jugendschutz.net: Islamisten ködern Jugendliche im Netz

veröffentlicht am 15.12.2015

Symbole aus der Popkultur, Anleihen aus Computerspielen, Videoclips wie aus Hollywood: Damit ködern Islamisten Jugendliche. Vor allem über Dienste wie Facebook, YouTube und Twitter erreichen Beiträge viele Userinnen und User und erhalten schnell zehntausende Klicks.

Dschihadisten instrumentalisieren sogar Kinder, um für den bewaffneten Kampf, Terrorismus und Blutvergießen zu werben. "Die Zunahme an brutalen Gewaltdarstellungen ist besorgniserregend. Sie werden gezielt eingesetzt, um Wut zu schüren und zum Hass anzustacheln, aber auch zu ängstigen und zu schockieren", erläutert Stefan Glaser, der stellvertretende Leiter von jugendschutz.net. Die Stelle hat in den vergangenen Jahren 1.050 Verstöße gegen den Jugendschutz registriert. Bei jedem dritten Fall handelte es sich um grausame Inhalte, die Gewalt verherrlichen, verharmlosen oder die Menschenwürde verletzen.

Islamismus im Internet

Schlüsselrolle von Facebook, YouTube und Twitter

Laut jugendschutz.net kommt vor allem den reichweitenstarken Plattformen Facebook, YouTube und Twitter eine Schlüsselrolle zu. Auch neue Dienste wie Sendvid und Telegram würden schnell von Islamisten genutzt, um ihre menschenverachtende Propaganda zu verbreiten. Glaser sieht die Betreiber in der Pflicht: "Es reicht nicht mehr, erst nach Hinweisen zu löschen. Anbieter müssen proaktiv tätig werden, also selbst kontrollieren und technische Mittel einsetzen".

 

Islamisten eröffnen aber auch niedrigschwellige Zugänge: Videos mit ansprechender Story, szenetypische Musik und umgedeutete Alltagssymbolik knüpfen an der Lebens- und Erlebniswelt von Jugendlichen an. Geschickt bedienen sie Bedürfnisse junger Menschen, stiften Lebenssinn und liefern Identifikationsmöglichkeiten.

Wachsender Qualifizierungs- und Austauschbedarf

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), fordert angesichts dieser Entwicklungen, dass die politische Bildung islamistischen Online-Aktivitäten größere Beachtung schenken soll: "Akteure der Radikalisierungsprävention müssen die Entwicklungen im Internet stärker in den Blick nehmen und in ihre Maßnahmen einbauen. Die politische Bildung kann radikalisierungsgefährdete Zielgruppen durch Diskursangebote im Web zu Themen wie Islam, Islamismus und Islamfeindlichkeit erreichen und pluralistische Deutungen anbieten." Als konkretes Beispiel nennt Krüger die kürzlich vorgestellten Clips, in denen YouTuber wie LeFloid, Hatice Schmidt und MrWissen2go gemeinsam mit ihrem Publikum die Vielfalt des Islams kennen lernen (www.bpb.de/begriffswelten-Islam). Auf den wachsenden Qualifizierungs- und Austauschbedarf reagiert die bpb mit passgenauen Fortbildungsangeboten und dem neu eingerichteten Infodienst Radikalisierungsprävention.


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