Regeln der statischen Prozessmodellierung

Eine grafische Darstellung der Organisationsstrukturen eines Unternehmens ermöglicht eine große Anschaulichkeit. Die Notation ereignisgesteuerter Prozessketten besteht nur aus wenigen Elementen.

Beschreibung

Zur Visualisierung der betrieblichen Aufbau- und Ablauforganisation existieren eine Vielzahl grafischer Modelltypen. Am bekanntesten dürfte das Organigramm sein, mit dessen Hilfe sich die Struktur eines Unternehmens verdeutlichen lässt. Mit Entity-Relationship-Modellen wird das Verhältnis der unternehmensrelevanten Daten dargestellt, während Fachbegriffsmodelle helfen, die zwischenmenschliche Kommunikation zu präzisieren, indem sie Fachbegriffe genau definieren und systematisch miteinander in Verbindung bringen. Besonders wichtig sind Modelltypen, die eine Darstellung unternehmerischer Prozesse erlauben, deren beiden bekannteste Vertreter im Folgenden erläutert werden: Wertschöpfungskettendiagramm und ereignisgesteuerte Prozessketten.

Wertschöpfungskettendiagramm (WKD)

Würden alle Prozesse eines Unternehmens - oder gar einer Wertschöpfungskette - detailliert in nur einem Modell dargestellt, hätte es riesige Dimensionen und wäre völlig unübersichtlich. Mit dem Wertschöpfungskettendiagramm werden Prozesse nur grob auf hohem Abstraktionsniveau dargestellt. So lassen sich die größeren Zusammenhänge auf einen Blick erkennen. In einem WKD lassen sich Kerngeschäftsprozesse in ihrer zeitlichen Abfolge und ihren hierarchischen Beziehungen abbilden.

Auf der oberen Ebene des folgenden WKD lässt sich die Abfolge der Prozesse erkennen, eine Ebene tiefer sind Prozesse zu sehen, die dem Prozess ‚Beschaffung' untergeordnet sind.

Erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette (eEPK)

Zwar lassen sich mithilfe von Wertschöpfungskettendiagrammen die großen Zusammenhänge der Prozesse gut modellieren, für eine detaillierte Betrachtungsweise hingegen sind erweiterte Ereignisgesteuerte Prozessketten (eEPK) das geeignetere Instrument. WKDs und eEPKs schließen sich jedoch nicht aus, sondern ergänzen sich gegenseitig: der Blick auf ein WKD gibt den groben Überblick, von dem aus anschließend gezielte Details in entsprechenden eEPKs betrachtet werden können. Sind die Diagramme in einer Software wie ARIS modelliert, kann automatisch zwischen ihnen navigiert werden. Durch einen Doppelklick auf eine Stelle des Wertschöpfungskettendiagramms öffnet sich die zugehörige eEPK.

Eine eEPK besteht prinzipiell aus Funktionen, Ereignissen und Verknüpfungsoperatoren. Als zusätzliche Informationen können Organisationseinheiten und Informationen hinterlegt werden. Zwar ist dies nur eine kleine Auswahl der definierten Elemente einer eEPK, doch reichen die im Download dargestellten Elemente für einen Einstieg aus, um Prozesse in eEPKs zu modellieren.

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Autor
Avatar Prof. Dr. Holger Arndt

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