Monika Gröller
13.07.2009

Web 2.0: Tech Pi und Mali Bu in der Praxis

Die erweiterte Version von Tech Pi und Mali Bu bietet vielfältige Möglichkeiten für den Unterricht in der Grundschule. Hier wird von Erfahrungen aus einem Praxistest berichtet.

Qualitative Studie zu Tech Pi und Mali Bu 2.0

Die erste Version von Tech Pi und Mali Bu wurde in der Schule bereits erfolgeich eingesetzt und dabei wissenschaftlich begleitet. Anlässlich der neuen Funktionen von Tech Pi und Mali Bu 2.0 war es naheliegend, die dadurch angestoßenen Prozesse bei den Lernenden mittels einer qualitativen Studie näher zu untersuchen. Um die potenziell möglichen Lernprozesse analysieren zu können, fand die Datenerhebung für die Untersuchung in dieser Studie außerhalb des täglichen Schulkontextes im Rahmen von "Tech Pi und Mali Bu 2.0 Projekttagen" an der Universität Augsburg statt. Zu Beginn der Osterferien 2009 fanden sich an drei Tagen insgesamt 36 Schülerinnen und Schüler der vierten Klassenstufe im Institut für Medien und Bildungstechnologie der Universität Augsburg ein, um fünf Stunden lang mit Tech Pi und Mali Bu zu lernen.

 

Rahmenbedingungen bei den Projekttagen

  • Eine Geschichte mit Tech Pi und Mali Bu
    Zur Vermittlung der Lerninhalte wurde die neue Geschichte von Tech Pi und Mali Bu "Der Inforadar" zum Thema Informationskompetenz eingesetzt (Lernen mit Tech Pi: Informationskompetenz)
  • Mehrere Aufgaben
    Es wurden drei Aufgaben gemäß des Instruktionsdesigns gestellt: Die Lernenden sollten erstens ihre Gedanken dazu festhalten, was sie an der Stelle der Charaktere tun würden, um Informationen zur Lösung der Streitfrage zu suchen. Die Lernenden sollten zweitens eigene Erfahrungen zur Informationssuche festhalten. Die Lernenden sollten drittens die Strategien der Informationssuche eines Charakters aus der Geschichte vergleichen und bewerten und im Anschluss ihr Ergebnis festhalten. Außerdem gab es eine etwas umfangreichere Aufgabe entsprechend des Konstruktionsdesigns: Die Lernenden sollten (analog zur Streitfrage in der Geschichte) die Streitfrage klären, ob Fernsehen dick oder schlau macht. Zur eigenständigen Recherche standen ihnen das Internet, ausgewählte Printmedien und "Experten" zur Verfügung. Die Lösung der Streitfrage sollten sie anschließend in Form einer Weitererzählung der Geschichte von Tech Pi und Mali Bu festhalten.
  • Annotationswerkzeuge
    Mittels der Annotationswerkzeuge konnten die Lernenden ihre Lösungen schriftlich, mündlich und/oder als Bild- oder Dateianhänge festhalten. Bei jeder der Aufgaben stand frei, wie die Lernenden ihre Lösungen in der Lernumgebung festhalten.
  • Kleingruppen mit tutorieller Unterstützung
    Die Lernenden arbeiteten in Kleingruppen von je drei Kindern an jeweils einem Notebook zusammen. Jeder Arbeitsgruppe stand ein Tutor zur Verfügung, der das Verstehen der Aufgaben sicherstellen sollte und den Lernenden für alle weiteren Fragen zur Verfügung stand, die Lernenden aber ansonsten weitgehend selbstständig in der Lernumgebung agieren ließ. Das Lernen erfolgte außerdem eher spielerisch als leistungsorientiert, daher gab es keine expliziten Leistungsvorgaben oder -rückmeldungen an die Lernenden.

Ablauf der Tech Pi und Mali Bu 2.0 Projekttage

  • Begrüßung und Einführungsfolge
    Nach der Begrüßung und Gruppeneinteilung sahen die teilnehmenden Jungen und Mädchen zunächst die Einführungsfolge von Tech Pi und Mali Bu. In dieser Folge erfährt man einiges über die Protagonisten, nicht zuletzt auch wie sie zueinander fanden.
  • Einführung in die Funktionen der Lernumgebung
    Anschließend wurden den Kindern die Funktionen der Lernumgebung erklärt und sie benutzten innerhalb ihrer Kleingruppen einmal jede der Annotationsfunktionen unter Anleitung.
  • Rezeption der Folge "Inforadar"
    Es folgte die Rezeption der neuen Folge "Das Inforadar" mit einem kurzen Stopp und der Aufforderung an die Lernenden, sich in ihren Gruppen Gedanken zu machen, was sie an der Stelle der in der Geschichte agierenden Charaktere getan hätten, um das geschilderte Problem zu lösen.
  • Bearbeitung der Aufgaben gemäß des Instruktionsdesigns
    In einer ersten Bearbeitungsphase wurden die Aufgaben aus Aufgabengruppe 1 bearbeitet, die gemäß dem Instruktionsdesign formuliert waren.
  • Bearbeitung Aufgabe gemäß des Konstruktionsdesigns
    Nach einer Mittagspause folgte die Bearbeitung der Aufgabe 2, bei der die Kinder die Lerninhalte der Geschichte (analog) anwenden mussten, um die Lösung für eine neue Streitfrage zu finden und ihre Suche in der Weitererzählung der Geschichten festhalten sollten. Abschließend fand eine kleine Präsentation der Weitererzählungen statt.

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