Eine Sternwarte als "Schülerlabor Astronomie"

Veröffentlicht am 12.08.2010

Auf dem Dach einer Wuppertaler Schule entstand ein einzigartiges Schülerlabor: Am Hauptteleskop und auf sechs Beobachtungsinseln können Schülerinnen und Schüler - einzeln oder in Kleingruppen - zeitgleich beobachten.

Öffnung von Schule

Astronomie in der Physiklehrerausbildung

Die Vernetzung mit dem SchulPOOL-Projekt der Bergischen Universität Wuppertal wird zu einer nachhaltigen Verbesserung der Physiklehrerausbildung an der Universität und zu einem erweiterten naturwissenschaftlichen Angebot führen, sowohl an der in Wuppertal beheimateten Junior Uni als auch an allen Schulen im Bergischen Städtedreieck.

Unterstützung von Schülerprojekten durch die Uni

Astronomische Einzelprojekte von Lernenden werden im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Gymnasium und Universität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern betreut. So kommt es dauerhaft zu einem engen Kontakt der Schülerinnen und Schüler aus der Region mit der Forschung. Zahlreiche Preise, die beim Röntgen-Physikwettbewerb und bei "Jugend forscht" bereits mit astronomischen Projekten der Astronomie-AG errungen worden sind, belegen schon seit Jahren die nachhaltige Bedeutung des Schülerlabors. Mit der Fertigstellung ist die Sternwarte nun für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich.

Ausstattung - Kooperationen - Projekte

Die innovative Idee unseres "Schülerlabors Astronomie" ist europaweit der erste Versuch dieser Art, eine Sternwarte als Bildungseinrichtung zu etablieren. Typische Sternwarten sind entweder Forschungseinrichtungen oder dienen als Vereinssternwarten für Amateure. Auch bereits bestehende Schulsternwarten orientieren sich an diesen Vorbildern. Man findet also stets eine Einrichtung vor, in der ein Einzelner oder ganz wenige Eingeweihte arbeiten können. Mit unserem Konzept der Schülersternwarte betreten wir Neuland, da hier viele Schülergruppen gleichzeitig und unabhängig voneinander astronomische Beobachtungen praktisch durchführen können. Das zentrale Sternwartengebäude wird ergänzt durch sechs astronomische Beobachtungsinseln, die identisch ausgestattet sind und die den daran arbeitenden Schülergruppen gleiche Bedingungen für astronomische Beobachtungen bieten.

  • Technische Ausstattung
    Mit Zubehörwagen, fertigen Montierungen, Strom- und EDV-Anschlüssen sind die Inseln schnell einsatzfertig. Das Hauptteleskop ermöglicht auch anspruchsvolle Projekte.
  • Kooperationen erhöhen den Wirkungsgrad des Labors
    Das Schülerlabor steht Kindern und Jugendlichen auch unabhängig vom Schulbetrieb offen. Darüber hinaus unterstützt es die Verbesserung der Lehrerausbildung.
  • Schülerforschungsprojekte am Schülerlabor Astronomie
    Besondere und preisgekrönte Einzelprojekte, die am Schülerlabor durchgeführt wurden, werden hier vorgestellt – so der Bau einer Meteorkamera und eines Planetariumsprojektors.

Zusammenfassung und Ausblick

  • Verbesserung der Lehrerausbildung

    Die Zukunft der Sternwarte als Schülerlabor Astronomie wird neben dem schulischen Betrieb (vor allem in einem neu zu gründenden Projektfach Astronomie im Rahmen der neuen Oberstufengestaltung in Nordrhein-Westfalen) in der Kooperation mit der Bergischen Universität im Rahmen der "Bergischen Science Labs" liegen. Die Sternwarte wird der Lehrerausbildung sowie über die Möglichkeit der Online-Buchung allen Schulen der Umgebung zugute kommen.
  • Offen für interessierte Kinder und Jugendliche

    Über die Kooperation mit der Wuppertaler Junior Uni und den Bergischen Science Labs kann die Sternwarte in einem Kursbetrieb von allen interessierten Kindern und Jugendlichen - unabhängig vom Schulbetrieb - besucht werden.
  • Betreuung von Schülerarbeiten

    Einzelprojekte für Facharbeiten, besondere Lernleistungen sowie Teilnahmen an "Jugend forscht" und anderen Wettbewerben können in Kooperation mit der Bergischen Universität von den dort lehrenden Dozentinnen und Dozenten betreut werden.
  • Vernetzung vieler Bildungsinitiativen

    Das "Schülerlabor Astronomie" bündelt und vernetzt zahlreiche Bildungsinitiativen im Bergischen Land und entfaltet seinen hohen Bildungswert gerade in den so wichtigen naturwissenschaftlich-mathematisch-technischen Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen.

Danksagung

Die Sponsorentafel bei der Einweihung; Schülerlabor Astronomie, Carl-Fuhlrott-Gymnasiums Wuppertal
+Abb. 9: Sponsorentafel bei der Einweihung (Ausschnitt)

Ohne zahlreiche Stiftungen, Bürgervereine, Lions- und Rotary-Clubs sowie private und Industrie-Sponsoren wäre die Idee eines solchen Schülerlabors nicht zu verwirklichen gewesen, denn angesichts der leeren Kassen in Städten und Kommunen ist es utopisch, auch nur einen geringen Beitrag aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung gestellt zu bekommen. Neben vielen Kleinspendern möchten wir uns vor allem bei den folgenden Hauptsponsoren und Stiftungen bedanken, die dieses Projekt ermöglicht haben: Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, Klaus Tschira Stiftung, Dr. Werner Jackstädt Stiftung, Rütgers-Stiftung, Hartmut und Lore Schuler Stiftung, Sparda-Bank Wuppertal, Stadtsparkasse Wuppertal, (debug link record:lo_article_subpage:tx_locore_domain_model_articlesubpages:848678), Wiesemann & Theis GmbH und Hans W. Winzig Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Knipex, Deutsche Bank AG Wuppertal, Marianne und Emil Lux Stiftung, Walter Klein GmbH (WKW), Hackenberg & Greef-Stiftung, E/D/E-Stiftung, Vorwerk-Stiftung

Hinweise

Grundprinzip des Filters

Ziel der praktischen Erprobung - zumindest in der Primarstufe - ist es außerdem, das Grundprinzip des Filters durch das Sieb zu verdeutlichen. Entscheidende Größe ist die "Lochgröße". In modernen Filtersystemen ist diese bis in den Nanobereich verkleinert, so dass auch Mikroorganismen und selbst organische Moleküle gefiltert werden können.


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Avatar Michael Winkhaus

OStR Michael Winkhaus fühlt sich als Lehrer für Mathematik und Physik am Carl-Fuhlrott-Gymnasium in Wuppertal schon seit langem der Astronomie verpflichtet. Nach seinem Diplomphysikstudium an der Universität Dortmund absolvierte er den Aufbaustudiengang Astrophysik am Astronomischen Institut der Ruhr-Universität Bochum und arbeitete dort in der Arbeitsgruppe Be-Sterne bei Dr. R.W. Hanuschik. Neben seiner Honorartätigkeit am Städtischen Planetarium Bochum gehört er seitdem zum "Initiativkreis Horizontastronomie im Ruhrgebiet e.V.", in dem er heute im Vorstand astronomische Projekte wie das Horizontobservatorium und die Obeliskensonnenuhr im Landschaftspark der Halde Hoheward verwirklicht und betreut. Er ist ferner Projektleiter eines Erlebnisparks der Sinne mit zentraler Sonnenwarte nach dem Vorbild von Goseck auf der Halde Lüntenbeck für die Initiative "Grüne Meile Wuppertal e.V.".

 

Projekte seiner Schülerinnen und Schüler sind mehrfach bei den Wettbewerben "JugendForscht" und "Röntgen-Physikpreis" ausgezeichnet worden. Mit seinen Schülerinnen und Schülern entwickelte er auch den Physikteil des Schülerlabors "BayLab" am Wuppertaler Forschungsstandort des Pharmakonzerns "Bayer".

 

Seit 2008 ist Michael Winkhaus neben seiner Lehrertätigkeit zusätzlich Lehrbeauftragter für Astronomie im Rahmen der Physiklehrerausbildung an der Bergischen Universität Wuppertal. Michael Winkhaus ist für seine Projekte bereits mehrfach ausgezeichnet worden:

  • Hans-Ludwig-Neumann-Preis der Deutschen Astronomischen Gesellschaft für ein Projekt zur Oberstufen-Sternspektroskopie (2002)
  •  

  • Samuel Thomas von Soemmerring-Preis des Physikalischen Vereins Frankfurt für das Projekt "Flatterbandhenge" (2005)
  •  

  • Georg- Kerschensteiner-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für Leistungen im Bereich der Physik- und Astronomie-Didaktik und vorbildlicher wissenschaftlicher Nachwuchsförderung (2010)

weitere Beiträge des Autors

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