Dieser Erfahrungsbericht möchte dazu anregen, die vorgestellten Ideen für den Einsatz von Weblogs im Deutschunterricht aufzugreifen und auf die eigene Situation anzupassen. "Einfach mal auszuprobieren", was möglich ist, kann sich besonders im Fall des Weblog lohnen, denn ein Weblog ist schnell erstellt und flexibel einsetzbar.
Von wem und für wen?Ein Weblog ist eine Möglichkeit, im Netz eine Art Tagebuch zu führen, allgemeiner gesagt: Texte zu veröffentlichen. Diese Texte kann man allen Usern, aber auch einem begrenzten Personenkreis zugänglich machen. Man kann den Besuchern erlauben, die Texte zu kommentieren (also auch Fragen zu stellen), kann dies aber auch verbieten.
Umfang eines WeblogDie meisten Anbieter (beispielsweise 20six.de oder kulando.de) ermöglichen, dass man mindestens fünf verschiedene Rubriken oder Kategorien in einem Weblog kostenlos führen kann.
Eigene ErfahrungenIch habe bei 20six zum Schuljahr 2005/06 mit einem solchen Blog namens studio D begonnen, das netzbasierte Werkzeug für den Deutschunterricht zu nutzen.
Technische HürdenNach einer Umstellung der Systemsoftware bei 20six bin ich mit studio D und studio D14 in Weblogs von kulando.de umgezogen. Die Reste meines altes Weblogs gibt es aber auch noch: studio D (alt).
Zeitunabhängiges Lernen fördernDie Rubrizierung des studio D zeigt schon einige Nutzungsmöglichkeiten auf. Die Idee, das Internet in dieser Form für meinen Unterricht zu nutzen, ist aufgekommen, weil Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II häufiger fehlen und dann auf Entschuldigungen wie diese zurückgreifen: "Ich wusste nicht, was aufgegeben war." Oder: "Man hat mir das falsch gesagt." Oder: "Das habe ich eben erst erfahren." Das wurde mit einem Schlag abgestellt: Die Hausaufgabe steht jetzt immer im Netz - oft sogar schon eine Woche vorher, damit sich die Schülerinnen und Schüler die Arbeitszeit einteilen können.
Verschiedene EinsatzbereicheEs gibt viele weitere Möglichkeiten, das Weblog zu nutzen:
Natürlich braucht man einen passenden Browser. Je nach verwendetem Browser hat man verschiedene Zugriffsmöglichkeiten auf die Technik des jeweiligen Blogs. Bei mir sind Camino und Mozilla am besten geeignet, während Opera 8.5 und Netscape 7.2 nicht so gut passen, also mit der Blog-Technik nicht in gleichem Maß kompatibel sind (etwa bei Bloghof.net). Man muss also wirklich verschiedene Browser ausprobieren, um den jeweils besten zu finden.
Zunächst einmal ist festzustellen: Das geht ganz einfach! Man gibt die URL eines Weblog-Anbieters (also beispielsweise www.kulando.de) in die URL-Leiste des Browsers ein und richtet dann - Schritt für Schritt begleitet - sein Weblog ein. Vorher sollten Sie sich einen guten Namen und ein Passwort überlegen. Die technischen Möglichkeiten sind natürlich bei den einzelnen Blogs verschieden, teilweise gibt es nur fünf freie Kategorien (Rubriken), teilweise muss man zahlen (twoday.net).
Reihenfolge: chronologisch oder alphabetisch
Wenn man mehrere Artikel nacheinander veröffentlichen will, ist zu bedenken, dass die Blogs dem chronologischen Prinzip für die Reihenfolge der Einträge folgen (meist kann man das nicht ändern). Man müsste also zunächst eine alphabetisch geordnete Liste der Beitragstitel anlegen und dann "unten" im Alphabet anfangen, die Artikel zu veröffentlichen, wenn man einer alphabetischen Reihenfolge folgen will.
Bestehendes zwischenzeitlich stummschalten
Man sollte, wenn man mit einem neuen Kurs ein "altes" Thema bearbeitet, die bereits online verfügbaren Ergebnisse vorübergehend den Blicken entziehen, damit die "Neuen" nicht einfach die alte Lösung abschreiben.
Browserfunktionen nutzen
Bei manchen Anbietern kommt man nicht mit einem Weblog aus, weil es nur fünf freie Kategorien (Rubriken) gibt. Wenn man beim gleichen Anbieter ein zweites Blog einrichtet, braucht man eventuell schon zwei Adressen und zwei Passwörter. Damit man sich da nicht verheddert, benötigt man einen Browser, der sich Passwörter merkt, also etwa Opera (opera.com oder opera-browser.de), Camino für den Mac (mozilla.org) oder Netscape (browser.netscape.com).
Inhalte splitten
Möglicherweise empfiehlt es sich, zwei Blogs bei zwei verschiedenen Anbietern einzurichten. Denn wenn einmal ein Absturz passiert (selbstverschuldet oder wegen der ruckelnden Technik des Anbieters), ist nicht alles verloren ... Ein Vorteil dieser Lösung: Man kann Titel und Passwort für beide Blogs gebrauchen.
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Norbert Tholen unterrichtet Deutsch, Literatur und Philosophie an einem Gymnasium in Mönchengladbach.
entdeckendes Lernen, handlungsorientiertes Lernen, Informationskompetenz, Didaktik