Die "Magische Wand"

Veröffentlicht am 15.06.2009

Die "Magische Wand" ist ein Wissensspiel, das ein Wissensgebiet in verschiedene Teilbereiche aufteilt und hierzu auf Basis einer PowerPoint-Präsentation Fragen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden stellt. 100 Punkte zeichnen eine leichte Frage aus. In Abständen von 100 Punkten steigt der Schwierigkeitsgrad auf 500 Punkte.

Spielvorbereitung

Fragen und Antworten erstellen

Die Vorbereitung des Spiels kann in arbeitsteiliger Gruppenarbeit durchgeführt werden, so dass beispielsweise jeweils zwei Gruppen ein Themengebiet bearbeiten. Nachdem die Gruppen die Fragen und Antworten erstellt haben, müssen sie die Fragen mit Punkten bewerten, also jeder Frage einen Schwierigkeitsgrad zuordnen. Die Lehrerin oder der Lehrer kann die Fragen durch eigene Fragen, die so genannten "Risikokarten", ergänzen. Die Schülerinnen und Schüler können hier selber Punkte setzen, maximal die bisher erreichte Punktzahl ihrer Gruppe. Bei richtiger Antwort erhält die Gruppe die Punktzahl, bei falscher Antwort wird sie abgezogen.

 

Von Kärtchen zur Präsentation

Die Fragen können auf Kärtchen geschrieben werden, wobei die Punktzahl auf der Rückseite steht. Die Kärtchen werden dann, sortiert nach Themen und Punktzahl, mit der Punktzahl nach oben an der Wandtafel befestigt. Die Gruppe, die eine Fragen formuliert hat, entscheidet über die Richtigkeit der Antwort. Selbstverständlich dürfen die Gruppen ihre eigenen Fragen nicht wählen. Richtig beantwortete Karten werden dem Punktekonto der jeweiligen Gruppen gutgeschrieben. Bearbeiten zwei Gruppen das gleiche Thema, so sollten sich ihre Kärtchen durch die Farbe unterscheiden. Fächerübergreifend kann im Informatikunterricht aus den Kärtchen eine PowerPoint-Präsentation erstellt werden.

Kompetenzerwerb und -förderung

Selbsteinschätzung und Individualkompetenz

Die Einteilung der "Magischen Wand" in Themengebiete, deren Schwierigkeitsgrade durch die Punktzahl angegeben werden, ermöglicht es den Spielenden, ihren Wissensstand selber zu bewerten. Durch die Wahl einer Frage über das Themengebiet und über die Punktehöhe werden sie gefordert, ihre individuelle Leistungsfähigkeit einzuschätzen, und damit in die Lage versetzt, ihre Individualkompetenz zu fördern. Da die Antworten im Spiel den Fragen folgen, erhalten die Spielerinnen und Spieler ein sofortiges Feedback und können somit ihre Kompetenz, die eigene Leistungsfähigkeit einzuschätzen, weiter entwickeln.

 

Sozial- und Sprachkompetenz

Da die "Magische Wand" in Rateteams gespielt wird, werden soziale Kompetenzen durch gemeinsames Beraten und Entscheiden gefördert. Auch hier wird die Sprachkompetenz gefördert, da die Lernenden sich untereinander verständigen müssen und jeweils ein Gruppenmitglied die Antwort vorträgt. Um die Lernwirksamkeit zu erhöhen, sollte die Lehrkraft darauf achten, dass immer ein anderes Gruppenmitglied die gemeinsame Antwort mitteilt. Außerdem werden die Lernenden dazu motiviert, den konkurrierenden Rateteams aktiv zuzuhören, um die Richtigkeit von deren Antworten beurteilen zu können.

Reflexion

Förderung der Methoden- und Medienkompetenz

Nach der Spielrunde sollte eine Reflexionsrunde stattfinden. Hier kann zum einen die Methode "Wissensspiel zur Wiederholung und Festigung" reflektiert werden und somit die Methodenkompetenz gefördert werden. Zum anderen können inhaltliche Wissenslücken reflektiert werden, indem festgehalten wird, aus welchem Grund bestimmte Wissensdefizite bestehen.

 

Nachbereitung

Haben die Lernenden das Spiel mithilfe der Kärtchen gespielt, so können alle nicht oder fehlerhaft beantworteten Fragen an der Tafel verbleiben. Haben die Lernenden das Spiel mithilfe der PowerPoint-Präsentation gespielt, müssen die nicht oder fehlerhaft beantworteten Fragen notiert werden. Die noch offenen Fragen können anschließend besprochen oder von den Lernenden zu Hause nachgearbeitet werden.

PS: Zur Prüfungsvorbereitung

Das Erstellen und Spielen einer "Magischen Wand" eignet sich besonders zur Klausur- oder Prüfungsvorbereitung.


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Avatar Gisela Speicher

ist Fachleiterin für Wirtschaftsinformatik am Studienseminar für Lehrämter an Schulen Dortmund und unterrichtet am Louis-Baare-Berufskolleg Bochum.

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