Naturwissenschaften

Pränatale Diagnostik – ein kontroverses Thema im Unterricht

Veröffentlicht am 05.12.2002
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • variabel
  • Unterrichtsplanung, Projekt, RechercheAuftrag, Arbeitsmaterial, Arbeitsblatt
  • 1 Arbeitsmaterial

Die Pränatale Diagnostik (PND) ermöglicht bereits während der Schwangerschaft die Diagnose von Schädigungen, Erkrankungen und sogar genetischen Defekten bei ungeborenen Kindern. Die Errungenschaften der modernen Biowissenschaften und der Medizin stellen werdende Eltern bei „positiven“ Befunden vor die schwierige (Gewissens-)Entscheidung: Schwangerschaftsabbruch oder nicht?

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die für die Unterrichtseinheit veranschlagten zwei Unterrichtsstunden sollten als Einzelstunden abgehalten werden. Die SchülerInnen sollten das Thema Sexualkunde bereits durchgenommen haben. Zu Beginn der ersten Stunde wird das bereits vorhandene Wissen der SchülerInnen zur PND zusammengetragen. Danach teilt die Lehrkraft die Arbeitsgruppen ein und ordnet die Arbeitsaufträge zu. Falls genug Zeit vorhanden ist, kann man auch versuchen, die Gruppen ihre Themen selbst wählen zu lassen. Während der Gruppenarbeit sollen die SchülerInnen ihre Arbeitsaufträge mithilfe von Internetrecherchen über vorgegebene Links erfüllen. Da diese Aufgabe recht zeitaufwändig ist, sollte die Recherche idealerweise als Hausaufgabe fortgeführt werden können.

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Vermittelte Kompetenzen

Die SchülerInnen sollen

  • ausgehend von einem Fallbeispiel im Internet in arbeitsteiliger Gruppenarbeit die Standpunkte verschiedener Berufs- und Gesellschaftsgruppen zur PND mithilfe vorgegebener Links recherchieren.
  • ihre Ergebnisse im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Rollenspiel präsentieren.
  • für eine abschließende Abstimmung einen klaren eigenen Standpunkt zur PND-Problematik entwickeln.
  • die Ergebnisse der Unterrichtseinheit in eine CD-ROM oder eine Website transformieren.

Bei Risikoschwangerschaften können negative Befunde unbegründete Sorgen und Befürchtungen werdender Eltern aus dem Weg räumen. Aber welche Konsequenzen hat ein "positiver" Befund? Wenn durch die Untersuchung eine Erkrankung oder Behinderung des Kindes festgestellt werden, die intrauterin oder unmittelbar nach der Geburt behandelt werden und so die Gesundheit und die Lebensqualität des Kindes positiv beeinflusst werden kann, liegt der Nutzen der PND auf der Hand. Aber was, wenn das "positive" Untersuchungsergebnis eine nicht therapierbare Behinderung oder einen genetischen Defekt des Embryos aufdeckt? Die Unterrichtseinheit vermittelt SchülerInnen über eine Internetrecherche und eine Podiumsdiskussion mit Rollenspiel das gesellschaftliche und ethische Konfliktpotential der PND.

Michèle Hammes studierte Biologie und Englisch (Sek I/II) an der Universität Bonn und ist zurzeit (März 2007) als Referendarin an der Erich-Fried-Gesamtschule in Wuppertal tätig.


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Avatar Kristin Kaplan

studierte Biologie und Geographie (Sek I/II) an der Universität Bonn. Zurzeit (März 2007) ist Sie Referendarin am Gymnasium Heißen in Mülheim.

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