Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Vereinten Nationen haben für die Jahre 2005 bis 2014 eine Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen. “Bildung für nachhaltige Entwicklung (...) hat zum Ziel, die Menschen zur aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Umwelt unter Berücksichtigung globaler Aspekte zu befähigen“ (BMBF 2002).

Beschreibung

Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sind gesellschaftlich relevante und politisch gewollte Instrumente zum Erwerb von Nachhaltigkeitsstrategien durch lebenslanges Lernen. Übergeordnetes Ziel ist die Förderung von Gestaltungskompetenz. Darunter wird die Fähigkeit verstanden, "Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Das heißt, aus Gegenwartsanalysen und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit ziehen und darauf basierende Entscheidungen treffen, verstehen und individuell, gemeinschaftlich und politisch umsetzen zu können, mit denen sich nachhaltige Entwicklungsprozesse verwirklichen lassen" (Transfer-21, 2007).

Nationalkomitee als Steuerungsgremium

Im Juli 2004 wurde durch einen einstimmigen Bundestagsbeschluss die deutsche UNESCO-Kommission mit der Umsetzung der Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" beauftragt, sowie ein Nationalkomitee als zentrales Steuerungsgremium berufen. Vorsitzender dieses Gremiums ist Professor Dr. Gerhard de Haan. 2005 veröffentlichte das Nationalkommitee einen ersten nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung, eine Fortschreibung erschien 2008. Der Nationalplan definiert die Ziele der Dekade in Deutschland und beschreibt einen Maßnahmenkatalog. Im Frühjahr 2009 fand in Bonn die UNESCO-Weltkonferenz "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zur Halbzeit der Weltdekade statt. Hier wurde die "Bonner Erklärung" einschließlich eines Aufrufs zum Handeln verabschiedet.

"Nationaler Aktionsplan BNE"

Das Hauptziel der im Aktionsplan formulierten Strategien ist es, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen der Bildung in Deutschland dauerhaft zu verankern. Um dieses Hauptziel zu erreichen, wurden vier strategische Ziele vereinbart:

  • Weiterentwicklung und Bündelung der Aktivitäten sowie Transfer guter Praxis

    In Deutschland gibt es bereits zahlreiche Initiativen und Projekte und somit eine qualitativ gute BNE-Praxis. Durch Maßnahmen der Bündelung und Verbreitung verspricht man sich, die einzelnen Aktivitäten stärker zu vernetzen und weiterzuentwickeln. Ziel ist die dauerhaft strukturelle Verankerung von BNE in der Bildungslandschaft.
  • Vernetzung der Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung

    Akteure in der BNE engagieren sich in vielen Teilbereichen des öffentlichen Lebens, etwa in den Administrationen, in der Wirtschaft, in den NROs sowie in der Bildungs-, Umwelt-, Entwicklungs- und Verbraucherpolitik. Diese inhaltlichen Felder sollen integrativ zu einer ganzheitlichen Bildung für nachhaltige Entwicklung zusammengeführt werden. Federführende Rollen kommen hier den Ländern und den Kommunen zu. Sie erarbeiten Landesaktionspläne und unterstützen die Akteure durch fachliche Servicestellen und BNE-Mentoren vor Ort.
  • Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung von BNE

    Dieses Teilziel hebt die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins in ganz Deutschland hervor. Jeder Einzelne soll nachhaltige Entwicklung unterstützen und aktiv mitgestalten. Durch die Begegnung mit BNE-Inhalten in allen Bildungsbereichen sollen Kinder und Jugendliche schon früh mit dem Potential der BNE vertraut gemacht werden. Ebenso sollen Öffentlichkeit und Medien dazu bewegt werden, sich des Themas verstärkt anzunehmen und die Qualität der zahlreichen BNE-Aktionen und -projekte herausstellen. Denn: mediale Öffentlichkeit motiviert zum Handeln.
  • Verstärkung internationaler Kooperationen

    BNE macht nur Sinn, wenn global gehandelt wird. Als weltweit angelegte Initiative bietet die UN-Dekade die Chance zu einer globalen Perspektive und sollte Grundlage sein zu weltweit vernetztem Handeln. Der Schwerpunkt der Aktionen in Deutschland liegt darin, die nationalen Erfahrungen in den globalen Diskussionsprozess zur BNE einzubringen und gute Praxisbeispiele aus anderen Ländern hierzulande zu integrieren.

BNE in der Schule

Empfehlung von KMK und DUK

In der Bonner Erklärung (2009) heißt es in dem Aufruf zum Handeln, dass "der Beitrag von BNE für Bildung insgesamt und zur Erreichen von Bildungsqualität voranzutreiben" ist. Bereits im Jahre 2007 wurde eine Empfehlung der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) und der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) verabschiedet. Darin wird unter anderem angeführt:

  • BNE soll im Primarbereich im interdisziplinär angelegten Fach Sachunterricht vermittelt werden.
  • BNE-Themen sollen verstärkt in die jeweiligen Fächer integriert werden.
  • Im Sekundarbereich soll eine verstärkte fächerübergreifende und fächerverbindende Thematisierung möglich gemacht werden.
  • Durch BNE sollen Impulse gegeben werden für die Entwicklung eines schulischen Leitbildes und des Schulprofils.

Zusammenarbeit von KMK und BMZ

Der "Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung" wurde von der KMK in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 2007 veröffentlicht. Hier werden entwicklungspolitische Themen mit Themen des globalen Lernens und einer Bildung für nachhaltige Entwicklung aufgegriffen. Der Orientierungsrahmen soll bei der Gestaltung von Unterricht sowie von Ganztagsprogrammen, bei der Entwicklung von Schulprofilen und der Kooperation mit außerschulischen Partnern helfen. Dabei werden die Fächer Geografie, Biologie bzw. Naturwissenschaften, Wirtschaft, Politische Bildung bzw. Sozialkunde, Religion bzw. Ethik, Berufliche Bildung sowie Grundschulaspekte aufgegriffen.

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Diese Inhalte entstanden im Rahmen der Förderung durch die DBU.

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