Gründung einer Übungsfirma

Veröffentlicht am 13.04.2005

Als Lehrkraft ohne betriebliche Vorerfahrung eine schulische Übungsfirma zu gründen, stellt eine organisatorische und pädagogische Herausforderung dar. Indem Schülerinnen und Schüler in die Gründungsphase einbezogen werden, können sie von Anfang an in der Üfa viel lernen.

Informationsphase

Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden die Schülerinnen und Schüler über das Vorhaben, eine schuleigene Übungsfirma einzurichten informiert und erläutert, was sie sich unter der Üfa vorzustellen haben.

Was ist eine Übungsfirma?

Eine "Üfa" ist eine fiktive Firma, die aber wie ein reales Unternehmen agiert. Waren und Geld sind fiktiv vorhanden, alle kaufmännischen Tätigkeiten werden tatsächlich durchgeführt. Die Übungsfirma steht wie ein echtes kaufmännisches Unternehmen in ständiger Geschäftsverbindung mit anderen Übungsfirmen. Die Zentralstelle des Deutschen Übungsfirmenrings (ZÜF) übernimmt Dienstleistungen von Ämtern und Behörden wie Krankenkassen, Arbeitsamt sowie Finanzamt. Zudem simuliert die ZÜF auch die Aufgaben einer Bankfiliale.

Aufgaben innerhalb der Übungsfirma

Innerhalb der Übungsfirma fallen Verwaltungsaufgaben wie Gehaltsabrechnung, Finanzverwaltung und Buchhaltung an, aber auch das Erstellen und Interpretieren von Umsatzstatistiken gehören dazu. Nicht zuletzt sind betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.

Die Kunden

Jede Übungsfirma steht in Verbindung mit anderen Übungsfirmen. Die Mitarbeiter dieser Übungsfirmen sind die Kunden. Die Zusammenarbeit dieser Übungsfirmen wird durch die Zentralstelle des Deutschen Übungsfirmenrings koordiniert.

Computer und Internet

Die Arbeit in der Übungsfirma findet zu großen Teilen am Rechner statt. Wie in einem modernen Betrieb wird ein Teil der Korrespondenz per E-Mail geführt, auf den Homepages der Firmen wird nach geeigneten Produkten recherchiert und für Textverarbeitung, Buchhaltung und Warenwirtschaft gibt es die passende Software.

Unterricht

Nachdem die Rahmenbedingungen und das Funktionieren einer Übungsfirma den Schülerinnen und Schülern erläutert wurden, besuchten wir eine bestehende Übungsfirma an einer anderen Schule und gewannen einen lebendigen Eindruck von der Arbeit, aber auch von einigen Schwierigkeiten bei der Übungsfirmenarbeit. Dann begann unsere intensive Vorbereitungsphase.

  • Produktfindung
    Eine der wichtigsten Vorüberlegung betrifft das Produkt, das die Übungsfirma verkaufen soll.
  • Suche nach einer Patenfirma
    Passend zu den ausgewählten Produkten suchten wir uns eine Patenfirma, die in der Realität das herstellt, was wir virtuell vertreiben möchten.
  • Öffentlichkeitsarbeit
    Die möglichst professionelle öffentliche Darstellung der Übungsfirma stellt ein wichtiges Aufgabenfeld dar.
  • Organisation
    Die interne Organisation der Übungsfirma bestimmt langfristig den Unterrichtsablauf und die Aufgabenverteilung.

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Avatar Elke Böer

unterrichtet nach ihrem Studium der Sozialökonomie in Stuttgart-Hohenheim das Fach Wirtschaftslehre an einer beruflichen Schule in Karlsruhe. Sie ist als Koordinatorin für Übungsfirmen im Berufskolleg für Gesundheit und Pflege (BKP) beim Regierungspräsidium Karlsruhe tätig. Seit Schuljahr 2004/2005 leitet sie gemeinsam mit Stefanie Simon-Häcker die Übungsfirma des Berufskollegs für Gesundheit und Pflege in Karlsruhe.

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