Geisteswissenschaften

Napola - Elite für den Führer: Links und Tipps zum Film

Veröffentlicht am 10.02.2005
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • variabel
  • Unterrichtsplanung, Primärmaterial/Quelle, RechercheAuftrag
  • 1 Arbeitsmaterial

Ausgewählte Links und Materialien für den Unterricht oder die Unterrichtsvorbereitung zum Film "Napola - Elite für den Führer".

Download

Der Film im Unterricht

Historische Fiktion veranschaulicht NS-Erziehungsideale

Anders als "Der Untergang", der versucht, durch die Anlehnung an vorhandene Quellen Hitlers letzte Tage szenisch zu rekonstruieren, ist "Napola" ein historischer Spielfilm. Die dramatisierte fiktive Handlung veranschaulicht dennoch die Leitgedanken der nationalsozialistischen Erziehung. Die sozialdarwinistischen Ziele und Methoden bei der Ausbildung der künftigen "NS-Elite" stehen im Film klar im Vordergrund. Dabei geht der Regisseur und Mitdrehbuchautor des Films, Dennis Gansel, von der Anziehungskraft des Nationalsozialismus auf Jugendliche aus. Kritiker werfen ihm deswegen einen allzu unbefangenen Umgang mit der NS-Vergangenheit vor.

Gleichschaltung im Sinne der NS-Ideologie

Der Film eignet sich gut für den Einsatz im Unterricht. Er lässt sich einbetten in eine Sequenz, die sich mit dem Menschenbild der Nationalsozialisten, den Erziehungsidealen und den Mechanismen der Gleichschaltung auseinander setzt. Denn dass die totale Gleichschaltung schon in Kindheit und Jugend beginnt, wird am Beispiel der Napola Allenstein schnell deutlich. Zentrale Themen, die sich in diesem Zusammenhang erarbeiten lassen, sind die Idelologie des Nationalsozialismus, der Mythos der Volksgemeinschaft, die Gleichschaltung der Jugend (HJ, BDM, Kraft durch Freude [KDF]). Sinnvoll ist dabei der Vergleich der Darstellung im Film mit Quellen oder Dokumenten der Oral History. Grundkenntnisse zur NS-Ideologie und zum historischen Kontext sollten bei den Jugendlichen allerdings vorhanden sein. Denn Hinweise auf die Judenverfolgung (die Villa des Gauleiters scheint früher Eigentum einer jüdischen Familie gewesen zu sein), das Vorgehen gegen Kritiker des Regimes (wie Friedrichs Vater) oder die Entwicklung an der Front gibt es im Film nur am Rande. Sie werden schließlich auch aus dem Alltag der Napola ausgeblendet.

Beobachtungsaufgaben erleichtern Analyse

Um die Filmbesprechung im Unterricht möglichst effektiv zu gestalten, sollten die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld (gegebenenfalls arbeitsteilig) Beobachtungsaufträge erhalten. Dabei können folgende Fragen im Mittelpunkt stehen:

  • Welches Verhältnis besteht zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft der Napola-Schüler?
  • Welche ideologischen Werte, welche Ideale werden an der Napola vermittelt und wie werden die Jugendlichen von dieser Ideologie vereinnahmt?
  • Was fällt bei den Inhalten einzelner Unterrichtsfächer und der Gestaltung des Unterrichts auf?
  • Was gefällt den Schülern an ihrem Aufenthalt an der Napola? Warum gibt es kaum jemanden, der Kritik äußert?

Anlässe für kreatives Schreiben

Wenn der Vorhang fällt, bleiben durchaus Fragen offen. Um die Analyse des Films sowie der nationalsozialistischen Erziehungsmethoden im Unterricht zu sichern, bieten sich kreative Schreibanlässe an. Was Albrecht Stein, der Sohn des Gauleiters, in seinen persönlichen Aufzeichnungen vom Schulalltag festhält, können die Zuschauer nur ahnen. Denkbar wäre daher, dass die Schülerinnen und Schüler aus der Perspektive Albrechts einen fiktiven Tagebucheintrag verfassen, in dem er zu den Vorschriften und dem Alltag an der Schule Stellung nimmt. Friedrich, der seinen Eltern nur einen Abschiedbrief hinterlassen hat, könnte seiner Mutter einen Brief schreiben und darin ebenfalls den Alltag an der Napola oder seine Gründe für den gewollten Schulverweis erklären.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

Titel des FilmsNapola - Elite für den Führer (Deutschland 2004)
Altersgruppefreigegeben ab 12 Jahre
SchauspielerMax Riemelt, Tom Schilling, Justus von Dohnány u.a.
RegieDennis Gansel

Kommentare zu dieser Unterrichtseinheit

Keine Kommentare gefunden!

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Avatar Gerd W. Hochscherf

ist Lehrer für Geschichte, evangelische Religion und Russisch am Gymnasium Odenkirchen in Mönchengladbach, wo er sich verstärkt mit der Integration der modernen Informationstechnologien in den Unterricht beschäftigt - insbesondere im Fach Geschichte. Er ist außerdem als Systemadministrator und Multimediadidaktiker tätig. Seit 2003 erarbeitet Gerd W. Hochscherf medienpädagogische Konzepte für die Arbeit mit Internet, CD-ROM/DVD und Präsentationstechniken. Er ist außerdem Moderator für "Neue Medien im Fachunterricht" und Mitarbeiter beim NRW-Projekt "Medienkompetenz in Schule und Unterricht" (MKSU).

weitere Beiträge des Autors

Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.