Deutsches Kinderhilfswerk: Recht auf kreatives Spiel

veröffentlicht am 15.08.2014

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert an Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen, Kindern mehr Recht auf freies, möglichst selbstbestimmtes und kreatives Spiel und Selbsterfahrung einzuräumen. Ziel muss es sein, die Angst vor kleineren Verletzungen zu nehmen, die durch das kreative, ausgelassene Spiel entstehen können.

Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen sollten den Mut haben, den Kindern Freiräume zu lassen, die keine großen Risiken in sich bergen aber Grenzerfahrungen ermöglichen. Um die Kreativität von Kindern herauszufordern, müssen Spielorte Gestaltungsfreiheit zulassen, damit sich die Spielmöglichkeiten und Bewegungsabläufe flexibel und individuell entfalten können. Der Spielraum sollte Veränderbarkeit zulassen, damit sich das Spielen immer wieder neu erfinden kann.

Die Forderungen des Deutschen Kinderhilfswerks

Fallen lernt man nur durch Fallen

Oft hindert das gesteigerte Sicherheitsbedürfnis der Eltern Kinder daran, sich kreativ austoben zu können. "Das selbstständige Bauen und Konstruieren, die Erprobung und das Experimentieren vermitteln die Fähigkeit, Risiken einzuschätzen. Beim Spielen gehört auch dazu, dass Kinder ihre Grenzen erfahren. Nicht unbedingt das Fernhalten von jedem Gegenstand, der bei unsachgemäßem Umgang gefährlich werden kann, sondern gerade die Erziehung des Kinder zu verantwortungsbewusstem Umgang mit einem solchen Gegenstand und dessen Nutzung ist häufig der bessere Weg, das Kind langfristig vor größeren Schäden zu bewahren. Denn Fallen lernt man nur durch Fallen. Jedes Kind hat das Recht auf eine eigene Beule, solange es sich um ein kalkulierbares Risiko handelt", sagt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

 

Spuren hinterlassen

"Es fehlt vielen Kindern heutzutage die Möglichkeit, ihre Spuren zu hinterlassen. Aber das ist ganz wesentlich für ihre Entwicklung. Kinder leben derzeit in einer Welt, in der ihre gesamten Erlebnisse bewertet und abgeheftet werden, von der Kita bis zur Schule. Wissenschaftler sprechen inzwischen von einer sozioemotionalen Kompetenz, die sich nicht mehr ausprägt. Kinder wissen sehr wenig über sich selbst, sie haben weniger Zutrauen. Wenn man ein Baumhaus oder einen Staudamm baut, verschafft einem das Selbstvertrauen. Kinder heute sind zerbrechlicher, weil sie schwerer innere Stärke entwickeln können. Hier müssen die Erwachsenen wieder mehr Kindheit zulassen!" so Hofmann weiter.

 

Hintergrund

Bereits seit der Gründung 1972 widmet sich das Deutsche Kinderhilfswerk der Spielplatzsituation in Deutschland und sensibilisiert mit dem "Weltspieltag" jährlich mit bundesweiten Aktionen für das in der UN-Kinderrechtskonvention verankerte Recht auf Spiel.


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