Schülerreferate und Internet-Quellen: Beurteilungstipps

Veröffentlicht am 26.05.2003

Kaum ein Referat wird ohne Internetrecherchen erarbeitet. Adressen wie referate.de oder spickzettel.de sind Schülerinnen und Schülern bestens bekannt. Sind Referate, die im wesentlichen nach dem Muster "copy and paste" erstellt wurden, überhaupt zulässig? Und wenn ja, wie sollen sie bewertet werden?

Externe Quellen und eigene Leistung

Das Problem: Copy and Paste

Die Übernahme von Inhalten per "copy and paste" ist problemlos möglich; alle vorhandenen Texte können mit "wenig" Aufwand zusammenkopiert werden. Dazu kommen noch ein paar ansprechende Bilder und Grafiken (die in der Regel übernommen werden, ohne das Urheberrecht zu berücksichtigen) und in einer Stunde ist das Referat fertig und ausgedruckt. Schnell wird es dann noch einigermaßen auswendig gelernt. Die Erfahrung zeigt, dass diese Schilderung mit der Wirklichkeit nicht selten übereinstimmt. Wie kann bei einem solchen Verfahren die Eigenleistung der Schülerinnen und Schüler erkannt, gemessen und sogar bewertet werden?

Internet-Recherchen

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die Nutzung des Internets anders gewertet werden sollte als die Nutzung herkömmlicher Medien. Soll das Internet nicht aus der Recherche verbannt werden, müssen Lehrkräfte wissen, woran sie im Zweifelsfall kopierte Referate erkennen und wie sie die tatsächlich geleistete Eigenarbeit der Schülerinnen und Schüler sinnvoll bewerten. Die methodischen Anforderungen an die Erarbeitung eines Referats müssen den Schülerinnen und Schülern selbstverständlich bekannt sein, bevor sie mit ihrer Recherche beginnen.

Referate im Internet-Zeitalter

Worauf es bei der Beurteilung von Referaten ankommt, die mithilfe von Internet-Quellen erstellt wurden, wird in den folgenden Kapiteln erläutert.

Ausblick: Kritische Mediennutzung ist Schlüsselkompetenz

Informationen per Internet: Immer mehr, immer bequemer

Die Nutzung der neuen Medien auf allen Gebieten wird weiterhin rasch ansteigen. Mit der Ausweitung des Informationsangebotes und die Tendenz zur Nutzung bequem zugänglicher Informationen wird sich sicher auch die Problematik von einfacher Informationsübernahme in vielen Bereichen verschärfen. Dazu kommt eine immer früher einsetzende Medienkompetenz (die meisten Kinder nutzen bereits Computer, bevor sie das erste Buch lesen!), die andere Medien weiter in den Hintergrund treten lassen wird.

Internetkompetenz als Schlüsselkompetenz

Das macht deutlich, dass der verantwortungsvolle und bewusste Umgang mit Medien eine Schlüsselkompetenz für die moderne Gesellschaft insgesamt darstellt. Die Lehrkräfte stehen in der Verantwortung, die kritische Auseinandersetzung mit dem Internet zu fördern und ihre Schülerinnen und Schüler gleichzeitig zu einer reflektierten Arbeitshaltung anzuhalten, denn auch kopierte Informationen müssen für die jeweilige Nutzung erschlossen und fachgerecht aufbereitet werden. Grundsätzlich muss der Unterricht - und zwar ganz unabhängig vom fachlichen Hintergrund - quellenkritisches Verhalten vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler müssen lernen, Informationen im Internet gezielt zu recherchieren, sie gleichzeitig aber auch per Gegenrecherche zu überprüfen und die Qualität des Informationsgehalts abzuwägen.


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