Whiteboards im Einsatz an Pädagogischen Hochschulen

Die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems (KPH) bietet als Aus- und Weiterbildungsinstitution im Sinne einer qualitativ hochwertigen Ausbildung den Studierenden an, interaktive Whiteboards kennenzulernen.
 

Ist man bestrebt, Whiteboards im Unterricht an Pädagogischen Hochschulen einzusetzen, wie dies mit dem Activboard der Firma Promethean an der KPH der Fall ist, empfiehlt es sich, die intendierten Lernszenarien hinsichtlich ihrer Interaktionscharakteristika zu untersuchen (vergleiche etwa Macke 2008 oder Pfäffli 2005). Dem hochschulischen Kanon der Lehrveranstaltungen folgend, kann man grundsätzlich zwischen Vorlesung, Seminar und Übung unterscheiden.

 

Vorlesung

Vornehmlich Präsentationszwecke
Bei dieser Lehrveranstaltungsform kann man didaktisch davon ausgehen, dass sowohl die Interaktion zwischen der/dem Vortragenden und den Studierenden als auch innerhalb der Zuhörerschaft relativ gering ausfallen wird. Der Fokus wird hier auf den Informationen, die die Dozentin oder der Dozent vermittelt, liegen. Für den didaktischen Einsatz eines Whiteboards bedeutet dies, dass sich das Medium vorwiegend für anschauliche Präsentationszwecke eignet.

Hilfreich bei der Nachbereitung
Gute Dienste kann ein Whiteboard im Rahmen einer Vorlesung allerdings bei der Nachbereitung leisten. So können beispielsweise Notizen, die den vorbereiteten Flipcharts während der Vorlesung hinzugefügt wurden, gespeichert und den Studierenden im Nachhinein zugänglich gemacht werden. Denkbar ist vor allem eine Bereitstellung dieser aktualisierten Flipcharts auf einer Homepage der entsprechenden Bildungsinstitution beziehungsweise auf der Homepage der/des Dozierenden. Ein unmittelbares Zustellen per E-Mail ist natürlich möglich, aber aufgrund der zu erwartenden hohen Zahl an Zuhörenden bei einer Vorlesung mit einem relativ großen Aufwand verbunden.

Seminar

Offene Unterrichtsvorbereitung
Der Interaktionscharakter zwischen der/dem Vortragenden und den Studierenden ist in Seminaren naturgemäß höher als bei Vorlesungen, was auf einen noch effizienteren Einsatz des Whiteboards als kommunikations- und kooperationsunterstützende Technologie hoffen lässt. In dieser Form der hochschulischen Lehrveranstaltung sollte neben der Vermittlung von Inhalten aber vor allem die Diskussion, das Gespräch, eine Hauptrolle spielen. Gegenseitiges voneinander Lernen steht hier didaktisch weit oben, was durch eine gezielte, offene Unterrichtsvorbereitung mit dem Whiteboard gewährleistet werden kann.

Lernumgebung schaffen
In Kombination von moderner Technologie und menschlicher Kreativität kann eine Lernumgebung geschaffen werden, die Seminarleitung und Studierende verbindet. Einbeziehung des Internets, Expressumfragen innerhalb der Seminargruppe, Videokonferenzen mit anderen Seminargruppen, gemeinschaftliches Präsentieren, Abspielen von (kurzen) Audio- und Videodateien, kollaboratives Arbeiten an Dokumenten, Arbeitsblättern oder Projekten ermöglichen neben einer Motivationssteigerung innerhalb der Seminargruppe auch das verstärkte Miteinander beim Erarbeiten und Festigen von Unterrichtsinhalten.

Übungen

Vorbereitung auf die Schulpraxis
Im Wesentlichen gelten für Übungen ähnliche didaktische Parameter wie für Seminare mit der Einschränkung, dass bei dieser Form der Lehrveranstaltung noch fokussierter an einem Themenbereich gearbeitet wird. Die Vorteile des Einsatzes von Whiteboards sind evident. Für die KPH kann als Lehrveranstaltung "Übung" die Vorbereitung auf die Schulpraxis geltend gemacht werden: Das Whiteboard steht hierbei nach beziehungsweise mit einer Praxisberatung den Studierenden für ihre Unterrichtsvorbereitungen zur Verfügung.

Unterricht mit dem Whiteboard
Dieser Umstand scheint insofern zukunftsweisend, als die Praxisschulen, an denen die Studierenden der KPH ihre Lehrübungen abhalten, verstärkt auf Unterricht mit dem Whiteboard setzen und auch dementsprechend ausgerüstet sind. Somit hat die KPH unter anderem eine zentrale Empfehlung der "Wissenschaftlichen Evaluation des Interaktiven Whiteboards an Berliner Schulen" eingelöst, wenn dort allgemein gefordert wird, dass "(d)ie didaktische Nutzung des Interaktiven Whiteboard in alle Phasen der Lehreraus- und in die Lehrerfortbildung integriert werden (sollte)" (Issing 2009).

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Informationen zum Autor

Johannes Nikisch (Dipl.-Päd. Mag. phil.), langjährige Erfahrungen als Hauptschullehrer, unterrichtet an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (KPH) am Campus Krems/Mitterau, Fachwissenschaft Germanistik.

Sie können eine Langfassung dieses Beitrags als PDF-Dokument von der Webseite der KPH Wien/Krems herunterladen.

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