Geisteswissenschaften

Kinderarbeit im 19. Jahrhundert

Veröffentlicht am 13.09.2011
  • Sekundarstufe I
  • 1-2 Unterrichtsstunden
  • Unterrichtsplanung

Die Ausstellung "In die Zukunft gedacht" thematisiert unter anderem das Thema Kinderarbeit. Dieser Unterrichtsentwurf gibt Impulse, wie Lehrkräfte den Ausstellungsbesuch in Berlin im Unterricht vorbereiten können.

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozial- / Aktionsform

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die deutsche Sozialstaatlichkeit

Am Thema der Kinderarbeit lassen sich die positiven Errungenschaften deutscher Sozialstaatlichkeit, die in der Ausstellung dokumentiert werden, gut demonstrieren. Durch eine Reihe von Gesetzen und Verboten trug der Sozialstaat im Verlauf des 20. Jahrhunderts dafür Sorge, Kinder und Jugendliche vor Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen zu schützen. Davon konnte im Zentraleuropa des 18. und 19. Jahrhundert - und kann in zahlreichen Ländern der Dritten Welt bis zum heutigen Tag - nicht die Rede sein. Die Ausbeutung von Minderjährigen als Arbeitskräfte hat an ihrer tagespolitischen Aktualität nichts verloren.

"Doppelcharakter" der Kinderarbeit

Aus historischer Perspektive gilt es, Schülerinnen und Schülern jedoch auch zu vermitteln, Kinderarbeit - speziell vor der einsetzenden Industrialisierung - nicht per se als etwas Schlechtes zu betrachten. Dass Kinder in die Lebens- und Arbeitswelt der Erwachsenen fest eingebunden waren, galt vor allem in agrarisch geprägten Gesellschaften bis weit in das 20. Jahrhundert als gelebte Normalität. Dieser "Doppelcharakter", dem auch das Thema der Kinderarbeit innewohnt, sollte im problemorientierten Geschichtsunterricht dem Klassenverband - schon in der Sekundarstufe I - aufgezeigt werden.

  • Unterrichtsverlauf und verwendete Medien
    Die Schülerinnen und Schüler sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Kindheitsalltag im 19. Jahrhundert und ihrem eigenen erkennen und reflektieren.

Vermittelte Kompetenzen

Fachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • wissen, dass es unterschiedliche Formen der Kinderarbeit gab - und noch immer gibt.
  • erfahren, dass Kinder im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung als Arbeitskräfte in Fabriken ausgebeutet wurden und schutzbedürftig waren.
  • auch wissen, dass Kinder in die Lebens- und Arbeitswelt der Erwachsenen fest eingebunden waren: Sie hatten im Haushalt oder beim Kochen zu helfen, mussten Tiere hüten und sie hatten Garten- und Feldarbeiten zu erledigen.
  • wissen, dass Arbeit und Fleiß als wichtige Tugenden, Faulheit und Untätigkeit hingegen als "Schande" betrachtet wurden.

Medienkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • Bilddokumente aus dem Internet eigenständig beschreiben und bewerten können.
  • in der Gruppe Texte bearbeiten und dadurch ihre Auffassungsgabe und ihr Textverständnis schulen.

Sozialkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • in Gruppenarbeit Fragen zu einer Geschichtsquelle beantworten.
  • frei vor der Klasse sprechen können.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaKinderarbeit im 19. Jahrhundert
AutorFlorian Faderl
FachGeschichte
ZielgruppeSekundarstufe I am Gymnasium (Klasse 7 und 8)
Zeitraum1-2 Unterrichtsstunden
Technische VoraussetzungenComputer mit Internetanschluss, Beamer

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Avatar Florian Faderl

hat Geschichte auf Lehramt studiert. Er ist Redakteur bei der Stiftung Jugend und Bildung und Autor für Unterrichtsmaterialien in den Schulfächern Geschichte und politische Bildung.

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