Geisteswissenschaften

Büchner: Woyzeck

Veröffentlicht am 31.10.2005
  • Sekundarstufe II
  • variabel
  • Unterrichtsplanung, RechercheAuftrag, Arbeitsblatt, Primärmaterial/Quelle, Didaktik/Methodik
  • 2 Arbeitsmaterialien

"Woyzeck" ist für viele Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eine Herausforderung. Methoden der kreativen Textanalyse und die Online-Recherche zu Autor und Werk erleichtern das Textverständnis.

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozial- / Aktionsform

Didaktisch-methodischer Kommentar

Kognitiver und emotionaler Zugang

Im Mittelpunkt der Unterrichtsreihe steht die möglichst selbstständige Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem Drama. Dabei geht es sowohl um die Erarbeitung wesentlicher Inhalte und Konstellationen im Text als auch um seine Einordnung in den historischen Kontext. Um eine Annäherung an das Stück zu erleichtern, kommen verstärkt produktionsorientierte Verfahren zum Einsatz, die neben der rein kognitiven Auseinandersetzung einen emotionalen Zugang ermöglichen.

Digitale Medien nutzen

Dem Internet kommt dabei als Recherchemedium eine wichtige Rolle zu. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Fähigkeit erweitern, sich zielgerichtet zu informieren. Diese Recherche geschieht teils vorstrukturiert, teils frei. Des Weiteren nutzt der Kurs das im Internet vorhandene Angebot frei zugänglicher Textsammlungen, um eine "Neuausgabe" des Dramas (per Textpuzzle) zu erstellen.

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Vermittelte Kompetenzen

Inhaltliche Ziele

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • sich durch eigene Aktivitäten dem Text annähern.
  • Inhalte und Personenkonstellationen des Textes wiedergeben und analysieren.
  • verschiedene handlungsorientierte Verfahren der Tetxanalyse kennen lernen (Standbilder, Rollenbiographien).
  • sich in einzelne Personen des Stückes hineinversetzen.
  • die Perspektive eines Regisseurs einnehmen und eigene Regieanweisungen schreiben.

Ziele aus dem Bereich Medienkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • das Internet als Recherchemedium nutzen, um Informationen zum historischen Hintergrund und zum Autor zu sammeln.
  • eine große Online-Textsammlung kennen lernen und mit ihr arbeiten.
  • ein Textverarbeitungsprogramm kreativ zur Herausgabe eines neuen Dramen-Textes (per Textpuzzle) nutzen.
  • ihre Ergebnisse mit digitalen Folien präsentieren (fakultativ).

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaGeorg Büchner: Woyzeck
AutorSonja Hensel
FachDeutsch
ZielgruppeKlassen 11-13 der gymnasialen Oberstufe
Zeitumfang15 Stunden
MedienInternet, Textverarbeitungsprogramm, ggf. Präsentationssoftware
TextvorlageNorbert Schläbitz (Hrsg.):Georg Büchner: Woyzeck. Verlag Schöningh, Paderborn. Preis: 4,40 €
Technische VoraussetzungenInternetzugang in der Schule und privat (zur Erledigung der Hausaufgaben)

Kommentare zu dieser Unterrichtseinheit

  1. Christian Milz vor 16 Stunden
    Wenn die Fachwissenschaft irrt

    Wie geht man eigentlich mit Fehlern der Fachwissenschaft um? Endlose Reproduktion, steht ja so in den Schulbüchern? "Eyes wide shut?" Warum fällt niemandem auf, dass mit dem Sozialdrama "Woyzeck" etwas nicht stimmen kann. Und was ist mit einer Fachwissenschaft los, die verstockt und lernunfähig ist?
    Aber zur Sache. Wieso geistert ein Narr durch ein vermeintliches Sozialdrama (und zwar durch drei der vier Handschriftenentwürfe)? Was soll die Märchenparabel über das einsame Kind? - In dieser Fasssung gibt es noch keinen gemeinsamen Sohn. Warum gehen ausgebildete Germanisten in Anbetracht einer Parabel in einem Drama (an exponierter Position!) nicht systematisch auf die Funktion indirekter Rede in einem Text ein? (Wahrscheinlich haben sie es in ihrer Ausbildung nicht gelernt.) Übrigens ist ein zeitgenössischer Tambourmajor (genauso wie ein Unteroffizier) ein ebenso armes Schwein wie ein einfacher Soldat, er ist keinen Deut besser gestellt und hat selbstverständlich aufgrund seiner Position auch kein "schön Gold". Naja und das wird am Ende von Woyzeck im Mutters Bibel entdeckt. Schwant hier jemandem etwas?
    Warum werden diese Defizite dann durch den Rekurs auf den historischen Fall (es sind aber mindestens drei) zugekleistert, ohne dass mal jemand bemerkt, dass jeder anspruchsvolle (klassische) Autor auf der Selbstständigkeit seines Textes bestehen würde (und Büchner hat sich mit Shakespeare verglichen). Ohne mit der Wimper zu zucken schwemmt man einen schwierigen Text mit anderen Sachtexten auf, ohne dass man darüber Rechenschaft ablegt. Freilich macht es die Büchner-Forschung auch so, aber dadurch wird es nicht richtiger.
    Eine kompetente Didaktik müsste vor dem Lesen des "Woyzeck" (es müssen nicht die Handschriftenentwürfe sein) über die Allegorie in der Literatur bzw. klassischen Rhetorik sprechen, die in der Romantik durchaus beliebt war (Goethe, Tieck, Novalis). Ein Seitenblick auf Symbol und Märchenforschung wäre dabei nicht verkehrt, dann würde man vielleicht mit der Märchenparabel klarkommen (Dreh und Angelpunkt bei Büchner sind die "kleinen goldenen Mücken", siehe "Dantons Tod") Beispielsweise ist "Sonne" (Stichwort "golden") bei Büchner meist chiffriert. (Wie, legt er selbst offen, auch im "Woyzeck".)
    Ich habe noch nie verstanden, wieso seriöse Erwachsene auf die Idee kommen können, eine soziale Deprivation rechtfertige einen veritablen Lustmord (und eine Mischung aus Hinrichtung und Menschenopfer). Deswegen hat der eine oder andere aufmerksame Bearbeiter oder Kritiker auch so seine Schwierigkeiten mit dem Mord auf der Bühne (ursprünglich an "Margreth" vgl. Faust I!). Der Witz bei einer sorgfältigen Analyse der Mehrdeutigkeiten bei Büchner ist, dass das nicht auf Haarspaltereien hinausläuft, sondern einen höchst erklärungsbedürftigen Mord beleuchtet.

    Mehr dazu bei Christian Milz: Georg Büchner. Dichter, Spötter, Rätselsteller. Entschlüsselungen, Passagen Verlag, Wien

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Avatar Sonja Hensel

unterrichtet am Berufskolleg Bonn-Duisdorf die Fächer Deutsch, Geschichte, Politik und Soziologie.

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