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Katrin Napp
23.10.2003

PDAs - Computer für die Jackentasche

Palm, Handheld, PDA, Pocket PC ... was für ein Gerät steckt hinter diesen Begriffen? Es folgen einige Grundlagen für alle, die schon mal skeptisch bis neidisch auf den Minirechner einer Kollegin oder eines Kollegen geschaut haben und sich fragen, was man mit so einem Ding wohl anfangen kann.
 

PDA ist die Abkürzung für Personal Digital Assistant und - wie auch "Handheld" - "Gattungsbegriff" für alle jackentaschenkleinen digitalen Helfer. Palm und PocketPC hingegen sind Markennamen einzelner PDAs beziehungsweise PDA-Betriebssysteme. Gemeinsam ist allen PDAs, dass sie nicht nur ein Organizer mit Kalender, Adressbuch und Aufgabenverwaltung, sondern - die entsprechenden Programme vorausgesetzt - ein mobiles Büro sein können.

 

Was kann ein PDA?

Je nach installierter Software können die kleinen Computer unterschiedlicheste Funktionen erfüllen. Häufig vorkommende Anwendungen sind beispielsweise:

  • Organizer (Kalender, Adressbuch, Aufgaben)
  • Office-Programme (z.B. einfache Textverarbeitung und Tabellenkalkulation)
  • Internet (z.B. via Handy)
  • Multimedia (z.B. Video- und Audiodateien abspielen, Aufnahmen mit eingebautem Mikro machen)
  • Spiele
  • E-Books (Nachschlagewerke, Romane, Fachbücher u.a.)
  • Unterschiedlichste Programme (z.B. Notenverwaltung, Stundenplan, Stoppuhr)

Daten-Ein- und Ausgabe

Bedient wird ein PDA vor allem über den Bildschirm, einen sogenannten Touchscreen, der auf die Berührung eines kleinen Plastikstiftes reagiert. Ähnlich wie mit der PC-Maus kann man sich mit diesem Stift durch die Programme klicken. Über eine kleine auf dem Bildschirm eingeblendete Tastatur oder auch per Schrifterkennung wird der Stift auch zur Texteingabe genutzt. Für Vielschreiber sind zu vielen PDAs auch extern anschließbare, zusammenklappbare Mini-Tastaturen erhältlich. Anzeigequalität eines PDAs reicht - je nach Preisklasse - von einem schlichten schwarz-weiß-LCD-Bildschirm bis hin zu hochauflösenden Farbbildschirmen.

Datensicherung

RAM und ROM
Ein PDA ist mit zwei Speichertypen ausgestattet: Auf dem ROM (auf den der Nutzer bei den meisten Geräten keinen Zugriff hat) befindet sich das Betriebssystem und die dazu gehörenden Anwendungen, auf dem auch als RAM bezeichneten Arbeitsspeicher werden Programme und Daten gespeichert. Der RAM behält die gespeicherten Informationen allerdings nur bei funktionierender Stromversorgung - wird der Akku des PDA nicht regelmäßig aufgeladen könnte es hier also zu Datenverlusten kommen.

Erweiterungskarten
Zusätzlich zum integrierten Speicher haben PDAs einen Steckplatz für auswechselbare Speicherkarten, die es ihnen ermöglichen, auch größere Datenmengen mitzunehmen und sicher zu speichern.

  • Wikipedia: Speicherkarte
    Zum Beispiel MMC, SD, CF oder Memory Stick nennen sich
    die kleinen Karten, über die es weitere Infos in der Wikipedia gibt.

Datenabgleich mit dem PC
So hilfreich ein PDA unterwegs auch ist, zu Hause oder in der Schule arbeitet man meist am "großen" Rechner. Um Termine, Kontakte und andere Daten automatisch zwischen PDA und PC abzugleichen, gibt es die Funktion der Synchronisierung. Mittels einer am PC angeschlossenen Dockingstation und der entsprechenden Software tauschen die beiden Computer automatisch alle von Ihnen ausgewählten Änderungen aus. Auf diesem Weg können auch einzelne Dateien "manuell" hin und her geschoben werden.

Betriebssysteme

Auf dem PDA-Markt dominieren derzeit Palm OS und PocketPC. Aber auch Linux ist auf dem ein oder anderen Handheld zu finden.

Palm OS

  • neueste Version: Palm OS 5
  • ältere Versionen sind stärker auf die Organizer-Funktionen beschränkt, weniger Programmvielfalt als bei PocketPC, dadurch aber längere Akkuhaltbarkeit
  • Texteingabe: "Graffiti" (Texterkennung anhand vorgegebener Zeichen, die vom User gelernt werden müssen), Softwaretastatur, Hardwaretastatur
  • zahlreiche Free- und Shareware im Internet erhältlich
  • wird unter anderem vertrieben mit PDAs von Palm, Sony und Handspring

PocketPC

  • Microsoft-Betriebssystem, Nachfolger von Windows CE, derzeit PocketPC 2002 und seit Juni 2003 PocketPC 2003 (auch "Windows Mobile" genannt), typische Windows-Benutzeroberfläche
  • Abgespeckte Versionen von Word, Excel, MS Outlook und dem Internet Explorer integriert
  • zumindest früher mehr Leistungsfähigkeit als PalmOS, dadurch höherer Stromverbrauch, höherer Preis
  • auch viel Free- und Shareware im Internet erhältlich
  • wird unter anderem vertrieben mit PDAs von Casio, HP, Toshiba

Linux

  • bisher nur wenige Anwendungsprogramme erhältlich
  • wird unter anderem vertrieben mit PDAs von Sharp, kann auch auf einigen PDAs anderer Hersteller installiert werden
  • handhelds.org
    Portal für die Linux-Handheld-Gemeine, insbesondere für Entwickler. Enthält unter anderem eine Liste von Handhelds und ähnlichen Systemen, auf denen Linux läuft.

Die Qual der Wahl
Ob nun ein Palm oder eher der PocketPC das richtige für einen ist und ob man 100 € oder 500 € für ein solches Gerät ausgeben will, hängt davon ab, wozu man es konkret einsetzen will. Es ist also ratsam, sich vor dem Kauf ein wenig umzusehen und auch mal das Handheld einer Kollegin oder eines Kollegen in die Hand zu nehmen. Untenstehende Links sind hilfreiche Anlaufstellen für Ihre Recherche im WWW.

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