Landeskunde online – Interkulturelles Lernen mit dem Netz

Veröffentlicht am 15.09.2003

Landeskunde, Realienkunde, Kulturkunde, Interkulturelles Lernen - „civilisation française“, „European Studies“, „Culture Studies" - das sind nur einige der Begriffe, die die Auseinandersetzungen veranschaulichen, die um die richtige Bezeichnung geführt wurden und werden.

Begriffsklärung

Um die weitere Lektüre zu erleichtern, soll lediglich eine Abgrenzung der Begriffe "Landeskunde" und "Interkulturelles Lernen" gemacht werden, ohne dabei auf den beiden Konzepten zu Grunde liegenden Kulturbegriff einzugehen.

Landeskunde via Internet

Authentizität

Das Internet ermöglicht den Zugang zu einer großen Menge von authentischen Materialien zu Landeskunde, Literatur, Grammatik und Kultur, mit denen im Fremdsprachenunterricht neue Arbeitsmöglichkeiten entstehen können. Die Materialien sind authentisch und aktuell, weil sie von Muttersprachlern formuliert sind, ohne eine fremdsprachendidaktische Zielsetzung konzipiert wurden, und außerdem ständig durch neue, aktuellere Texte ersetzt werden (können).

 

Realienfundus Internet

Ausgewählte und eventuell im Vorfeld bearbeitete Quellen aus dem Internet können gerade aufgrund ihrer Aktualität und Authentizität dem Lehrbuch gegenüber Vorteile haben, sofern begleitende und kompetente Unterstützung durch den Lehrenden gewährleistet ist.

Qualitätssteigerung durch Interneteinsatz?

Internet - vielseitig und chaotisch

Es existieren unterschiedliche Ansichten über Risiken und Möglichkeiten der Integration des Internets in den Fremdsprachenunterricht schon allein deshalb, weil das Internet auch chaotisch, unzensiert und unbeständig ist. Einige Informationen sind daher unbrauchbar, fehlerhaft und sprachlich zweifelhaft.

 

Ein Muss: Medienkompetenz

Um das Internet als Informationsquelle nutzbar zu machen, müssen Schülerinnen und Schüler daher in der Lage sein, Informationen zu finden, zu bewerten, auszuwerten, zusammenzufassen und Ergebnisse zu präsentieren. Unbestritten bleibt dabei, dass weder die Quantität landeskundlich relevanter Quellen im Internet noch deren Authentizität allein dem Lernen eine neue Qualität geben.

 

Einbettung in den Unterricht

Neben der Qualität des Materials und dem Bezug zu Interessen und Medienkompetenz der Lernenden ist der Kontext, in dem das Material verwendet wird (thematischer Rahmen, Angebot von Übungen, Aufgaben und Szenarien zum Umgang mit Texten, mögliche kommunikative Situationen im Klassenzimmer - also ihr Unterricht!), entscheidend dafür, dass das Angebot für Lernprozesse genutzt werden kann.


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Avatar Prof. Dr. Andreas Grünewald

Jahrgang 1969, verheiratet, drei Kinder.

Gymnasiallehrer für die Fächer Französisch und Spanisch und Professor für Didaktik der romanischen Sprachen mit dem Schwerpunkt Spanisch an der Universität Hamburg.

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Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.