Was ist "Lernen an Stationen"?

Veröffentlicht am 13.03.2004

Mit Lernzirkeln können die Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit beim Lernen gefördert werden.

Die veränderte Lehrerrolle

Im Gegensatz zum herkömmlichen Unterricht, der oft frontal abläuft und in dem alle Kinder zur gleichen Zeit dasselbe tun, sind die Anforderungen an die Lehrerrolle beim Lernen an Stationen insofern verändert, dass die Schülerinnen und Schüler nach Einführung und Bereitstellung der Lernmaterialien weitgehend selbstständig, eigeninitiativ, kooperativ und ihrer Lernausgangslage entsprechend an den Aufgaben arbeiten. Die Lehrkraft tritt mehr in den Hintergrund. Sie hilft bei Bedarf mit Erklärungen, berät Schülerinnen und Schüler, wenn Fragen zur Gestaltung der Aufgaben oder zum Ablauf der Arbeitsaufträge auftreten, unterstützt die Kinder bei Rechtschreibproblemen während des freien Schreibens, gibt Hinweise und Tipps zum Umgang mit dem Internet, dem Textverarbeitungsprogramm, dem sachgerechten Abspeichern von Texten und Grafiken, beobachtet das Lern- und Arbeitsverhalten der Kinder, steuert gegebenenfalls gruppendynamische Prozesse. Sie hat Zeit, leistungsschwächeren Kindern zusätzlich Unterstützung zukommen zu lassen und leistungsstarken gezielte Anregungen und Aufgaben zu geben.

Wie integriere ich die neuen Medien beim Lernen an Stationen?

Lernzirkel eignen sich besonders gut, Medienecken mit ihren Computern in den Unterricht zu integrieren. Die Arbeit am Computer ist eine von mehreren Stationen. Medienecken mit zwei oder drei Rechnern können sehr vorteilhaft und sinnvoll in diese Unterrichtsform eingebunden werden. Es gibt kaum ein Drängeln oder Warten an einzelnen Stationen, da die meisten Materialien mehrfach vorhanden sind, viele verschiedene Medien benutzt werden können und zahlreiche Arbeitsaufträge zur Verfügung stehen. Zur individuellen Orientierung erhalten die Kinder einen Laufzettel, auf dem die einzelnen Stationen und die dort zu erfüllenden Aufgaben aufgelistet sind. Die Kinder wissen, dass alle die Möglichkeit erhalten, an den begehrten Computern zu arbeiten, und stürzen sich somit nicht gleichzeitig auf sie. Die Schülerinnen und Schüler können sich gegenseitig bei Problemen helfen und unterstützen - eine zusätzliche Entlastung für die Lehrkraft.

Zusatzinformationen

Dieser Beitrag erschien in Zusammenhang mit dem Unterrichtsprojekt "Rund um den Regenwurm" in der Fachzeitschrift für den Computereinsatz in der Grundschule ComputerColleg, Heft 4/2003. Die ComputerColleg wird vom Domino Verlag herausgegeben.


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Avatar Gila Gappa

unterrichtet als Grundschullehrerin an der Erpelgrund-Schule in Berlin.

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