Sieben Schülerinnen und Schüler einer 8. Klasse, denen Rechtschreibung nicht leicht fiel, wurden im Rahmen einer explorativen Studie der Universität Bremen ein Schulhalbjahr lang im Unterricht begleitet. Dieser Artikel fasst die zentralen Forschungsergebnisse zusammen.
Sind Rechtschreibkorrekturprogramme und digitale Rechtschreibwörterbücher bei der Überarbeitung eigener Texte eine Hilfe für Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten mit der Orthographie haben? Wie hoch ist die Korrekturrate beim Einsatz digitaler Hilfen, und wovon hängt sie ab? Ob auf der Basis von Korrekturprogrammen die Rechtschreibkompetenz gefördert werden kann, untersucht Dr. Elin-Birgit Berndt in ihrer Studie.
Senkung der FehlerquoteErste Untersuchungen in der Sekundarstufe I zeigen, dass die Einbeziehung digitaler Rechtschreibhilfen im Deutschunterricht die Rechtschreibkompetenz von Schülerinnen und Schülern stärkt. Beim Einsatz der Rechtschreibprüfung der Textverarbeitungs-Software (ABC-Prüfung) oder anderer "Spellchecker" und digitaler Rechtschreibwörterbücher sinkt die Fehlerzahl mit einer durchschnittlichen Korrekturrate von 50 Prozent. Ähnliche Ergebnisse erbrachte auch eine Studie für die Grundschule (Diana Förster, Natascha Lauder, Anne Mathee 2003).
Aktivierung eigener RessourcenDie Jugendlichen aktivierten im Umgang mit der digitalen Rechtschreibprüfung ihre Rekognition bezüglich der richtigen Schreibweise eines Wortes. Sie ließen sich auf den "Dialog" mit der Software und ihren Lösungsvorschlägen ein. Durch diese Interaktion wurden zuvor nicht verfügbare Ressourcen mobilisiert. "Träges Wissen" konnte wieder zu "flexiblem Wissen" werden.
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Dr. Elin-Birgit Berndt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG "Digitale Medien in der Bildung" an der Universität Bremen und Lehrbeauftragte für die Fachdidaktik der deutschen Sprache an der Universität Osnabrück.
Schreiben, Rechtschreibung, Rechtschreibförderung