Der politische Witz

In der DDR entstand eine eigene Form von humoristischer Kritik der politische Witz. Die Inhalte waren an der Grenze des Erlaubten oder aber nicht akzeptabel. Sie waren weit verbreitet und jeder in der DDR kannte mindestens einen.

„Kurz nach der Wende kommt ein Wessi in den Ossi-Kaufladen und fragt: „Entschuldigung, haben Sie keine Wurst?“ Darauf die Verkäuferin: „Tut mir leid, wir haben nur ‚keinen Käse‘. ‚Keine Wurst‘ gibt es nebenan.“

„DDR-Staatschef Honecker sieht eine große Menschenschlange vor einem Gebäude. Auch er stellt sich an, ohne zu wissen, was angeboten wird. Da löst sich die Schlange schlagartig auf. Honecker fragt seinen Vordermann: Kannst du mir sagen, Genosse, weshalb wir hier Schlange gestanden haben? – Klar, sagt der, die Leute standen hier, um ihre Ausreiseanträge abzugeben. Honecker: Und weshalb gehen die jetzt alle so plötzlich? Antwort: Na, wenn du einen Ausreiseantrag stellst, können wir ja alle hierbleiben!“

„Warum sind DDR-Bürger immer so müde? Weil es seit 40 Jahren schon bergauf geht!“

Ein DDR-Bürger beschwert sich aufgebracht bei der Post: „Warum will man mir mein Telefon wegnehmen? „Antwort: Sie haben die Staatssicherheit verleumdet.“ – „Wieso denn?“ – „Sie haben in Telefongesprächen behauptet, die Staatssicherheit höre ihr Telefon ab.“

„Was ist das: Es hat 80 Zähne und 4 Beine? Ein Krokodil! – Und was ist das: Es hat 8 Zähne und 52 Beine? – Das SED-Politbüro!“

„Zur Zeit der DDR saßen in einer Gefängniszelle drei Männer. Der eine fragt: „Warum sitzt ihr ein, Genossen?“ Ich bin fünf Minuten zu spät zur Arbeit gekommen, das war Sabotage.“ Der andere: „Ich bin fünf Minuten zu früh zur Arbeit, das war Spionage. Und Du?“ „Ich kam immer pünktlich, da haben sie gemerkt, das ich eine Uhr aus dem Westen hatte.“