Geisteswissenschaften

Das "Wunder von Bern"

Veröffentlicht am 31.03.2006
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
  • circa 8 Stunden
  • Unterrichtsplanung, Didaktik/Methodik, Primärmaterial/Quelle

Nicht nur zur Fußball-Weltmeisterschaft erinnert man sich in Deutschland gern an das Endspiel der Nationalmannschaft gegen die Ungarn 1954. Dasso genannte "Wunder von Bern" ist mehr als ein sporthistorisches Ereignis und verdient es daher, im Geschichtsunterricht thematisiert zu werden.

Didaktisch-methodischer Kommentar

Für den Geschichtsunterricht sind sowohl der historische als auch der soziale Kontext der Fimhandlung von Interesse: Die Problematik der Spätheimkehrer im Hinblick auf ihre Reintegration in Familie und Gesellschaft wird detailliert an der Beziehung zwischen Vater und Sohn aufgezeigt. In diesem Zusammenhang werden auch der Generationskonflikt und die Geschlechterrollen im Nachkriegsdeutschland beleuchtet. So werden in "Das Wunder von Bern" sowohl die politischen Vorwürfe der Jugendlichen gegen ihre "Nazi-Väter" zum Ausdruck gebracht, als auch die veränderte Rolle der Frau beleuchtet, die oftmals ohne Hilfe ihrer Männer für Lebensunterhalt und Erziehung einer Familie aufkommen musste. Schließlich steht am Ende des Films der Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft über die lange ungeschlagene ungarische Mannschaft und die versöhnliche Begegnung von Vater und Sohn als hoffnungsvoller Ausblick auf die Zukunft.

  • Materialien für den Unterricht
    Zu dem Kinofilm "Das Wunder von Bern" von Sönke Wortmann haben sowohl die Bundeszentrale für politische Bildung als auch die Stiftung Lesen empfehlenswerte Filmhefte mit Didaktisierungsvorschlägen für den Unterricht erarbeitet.

Vermittelte Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich

  • angeregt durch den Film "Das Wunder von Bern" mit den politischen und sozialen Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik beim Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1954 auseinander setzen.
  • mit dem Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen sowie der Spätheimkehrer beschäftigen und die Auswirkungen der langjährigen Gefangenschaft im Hinblick auf Familie und Gesellschaft beleuchten.
  • darüber im Klaren werden, dass es sich beim "Wunder von Bern" nicht um einen Dokumentarfilm, sondern um einen Spielfilm handelt, der allerdings das kollektive Gedächtnis beeinflusst.
  • kritisch mit der Bedeutung des "Wunders" für die junge Bundesrepublik und seine Interpretation im Film auseinander setzen.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaDas Wunder von Bern
AutorinUta Hartwig
FachGeschichte, fächerübergreifend mit Deutsch und SoWi
ZielgruppeKlasse 7 bis 10
Zeitraumcirca 8 Stunden
Technische VoraussetzungenFilmvorführung, Computerraum mit Internetzugang

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Avatar Uta Hartwig

ist Lehrerin an der Regionalschule Altenholz, Studienleiterin Englisch und Fortbildnerin im Projekt "Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark".

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