Geisteswissenschaften

Hereroaufstand 1904-08: Völkermord in Südwestafrika?

Veröffentlicht am 31.07.2006
  • Sekundarstufe II
  • variabel
  • Unterrichtsplanung, Arbeitsmaterial, Arbeitsblatt, Primärmaterial/Quelle
  • 2 Arbeitsmaterialien

Am 12. Januar 1904 begann in Deutsch-Südwestafrika, der Musterkolonie des Kaiserreichs, der Hereroaufstand. In dieser Unterrichtseinheit werden Ursachen, Verlauf und Folgen des Kriegs gegen die Herero und Nama erarbeitet.

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozial- / Aktionsform

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die Sequenz gehört in den Themenbereich "Imperialismus" (Ursachen, Erscheinungsformen, Folgen). An einem konkreten Beispiel verschaffen sich die Schülerinnen und Schüler wichtige Informationen und Einsichten in die Gesamtproblematik. Bei der Internetrecherche ist immer besonders auf die Perspektive der Autoren zu achten. Eine Erarbeitung der Vorgänge am Waterberg allein mit dem Internet ohne zusätzliche Schriftquellen und Fachliteratur wird dem Sachgegenstand nicht gerecht. Die Präsentation der Arbeitsergebnisse sollte in unterschiedlichen Formen erfolgen (also nicht nur am PC oder mit Beamer). So kommt Abwechslung in das Unterrichtsgeschehen, was sich auf die Schülerinnen und Schüler motivierend auswirkt.

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Vermittelte Kompetenzen

Inhaltliche Ziele

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • detaillierte Informationen über die Kolonie Deutsch-Südwestafrika erarbeiten (Erwerb, Kolonialverwaltung, Verhältnis der Siedler zur indigenen Bevölkerung).
  • detaillierte Informationen erarbeiten zum Anlass und zur Ursache der Erhebungen 1904, zur deutschen Kriegführung am Waterberg und zu den Folgen des Kolonialkriegs für die indigene Bevölkerung.
  • Einsichten gewinnen in die Zusammenhänge imperialistisch-sozialdarwinistischen Denkens und in deren Auswirkungen auf die Kolonialpolitik und das Verhalten gegenüber der Urbevölkerung.
  • beurteilen, inwieweit die deutsche Kriegführung einen Genozid implizierte.

Ziele aus dem Bereich Medienkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • die reflektierte und kritische Internetrecherche üben.
  • ihre Arbeitsergebnisse in unterschiedlichen Formen (Wandzeitung, Plakat, PowerPoint-Präsentation) präsentieren, was zur Förderung der kommunikativen Kompetenz beiträgt.

Kolonialkrieg oder Genozid?

Umstritten sind bis heute das Vorgehen der Deutschen am Waterberg im August 1904 und der "Vernichtungsbefehl" des deutschen Oberkommandierenden Generals von Trotha. Der sagte am 2. Oktober 1904: "Das Volk der Herero muss das Land verlassen. Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot Rohr dazu zwingen. Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und keine Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auch auf sie schießen. Dies sind meine Worte an das Volk der Herero ..." Die Unterrichtseinheit geht der Frage nach, ob die Kriegführung über die Niederschlagung des Aufstandes hinaus die Vernichtung der Herero und Nama intendierte. War es für die damalige Zeit kein normaler Kolonialkrieg, sondern ein gewollter Genozid, geboren aus rassistischen und sozialdarwinistischen Vorstellungen?

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaHereroaufstand 1904-08: Völkermord in Deutsch-Südwestafrika?
AutorGerd W. Hochscherf
FachGeschichte
ZielgruppeJahrgangstufe 12/13 (Gk/Lk)
Stunden12 bis 15 Stunden
VerlaufsplanVerlaufsplan Hereroaufstand
Technische VoraussetzungenComputerraum mit Internetzugang, Textverarbeitungs- und Präsentationsprogramm, Drucker, Beamer, Rechner mit Scanner und Texterkennung, Stellwand

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Avatar Gerd W. Hochscherf

ist Lehrer für Geschichte, evangelische Religion und Russisch am Gymnasium Odenkirchen in Mönchengladbach, wo er sich verstärkt mit der Integration der modernen Informationstechnologien in den Unterricht beschäftigt - insbesondere im Fach Geschichte. Er ist außerdem als Systemadministrator und Multimediadidaktiker tätig. Seit 2003 erarbeitet Gerd W. Hochscherf medienpädagogische Konzepte für die Arbeit mit Internet, CD-ROM/DVD und Präsentationstechniken. Er ist außerdem Moderator für "Neue Medien im Fachunterricht" und Mitarbeiter beim NRW-Projekt "Medienkompetenz in Schule und Unterricht" (MKSU).

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