Geschlechtersensibilität im Fremdsprachenunterricht

Dass Frauen und Männer in der Gesellschaft gleiche Rechte und Pflichten, gleiche Chancen in Bildung, Beruf und Familie haben sollen, ist uns allen bewusst. Eine geschlechtersensible Sprachverwendung (auch in der Fremdsprache) ist Basis und Ausdruck eines solchen demokratischen Verhältnisses der Geschlechter.

Diese Erkenntnis sollte in Schule und Unterricht selbstverständlich sein. Und auch im Fremdsprachen-unterricht kann ein ausgeglichenes Bild der Geschlechter vermittelt werden - nicht zuletzt über Wortwahl und Formulierungen. Denn auch im Englischen, Französischen und Spanischen gibt es Möglichkeiten, die rein männliche Form eines Substantives durch eine geschlechtergerechte oder geschlechtsneutrale Vokabel zu ersetzen.

Geschlechtergerechte Sprachverwendung

Fixierte Forderungen

Regelungen wie die Richtlinie des Europarates von 1990 oder die UNESCO-Resolution von 1987 waren die ersten Schritte in Richtung einer geschlechtlichen Demokratisierung der Sprachverwendung. Folgerichtig wird auch in den Richtlinien zur sprachlichen Sichtbarmachung von Frauen aufgefordert und zur Symmetrie, das heißt zu sprachlicher Gleichbehandlung der Geschlechter.

Konkrete Umsetzungen und Anregungen

Da es nicht genügt, sprachliche Alternativen im Deutschen zu kennen und anzuwenden, möchten wir Ihnen als FremdsprachenlehrerIn Möglichkeiten aufzeigen, diese Ideen in den Sprachunterricht zu tragen.

"Amig@s españoles"

La arroba - Indikator für spanische Gender-Demokratie

In den romanischen Sprachen, die -a/-o-Endungen zur Genusindikation nutzen, wird vor allem im Internet der Klammeraffe "@" als Ersatz des -a/-o gern genutzt. Besonders die Anrede "Amig@s" ist im spanischsprachigen Netz beinahe Standard.

"Ami-e-s français-e-s"

Im französischen Netz: Striche und Klammern

Wie das Deutsche kann auch das Französische mit Schräg- oder Bindestrichen sowie Klammern arbeiten, um zwei Geschlechter in ein Wort zu fassen. Wir haben diese Alternativen im Internet gefunden:

  • Cher-es ami-es
  • Cher(es)s Ami(es)s
  • Cher-e-s ami-e-s

Neue Formen kreieren

Die Sprachpolitik Frankreichs ist dafür bekannt, dass sie neue Worte schafft. So kreierten die SprachschützerInnen der Académie française als Pendants zu den männlichen Formen eine Vielzahl von Regeln zur Bildung des Femininum. Kompliziert ist es bei den Berufsbezeichnungen, die übrigens in Stellenausschreibungen in französisch (nicht englisch!) und in beiden Formen auftauchen müssen:

  • la professeure
  • une transporteuse
  • la défenderesse

"English friends"

"Manpower"

"Man" dürfte eine der am häufigsten gebrauchten englischen Vokabeln sein. Die Problematik des "Genderns" konzentriert sich also hier:

  • fireman wird zu fire-fighter
  • policeman/men sollte police werden
  • salesman wird zu shop assistant

"Doctors ... they..."

Wenn beide Geschlechter gemeint sind, wird für das Englische zur Verwendung des Plural geraten:

  • Doctors... they

"Woman driver" = "driver"

Die Voranstellung von "woman" vor männlich aussehende Substantive wird nicht mehr unterstützt.

Autorin
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