizeitaktivitäten in privaten oder öffentlichen Thermenanlagen kennen. vergleichen die römische Badekultur mit modernen Erlebnisbädern. werden durch die Lektüre zweier berühmter Seneca-Briefe in adaptierter Form mit einer kritischen Sichtweise zur kaiserzeitlichen Badekultur bekannt. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen Online-Wörterbücher zur Recherche nach Fachbegriffen aus dem Thermen-Bäder-Bereich und erweitern so ihr Vokabular. suchen im Internet heutige Heil- und Kurbäder römischer Herkunft. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren die großen Thermenanlangen als gemeinschaftsstiftenden Hot-Spot der römischen Antike. erkennen das breitgefächerte Angebot der antiken Thermen im Freizeitbereich.

  • Latein
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Netiquette - Der Ton macht die Musik

Unterrichtseinheit

Das Internet ist schon lange kein reines Informationsmedium mehr. Es bietet seinen Nutzern immer vielfältigere Kommunikationswerkzeuge wie Blogs und soziale Netzwerke, um mit bekannten und oft auch unbekannten Personen in Kontakt zu treten. Dabei kommt es auf den guten Ton an.Das Verfassen von Kommentaren in einem Weblog ist eine Form der Kommunikation, die gerade im Fremdsprachenunterricht als Rahmen für einen authentischen Austausch mit Sprechern des Zielsprachenlandes genutzt werden kann. Dabei wird neben der sprachlichen auch die soziale Kompetenz gefordert, denn bei der Interaktion in der Fremdsprache kommt es besonders auf die richtigen Umgangsformen an. Wie die Schülerinnen und Schüler einen Verhaltenskodex für die Online-Kommunikation erarbeiten und anwenden, erfahren Sie in dieser Unterrichtseinheit. Was ist die Netiquette? Netiquette ist als Kofferwort zusammengesetzt aus 'net' (englisch: das Netz, Internet) und 'étiquette' (französisch: die Etikette Der Ton macht die Musik Nachrichten in reinen Großbuchstaben zu verfassen, gehört beispielsweise zu einem schlechten Umgangston, da damit grobes Verhalten - und zwar Schreien - zum Ausdruck gebracht wird. Besonders im Kontakt mit unbekannten oder wenig vertrauten Empfängern ist es ratsam, den guten Ton zu wahren. Dies zu betonen, ist bei Schülerinnen und Schülern erforderlich, wenn sie sich beispielsweise per E-Mail oder in einem Internetforum an ein öffentliches Publikum wenden, um Anfragen zu stellen, Informationen zu erfragen oder Rat zu suchen. Der Einsatz von Blogs im Sprachunterricht Blogs bieten die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und die dort präsentierten Inhalte zu kommentieren. Lehrkräfte können sie gut im Sprachunterricht nutzen. Ablauf der Unterrichtseinheit Nach einer Brainstorming-Phase untersuchen die Lernenden ausgesuchte Kommentare. Abschließend erarbeiten sie eine Netiquette und kommentieren selbst einen Beitrag. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen schriftliche Kommentare in einem "fremden" Weblog verfassen. Kommentare ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler bewerten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die verschiedenen Kommunikationsformen im Internet benennen und beschreiben (etwa Chat, E-Mail, Blogkommentar). Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die wesentlichen Verhaltensregeln in der Online-Kommunikation anwenden (Netiquette). Einhaltung der Netiquette Die Kommentarfunktion der Blogs eröffnet echtes Handeln in der Fremdsprache und setzt einen verantwortungsvollen Umgang mit den Kommunikationswerkzeugen voraus. Die Schülerkommentare treten aus dem nicht-öffentlichen Klassenzimmer heraus in ein öffentliches Forum. Durch die Kommunikation im öffentlichen Kontext ergibt sich für die Schülerinnen und Schüler die Notwendigkeit, adäquate Umgangsformen zu wählen und sich an die Verhaltensregeln der internetbasierten Kommunikation zu halten. Aktuelle Podcasts aus Spanien Die spanische Podcasterin Teresa Sánchez veröffentlicht in ihrem Blog "SSL4You - Spanish as a Second Language" alle zehn Tage Hörbeiträge mit aktuellem Bezug zur spanischen Gesellschaft. Inzwischen stehen über 100 Podcast-Episoden kostenlos zur Verfügung. Teresa Sánchez kommentiert in ihren fünfminütigen Beiträgen Themen wie "Schluss mit dem Rauchen" (Dejar de fumar), "multikulturelle Schulen" (Escuelas multiculturales) und "Handy" (Teléfono móvil). Podcasts schulen auch Schreibkompetenz Diese Podcast-Episoden eignen sich hervorragend für den Einsatz im Spanischunterricht ab dem 3. Lernjahr. Denn die Texte sind nicht nur authentisch, aktuell und schülerrelevant, sondern entsprechen auch inhaltlich den Vorgaben der Lehrpläne in den Bundesländern. Neben der Hörverstehenskompetenz wird durch den Einsatz der Podcasts im Spanischunterricht auch die Schreibkompetenz geschult. Teresa Sánchez bietet Schülerinnen und Schülern in ihrem Blog die Möglichkeit, eigene Kommentare zu den vorgestellten Themen zu verfassen und somit ihre Meinung im Internet - weltweit - zu veröffentlichen. Brainstorming zur Online-Kommunikation Die Lernenden sammeln gruppenweise in einem Brainstorming die verschiedenen Formen der Online-Kommunikation und benennen deren Merkmale. Sie erstellen dabei gemeinsam eine MindMap in Papierformat oder am Computer, beispielsweise mit der Software "MindManager Smart" oder mit den Internettools "bubbl" oder "xmind". Anschließend werden die Ergebnisse aus der Gruppenarbeit vorgestellt und zusammengeführt. Kommentare bewerten Die Lernenden erhalten eine Datei mit Kommentaren, die von Besucherinnen und Besuchern des spanischen Podcast-Blogs "SSL4You - Spanish as a Second Language" erstellt wurden. In Partnerarbeit untersuchen sie diese Beiträge nach der Identität, die die Verfasserinnen und Verfasser gewählt haben, und nach dem Umgangston und Verhalten, das durch die Kommentare transportiert wird. Eine vorgegebene Tabelle unterstützt die Lernenden bei der Strukturierung ihrer Gedanken und dient der Ergebnissicherung. Abschließend werden im Plenum die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert, und es wird eine gemeinsame Lösung gefunden. Netiquette erarbeiten Auf der Grundlage der Beurteilung der Kommentare erstellen die Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit einen Verhaltenskodex, der als Richtlinie für eigene Blogkommentare gelten und von der Lerngruppen im weiteren Unterrichtsgeschehen benutzt werden soll. Die Ergebnisse der Gruppenarbeit werden diskutiert und festgehalten. Blog-Kommentar verfassen und gegenseitig kommentieren In Einzelarbeit verfassen die Lernenden einen schriftlichen Kommentar zu einem Podcast von Teresa Sánchez. Wahlweise kommentieren die Schülerinnen und Schüler eine Podcast-Episode, die sie gemeinsam in der Lerngruppe gehört haben, oder sie wählen individuell einen zu kommentierenden Hörbeitrag aus. Abschließend nehmen sie im Blog Stellung zu mindestens zwei Kommentaren ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. In diesem Feedback sollen die Lernenden vor allem bewerten, ob sich alle an die Netiquette gehalten haben.

  • Spanisch
  • Sekundarstufe II

Das Dosenpfand – Was lange währt, ist noch nicht gut ...

Unterrichtseinheit

Zum 1. Januar 2003 wurde es eingeführt, und seit Oktober ist die Übergangsfrist vorbei: Bundesweit gilt nun das Dosenpfand. Während die Proteste von Handel und Industrie keinen Erfolg hatten, nimmt jetzt die EU-Kommission das Pfandsystem unter die Lupe. Dieser Artikel zieht eine vorläufige Bilanz.Die politische Diskussion um das Dosenpfand und seine Folgen betrifft Jugendliche ganz direkt: Sie sind es, die am Kiosk oder an der Tankstelle in der Nähe der Schule die meisten Getränkedosen kaufen. In einer Diskussion um das neue Pfandsystem können sie daher auch über ihr eigenes Kaufverhalten berichten.Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die das Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen. erkennen umweltpolitisches Pro und wirtschaftspolitisches Contra der Pfandproblematik. vergleichen und beurteilen die verschiedenen Argumentationen. erarbeiten Alternativen, die den verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden. recherchieren im Internet Fakten. lernen den kritischen Umgang mit Foren im Internet. Die Grundidee: Erziehung zum Umweltschutz Die Idee zum Dosenpfand kam schon Anfang der neunziger Jahre dem damaligen Umweltminister Klaus Töpfer (CDU). Sobald der Anteil von Einwegverpackungen zu stark anwüchse, sollte für diese ein Pfandsystem eingeführt werden, um die Umwelt zu entlasten - so seine Überlegungen. In den letzten zehn Jahren verdreifachte sich die Menge an Getränkedosen und Einwegflaschen. Ende der neunziger Jahre sank der Anteil der Mehrwegverpackungen bei Getränken dann unter 72 Prozent. Damit war die in der Verpackungsverordnung festgelegte Quote unterschritten, so dass dem neuen Umweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) nichts anderes übrig blieb, als das Pfand auf Dosen und Einwegverpackungen einzuführen. Chaos bei der Einführung des Dosenpfands Das Chaos bei der Einführung des Dosenpfands im Januar 2003 wurde von den großen Handelskonzernen verursacht. Bis zur letzten Minute versuchten sie damals, das ihnen unliebsame Dosenpfand per Gerichtsverfahren zu verhindern - und hofften vergeblich auf ein Urteil zu ihren Gunsten. Bis Ende Dezember 2002 klagten die Gegner gegen die Pläne des Umweltministers. Und während sie offiziell schon über die Umsetzung verhandelten, strengten sie hinter seinem Rücken noch ein weiteres Eilverfahren gegen das Pfand an. Dabei waren die Pfandgegner zu siegessicher: Als sie wider Erwarten auch den letzten Prozess verloren, war der Handel völlig unvorbereitet auf die neue Regelung. Er hatte nichts unternommen, um eine bundesweit einheitliche Regelung zu finden (wie im Falle der Mehrwegverpackungen). So mussten die verschiedenen Ketten des Einzelhandels selbst sehen, wie sie mit dem Pfand umgehen. Unterschiedliche Strategien Einige Discounter haben die letzten Dosen noch vor dem Jahreswechsel 2002/2003 zu Schleuderpreisen verkauft, um überhaupt keine pfandpflichtigen Produkte mehr im Laden zu haben. Andere Supermärkte führten spezielle Pfandmarken ein, die die Kundinnen und Kunden zur Rückgabe einer Dose oder Kunststoffflasche berechtigen. Wenn die Kunden ihre Dosen dagegen anderswo entsorgen, ist das dem Handel allerdings umso lieber. Denn er muss die gesammelten Dosen aufbewahren und abtransportieren lassen. Was für Supermärkte in der Regel kein Problem ist, bringt Kioskbesitzer schnell in Platznot, wenn sie auf engem Raum auch noch die zurückgegebenen Behälter sammeln müssen. Verwirrende Regelungen Leider verwirrt die Dosenpfand-Regelung die Konsumentinnen und Konsumenten: Während eine Coladose mit 25 Cent Pfand belegt ist, ist eine Dose mit Milchkaffeemix pfandfrei. Die Pfandregelung unterscheidet nämlich zwischen pfandpflichtigen Getränken mit Kohlensäure und bislang pfandfreien "stillen" Getränken. Rücknahme ist Pflicht Ab Oktober 2003 gilt ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem. Flaschen und Dosen werden jetzt mit fälschungssicheren Aufdrucken versehen, so dass die in Deutschland gekauften Dosen und Flaschen in Läden und an speziellen Sammelstellen zurückgegeben werden können. Seit Oktober 2003 muss jeder Laden jede Art von Getränkeverpackung zurücknehmen, die er im Sortiment hat. Dabei ist es egal, wo der Verbraucher das Getränk gekauft hat. Das klingt einfach, doch immer noch gibt es eine Vielzahl von Regelungen. Unterschiedliche Rücknahme-Modelle Zahlreiche Händler haben zunächst ihr Sortiment stark reduziert und führen nun hauptsächlich Getränke in Mehrwegverpackungen. So umgehen sie die lästige Rücknahmepflicht. Andere Händler - darunter auch kleinere Läden, die von der allgemeinen Rücknahmepflicht befreit sind - geben weiterhin Bons aus und nehmen nur gegen Vorlage solcher Bons leere Verpackungen zurück. Die großen Discount-Ketten haben so genannte Insellösungen gefunden: Sie verkaufen nur eigens produzierte Getränke in speziell geformten Flaschen. Deshalb müssen sie auch nur solche Flaschen zurücknehmen. Bedenken der EU-Kommission Ende Oktober 2003 ließ eine Meldung aus Brüssel die Beteiligten am Einwegpfand-Theater aufhorchen: Nun untersucht die Europäische Kommission die deutsche Regelung. Einige ausländische Hersteller hatten sich beschwert, weil sie sich benachteiligt fühlten: Da sie hauptsächlich Einwegverpackungen produzieren (etwa französisches Mineralwasser), würden die Händler ihre Produkte nun nicht mehr führen wollen. Nun ist abzuwarten, was die Europäische Kommission vom deutschen Einwegpfand hält und ob sie den Umweltminister möglicherweise zu Änderungen zwingen kann. Beispiele aus dem Ausland Dass Getränkedosen und andere Einwegverpackungen nicht einfach verboten werden können, zeigt das Beispiel aus Dänemark. Dort hatte die Regierung es völlig untersagt, Getränkedosen aus Aluminium zu verkaufen. Doch die Europäische Union stellte fest, dass ein solches Verbot nicht mit dem EU-Recht vereinbar war. Mit der Wiedereinführung der Dosen führte die Regierung ein Pflichtpfand von etwa 20 Cent ein - was Industrie und Handel ohne größere Probleme akzeptierten. Auch in Schweden gibt es keine Probleme mit dem Pfand: Seit knapp zwanzig Jahren bringen die Schweden Getränkedosen und Einwegflaschen zurück in den Supermarkt. Dort stehen spezielle Automaten, die alle Arten von Dosen annehmen. Das System wirkt: Fast 90 Prozent der schwedischen Getränkedosen finden ihren Weg zurück in den Laden. Mehr Umweltschutz Die Umweltverbände applaudierten bei der Einführung der Pfandregelung: Sie hoffen, dass durch diese Pfandeinführung die Mehrwegquote wieder steigt. Die ersten Statistiken scheinen den Verbänden Recht zu geben. Außerdem sollte die Natur vom Pfand profitieren. Die Hoffnung: Niemand wird eine Dose in die Landschaft werfen, wenn er dafür im nächsten Laden Pfand zurückerhält. Mehraufwand im Handel Der Handel sah vor allem steigende Kosten auf sich zukommen. Das neue System zwinge die Firmen, Automaten zur Rücknahme aufzustellen oder mehr Personal einzustellen. Manche Supermärkte boten bislang ausschließlich Einwegverpackungen an, weil Mehrwegflaschen einen höheren Personalaufwand und größeren Platzbedarf für sie bedeuteten. Diese Firmen fürchteten außerdem Verluste, weil ihre Kundinnen und Kunden das Pfand als Preiserhöhung ansehen könnten. Unterschiedliche Haltungen in der Wirtschaft Natürlich fürchteten die Dosenproduzenten um ihre Aufträge. Sie rechneten damit, dass die Menschen weniger Dosen kaufen würden, und drohten mit Massenentlassungen. Auch die großen Getränkehersteller protestierten gegen das Pfand, weil sie große Einbußen fürchteten. Die kleinen und mittleren Brauereien begrüßten das Pfand dagegen, weil sie schon lange auf Mehrwegsysteme setzen. Wende zu mehr Mehrweg Elf Monate nach Einführung des Pfands hat sich das Bild in Deutschlands Supermärkten grundlegend gewandelt. Der Anteil von Mehrwegverpackungen ist im ersten Halbjahr 2003 wieder auf 59 Prozent gestiegen, ein Plus von etwa neun Prozent. Der Grund: Viele Supermärkte nahmen Einwegverpackungen ganz aus dem Sortiment. Seit Ende der Übergangsfrist im Oktober können sich die Supermärkte nicht mehr auf die Regelung berufen, nur solche Produkte zurückzunehmen, die auch im eigenen Laden gekauft wurden. Getränkedosen sind daher fast völlig aus den Regalen verschwunden. Insbesondere Bierdosen sind kaum noch zu finden: Ihr Anteil fiel von knapp 25 Prozent auf nur noch sechs Prozent. Allerdings ist das keineswegs ein Sieg des Mehrweg-Systems. Von der Alu-Dose zur PET-Flasche? Nach einer Phase des Abwartens steigen die Brauereien in Absprache mit den Discount-Ketten nun auf Einweg-Plastikflaschen um. Die müssen die Märkte zwar auch zurücknehmen, doch ist die Entsorgung von Plastikflaschen offenbar einfacher als die von Dosen. Ein besonderer Vorteil: Jeder Supermarkt oder jeder Getränkehersteller kann die Flaschen nach seinen Vorstellungen formen. So können die Flaschen bei der Rückgabe klar einem Hersteller zugeordnet werden. Auch wenn die deutschen Biertrinker anfangs noch skeptisch auf den Gerstensaft aus Kunststoffflaschen reagieren, rechnen Verpackungshersteller und Brauer fest damit, dass die so genannte PET-Flasche den Platz der Blechdose einnimmt. Pfandpflicht ungewiss Das Schicksal der Pfandpflicht in Deutschland bleibt weiterhin ungewiss. Nachdem die große Mehrheit der Deutschen anfangs überzeugt war, dass ein Pfand auf Einwegverpackungen sinnvoll sei, ist die Akzeptanz nach dem Chaos in den letzten Monaten deutlich gesunken. Das ist sicherlich ein Sieg von Industrie und Handel, die mit einer groß angelegten Kampagne Stimmung gegen das Einwegpfand machen und immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben haben, die Pfandpflicht zu kippen. Einstieg über Bilder Eine kleine Rechercheübung zum Einstieg: Über die Bildersuche bei Google können Fotos und Werbegrafiken gesucht werden, die eine Getränkedose zeigen. Diese haben eine positive oder negative Aussage bezüglich der Existenz von Metalldosen und untermalen so die folgende Diskussion grafisch: Die Bilder werden mit dem Beamer an die Wand geworfen oder in die zu erstellenden Website eingebettet. Recherche der Hintergründe Die Problematik der Getränkedose als Umweltsünde beleuchtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland . Hier können Ihre SchülerInnen Argumente für die Einführung des Pflichtpfandes sammeln. Contra-Argumente liefert die Website verbaende.com . Diskussion im Klassen-Forum Auf der Basis der erstellten Argumente-Listen kann nun eine Diskussion durchgeführt werden - am liebsten natürlich über ein Forum. In einem speziell für diese Diskussion in der Klasse eingerichteten Forum bei lo-net können Pro und Contra diskutiert werden. Arbeit mit authentischen Online-Foren Ausgewählte Beiträge können in die einschlägigen Gesprächsforen im Internet (vgl. Linkliste Dosenpfand ) gepostet werden. Eine Gruppe von SchülerInnen bekommt die Aufgabe, eventuelle Antworten und weitere Postings zu verfolgen und darüber im Unterricht zu berichten. Ergebnissicherung Die Ergebnisse der Diskussion sollten festgehalten werden. Dafür eignet sich eine Website. Diese Ergebnisse können dann mit den Aussagen der TeilnehmerInnen an anderen Foren im Internet (etwa bei politik-digital.de ) verglichen werden.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Lessing: Nathan der Weise

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit behandelt Gottfried Ephraim Lessings Drama "Nathan der Weise", welches als Schlüsseltext der Aufklärung gilt. Dem Drama liegt die Idee zugrunde, dass Gott die drei monotheistischen Welt-Religionen gleichermaßen liebt. Die klassische Deutschlektüre berührt damit ein Thema, das aktueller kaum sein könnte. Die vorliegende Unterrichtseinheit hat nicht zum Ziel, den unzähligen auch im Internet verfügbaren Materialien zum Drama wesentlich neue Aspekte gegenüber zu stellen. Sie zeigt Möglichkeiten auf, mit den vorhandenen Materialien einen internetgestützten Unterricht zu gestalten. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Schülerinnen und Schüler den Dramentext in häuslicher Lektüre aneignen. Diese netzgestützten Stundenvorschläge sind je nach Bedarf durch weitere Unterrichtsstunden zu ergänzen. Recherchieren, Präsentieren, Plenum Auf eine einführende Stunde, in der das unterrichtliche Verfahren erklärt wird, folgt ein kleiner WebQuest, in dem traditionelle Aspekte der Lektürebehandlung in Freiarbeit durch die Schülerinnen und Schüler vorbereitet und in Form kurzer Präsentationen im Plenum vorgestellt werden. Daran schließt sich der Unterricht in der Gesamtgruppe an. Aufbau der Unterrichtseinheit "Lessing: Nathan der Weise" Hier erhalten Sie Erläuterungen zum Aufbau der Gruppenarbeitsphase und zur Bewertung der Präsentationen. Zudem finden Sie drei Stundenskizzen für den anschließenden Unterricht im Plenum. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in ein klassisches Drama der Aufklärung. lernen die literarische Form der Parabel kennen. lernen Lessings Dramentheorie kennen. erkennen verschiedene Sprachformen des Dramas. setzen sich mit der Ideengeschichte der Aufklärung auseinander. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten mit Computer und Internet Rechercheaufgaben zu Lessings Drama. nutzen das Internet als Recherchemedium. nutzen das Projekt Gutenberg als Informationsquelle. lernen, unterschiedliche Vermittlungsmedien wie Arbeitsblätter, Tafelbilder und Zusatzfragen zu benutzen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten den Unterrichtsstoff allein oder in Kleingruppen selbstständig. präsentieren ihren Mitschülerinnen und Mitschülern die Themen anschaulich und verständlich. Ergebnisorientierung Die Schülerinnen und Schüler sollen ergebnisorientiert arbeiten. Ihre Kurzvorträge sind wesentlicher Bestandteil des Unterrichts und dienen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern als Grundlage zum Verständnis des Dramas. Es ist nicht vorgesehen, dass die Lehrkraft Inhalte aufbereitet. Ein mögliches Eingreifen der Lehrkraft beschränkt sich darauf, eventuelle Fehler der Schülerinnen und Schüler zu korrigieren oder ungenügende Darstellungen durch entsprechende Impulse aufzuwerten. Verantwortlichkeit im Team Die Schülerinnen und Schüler sollen so in eigener Verantwortung ihre Themen anschaulich und verständlich präsentieren. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass ihre Mitschülerinnen und Mitschüler durch zusätzliche Merkhilfen wie Arbeitsblätter, Zusatzfragen oder Tafelbilder (mit Hefteintrag) in ausreichendem Maß mit Materialien versorgt werden, die als Grundlage für die häusliche Nachbereitung dienen. Bewertung Für eine möglichst objektive Beurteilung der Präsentationen durch die Schülerinnen und Schüler sollte den Lernenden ein Bewertungsbogen an die Hand gegeben werden. Gruppenarbeit Nach der einstündigen inhaltlichen und konzeptuellen Einführung erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit eines von sechs Themen. Zu jedem der Themen finden Sie entsprechende Arbeitsmaterialien als Link auf eine Website oder als Datei für die Arbeit im Textverarbeitungsprogramm beziehungsweise zum Ausdrucken. Einführung in das Thema "Lessing: Nathan der Weise" Die erste Stunde beginnt mit einer Einführung in den historischen Kontext des Dramas. Zudem wählen die Schülerinnen und Schüler eines der sechs Themen für die Gruppenarbeit. Themen für die Gruppenarbeit zur Unterrichtseinheit Hier finden Sie eine Übersicht zu den Themen für die Gruppenarbeit. Diese Themen können weiter untergliedert werden, so dass auch in großen Klassen genügend Themen für Kleingruppen zur Verfügung stehen. Vertiefungsfelder Anschließend werden die unten stehenden Themen wieder im Klassenverband behandelt. Lessings Menschenbild in "Nathan der Weise" Im Zeitalter der Aufklärung entwickelte sich ein differenziertes Menschenbild. Merkmale der gehobenen Sprache Seit Aristoteles sollte sich das Drama durch eine gehobene Sprache auszeichnen. Kreativer Abschluss zur Unterrichtseinheit Eigene Texte in der Tradition Lessings bilden den Abschluss der Unterrichtseinheit. Zum gemeinsamen Einstieg in die Thematik um "Nathan der Weise" lohnt sich die Auseinandersetzung mit einer Kreuzfahrerszene, die die historischen Figuren König Richard Löwenherz (gestorben 1199) und Sultan Saladin (gestorben 1193) zeigt. uni-regensburg.de: Kopiervorlage Kreuzfahrerabbildung Auf der Website des Lehrstuhls für mittelalterliche Geschichte finden Sie eine schöne Grafik für den Unterrichtseinstieg. Zwei Persönlichkeiten kennen lernen Als zweiter Teil der Einführung wird den Schülerinnen und Schülern ein Arbeitsblatt (oder eine Arbeitsdatei im Dateiaustausch) mit den Biografien des Autors des Dramas Nathan der Weise, Gottfried Ephraim Lessing, und einer der bedeutendsten Figuren des Dramas, Sultan Saladin, vorgelegt. Nach einer kurzen Recherchephase sollen die Schülerinnen und Schüler die Lücken des Arbeitsblattes mit den wesentlichen Informationen ausfüllen. Die Gruppenarbeit vorbereiten Anschließend wird die Themenliste ausgeben, in die sich die Schülerinnen und Schüler nach ihren eigenen Interessen eintragen. In bis zu zwölf Gruppen werden diese Themen während der folgenden Unterrichtsstunden vorbereitet und als Kurzpräsentation für das Plenum aufgearbeitet. Die Links auf der Themenliste sind als Hilfen für effizientes Arbeiten mit dem Internet gedacht. Damit die dort angegebenen Links direkt verwendet werden können, sollte diese Themenliste den Schülerinnen und Schülern zusätzlich als Datei (mit funktionierenden Links) zur Verfügung gestellt werden. Ziel der Gruppenarbeit ist es, eines der folgenden Themen mithilfe einer Präsentationssoftware sachgerecht und anschaulich zu erarbeiten und den Mitschülerinnen und Mitschülern im Plenum zu vermitteln. Die Arbeitszeit beträgt zwei Unterrichtsstunden (plus häusliche Weiterarbeit). Inhalt und Aufbau Annäherung an Lessings "Dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen", das 1779 veröffentlicht und 1783 uraufgeführt wurde. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Aufbau des gesamten Dramas sowie den Inhalt des einzelnen Aktes grafisch aufbereiten und darstellen, so dass das Publikum den Handlungsverlauf und die Entwicklung der dramatischen Spannung nachvollziehen kann. Heranführung an die Protagonisten des Dramas: Die Schülerinnen und Schüler sollen die Personen des Dramas beschreiben. Dabei sind deren Anteil am Drama, ihr Aussehen, ihre Ziele und ihr Charakter zu berücksichtigen. Folgende Personen analysieren die Schülerinnen und Schüler: Sultan Saladin und Sittah Nathan Recha und Daja Tempelherr Derwisch, Patriarch, Klosterbruder und Emir Die Kreuzzüge Der dritte Kreuzzug von 1189 bis 1192 bildet den historischen Rahmen für Lessings Drama. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten einen geschichtlichen Überblick über den dritten Kreuzzug. heiligenlexikon.de: Die Historie der Kreuzzüge Das ökumenische Heiligenlexikon liefert einen guten Überblick zur Historie der Kreuzzüge. Toleranz und Aufklärung Der Begriff der Toleranz hat sich im Zuge eines neuen aufklärerischen Menschenbildes entwickelt. Toleranz ist das Schlüsselthema in Nathan der Weise und macht das Drama damit aktueller denn je. schultreff.de: Die Aufklärung Eine gute Einführung in die Kultur der Aufklärung gibt diese Website. Die Ringparabel (Tradition und Interpretation) Die Ringparabel gilt als ein Schlüsseltext der Aufklärung und als pointierte Formulierung der Toleranzidee. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der literarischen Form der Parabel wie auch mit der Interpretation des Ringgleichnisses in Nathan der Weise. wikipedia.org: Die Ringparabel bei Wikipedia Eine ausführliche und fundierte Zusammenfassung zur Ringparabel liefert Wikipedia. texttexturen.de: Die Geschichte der Ringparabel Über die Geschichte der Ringparabel können die Schülerinnen und Schüler bei texttexturen.de einiges erfahren. Lessings Dramentheorie Im 18. Jahrhundert galt immer noch Aristoteles als der große Vordenker der Dramentheorie. Lessings Leistung auf dem Gebiet der Dramatik muss sich also an den bis dato gültigen theoretischen Grundsätzen messen lassen. Nachfolgend werden drei Themen erläutert, die anschließend im Klassenverband erarbeitet werden können. Lessings Menschenbild im Nathan Im Zeitalter der Aufklärung entwickelte sich ein differenziertes Menschenbild. Merkmale der gehobenen Sprache Seit Aristoteles sollte sich das Drama durch eine gehobene Sprache auszeichnen. Kreativer Abschluss Eigene Texte in der Tradition Lessings bilden den Abschluss der Unterrichtseinheit. Nachfolgend werden drei Themen erläutert, die anschließend im Klassenverband erarbeitet werden können. Lessings Menschenbild in "Nathan der Weise" Im Zeitalter der Aufklärung entwickelte sich ein differenziertes Menschenbild. Merkmale der gehobenen Sprache Seit Aristoteles sollte sich das Drama durch eine gehobene Sprache auszeichnen. Kreativer Abschluss zur Unterrichtseinheit Eigene Texte in der Tradition Lessings bilden den Abschluss der Unterrichtseinheit. Die neue Sicht des Menschen, bestärkt durch philosophische Überlegungen, aber auch pietistische Einflüsse und die Herausbildung einer Seelenkunde, die später in die psychologische Wissenschaft münden wird, schlägt sich in den besonderen Leitmotiven des Lessingschen Dramas nieder: Menschsein und Gleichheit, Hitze und Kälte, Religion als Praxis der Humanität und das Plädoyer für Toleranz. Das erste dieser Motive, Menschsein und Gleichheit, soll in dieser Stunde näher beleuchtet werden. Zeitbedarf: 45 Minuten Motivation: Die Abbildung der olympischen Ringe Als Motivation dient eine Abbildung der olympischen Ringe. Die Ringform kann als Anknüpfungspunkt zur Ringparabel dienen. Zunächst soll jedoch geklärt werden, was durch die Fünfzahl, die Farben und die je gleiche Form dieser Ringe zum Ausdruck kommt (Fünf Kontinente, (Haut-)Farben der Menschen, Gleichheit im Sport). Sammeln: Die aufklärerischen Ideale Mithilfe des Arbeitsblattes werden zunächst Beispiele für das aufgeklärte Menschenbild gesammelt: Vernünftiges, selbstverantwortliches Handeln, Wille zur Wahrheit und erzieherische Tätigkeit. Gerade der letzte Punkt ist Teil des Programms der Aufklärung, deren Ziel es war, die Menschen zu belehren. Die genannten Aspekte des aufgeklärten Menschenbildes manifestieren sich in der Titelfigur Nathan. Recherchieren: Der Mensch im Dramentext Im zweiten Teil der Stunde recherchieren die Schülerinnen und Schüler den Begriff Mensch im Dramentext. Falls die CD-ROM "Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka" der Digitalen Bibliothek zur Verfügung steht, kann die komfortable Suchfunktion dieses Programms benutzt werden, um im Dramentext bestimmte Begriffe zu finden. Ansonsten kann der im Projekt Gutenberg vorhandene Text mithilfe der Browser-Suchfunktion (Strg+F) verwendet werden, um den Begriff des Menschen im Dramentext aufzuspüren. Abschluss: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit Den Abschluss der Stunde bildet der Hinweis auf den Wahlspruch der Französischen Revolution, der als Konsequenz des Menschenbilds der Aufklärung aufgefasst werden kann. In der Diskussion ist allerdings zu klären, dass die gewalttätigen Auswüchse der Revolution nicht mit dem Toleranzgedanken Lessings zu vereinbaren sind. Seit Aristoteles sollte sich das Drama und vor allem die Tragödie durch eine gehobene Sprache auszeichnen. Zwar bezeichnet Lessing seinen Nathan als "dramatisches Gedicht", also nicht als Tragödie, so rechtfertigt der Ernst seiner Kernaussage doch eine besonders anspruchsvolle Sprache. Die passende Form dieser Ausdrucksweise fand Lessing im Blankvers, dem er durch die Verwendung im Nathan in der deutschen Literatur zum Durchbruch verhalf. In dieser Stunde geht es darum, Wesensmerkmale des Blankverses zu erarbeiten. Zeitbedarf: 45 Minuten Motivation: Gemeinsamkeiten entdecken Als Motivation dient die Projektion verschiedener bekannter Sentenzen, verbunden mit der Frage, was diese Sätze gemeinsam haben: Der Blankvers Es - ist - was - faul - im - Staa - te - Dä - ne - mark (Shakespeare, Hamlet) Er - ist - es! - Na - than! - Gott - sei - e - wig - Dank (Lessing, Nathan) Die - Axt - im - Haus - er - spart- den - Zim - mer - mann (Schiller, Wilhelm Tell) Die Schülerinnen und Schüler erkennen so, dass in jedem Vers dieselben Silben betont werden. Verse in diesem Versmaß nennt man Blankverse. Über das Wesen des Blankverses informieren sich die Schülerinnen und Schüler auf den folgenden Webseiten: wikipedia.org: Der Blankvers Einführung in die Form und Funktion des reimlosen Verses teachsam.de: Lehren und Lernen online Zur Geschichte und Funktion des Blankverses Eine rein rezeptive Behandlung des Dramas auf Grundlage des Textes wirkt unbefriedigend. Ideal wäre es, das Stück im Theater zu sehen. Da das nicht immer möglich ist, bietet es sich an, den Text zum Abschluss der Dramenbehandlung kreativ zu verabschieden. Einzelne Szenen können angespielt werden, Szenenbilder als "lebende Bilder" nachgestellt werden, oder es wird, wie hier angeregt, der Originaltext kreativ verändert und erweitert. Dabei sollen der gedankliche Gehalt und die sprachliche Form des Originals so weit als möglich beibehalten werden. Zeitbedarf: 45 Minuten Einstieg Als Motivation suchen die Schülerinnen und Schüler Landkarten über die Kreuzzüge. Mithilfe der Bildersuche von Google und der Stichwörter "Kreuzzug", "Kreuzzüge" oder - englisch - "crusade" sind schnell geeignete Abbildungen gefunden. Das Szenario entwerfen Nach einem kurzen Gespräch über die Entfernungen, die die Kreuzfahrer während ihrer Reisen zurücklegen mussten, wird folgende Situation skizziert: Der Tempelherr bittet seine Schwester Recha alias Blanda von Filnek, ihn in seine Heimat zu begleiten. Recha kann sich jedoch nicht entscheiden und schreibt ihrem Ziehvater Nathan einen Brief, in dem sie ihre widerstreitenden Gedanken darlegt. Durchführung Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit einem Textverarbeitungsprogramm, um ihre Texte leicht überarbeiten zu können. Es ist nicht notwendig, Rechas Brief in Blankversen abzufassen, aber für sprachgewandte Schülerinnen und Schüler wäre das durchaus eine Herausforderung. Als Beispiel mag folgender Briefanfang gelten: Recha schreibt Nathan Lieber Vater, darf ich dich so nennen? Die letzten Tage brachten viel Verwirrung. Doch allem setzte eins die Krone auf: Mein Bruder bot mir an, mit ihm zu ziehn Ins ferne Land am Rhein. Was soll ich tun? Dein Rat scheint mir so nötig wie noch nie.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe II

Uwe Timm: Rot

Unterrichtseinheit

Die gymnasialen Oberstufe und Abschlussklassen des Realschulbereichs sollten mit der Literatur der Gegenwart vertraut sein. Reizvoll sind moderne Werke, die von Jugendlichen akzeptiert werden, weil sie bereits zu ihren Lebzeiten erschienen sind und belegen, dass es eine aktuelle Literaturszene gibt. Mit Uwe Timms 2001 erschienenem Roman "Rot" wird nicht nur diese Anforderung an die Aktualität erfüllt. Etliche weitere Vorzüge sprechen für die Wahl dieses modernen Werkes. "Rot" transportiert beispielsweise einen großen Teil der politischen Diskussionen der 68er Jahre und gewährt einen unterhaltsamen Einblick in die Geschichte Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg. Die jungen Leserinnen und Leser bekommen zudem einen Eindruck von der Großstadt Berlin. In dieser Einheit arbeiten sie ganz selbstverständlich am Computer und beleuchten mithilfe des Internets die Romanhandlung aus verschiedenen Blickwinkeln. Diese Unterrichtseinheit setzt voraus, dass der Roman durch die häusliche Lektüre bereits bekannt ist. Fernen sollten einige Begleitende Referatsthemen bereits vor Beginn der Unterrichtssequenz verteilt werden, damit die Schülervorträge rechtzeitig zu bestimmten Stunden gehalten werden können. "Rot" im Unterricht Die Gründe für die Textwahl und ein möglicher Unterrichtsverlauf werden hier geschildert. Begleitende Referatsthemen Wenn Ihre Lernenden ein Referat halten oder einen Facharbeit schreiben möchten, können Sie diese Themenvorschläge nutzen. Fachlich inhaltliche Ziele Die Schülerinnen und Schüler sollen einen zeitgenössischen Roman kennen lernen und als Ganzschrift lesen. charakterliche und politische Motivationen für die Handlungen der Romanfiguren erkennen. Beweggründe und Engagement der 68er Bewegung kennen und nachvollziehen lernen (eventuell in Kooperation mit dem Geschichtsunterricht). die in "Rot" gestellte Frage nach dem Sinn des Lebens konstrastiv zum "Faust" diskutieren. die Farbsymbolik des Romans (eventuell zusammen mit dem Kunstunterricht) untersuchen. die Symbolwirkung des Engels beleuchten. den Roman in den Kontext anderer literarischer Werk einordnen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen ein Textverarbeitungsprogramm als Werkzeug für die unterrichtliche Arbeit nutzen. das Internet als Recherchequelle kritisch nutzen. mithilfe der Google-Bildersuche verschiedene Aspekte des Begriffs "Engel" erkennen. eventuell einen mündlichen Vortrag durch eine PowerPoint-Präsentation unterstützen. Mit Uwe Timms 2001 erschienenem Roman "Rot" wird nicht nur ein besondere Anforderung an Aktualität erfüllt, sondern es sprechen weitere Vorzüge für die Wahl dieses modernen Werkes: "Rot" spielt überwiegend in der Bundeshauptstadt Berlin und bringt daher Jugendlichen im ganzen Land das Flair der Großstadt und des Regierungssitzes nahe. "Rot" transportiert einen großen Teil der politischen Diskussionen der Jahre um 1968 und gewährt deshalb einen unterhaltsamen Einblick in ein einschneidendes Kapitel der Geschichte Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg. "Rot" thematisiert auf unspektakuläre Weise generationsbedingte Unterschiede in der Weltanschauung. Hier treffen jugendliche Unbedingtheit und abgeklärte Weltoffenheit, einfühlsame Gesellschaftskritik und das Anspruchsdenken der Fun-Generation aufeinander. "Rot" ist ein moderner Roman, an dem die Besonderheiten der Gegenwartssprache, aktueller Erzähltechnik und gattungstypischer Gestaltungsmittel am Werk eines erfolgreichen Autors der Gegenwart exemplarisch aufgezeigt werden können. "Rot" ist mit 394 Seiten Umfang in seiner Taschenbuchausgabe ein preiswertes Werk, dessen Anschaffung (literarisch interessierten) Schülerinnen und Schülern durchaus zugemutet werden kann. Stundenskizzen Die folgenden Stundenskizzen sind als Anregungen gedacht und können um weitere Aspekte ergänzt oder nach den jeweiligen Anforderungen der konkreten Unterrichtssituation angepasst werden. Nahtoderfahrungen - Berichte von vorübergehend scheinbar Toten Die APO (Außerparlamentarische Opposition) der 68er Jahre Der Einfluss ausgewählter Autoren auf die 68er-Bewegung (etwa Marx, Marcuse, Benjamin, Gramsci, Adorno, Althusser, Bourdieu, Dirk Baecker, Henri Levebvre, Kropotkin, Bakunin, Landauer, Mühsam, Che Guevara) - Beschränken Sie sich dabei auf Grundthesen, treffen Sie eine Auswahl. Die Siegessäule und Berlin (plus eventuell Bau eines Modells) Eros und Thanatos - menschliche Triebe nach Sigmund Freud und ihr Fortwirken in Timms Roman "Rot" Fachübergreifend mit Kunstunterricht: Goethes Farbenlehre Fachübergreifend mit Kunstunterricht: Gestaltung eines Bildes im Stil "Horchs" (vgl. in der angegebenen DTV-Ausgabe die Seiten 14, 220, 273) Da sich die Inhalte im Web rasch ändern können, kann keine Garantie dafür gegeben werden, dass sich die gewünschten Inhalte auch nach langer Zeit noch am angegebenen Ort befinden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Unterrichtseinheit jedoch wurden alle Links überprüft und aus pädagogischer Sicht für unbedenklich befunden. Aus juristischer Sicht distanziert sich der Autor von allen eventuell bedenklichen Inhalten, die auf den hier angegebenen, aber fremden Internetseiten enthalten sein könnten. Die im Roman genannten Musiker lassen sich im Internet mittels einer Suchmaschine finden. Die folgenden Adressen sind nur eine kleine Auswahl. Sie enthalten teilweise Hörbeispiele oder sind in englischer Sprache gehalten. Alle Ebenen überlagern sich und gehen ineinander über. Oft sind sie durch Stichwörter assoziativ miteinander verbunden. Die kleinen erzählerischen Einheiten sind durch größere Abstände zwischen den Absätzen voneinander getrennt. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Einstieg Als Motivation wird eine Darstellung des niederländischen Malers Hieronymus Bosch (1450 bis 1516) mit dem Titel "Der Flug zum Himmel" (entstanden 1500-1504, Originalformat: 87 x 40 cm) gezeigt. Die Schülerinnen und Schüler erkennen schnell den Zusammenhang der bildlichen Darstellung einer Seele, die von einem Engel geleitet nach oben, ins Licht, aufsteigt, und der Handlung des Romans in der Gegenwart des Erzählers. Hieronymus Bosch "Der Flug zum Himmel“ Das Bild im Netz Erarbeitung der Ebenen Davon ausgehend werden die folgenden vier Ebenen der Romanhandlung erarbeitet: A. Gegenwart Den Rahmen für den gesamten Roman bildet der Moment nach einem (tödlichen?) Verkehrsunfall. Der Erzähler, der zunächst keinen Namen trägt, liegt auf der Straße, eine Flüssigkeit (Blut) breitet sich langsam über den Asphalt aus. Sein Bewusstsein betrachtet den Körper von oben, von außen. Es schwebt am Ende des Romans langsam ins Licht (S. 7f., 49, 157, 324 und 388). B. Unmittelbare Vergangenheit Etwa ein halbes Jahr dauert die Liebesbeziehung mit Iris. Der Erzähler erinnert sich in nicht chronologischer Reihenfolge an die erste Begegnung während einer Begräbnisfeier (S. 17), an heimliche Treffen, an die Entfaltung der Liebe und an die Schwangerschaft Iris' (S. 348). Der Unfall des Erzählers trifft diese Beziehung im Roman unvermittelt. C. Biografie des Erzählers In einzelnen Episoden werden das Leben des Erzählers von seiner Kindheit in Hamburg (S. 120) bis zur Gegenwart in Berlin und, damit in Verbindung stehend, seine wechselnden Liebesbeziehungen ausschnitthaft geschildert. Diese Skizzen können als Inhalt langer Gespräche mit Iris verstanden werden (S. 122 und ex negativo S. 384). D. Kurze Lebensbeschreibungen Lebensbeschreibungen der Menschen, denen der Erzähler im Lauf seines Lebens begegnet, werden bei Gelegenheit eingefügt (S. 24ff.). Diese Menschen können eingeteilt werden in persönlich Bekannte, die eine bestimmte Rolle im Leben des Erzählers gespielt haben (beispielsweise Edmond, S. 225ff.), und in Verstorbene (beispielsweise der Gemüsehändler, S. 330ff.), deren Leben der Erzähler im Zuge der Vorbereitung auf eine Grabrede recherchiert. Die Schülerinnen und Schüler füllen das leere Aufbauschema mit eigenen Formulierungen aus. Als Kontrolle wird das gefüllte Aufbauschema (auf der zweiten Seite des Downloads) gezeigt. Schülerreferat In einem kurzen Schülerreferat werden Nahtoderfahrung beschrieben. Erwartungshorizont Unübersehbare Parallelen zu Timms Roman bestehen in folgenden Aspekten, die vielen solchen Erlebnissen gemeinsam sind: das Schweben über dem eigenen Körper ein gleißendes Licht am Ende eines dunklen Tunnels Stimmen und Musik der sogenannte "Lebensfilm", der in rasender Geschwindigkeit an dem Betroffenen vorbeizieht Der Roman baut ein weit verzweigtes Geflecht von Personen auf, zwischen denen immer wieder Querverbindungen gezogen werden können. In die schematische Personenkonstellation werden nur solche Figuren einbezogen, die in einer engeren Beziehung zum Protagonisten stehen. Weitere Individuen, wie etwa die Deutsch-Türkin Nilgün (S. 109, 138, 318), bleiben unberücksichtigt, könnten jedoch in einem Kurzvortrag charakterisiert werden. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Die Schülerinnen und Schüler legen mithilfe eines Textverarbeitungsprogramms Dossiers über Lena, Thomas, Iris und Ben an, in denen sie Daten und Fakten über diese Romanfiguren sammeln. Erste eigene Wahrnehmungen werden mithilfe einer Grafik systematisch vervollständigt. Im Anschluss werden einige Aufgaben in Stillarbeit bearbeitet und schließlich im Plenum diskutiert. Im Anschluss werden einige Aufgaben in Stillarbeit bearbeitet und schließlich im Plenum diskutiert. Mögliche Aufgabenstellungen können sein: Stellen Sie die unterschiedlichen Einstellungen der Hauptpersonen zu ihrer persönlichen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dar (Akzeptanz, Veränderung, Ziele, Beweggründe)! Stellen Sie den unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Hintergrund der beiden in den Hauptpersonen sich manifestierenden Generationen dar (politische Grundrichtung, Materialismus/Idealismus, Erfolg in der Durchsetzung der gesteckten Ziele)! Der Roman "Rot" beginnt mit dem Personalpronomen "Ich". Damit ist die Erzählperspektive festgelegt und diese wird auch während des ganzen Romans durchgehalten, wenngleich die Erzählung in viele kleinere Einheiten aufgesplittert ist. Der Leser erfährt viel über das Leben und die Anschauungen dieses Ichs, aber konkrete Angaben zur Person folgen erst spät und wenig systematisch. Es scheint, als spiegele sich darin die Suche des Erzählers nach seinem eigenen Standpunkt. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Als Motivation dient eine Abbildung des Philosophen Diogenes, der der Legende nach in einer Tonne gelebt hat. Diogenes in der Tonne - bei der Isabel Art Gallery Darin ähnelt er dem philosophisch gebildeten Erzähler, der zwar nicht in einer Tonne, aber mit einem Minimum an persönlichem Besitz lebt. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten (eventuell mit Hilfen) in vier Gruppen bestimmte Aspekte aus dem Leben des Erzählers und tragen ihre Ergebnisse in Form einer kurzen Präsentation vor. Die Hilfen können so aussehen, dass die Lehrkraft entsprechende Textstellen (siehe auch die Lösungsvorschläge) vorgibt, die die Schülerinnen und Schüler auswerten können. Gruppe A: Stammbaum der Familie des Erzählers Gruppe B: Lebenslauf des Erzählers (Ausbildung und beruflicher Werdegang) Gruppe C: Freundschaften und Liebesbeziehungen Gruppe D: Die politische Weltanschauung des Erzählers Zu B: Lebenslauf des Erzählers Kindheit in Hamburg, mit 8 Jahren am Elbufer Farbstöcke für den Vater sammeln (S. 120) Abitur, mit Astrid, Meike und Edmond gemeinsamer Urlaub in Schweden (S. 250) Studium der Germanistik (Gotisch-Klausur, S. 60), Theologie (S. 83), Philosophie (Promotion, S. 197) Ghost-Writer für einen Gewerkschaftsboss in Hamburg (S. 166-169) Ferienarbeit bei der Weinlese in Frankreich (S. 181ff.) Animateur in Spanien (S. 197) Marktforscher für eine Kosmetikfirma (S. 321ff.) Führungen über die Müllkippe Berlins (S. 382-384) Beerdigungsredner und Jazz-Kritiker Zu C: Freundschaften und Liebesbeziehungen Edmond, Schulfreund und Kommilitone Aschenbrenner, Kommilitone, aus den Augen verloren Astrid (Schülerin, Studentin, S. 248), diverse Mädchen bei der Weinlese in Frankreich (S. 181), namenloses Mädchen in Paris 1968 (S. 377), Lena, Kommilitonin und Ehefrau (S. 122), Alma, erster Seitensprung (S. 237), weitere "Begegnungen der dritten Art" (S. 237), Sylvilie, Vorgängerin von Iris (S. 256), Iris Zu D: Die Weltanschauung des Erzählers Ablehnung der Konsumgesellschaft (S. 140), auch zynisch in "Der Sinn des Seyns: Shoppen und ficken." (S. 138, der Begriff des "Seyns" geht auf den Philosophen Johann Gottlieb Fichte zurück.) Der Erzähler ist Philosoph und ähnelt in seiner Besitzlosigkeit dem Philosophen Diogenes, der angeblich in einer Tonne gelebt hat. Seine Besitzlosigkeit offenbart er ziemlich früh: "Ein Koffer und eine Tasche. Das ist mein Hausstand." (S. 11) Abkehr vom jugendlichen Radikalismus, aber ohne neue Überzeugung (S. 100) Materialismus (Beerdigungsreden ohne den Begriff Hoffnung), aber Begegnung mit Engeln was-sagt-man-dazu.de: Diogenes lebte in einer Tonne Warum man fälschlicherweise sagt, Diogenes lebte in einer Tonne, schildert Ammenmaerchen.de: Die Athener bezeichneten Diogenes' kleine Hütte als "Tonne". Die Situation der Schülerinnen und Schüler im Jahr 2005 ist in gewissem Sinne vergleichbar mit der der Iris im Roman: Für sie ist die Zeit der Studentenrevolte 1968 Geschichte. Mit Staunen hören sie, dass ihre Eltern oder gar Großeltern in jener Zeit auf die Straße gingen, um zu demonstrieren, zu protestieren und zu agitieren. Dieses Engagement ist den Gleichaltrigen in der Gegenwart größtenteils unverständlich. Umso wichtiger ist es, die Ziele der damaligen Jugend und die Gründe für ihr späteres Einlenken und ihre spätere Anpassung zu beleuchten. Auf Grund der Bedeutung dieser Thematik bietet sich eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Geschichtsunterricht an. Dann können manche Fragen tiefergehend behandelt werden. Zeitbedarf: 45-90 Minuten Als Motivation dient eine Abbildung Che Guevaras, die zur Ikone geworden bis heute als modischer Aufdruck beispielsweise auf T-Shirts zu finden ist (Verbindung zur erotischen Ausstrahlung Ches vgl. S. 378). Bilder zu Illustrationszwecken finden Sie im Internet ganz einfach über die Google-Suche mit dem Stichwort "Che Guevara". Davon ausgehend werden einzelne Aspekte der Studentenbewegung der 68er Jahre und ihr Niederschlag im Text des Romans in Gruppen erarbeitet und anschließend im Plenum vorgestellt. Je nach Umfang der Präsentationen und weiterer Referate zum Thema ist eine weitere Unterrichtsstunde heranzuziehen. Abschließend wird ein schematischer Überblick der Unruhen erarbeitet. Diskussion als Mitglied im Sozialistischen Studentenbund: Worüber ereifert sich der Erzähler? (S. 139f.) Worum ging es in den Notstandsgesetzen (S. 140)? Sie auch: Das Geteilte Deutschland im LeMO (mit Link auf den Gesetzestext). Studentenunruhen in Paris: Was tat der Erzähler 1968 in Paris? (S. 376-380) Verhältnis zur Gewaltanwendung bei Krause (S. 289-293) und Aschenberger (S. 221f.) Die APO (Außerparlamentarische Opposition) der 68-er Jahre Der Einfluss ausgewählter Autoren (beispielsweise Marx, Marcuse, Benjamin, Gramsci, Adorno, Althusser, Bourdieu, Dirk Baecker, Henri Levebvre, Kropotkin, Bakunin, Landauer, Mühsam, Che Guevara) auf die 68er-Bewegung) - Achtung: Beschränken Sie sich auf Grundthesen und treffen Sie eine Auswahl. Als weiterführende Lektüre über die Zeit des Terrorismus könnte Heinrich Bölls Roman "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" empfohlen werden. In diesem Text steht zwar der Einfluss übermächtiger Medien im Vordergrund, aber die Angst und die Unsicherheit in der Gesellschaft durch den Terrorismus bildet den allgegenwärtigen Hintergrund. Einen weiteren Einblick in die Zeit linker Splittergruppen und deren Verbindung zu Gewalt und Terrorismus bietet der Kriminalroman "Der rote Wolf" (erschienen 2004) der schwedischen Erfolgsautorin Liza Marklund. In dem gut recherchierten Roman setzt sich eine engagierte Reporterin mit einer maoistischen revolutionären Zelle auseinander. Dieser schematische Überblick setzt weltpolitische Ereignisse mit dem Roman in Bezug. Gern können Sie diese Grafik zur Illustration einsetzen. Bitte klicken Sie das Bild an, um das Schaubild ganz zu sehen. Der vielschichtige Roman "Rot" ist auch eine Sammlung von Berichten über verschiedene Formen des Zusammenlebens. Zu allen Zeiten gab es unterschiedliche Arten von zwischenmenschlichen Beziehungen, aber im 20. Jahrhundert vollzog sich ein gravierender Umbruch durch die Öffnung der Gesellschaft. Nicht nur die Generationen der Nachkriegsjahre und deren Nachkommen, sondern auch innerhalb dieser Generationen gab und gibt es vielfältige Möglichkeiten, das Leben zu gestalten. So vielfältig die Schatterierungen der Farbe Rot, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten der Menschen, ihre Liebe zueinander zu gestalten. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Als Motivation dient eine grafische Darstellung der möglichen und in Deutschland heute verbreiteten Formen menschlichen Zusammenlebens (M5a). Die Schülerinnen und Schüler steuern eigene Erfahrungen dazu bei. Im Unterrichtsgespräch ist das Thema "Scheidung der Eltern" besonders vorsichtig und sensibel zu behandeln, da unter Umständen einzelne Betroffene sehr stark emotional involviert sein können. idw-online: Entfesselte Partnerschaften? Der Informationsdienst Wissenschaft veröffentlichte unter dem Titel "Entfesselte Partnerschaften? Die Pluralisierung partnerschaftlicher Lebensformen in Westdeutschland" auf dieser Webseite (Letzte Änderung: 07.08.2003, gesehen am 14.03.2005) die Forschungsergebnisse des Mannheimer Soziologieprofessors Dr. Josef Brüderl. Ein Arbeitsblatt (M5b) mit den Ergebnissen Brüderls, zu denen einige Aufgaben zu bearbeiten sind, wird besprochen. Im Anschluss daran werden zu der eingangs gezeigten Grafik Beispiele aus Timms Roman gesucht und die Grafik wird mit diesen Beispielen ergänzt. Verschiedene Modelle des Zusammenlebens, die im Roman angesprochen werden, werden im Laufe dieser Stunde zum Thema: Iris und Ben, die sich auseinanderleben Thomas und Lena, die sich haben scheiden lassen Sylvilie, deren Mann sich eine jüngere Frau genommen hat (Scheidung) Jahrzehnte langes Eheglück (bis die Ehefrau Elisabeth stirbt, S. 86) Edmond und Vera: Ehe als Inszenierung (S. 227) Singledasein (Aschenberger, Nilgün?) Satirisch: Hund als Partner-/Kindersatz (S. 355f.) - Singledasein als Folge der Konsumgesellschaft Das Kernthema des Romans "Rot" ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Darauf deutet die wiederholte auftretende drastische Formulierung "Dieses Scheißleben, das kann doch nicht alles sein" (beispielsweise auf den Seiten 193, 245, 376) hin. Diese grundsätzliche, existenzielle Frage erfährt im Roman verschiedene Deutungsversuche und bekommt, wie zu zeigen sein wird, auch eine Antwort. Die Komplexität des Themas macht eine erschöpfende Erschließung nahezu unmöglich, doch wird die Frage aus verschiedenen Richtungen angegangen, so dass eine Annäherung für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar wird. Zeitbedarf: 45-90 Minuten Mit der Projektion einer Abbildung aus Isolde Ohlbaums Bildband "Denn alle Lust will Ewigkeit" wird auf den Zusammenhang von Tod und Leben, Liebe und Sterblichkeit hingeführt. Das Buchcover finden Sie unter anderem im Netz bei amazon.de . Als Alternativen für den Einstieg sei auf Heinrich Heines "Nach dem Leben kommt der Tod" (M6b) und auf Jean Pauls "Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei" verwiesen. Auf dem Arbeitsblatt wird zudem Fausts Eingangsmonolog angeboten. Der lässt sich auf die Situation des Erzählers in "Rot" beziehen. Abbildung aus Isolde Ohlbaums Bildband Bildbeschreibung, feinfühliges Gespräch, ob Erotik am Grabstein angemessen sein kann Heinrich Heines "Nach dem Leben kommt der Tod" Gedichtvortrag, Erläuterungen zu Thomas Lindes, des Erzählers, "holder Liebesnot" Jean Pauls "Rede des toten Christus" Häusliche Vorbereitung des Textes, Antwort J. Pauls auf die Frage, ob das irdische Dasein alles sei Fausts Eingangsmonolog Aufzeigen der Parallelen zwischen dem Erzähler und Faust: ähnliche Studien, ähnliche Unzufriedenheit mit dem Dasein Diskussion Eine mögliche These zur Diskussion könnte die Frage sein, ob die Liebe (eros), zu der der Erzähler im Verlauf des Romans findet, den Tod (thanatos) überdauert und damit Sinn stiftet. Einzuordnen ist auch die skeptische Selbsteinschätzung des Erzählers gegen Ende des Romans (S. 390f.): "er war Sinnsucher. [...] Sinnsucher ohne Antwort". Schüleraktivierung Dann werden ausgehend von dem oben zitierten Satz Indizien sowohl für das "Scheißleben" als auch für das "Nicht alles sein" gesammelt und in einer Grafik (M6d) angeordnet. Am Schluss der Stunde kann das vorbereitete Kurzreferat "Eros und Thanatos - menschliche Triebe nach Sigmund Freud und ihr Fortwirken in Timms Roman" gehalten werden. Die besondere Rolle von Farben wird bereits im Titel des Romans "Rot" unmissverständlich deutlich. Auch im Text eingeschoben finden sich immer wieder philosophische Betrachtungen über einzelne Farben, meist natürlich bezüglich der Farbe Rot. Daher liegt es nahe, etwas weiter auszuholen und eventuell in fächerübergreifender Zusammenarbeit mit dem Kunstunterricht Farbenlehre und Farbsymbolik, bezogen auf Timms Roman, näher zu untersuchen. Zeitbedarf: 45-90 Minuten Einstieg Als visueller Einstieg in die Thematik bietet sich die Betrachtung eines Regenbogens, eines Farbspektrums oder verschiedenfarbiger Iriden (Regenbogenhaut des Auges, M7a) an. In einem kurzen Unterrichtsgespräch werden allgemein bekannte Symbolwerte einzelner Farben (wie "Rot ist die Liebe") gesammelt. Gruppenarbeit In kleinen Gruppen werten die Schülerinnen und Schüler die "Farbphilosophien" in Timms Roman aus und stellen anschließend ihre Ergebnisse im Plenum vor. Eine Gruppe widmet sich den Symbolwerten der Farben, wie sie beispielsweise in einigen der unten angeführten Internetseiten beschrieben werden. Auch ein eventuell vorbereitetes Referat zu Goethes Farbenlehre kann in dieser oder einer Folgestunde gehalten werden. Zusammenführung Den Abschluss bildet der Versuch einer gemeinsamen Interpretation der Farbsymbolik des Romans mithilfe einer vorbereiteten Grafik (M7b und M7c). Rot S. 50, 55, 79f., 207f., 224, 359 Grau S. 53, 90-92, 387, 394 Gelb S. 111 (Iris' Lachen) Schwarz S. 56, 109 (Nilgün), 386, Blau S. 196 (Fenster in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche) Regenbogen S. 360, andere Farben S. 359 Schon auf dem Titelbild der Taschenbuchausgabe des Romans ragt ein Engel über den roten Horizont hinaus in den lichtweißen Himmel. Engel begegnen uns auch im Text an sehr vielen Stellen, so dass es sich lohnt, den verschiedenen Spielarten dieser überirdischen Wesen und ihrer Bedeutung für den Roman nachzuspüren. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Einstieg Als Einstieg dient eine Betrachtung des Titelbildes der Taschenbuchausgabe. Es stellt den Engel auf der Siegessäule in Berlin dar. In einem kurzen Gespräch werden weitere Vorkommen von Engeln im Text des Romans genannt. Mithilfe der Bildersuche von Google lassen sich weitere Abbildung von Engeln und der Siegessäule in Berlin finden und betrachten. Buchcover Uwe Timm: Rot Die Abbildung des Titelcovers der DTV-Ausgabe bei amazon.de Informationsrcherche Eine erste, systematische Information über Engel findet sich zum Beispiel in der Wikipedia . Für weitere Informationen kann eventuell auf Wissen aus dem Religionsunterricht zurückgegriffen werden. Dort wird gelegentlich auf die Bedeutung der Engel im jüdisch-christlichen Kulturkreis, basierend auf Erzählungen der Bibel, eingegangen. Gruppenarbeit In Gruppen sammeln die Schülerinnen und Schüler Informationen über verschiedene Erscheinungsformen von Engeln und tragen ihre Beobachtungen in die Tabelle ein. Weitere allegorische Bedeutungen von Engeln sind: Racheengel, Schutzengel, Liebesengel, Todesengel. wikipedia.org: Iris - die Pflanze und der Name Hier finden Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler kurze, aber wesentliche Informationen zum Namen Iris und seiner Bedeutung. Diskussion Nach einem Vergleich der Schülerarbeiten wird darüber diskutiert, warum ein Materialist wie der Erzähler so intensiv Gebrauch vom Bild des Engels macht. Abschluss Gegen Ende der Stunde wird das vorbereitete Kurzreferat über die Siegessäule ("Goldelse", mit Siegesengel) in Berlin gehalten. Es gehört zu den Merkmalen der epischen Großform des Romans, dass in der Breite der Erzählung eine ganze Welt entfaltet wird. Auch wenn sich das Thema des Romans scheinbar in der Beschreibung einer einzelnen Person verliert, so ist doch jeder Mensch ein Universum für sich, mit einer Geschichte, mit bekannten und unentdeckten Erdteilen, mit einer Zukunft und einem unverwechselbaren Sinn. Formal entspricht dieser "Welthaltigkeit", dass der Roman Elemente der anderen Gattungen in sich aufnimmt: dramatische Handlung sowie lyrische Stimmungsbilder und Gefühle. Einige Aspekte der umfassenden Romanwelt "Rot" sollen in einer Stunde aufgezeigt werden. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in Gruppen verschiedene Aspekte des Stundenthemas und tragen ihre Ergebnisse anschließend im Plenum vor. Dazu soll entweder ein Arbeitspapier oder eine Präsentation mit kommentierten Belegstellen aus dem Text angefertigt werden. Als Hilfen können Belegstellen aus dem Lösungsvorschlag unten angeben werden. a) Der Schauplatz des Romans (Ort und Zeit) b) Wahrzeichen Berlins und Kernsymbol des Romans c) Repräsentation geschichtlicher Epochen seit der Antike d) Repräsentation der Erdteile e) Verschiedene Sprachen in kleinen Einschüben f) Überblick über die angesprochenen Kunstgattungen. Interpretation der Einschätzung der Kunst durch Aschenberger S. 254 Ein Gesichtspunkt jeder Interpretation ist die Erzähltechnik im Prosatext. Jungen Leserinnen und Lesern, die sich durch die moderne Sprache Uwe Timms angesprochen fühlen, wird oft gar nicht bewusst, dass der Autor in seinem Roman eine bestimmte Technik einsetzt, um die beabsichtigte Wirkung zu erzielen. Daher ist es eine wichtige Aufgabe des Deutschunterrichts, auf verschiedene Darstellungsarten hinzuweisen, deren jeweils typische Funktionsweise aufzuzeigen und mit der bewussten Wahrnehmung am gegebenen Text zu einem tieferen Verständnis zu führen. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Problemstellung Als Einstieg in die Problemstellung dienen zwei Beispiele (M10a) gegensätzlicher Erzähltechnik, deren kontrastierender Vergleich auf Timms typische Darstellungsweise aufmerksam macht. Im gemeinsamen Gespräch wird ein Befund zu erzählerischen Mitteln aufgenommen und in einer Tabelle (M10b) festgehalten. Diskussion Zu diskutieren ist der Umstand, dass der Erzähler offenbar Beerdigungsredner ist, da er sein Publikum wiederholt mit "sehr verehrte Trauergemeinde" (mit variierender Formulierung, etwa S. 54f., 70, 225, 388) anspricht. Aber die Situation des Erzählers zeichnet sich dadurch aus, dass er soeben einen tödlichen Unfall hatte. Wer spricht also, und zu wem spricht er? Ergänzende Aufgaben Wenn dann noch Zeit bleibt, bieten sich ergänzende Aufgaben an: Schülerinnen und Schüler, die gern kreativ schreiben, könnten versuchen, einen weiteren "Textsplitter" im Stil Timms in den Roman einzufügen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Motivzusammenhang gewahrt bleibt. Eine Recherche im Internet führt zu anderen "Berichten Verstorbener", so genannten Nahtoderlebnissen. Solche Texte sollen inhaltlich und stilistisch mit Uwe Timms Roman verglichen werden. Einige theoretische Merkmale des modernen Romans sollen mit Beispielen aus Uwe Timms Text belegt und erläutert werden. Solche Merkmale sind die Auflösung der chronologischen Struktur des Handlungsverlaufs zugunsten assoziativer Komposition, die polyperspektivische Erzähltechnik, Montagetechnik, wodurch unterschiedliche Erzählinhalte scheinbar unverbunden gegenüber gestellt werden, die Auflösung des "klassischen Helden" zum "Antihelden", der in seinem Scheitern mehr Identifikationsmöglichkeiten für den modernen Leser bietet. Zu vielen der im Roman angesprochenen Themen und Motive gibt es weitere literarische Texte, die zum Vergleichen einladen. Einige Themenschwerpunkte seien herausgegriffen und werden als Arbeitsmaterial angeboten. Die Symbolik der Farben Rot und Schwarz findet sich auch Johann Peter Hebels Kalendergeschichte "Unverhofftes Wiedersehen". (M11a im Download unten) Die Diskrepanz zwischen der Theorie des Kommunismus und der praktischen Gegenwart der real existierenden Konsumgesellschaft lässt sich auf einer anderen Ebene mit Sören Kierkegaards Parabel von den Gänsen vergleichen. (M11b) Die hilflosen Bemühungen des materialistischen Beerdigungsredners werden durch Jean Pauls allegorisch-erbauliche "Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei" relativiert. (M11c) Edgar Allan Poe spielt in seiner Short Story "Die Maske des roten Todes" ähnlich wie Timm mit Farbsymbolen. (M11d) Daneben lassen sich auch noch andere literarische Beziehungen im Text finden, die zu verfolgen eine lohnende Aufgabe ist und je nach Unterrichtssituation für die weitere Auseinandersetzung mit Literatur empfohlen werden kann. Konkrete Bezugsstellen sind etwa: Salomon Geßner: Idyllen (S. 38) Johann Wolfgang von Goethe: Faust ("und leider auch Theologie, durchaus studiert", S. 83) und Ein Gleiches ("warte nur, balde..."; S. 209) Uwe Timm: Johannisnacht (Erzählung von einem Mann, der über die Kartoffel schreiben wollte, S. 331) Zeitbedarf: 1 bis 2 Unterrichtsstunden Einstieg: Abbildung einer Nervenzelle Die Beziehungen zwischen Texten können zum Beispiel durch die Abbildung einer Nervenzelle mit ihren verzweigten Leiterbahnen veranschaulicht werden (Suchtipp: Bildersuche bei Google.de). Man kann die Schülerinnen und Schüler auch erst einmal raten lassen, was die gezeigte Abbildung eigentlich darstellt. Die Abbildung regt die Schülerinnen und Schüler an, spontan Texte zu nennen, die in Timms Roman einen Anknüpfungspunkt haben. Gruppenarbeit: Textinterpretation Drei Texte mit jeweils passenden Untersuchungsaufgaben (M11b, M11c, M11d und M11e) werden an drei Schülergruppen verteilt. Zu jedem Text enthalten die Materialien Erschließungsfragen und Aufgaben. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten jeweils eine kurze Interpretation dieser Texte und nutzen dabei in erkennbarer Weise Wissen und Techniken, die sie bei der Behandlung von Timms Roman gelernt haben. Auch direkte Vergleiche mit dem Roman sollen angestellt werden. Ergebnissicherung Am Schluss der Stunde oder in der Folgestunde stellen die Gruppen ihre Ergebnisse vor. In Goethes Faust symbolisiert Musik die Harmonie, das Zusammenspiel kontrastierender Kategorien. Auch in Timms Roman "Rot" spielt die Musik eine nicht zu übersehende Rolle, jedoch bleibt zu fragen, ob es hier ebenfalls um den Zusammenklang, das gemeinsame Spiel individueller Kräfte geht. Eventuell ist diese Unterrichtsstunde fächerübergreifend in Zusammenarbeit mit einer Lehrkraft für Musik zu gestalten. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Je nachdem, ob dieses Thema schwerpunktmäßig vom Deutschunterricht oder vom Musikunterricht her gesehen wird, ergeben sich hier völlig verschiedene didaktische Möglichkeiten. Deshalb werden hier nur Ideen skizziert, die je nach der konkreten Unterrichtssituation modifiziert werden können. Sachanalyse Die Internationale ist das bekannteste Kampflied der Internationalen Arbeiterbewegung. Der Text stammt ursprünglich aus dem Französischen von Eugène Pottier, dem Dichter und Kämpfer der Pariser Kommune (Paris 1871), wurde aber schnell in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Übersetzung ins Deutsche kam 1910 von Emil Luckhardt (außer Strophen 4 und 5, die Erich Weinert 1959 übersetzte). Die Musik komponierte Pierre Degeyter (1888). Bis es 1944 durch die "Hymne der Sowjetunion" ersetzt wurde, diente das Lied der sowjetische Nationalhymne. Wikipedia: Die Internationale Quelle des Textes der Sachanalyse Deutsches Historisches Museum: Gemälde „Die Internationale“ Das Gemälde „Die Internationale“ von Otto Griebel. Aus urheberrechtlichen Gründen dürfen die Bilder nicht mehr angezeigt werden. Stundenverlauf Der Text der Internationalen wird ohne Überschrift und Quellenangabe auf einem Arbeitsblatt (M12a) verteilt. Dabei sind Überschrift und Quellenangaben zunächst abzudecken oder beim Vervielfältigen wegzulassen. Sofern nicht eine Schülerin oder ein Schüler zufällig den Text kennt, was heute eher unwahrscheinlich sein dürfte, werden in einem kurzen (!) Gespräch Gattung (Hymne), Aussageabsicht (appellativer Charakter) und historische Einordnung (entstanden 1871, deutsche Übersetzung 1910, bis 1944 sowjetische Nationalhymne) vermittelt. Revolution und Jazz Die Verbindung vom Revolutionslied, das dem Erzähler immer wieder durch den Kopf geht, zum eher elitären Jazz, mit dem sich Thomas nicht nur als Kritiker, sondern auch aktiv auseinandersetzt, beleuchtet ein Blick in die Geschichte des Jazz, wie sie der Jazz Almanach darstellt (M12c). Textarbeit und Diskussion Nach der Lektüre dieses Textes sollen die Schülerinnen und Schüler eine Verbindung zwischen den Begriffen Freiheit, Unterdrückung und Revolution herstellen. Verschiedene spontane Darstellungen werden diskutiert. Anschließend wird der Frage nachgegangen, ob die befreiende Kraft des Jazz in der Darstellung des Erzählers auf Seite 286 spürbar wird.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Kunst / Kultur
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
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