Der hier vorgestellte Sternhimmel entspricht dem Anblick der Himmelskugel am 15. Juni 2009 um etwa 23:30 Uhr. Durch die Sommerzeit hat sich der Beginn der Beobachtungszeit auf den späten Abend verschoben. Beobachtungen im Klassenverband mit jüngeren Schülerinnen und Schülern sind nicht mehr möglich. Die Lernenden können aber - je nach Alter - ermuntert werden, selbstständig oder zusammen mit Freunden, Freundinnen oder Eltern den Himmel zu erkunden. Als Aufsuchhilfen stehen ihnen dabei Stellarium-Ausdrucke oder eine selbst gebastelte drehbare Sternkarte zur Verfügung (siehe Erste Schritte zur Orientierung am Sternhimmel). In der Schule können Beobachtungen mithilfe der kostenfreien Planetarium-Software Stellarium vorbereitet werden (Beamerpräsentation oder Partnerarbeit in der Schule).
Entsprechend der Jahreszeit ist das Frühlingsdreieck noch im Westen zu sehen, während das Sommerdreieck im Osten aufgeht. In südlicher Blickrichtung steht die eher unauffällige Jungfrau über dem Horizont. Daher lohnt es sich, den Blick auch einmal auf ein zirkumpolares Sternbild zu werfen. Wussten Sie, dass der Große Bär eigentlich eine Bärin ist? Die Inuit sahen im Großen Wagen ein Karibu - entsprechende Visualisierungen aus der kostenfreien Planetarium-Software Stellarium können Kinder motivieren, aus "nackten" Sternkonstellationen selbst Sternbilder zu erfinden. Druckvorlagen dafür gibt es im Internet.
Die bekannte Sombrero-Galaxie kann im Sternbild Jungfrau mit Amateurteleskopen beobachtet werden. Der Virgo-Galaxienhaufen, von dem allerdings nur wenig zu sehen ist (zum Beispiel M 100), bietet sich als "Sprungbrett" für die Frage nach der Verteilung der Materie im All an. Der Ausflug in die Theorie wird unterstützt durch Animationen, die man aus dem Internet herunter laden kann: Zum einen ein virtueller Flug durch unseren astronomischen "Vorgarten" in der Milchstraße bis hin zur Riesengalaxie M 87 im Virgo-Haufen, zum anderen die so genannte "Millenium-Simulation" aus dem Jahr 2005. Die bis dahin größte Simulation zur kosmischen Strukturbildung wurde im Rahmen eines internationalen Projekts unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in Garching bei München durchgeführt.
Sternkarten des gesamten Himmels (erstellt mit Stellarium für den 15.06.2009, etwa 23:30 Uhr) und Sternbildfiguren für die Region des Großen BärenDateigröße: 467 KB
Dr. André Diesel ist Diplom-Biologe und Fachredakteur für Naturwissenschaften im Projekt Naturwissenschaften entdecken!.
Astronomie, Himmelsbeobachtung