Naturwissenschaften

Forschendes Lernen und offene Aufgaben

Veröffentlicht am 20.02.2014
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • Es gibt kleinere offene Aufgaben für 15 Minuten bis hin zu forschenden Unterrichtsprojekten über mehrere Schulstunden.
  • Didaktik/Methodik

In diesem Beitrag wird erklärt, was unter einer offenen und forschenden Unterrichtsgestaltung zu verstehen ist und aufgezeigt, welche Herausforderungen diese neue Einstellung zum Lernen mit sich bringt. Darüber hinaus werden Praxisbeispiele angeführt und Materialien bereitgestellt.

Didaktisch-methodischer Kommentar

Neue Einstellung zum Lernen finden

Sowohl von Lehrkräften als auch von Schülerinnen und Schülern wird bei offenen Aufgaben und einer forschenden Unterrichtsgestaltung eine neue Einstellung zum Lernen gefordert. Von den Lernenden wird erwartet, dass sie eigene Fragen stellen, Entscheidungen treffen, Versuche planen, diskutieren, zusammenarbeiten, Ergebnisse kommunizieren und nachvollziehbare Erklärungen finden. In Konsequenz haben Lehrkräfte nicht mehr die Aufgabe, nur Wissen zu vermitteln, sondern die Schülerinnen und Schüler zu motivieren und als kooperative Lernberater zu unterstützen. Dies kann nicht von heute auf morgen gelernt werden. Daher ist es wichtig, vor allem am Anfang kleine Schritte zu gehen und nicht gleich mit großen Projektaufgaben zu starten.

Einsatz offener Aufgaben im Unterricht

Vermittelte Kompetenzen

Fachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • formulieren eigene mathematische und naturwissenschaftliche Fragen.
  • stellen eigenständig Hypothesen auf.
  • planen und führen Untersuchungen und Experimente selbstständig durch.
  • präsentieren, interpretieren und stellen Daten dar.

Sozialkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten die eigene Leistung sowie die der Mitschülerinnen und Mitschüler (Fremd- und Selbstbewertung).
  • arbeiten kooperativ in Gruppen.

Die Projekte Primas und Mascil

Projektziele

Die beiden europäischen Projekte Primas (2010 - 2013) sowie Mascil (2013 - 2016) unterstützen Lehrerinnen und Lehrer der Mathematik und der Naturwissenschaften aller Schularten und Klassenstufen darin, offene und forschende Aufgaben im Unterricht einzusetzen. Durch neue Unterrichtsformen soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler für Mathematik und Naturwissenschaften nachhaltig geweckt und berufliche Perspektiven im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich eröffnet werden. Im Rahmen der Projekte werden Unterrichtsmaterialien bereitgestellt, Fortbildungen sowie Informationsveranstaltungen angeboten und Netzwerke aufgebaut.

Wie entstehen die Materialien und Fortbildungskonzepte?

Die Aufgabenbeispiele und die Fortbildungsmaterialien entstehen im Rahmen der Projekte Primas und Mascil. In den Projekten arbeiten 17 Hochschulen aus 13 europäischen Ländern zusammen. Bei den zweimal im Jahr stattfindenden Projektmeetings treffen sich circa 50 Personen aus Schulen, Schulbehörden und Hochschulen um die Konzepte weiterzuentwickeln, Materialien zu überarbeiten und sie schließlich wieder in ihre Länder zu tragen, wo sie getestet und optimiert werden. Beide Projekte wurden beziehungsweise werden von der europäischen Union gefördert und von Prof. Dr. Katja Maaß, Pädagogische Hochschule Freiburg, koordiniert.


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Avatar Autorenteam "Forschendes Lernen"

Prof. Dr. Katja Maaß ist am Institut für mathematische Bildung der Pädagogischen Hochschule Freiburg tätig und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Realitätsbezüge im Mathematikunterricht, forschendem Lernen und offenen Aufgaben. 

Dr. Patrick Bronner ist Gymnasiallehrer am Friedrich-Gymnasium Freiburg. In seiner Promotion befasste er sich mit der Frage, wie moderne quantenphysikalische Experimente in den Physikunterricht integriert werden können.

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Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.

In Kooperation mit

PH Freiburg

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der PH Freiburg.

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