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Religiöse Motive in der Werbung

Unterrichtseinheit

Eine Ordensfrau, die morgens um halb zehn in einen Schokoriegel beißt, italienische Mönche, die sich über die Pizza aus Deutschland wundern, gefaltete Hände in der Autoreklame - religiöse Motive und Anspielungen tauchen recht häufig in unserer Werbelandschaft auf. Diese Beispiele lassen darauf schließen, dass trotz aller scheinbar widersprüchlichen Aussagen die Religion einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Dieser Unterrichtsvorschlag liefert Gesprächsanlässe und Anregungen zur Behandlung dieses Themas im Unterricht. Ausgehend vom bayerischen Lehrplan für katholische Religionslehre am Gymnasium wird hier ein zentrales Thema aus der Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler aufgegriffen: "Religiöses in Erfahrungen unseres Lebens". Spuren von Religion im Umfeld junger Menschen, etwa der Glaube an Übernatürliches, heilige Stät­ten, Riten, Gegenstände, Zeiten, Brennpunkte und Ernstsituationen des Lebens sollen Inhalte eingehender Betrachtungen sein. Einführung und Anmerkungen Thematische Einordnung und Ablauf der Unterrichtseinheit im Einzelnen. Religiöse Motive in der Werbung - Arbeitsaufträge Arbeitsaufträge und Fragestellungen für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 geben Impulse dafür, wie das Thema "Religiöse Motive in der Werbung" Einzug in den Religionsunterricht finden kann - mit Einsatz der neuen Medien. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass religiöse Motive überall in unserer oft scheinbar a-religiösen Umwelt vorhanden sind. lernen, kritisch mit der missbräuchlichen Verwendung von Religion umzugehen. befähigt werden, fundiert zum Thema "Spuren von Religion" zu argumentieren. den Absolutheitsanspruch religiöser Gedanken gegenüber der Vergänglichkeit materieller Werte erkennen. Diese Beispiele lassen darauf schließen, dass trotz aller scheinbar widersprüchlichen Aussagen die Religion einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Dieser Unterrichtsvorschlag liefert Gesprächsanlässe und Anregungen zur Behandlung dieses Themas im Unterricht. Print-Publikation Gerd Buschmann / Manfred L. Pirner: Werbung, Religion, Bildung. Kulturhermeneutische, theologische, medienpädagogische und religionspädagogische Perspektiven (Beiträge zur Medienpädagogik, Bd. 8). Frankfurt/M. (Gemeinschaftswerk der Ev. Publizistik, Verlag), 2003, 272 S. Preis: 21,80 € ISBN 3-932194-66-7 Aus welchen Gründen werden religiöse Motive in der Werbung verwendet? Gibt es positive Aspekte, die man dem Phänomen "Religiöse Motive in der Werbung" abgewinnen kann? Welcher Stellenwert wird jeweils religiösem Gedankengut eingeräumt? Arbeiten Sie zu zweit. Suchen Sie auf den Seiten von Werbeagenturen und Marketingmedien eine Werbegrafik, die "Gott" oder "das Göttliche" verwendet, und kopieren Sie sie in eine neue Seite in einem Textverarbeitungsprogramm. Beschreiben Sie die Anzeige (Bild + Text) und versuchen Sie eine Deutung der Wirkung, die durch die Verwendung des religiösen Motivs erzielt werden soll. Die Grafik und Ihre Interpretation sollen auf einer Seite Platz finden. Speichern Sie diese Seite in einem Netzordner, so dass Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sie betrachten können, und stellen Sie sie kurz (mündlich) vor. Thematische Einordnung Mit dieser Unterrichtseinheit können die "Heiligtümern junger Menschen", die Trost, Geborgenheit, Prestige und Handlungsimpulse vermitteln, definiert und analysiert werden. Religiöser Fanatismus und Fundamentalismus, Sektierertum und falsches Erwählungsbewusstsein können im Anschluss behandelt werden. Ablauf Die Schülerinnen und Schüler erhalten das Arbeitsblatt und bearbeiten die Aufgaben mit Hilfe der Informationen, die an den angegebenen Internetadressen zu finden sind. Ihre Ergebnisse werden mithilfe eines Textverarbeitungsprogramms gesichert. Die so entstehende Seite kann entweder via Beamer der Klasse gezeigt oder ausgedruckt und diskutiert werden. Auch zurückhaltende SchülerInnen werden durch die schriftliche Fixierung zu eigenen Beiträgen ermuntert. Diese können später online präsentiert werden.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe II

Consumerism – Konsumverhalten und nachhaltige Alternativen

Unterrichtseinheit
14,99 €

Die Schülerinnen und Schüler analysieren das Phänomen Konsumismus, seine Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft und entwickeln kreative Ideen für nachhaltige Konsumalternativen. Die Einheit "Consumerism" behandelt das Thema übermäßiger Konsum, Konsumverhalten und Nachhaltigkeit. Anhand von Videos, Texten und Diskussionen setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Mechanismen von Werbung, Konsumzwang und der Rolle von Unternehmen auseinander. Ein besonderer Fokus liegt auf der kritischen Reflexion des eigenen Kaufverhaltens und dem Vergleich von Fast-Fashion und nachhaltigen Marken wie Patagonia. Schwerpunkte der Einheit Analyse von Konsumverhalten und Werbeeinflüssen Umwelt- und soziale Auswirkungen von Überkonsum Nachhaltige Marken und die 5 Rs von Patagonia Entwicklung eigener nachhaltiger Produktideen Zielsetzung Die Schülerinnen und Schüler erkennen die gesellschaftlichen und ökologischen Folgen von Konsumismus, reflektieren ihr eigenes Konsumverhalten und entwickeln kreative Lösungen für nachhaltigen Konsum. Das Thema Konsumismus ist hochrelevant, da es den Alltag der Schülerinnen und Schüler direkt betrifft und gesellschaftliche sowie ökologische Konsequenzen aufzeigt. Die Einheit knüpft an vorhandenes Vorwissen über Werbung, Marken und Konsumverhalten an und aktiviert die Lernenden durch Videos, Paar- und Gruppenarbeiten. Die Methodenvielfalt (Mind-Maps, Lückentexte, Diskussion, kreative Produktentwicklung) unterstützt unterschiedliche Lernniveaus (Binnendifferenzierung). Die Vorbereitung umfasst das Bereitstellen der Arbeitsblätter, Links zu Videos und Texten. Lehrkräfte sollten digitale Kompetenzen zur Nutzung von Präsentationsmedien, Video-Plattformen und Online-Recherche besitzen (DigCompEdu: digitale Inhalte kuratieren, kollaborativ arbeiten, Lernergebnisse präsentieren). Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren Konsumverhalten kritisch. bewerten ökologische und gesellschaftliche Folgen von Konsumismus. vergleichen Fast-Fashion- und nachhaltige Marken. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren digitale Inhalte zu Konsum und Nachhaltigkeit. erstellen digitale Präsentationen ihrer kreativen Markenideen. reflektieren die Nutzung von Medien zur Konsumkritik. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler diskutieren eigene Erfahrungen und unterschiedliche Konsumtypen. arbeiten kooperativ an Gruppenprojekten. präsentieren Ergebnisse vor der Klasse.

  • Englisch
  • Berufliche Bildung

Online-Buchhandel

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema Online-Buchhandel beschäftigt sich mit dem starken Konkurrenzdruck im Handel, der von einer Einkaufsstätte eine ausgeprägte Kundenorientierung verlangt. Je individueller Marketingmaßnahmen auf den Kunden zugeschnitten sind, desto größer ist die Chance durch gezielte Maßnahmen den Kunden in seinen konkreten Wünschen anzusprechen und sein Kaufverhalten zu beeinflussen.Das Internet ermöglicht es, den Informationsfluss zwischen Handel und Kunde in beide Richtungen zu individualisieren. Aufgrund der technischen Gegebenheiten des Internet können nicht nur Präferenzen und Kaufgewohnheiten des Kunden aufgezeichnet werden, sondern der Kunde kann auch individuell angesprochen und sein Kaufverhalten durch gezielte Information/ Werbung beeinflusst werden. Um dieses Thema geht es in der hier vorgestellten Unterrichtsreihe. Problematisierung Kundenorientierung ist erst möglich, wenn die Einkaufsstätte etwas über die Kaufgewohnheiten, Wünsche und Kundenpräferenzen weiß. Kundenindividuelles Marketing Anhand eines Schaubildes werden unterschiedliche Marketingformen erarbeitet. Die gelenkte Internetrecherche dient dazu, Begriff, Funktionsweise und die Rolle des Internet beim kundenindividuellen Marketing herauszuarbeiten. Beispiel Amazon Im Anschluss soll der Online-Shop Amazon im Hinblick auf dessen Instrumente für kundenindividuelles Marketing analysiert werden. Exkurs In einer Zusatzaufgabe beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage, warum Amazon so erfolgreich ist. Online versus Offline Schließlich werden traditioneller Buchhandel und Online-Buchhandel gegenüber gestellt. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Einfluss des Internets auf Vertriebswege und Marketingkonzeptionen kennen lernen. die Informationsbeziehung zwischen Handel und Verbraucher erarbeiten. den Begriff und die Bedeutung eines kundenindividuellen Marketings (One-to-one-Marketing) erarbeiten. die konkreten Möglichkeiten des E-Commerce für die Gestaltung kundenindividuellen Marketings erkennen. Informationsfluss zwischen Handel und Kunde Der starke Konkurrenzdruck im Handel verlangt von einer Einkaufsstätte eine ausgeprägte Kundenorientierung. Diese ist aber erst dann möglich, wenn der Verkäufer etwas über die Kaufgewohnheiten, Wünsche und Kundenpräferenzen weiß. Auch muss sie wissen, wie sie den Kunden eventuell beeinflussen kann, um werbende Maßnahmen überhaupt sinnvoll planen zu können. Für eine Einkaufsstätte im traditionellen Handel ist es mitunter jedoch gar nicht leicht, an diese Informationen über den Kunden zu kommen. Im traditionellen Handel gibt es daher oft ein Informationsproblem zwischen Handel und Verbraucher, das eine individuelle Kundenansprache und -orientierung erschwert. Darstellung im Rollenspiel Diese Ausgangsproblematik sollte den Schülerinnen und Schülern zu Beginn der Unterrichtseinheit nahe gebracht werden. Möglich wäre hier der Einstieg über ein Rollenspiel, in dem eine typische Situation aus dem traditionellen Handel nachgespielt wird, in der der Informationsfluss zwischen Handel und Verbraucher nur schleppend verläuft. Das Informationsproblem zwischen Handel und Verbraucher könnte im Anschluss an das Rollenspiel anhand des Schaubildes noch einmal in allgemeiner Form dargestellt werden. Informationsfluss - Marketing ist nicht gleich Marketing Je individueller Marketingmaßnahmen auf den Kunden zugeschnitten sind, desto geringer ist das im Rollenspiel erarbeitete Informationsdefizit und desto größer ist die Chance, durch gezielte Maßnahmen den Kunden in seinen konkreten Wünschen anzusprechen und sein Kaufverhalten zu beeinflussen. Um das Informationsdefizit abzubauen, müssen Informationen über die Kunden gesammelt und ausgewertet werden. Das Internet bietet hier gegenüber dem traditionellen Handel einige zusätzliche Möglichkeiten, die die Schüler und Schülerinnen anhand einer gelenkten Internetrecherche erarbeiten sollen. Das Internet ermöglicht es, den Informationsfluss zwischen Handel und Kunde in beide Richtungen zu individualisieren. Aufgrund der technischen Gegebenheiten des Internets können nicht nur Präferenzen und Kaufgewohnheiten des Kunden aufgezeichnet werden, sondern der Kunde kann auch individuell angesprochen und sein Kaufverhalten durch gezielte Information oder Werbung beeinflusst werden. Schaubild und Internetrecherche Anhand eines Schaubildes und einer gelenkten Internetrecherche sollen diese Schritte erarbeitet werden. Schaubild Zur Arbeit mit der Grafik empfiehlt es sich, die Unterschiede der genannten Marketingformen anhand von konkreten Beispielen zu verdeutlichen und dabei zu erörtern, inwieweit die jeweilige Form das in der Ausgangslage aufgeworfene Informationsproblem zwischen Handel und Verbraucher verringern kann. Beispiele Undifferenziertes Massenmarketing entspräche beispielsweise einer Postwurfsendung an alle Haushalte. Differenziertes Massenmarketing besteht zum Beispiel in Postwurfsendungen an Haushalte, die bestimmte Kriterien erfüllen, beispielsweise an alle Haushalte mit Kindern. Segmentorientiertes Marketing: Wenn zum Beispiel das Marktsegment der Jugendlichen zwischen 12 und 16 angesprochen werden soll, wäre eine Anzeige in einer Zeitschrift wie Bravo ein Beispiel für segmentorientiertes Marketing. Nischenorientiertes Marketing wäre dann der Fall, wenn in einem bestimmten Szene-Magazin eine Anzeige geschaltet würde, um speziell in der Szene Werbung zu machen. Kundenindividuelles Marketing ist die direkte Ansprache eines einzelnen Kunden, in der auf seine Vorlieben und Wünsche eingegangen wird. One-to-One-Marketing Gelenkte Internetrecherche Anhand von zwei Internetquellen sollen Begriff, Funktionsweise und die Rolle des Internets beim kundenindividuellen Marketing herausgearbeitet werden. Dabei taucht immer wieder ein Synonym für kundenindividuelles Marketing auf "One-to-One-Marketing". Dieser Begriff sollte, wenn er nicht sofort von den Schülerinnen und Schülern adaptiert wird, geklärt werden. Die ersten beiden Quellen sind relativ kurz und prägnant, während die dritte Quelle sehr anschaulich geschrieben, dafür aber auch sehr ausführlich ist. Alle wichtigen Informationen für die Unterrichtseinheit finden sich jedoch im ersten Drittel der Quelle. Im Anschluss an die Auswertung der Quellen kann ein kleiner Exkurs zur Schulung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler gemacht werden, indem sie sich kritisch mit Autoren und Anbietern der jeweiligen Internetquellen auseinandersetzen. Amazons Instrumente für kundenindividuelles Marketing Der dritte Lernschritt beinhaltet die Analyse des Online-Shops Amazon.de im Hinblick auf dessen Instrumente für kundenindividuelles Marketing. Amazon.de ist der deutsche Ableger des weltweiten Online-Shops Amazon. Amazon wurde ursprünglich als reiner Online-Versand für Bücher, Videos und Musik gegründet. Innerhalb kürzester Zeit ist Amazon zum weltgrößten Online-Shop avanciert. Ein explosionsartiges Wachstum hat mittlerweile zu weltweit über 25 Millionen Kunden geführt. Die Profitabilität dieses Systems ließ jedoch lange auf sich warten. Den ersten operativen Gewinn erwirtschaftete Amazon im 4. Quartal 2001. Analyse der einzelnen Funktionen Amazon gilt als der Vorreiter bei der Nutzung der technischen Möglichkeiten des Internet für kundenindividuelles Marketing. Als Beispiele seien hier Rezensionen, persönliche Kaufvorschläge oder der Wunschzettel genannt. Sämtliche Funktionen, die auch von den Schülerinnen und Schülern untersucht werden sollen, dienen auf unterschiedliche Weise der Stärkung der Kundenzufriedenheit und eröffnen Möglichkeiten, den Kunden individuell anzusprechen, Cross-Selling-Potenziale zu fördern und den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Kunden zu verbessern. Damit hat sich Amazon sehr konsequent mit allen Geschäftsprozessen auf die Wünsche und Gewohnheiten seiner Kunden ausgerichtet. Eine Tabelle (siehe Download) dient den Schülerinnen und Schülern zur Strukturierung ihrer Analyse, mit welchen Instrumenten Amazon kundenindividuelles Marketing betreibt. Warum ist gerade Amazon so erfolgreich? E-Commerce-Systeme wie zum Beispiel Amazon bieten aufgrund ihrer technischen Möglichkeiten Ansatzpunkte für eine Verringerung des Informationsproblems zwischen Handel und Verbraucher. Doch nicht alle Online-Shops nutzen die technischen Möglichkeiten des Internets in der gleichen Weise wie Amazon. Die Online-Buchshops, die es auf einen relativ großen Bekanntheitsgrad gebracht haben, werden auch diejenigen Anbieter sein, die ähnlich wie Amazon eine hohe Kundenorientierung und Individualisierung anbieten. Einige wenige Anbieter werden die Schülerinnen und Schüler aus dem Gedächtnis nennen können. Es gibt jedoch noch eine Vielzahl weiterer Anbieter im Internet. Die Namen von mindestens zehn Anbietern sollen im Wege einer freien Recherche herausgefunden werden und verglichen werden, inwieweit hier die technischen Möglichkeiten des Internets für kundenindividuelles Marketing ausgeschöpft werden. Recherche im Internet Die Schülerinnen und Schüler können über eine Volltext-Suchmaschine wie Google oder Altavista oder über eine katalogbasierte Suchmaschine wie Yahoo oder Web.de nach entsprechenden Angeboten im Internet suchen. Vielleicht wählen die Schülerinnen und Schüler auch einen dritten Weg. Experimentieren und Ausprobieren unterschiedlicher Wege durch das Internet sollte bei dieser überschaubaren Aufgabe im Vordergrund stehen. Es bietet sich hier an, Schnelligkeit zu belohnen, zum Beispiel indem man diese Aufgabe in Form eines Wettbewerbs gestaltet, um ein zielgerichtetes Vorgehen zu fördern. Unterschiedliche Kundenbedürfnisse Im Anschluss an die Analyse des kundenindividuellen Marketings im E-Commerce sollten die Schülerinnen und Schüler die Beziehung zwischen Online- und Offline-Handel kritisch reflektieren, denn der traditionelle Buchhandel ist natürlich nicht tot. Im Gegenteil, für viele Menschen bietet der traditionelle Buchladen um die Ecke einige bedeutende Vorteile. Die persönliche Beratung durch einen Menschen ist für viele Kunden immer noch befriedigender als eine noch so gute virtuelle Präsentation. Noch bedeutender mag die Tatsache sein, dass man ein Buch im Buchhandel auch tatsächlich in die Hand nehmen kann. Durch die Einrichtung von Leseecken oder Literaturtreffs bzw. -cafés kann der Buchhandel diesen Aspekt noch zusätzlich unterstreichen. Um sich gegenüber der Online-Konkurrenz zu behaupten, könnte der traditionelle Buchhandel eine Art kulturelle Strategie verfolgen, indem er die kulturellen Bedürfnisse der Kunden anspricht, z. B. durch Themenabende, Autorenlesungen, Fachvorträge und Buchbesprechungen. Auf diese Weise könnte er den Erlebniswert eines Buchkaufes oder von Literatur insgesamt erhöhen. Statt Entweder-oder ein Sowohl-als-auch Kundenindividuelle Ansprache könnte der traditionelle Buchhandel durch Informationsterminals und die Einrichtung von Online-Diensten erreichen. Insofern geht es bei dem Vergleich zwischen Online-Buchhandel und traditionellem Buchhandel nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch. Jede der beiden Formen bietet verschiedene Vor- und Nachteile. Die Kooperation, die der Online-Anbieter Buch.de jüngst mit der Buchhandelskette Thalia/Phönix eingegangen ist, deutet darauf hin, dass sich beide Vertriebsformen langfristig ergänzen werden.

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Öffentlichkeitsarbeit als Marketing-Instrument am Beispiel des Sponsorings von Sportvereinen

Unterrichtseinheit
14,99 €

Diese Unterrichtseinheit setzt sich mit Marketing und Sponsoring von Sportvereinen am Beispiel der Feldschlößchen Brauerei auseinander. Die Schülerinnen und Schüler werden über die Interessen von Sponsoren und Gesponserten aufgeklärt und lernen, Werbebotschaften kritisch zu hinterfragen.Der Auftritt im Internet ist ein bedeutender Teil der Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens. Am Beispiel der Webseite der Feldschlößchen Brauerei sollen Intention und Zielgruppe der werbewirksamen Informationen ermittelt und im Anschluss kritisch hinterfragt werden. Im Besonderen wird hier das Sponsoring von Sportvereinen als Marketing-Instrument thematisiert. Die Unterrichtseinheit versteht sich als Einführung in die Arbeits- und Berufswelt und als Vertiefung des Themas "Marketing" , stellt aber auch eine praktische Übung in Medien-Analyse unf Medien-Kritik dar. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich die Inhalte und ihre Schlussfolgerungerungen völlig selbstständig, wechselweise aus der Perspektive der Unternehmen, der Sportvereine und der Konsumierenden. Die Unterrichtseinheit kann im Klassenzimmer oder Computer-Raum realisiert werden, sie eignet sich ebenfalls für den Einsatz im Distanz-Unterricht. Das Thema "Öffentlichkeitsarbeit als Marketing-Instrument" im Unterricht Eingebettet ist die Einheit in die Qualifikationsphase im Bereich Kommunikationspolitik, in der Werbung, Verkaufsförderung (Sales Promotion, Merchandising) und Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) als Instrumente thematisiert werden (Jahrgangsstufe 13, LK 13.2 Marketing, Hessen, Lehrplan Berufliches Gymnasium, Fachrichtung Wirtschaft, Fach Wirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftslehre). Zielsetzung der Unterrichtseinheit ist die Vertiefung des Themas "Marketing" am konkreten Beispiel des Sponsorings von Sportveranstaltungen und Sportvereinen. Die Lernenden sollen die Vor- und Nachteile von Sponsoring aus unterschiedlichen Perspektiven erarbeiten und hinterfragen. Dabei steht das Hineinschlüpfen in unterschiedliche realitätsnahe Rollen im Vordergrund, um die Schülerinnen und Schüler zu einer hohen Identifikation mit den Problemstellungen und Dilemmata-Situationen der beteiligten Personen und Institutionen zu bewegen. Letztlich können die Lernenden dadurch erste Kompetenzen erwerben, um später in beruflichen Marketing-Kontexten qualifiziert mitwirken zu können. Didaktische Analyse Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in einem konkreten, jugendnahen Szenario die Ausprägungen von Marketing-Maßnahmen im Bereich Sponsoring erarbeiten und deren Ziele und Wirkungen reflektieren. Wesentlich ist, dass die Lernergebnisse von den Lernenden eigenständig und konstruktivistisch in einem digitalen Umfeld, mit digitalen Mitteln entwickelt und in digitaler Form präsentiert und kommentiert werden. Methodische Analyse In dieser Unterrichtseinheit wird das Thema "Öffenlichkeitsarbeit als Marketing-Instrument" am Beispiel eines Unternehmens, das viele Sportvereine sponsort, erarbeitet. Die Untersuchung des Themas anhand echter Webseiten, Pressemeldungen und Zeitungsartikel, die durch schülergerechte Arbeitsmethoden in den Unterricht eingebunden werden, ermöglicht es den Lernenden, das Thema lebensnah und realitätsgetreu kennenzulernen. Das Hineinversetzen in verschiedene Akteure verlangt von den Schülerinnen und Schülern, diverse Medien zielführend einzusetzen. Zunächst verschaffen sie sich mit der Analyse der Webseite der Feldschlößchen AG einen Überblick über das Unternehmen und dessen Marketing-Strategie. Im Anschluss werden sie dazu aufgefordert, die Marketing-Strategie aus Sicht des Unternehmens zu vertreten und ihre Argumentation mithilfe einer PowerPoint-Präsentation zu unterstreichen. Indem in einem weiteren Arbeitsschritt ein Handy-Video in Gruppenarbeit erstellt wird, werden nicht nur die Interessen der Schülerinnen und Schüler gefordert; in der offen gestalteten Aufgabe ist auch ihre Kreativität gefragt. Die abwechslungsreichen Arbeitsformen und Methoden, die in der Unterrichtseineheit eingesetzt werden, motivieren die Lernenden. Umsetzung der Unterrichtseinheit im Distanz-Unterricht Die Unterrichtseinheit kann auch zu 100 Prozent online stattfinden. Die Schülerinnen und Schüler müssen lediglich über Internetanschluss und Endgeräte verfügen. Zentral ist, wie bei jedem Fern-Unterricht, ein gemeinsames Netzlaufwerk für kollaborative Produkterstellung (Teams, Lernplattformen, Intranet, notfalls auch Padlet oder Miro). Außerdem braucht man eine Kommunikationsplattform für den Unterricht und die Zusammenarbeit zwischen den Lernenden. Dies kann eine Video-Plattform oder eine andere Kommunikationsplattform sein. Für die Vorträge, Talkshow und Folgediskussionen ist eine Videoplattform unabdingbar. Eine spezielle Software für die Videobearbeitung ist nicht erforderlich, da die Handy-Videos in einer Sequenz gedreht werden sollen und nicht geschnitten und nachbearbeitet werden müssen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen und bewerten den Internetauftritt und das Sponsoring von Unternehmen als Teil von Public Relations und zielgruppenadäquater Werbung. unterscheiden und hinterfragen Ziele, Arten und Formen von Sponsoring. begreifen die eigennützigen Zielsetzungen von Sponsoren und Gesponserten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren, analysieren und bewerten Informationen im Internet. kooperieren online in Video-Konferenzen und gemeinsamen Netzlaufwerken und wirken online in Podiumsdiskussionen mit. erstellen Handy-Videos und stellen diese in gemeinsamen Laufwerken zur Diskussion. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren, entscheiden und präsentieren im Team. verständigen sich auf eine gemeinsame Haltung zu betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. erläutern und begründen ihre persönliche Meinung in der Gruppe.

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Der Wahl-O-Mat im Unterricht

Unterrichtseinheit

Wahlrechtsreform und Verkleinerung des Bundestags: Im Wahljahr 2025 ist vieles neu beim Wahl-O-Mat. Zur Bundestagswahl am 23. Februar 2025 hat die Bundeszentrale für politische Bildung wieder den Wahl-O-Mat online geschaltet. Auf zahlreiche Nachfragen von Lehrerinnen und Lehrern, die den Wahl-O-Mat in der Schule einsetzen möchten, hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Unterrichtsbausteine erstellen lassen. Für Eilige gibt es Kurzmodule zum Einsatz des Wahl-O-Mat in einer Unterrichtsstunde und "best practices" aus der Schulpraxis. In kleinen Projekten können Lerngruppen sich mit ihren Partei-Images und den Themen des Wahlkampfs auseinandersetzen, politische Diskussionen gestalten oder selbst einen "Mini-Wahl-O-Mat" entwickeln. Die zur Verfügung stehenden Unterrichtsbausteine nehmen die innere Dynamik des Wahl-O-Mat auf, um sie im Unterricht für die weitere Bearbeitung von inhaltlichen Aspekten und sozialen Kompetenzen nutzbar zu machen. Im Zentrum der Unterrichtsbausteine steht der Wahl-O-Mat, dessen Einsatzmöglichkeit im Unterricht der Baustein "Wahl-O-Mat im Unterricht" beschreibt. Drei Hauptaspekte werden mit dem Einsatz des Wahl-O-Mat aufgegriffen: Motivation Der Wahl-O-Mat bietet durch die Internetpräsenz und durch seinen spielerischen Ablauf eine hohe Motivation, ihn auch mehrfach zu durchlaufen. Dies wird vor allem dadurch verstärkt, dass die Nutzerinnen und Nutzer direkt angesprochen werden, um zu unterschiedlichen Fragestellungen eigene Position zu beziehen. Wahrnehmung und Wahlmotive Im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Einsatz des Wahl-O-Mat sollten die Erwartungsdifferenzen der Nutzerinnen und Nutzer thematisiert werden. Wie habe ich die Parteien eingeschätzt und welche Positionen haben sie zu den Thesen tatsächlich eingenommen? Wodurch wird die eigene Wahlentscheidung geprägt (Familie, Peergroup, Werbung, Information et cetera)? Weiterführende Informationen Fehlende Informationen beim Durchlauf des Wahl-O-Mat können als Impuls aufgegriffen und vielfältig in die bereits vorhandene Unterrichtsplanung eingebunden werden. Umfangreiches Unterrichtsmaterial zum Wahl-O-Mat Zahlreiche Unterrichtsbausteine zum Wahl-O-Mat gibt es für die Jahrgangsstufen 10 bis 13, von einer Unterrichtseinheit für eine Schulstunde bis zum Klassenprojekt. Dazu kommen weitere Informationsmaterialien und Online-Lernspiele. Beispielhafte Unterrichtsprojekte Die folgenden Beispiele sind für die Projektarbeit und den fächerübergeifenden Unterricht vorgesehen und werden hier zum Download angeboten:

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Wahl des Stromanbieters

Unterrichtseinheit

Welche Wahlmöglichkeiten hat der Kunde auf dem liberalisierten Strommarkt und welche Kriterien sind beim Anbieterwechsel wichtig? In Projektarbeit gehen die Schülerinnen und Schüler diesen Fragen nach. Seit 1998 gibt das "Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes" Privatkunden die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Stromanbietern zu wählen. Der Wettbewerb könnte eigentlich dazu führen, dass der Strompreis sinkt. Das würde jedoch voraussetzen, dass Informationen einfach zugänglich und Angebote transparent und gut zu vergleichen sind. Werden diese Forderungen auf dem Strommarkt erfüllt? Und ist der Preis das einzige Auswahlkriterium? Wie sollte eine Gewichtung der Kriterien ausfallen? Mit diesen Fragestellungen setzen sich die Schülerinnen und Schüler auseinander und berücksichtigen dabei Aspekte der Nachhaltigkeit. Vorkenntnisse zu den Themen "Fossile Energieträger und erneuerbare Energie" Vor dieser Unterrichtseinheit sollten sich die Schülerinnen und Schüler bereits mit den Kriterien der Nachhaltigkeit vertraut gemacht haben. Auch eine vorherige Beschäftigung mit der Thematik "Fossile Energieträger und erneuerbare Energie" ist sinnvoll. Hierzu eignet sich das beispielsweise das Material "Erneuerbare Energien", welches das Bundesumweltministerium im Internet zum Download anbietet. Die Adresse ist unten angegeben. Internetzugang ist empfehlenswert Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich in mindestens drei Unterrichtsstunden den Problemkomplex Strommarkt unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit. Sie erhalten zu diesem Zweck ausgedruckte Texte. Wenn ein Internetanschluss zur Verfügung steht, können sie das Material unter einer angegebenen Adresse auch eigenständig einholen. Die Unterrichtseinheit sieht auch die Nutzung eines Stromrechners zum Preisvergleich vor. Diese Funktion ist nur online verfügbar. Alternativ kann der oder die Unterrichtende die Preise auch als Tabelle zur Verfügung stellen. Arbeitsaufträge Projektarbeit zur Auswahl des Stromanbieters Die Lernenden erarbeiten sich in Einzel- und Gruppenarbeit das Hintergrundwissen, um eine begründete Entscheidung für einen Stromanbieter treffen zu können. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die ökologischen Zusammenhänge fossiler und regenerativer Energieträger beschreiben. die ökonomischen Funktionen des Strommarktes wie Energiekosten, Monopolstrukturen, Gewinnerwartung, zentrale und dezentrale Energieversorgung benennen können. die soziale Funktion der Energieversorgung und -bereitstellung erkennen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Angebot von Stromanbietern erkennen und beschreiben können. vorgegebene Kriterien für eine Entscheidung als Stromkunde gewichten können. eine Entscheidung treffen und begründen. aussagekräftiges Werbematerial für einen Stromanbieter entwickeln. die Ergebnisse gemeinsamer Projektarbeit präsentieren können. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen vorgegebene Kriterien für eine Entscheidung als Stromkunde gewichten können. die Ergebnisse gemeinsamer Projektarbeit präsentieren können. aussagekräftiges Werbematerial für einen Stromanbieter entwickeln. Gestaltungskompetenz Im Vordergrund dieses Lernangebots stehen die folgenden beiden Lernziele zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie gehören zu einem Katalog von Kompetenzen, den das Projekt "Transfer-21" aufgestellt hat. Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln an Entscheidungsprozessen partizipieren können Thema Wahl des Stromanbieters Autorin Sabine Preußer Fach Politik, Wirtschaft, Sozialkunde Zielgruppe 9. bis 10. Schuljahr Zeitrahmen drei oder mehr Unterrichtsstunden Technische Voraussetzungen Overhead-Projektor, Computer mit Internetanschluss, nützlich ist auch ein Beamer Fakten exzerpieren und gemeinsam präsentieren Im ersten Schritt sollen die Schülerinnen und Schüler sich den im Arbeitsblatt 1 vorliegenden Text "Stromanbieter wechseln" einzeln erarbeiten. Die Lernenden markieren mit zwei unterschiedlichen Farben, welche Aussagen für und welche gegen einen Wechsel des Stromlieferanten sprechen. Sie stellen diese Aussagen in einer Tabelle gegenüber. Im Anschluss vergleichen die Mitglieder einer Arbeitsgruppe untereinander die tabellarischen Zusammenfassungen und bereiten eine gemeinsame Tabelle zur Präsentation auf einer Overhead-Folie vor. Fünf Schritte zum Textverständnis Die Einzelarbeit kann dazu genutzt werden, um die Fünf-Schritt-Lesetechik zu trainieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Text zuerst überfliegen, dann Fragen formulieren und den Text daraufhin nocheinmal genau durchlesen. Dann werden die Ergebnisse zusammengefasst und schließlich noch einmal wiederholt, indem die Informationen dargestellt, reflektiert und bewertet werden. Als zweite Aufgabe sollen die Lernenden für ihre Wohnung einen neuen Stromtarif auswählen. Dazu kann das Arbeitsblatt 2 "Stromverträge online" genutzt werden. Die Schülerinnen und Schülerinnen prüfen das Angebot der verschiedenen Firmen und erhalten dazu einen Katalog von Kriterien: Preis Schonender Umgang mit Ressourcen Formen der Stromgewinnung Arbeitsplätze Landschaftsgestaltung, Landschaftsschutz Abhängigkeiten Versorgungssicherheit Umweltbelastung Werbung der Stromanbieter Service Sicherheit der Erzeugung, Bereitstellung und Entsorgung Entscheidung fällen und begründen Jede Schülerin und jeder Schüler überprüft, welche der Kriterien in der Beschreibung überhaupt berücksichtigt sind. Dabei wählt sie oder er drei Kriterien aus, die aus persönlicher Sicht am wichtigsten sind, und begründet die Entscheidung in Stichworten. In der Gruppe eine Entscheidung treffen Im Anschluss tragen die Lernenden ihre Ergebnisse in der Gruppe zusammen und tauschen sich aus. Dann treffen sie eine gemeinsame Auswahl der drei wichtigsten Kriterien aus der Liste und schließlich auch eine Entscheidung für einen Stromanbieter. Zu dieser Entscheidung formulieren sie eine gemeinsame Entscheidungsbegründung. Informationsblatt für einen Stromtarif erstellen Die dritte Aufgabe besteht darin, in der Gruppe eine optimierte Werbung für einen Stromanbieter zu erstellen, der über Vor- und Nachteile des Tarifs informiert. Die Lernenden achten dabei auf Sprache, Symbole und Zusammenhänge. Die zuvor gewonnen Erkenntnisse über wichtige Entscheidungskriterien fließen in die Arbeit ein. Abschließend präsentiert die Lerngruppe ihre Ergebnisse.

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Rechtsextremismus: Parteien, Programme und Parolen

Unterrichtseinheit

Nach den Wahlerfolgen der rechtsextremen Parteien in Brandenburg und Sachsen haben sich die ersten Wellen der Empörung gelegt. Aber Wegschauen hilft nicht. Gerade bei der Werbung um Jungwähler sind rechte Parteien sehr aktiv. Der Schock nach den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen saß bei den etablierten Parteien tief. Zwei rechtsextremistische Parteien schafften den Sprung über die 5-Prozent-Hürde: In Brandenburg konnte die Deutsche Volksunion (DVU) ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl noch einmal auf 6,1 Prozent steigern, und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) schaffte mit 9,2 Prozent den Sprung ins sächsische Parlament. Rechte Internet-Angebote im Unterricht? Ob Jugendliche direkt auf den Seiten der rechten Parteien recherchieren sollen, muss jede Lehrkraft individuell entscheiden. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über die politischen Ziele der DVU und NPD informieren. die Mechanismen rechtsextremer Werbung und Propaganda kennen lernen. sich mit möglichen Ursachen für den Wahlerfolg der rechten Parteien auseinander setzen. diskutieren, inwieweit der Wahlerfolg von DVU und NPD eine Gefahr für die Demokratie darstellt. die Bedeutung des Internets bei der Verbreitung rechter Propaganda reflektieren und diskutieren. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen. Werbung um Jungwähler Dabei zählte sich aus, dass beide Parteien vor der Wahl abgesprochen hatten, sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen: Die DVU trat nur in Brandenburg an, die NPD beschränkte sich auf Sachsen. Bedenkenswert ist außerdem der Umstand, dass in Sachsen rund 20 Prozent und in Brandenburg etwa 15 Prozent der Erstwähler ihr Kreuz bei einer rechtsextremen Partei gemacht haben, so eine Wahltagsbefragungen von infratest dimap. Während sich die Rechten früher kaum gezielt um Erst- und Jungwähler bemüht haben, gehen sie seit einiger Zeit neue, moderne Wege und werben mit Musik und Internetangeboten um Jungwähler. Thema Rechtsextremismus: Parteien, Parolen und Programme Autoren Wolfgang Bauchhenß und Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 9 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung mindestens 3 Stunden Medien Computer mit Internetzugang Zentralistische, autokratische Parteistrukturen Die mitglieder- und finanzstärkste Organisation der rechtsextremen Parteien war 2003 die DVU mit rund 11.500 Mitgliedern. Sie war bis zur Landtagswahl im September im Brandenburger Parlament mit fünf Abgeordneten vertreten, nun sind es sechs. Der Vorsitzende der Bundespartei, Dr. Gerhard Frey, ist seit Jahrzehnten die unangefochtene Nummer Eins in der Partei. Der Münchner Verleger führt die Partei "zentralistisch und autokratisch", so der Verfassungsschutzbericht 2003, und finanziert die Partei fast im Alleingang. Frey erwirtschaftet das Geld aus dem Vertrieb von verschiedenen Produkten wie CDs, Büchern und insbesondere Zeitungen. Er gibt die "National-Zeitung/Deutsche Wochenzeitung" (NZ) heraus, die auflagenstärkste, regelmäßig erscheinende Publikation im rechtsextremistischen Bereich in Deutschland. Revisionismus und Ausländerfeindlichkeit Inhaltlich fordert die DVU, so ist in ihrem sechsseitigen Parteiprogramm unter insgesamt zwölf Punkten nachzulesen, den Ausländeranteil in Deutschland zu begrenzen und kriminelle Ausländer sofort auszuweisen. Außerdem will sie unter anderem den Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union erreichen, die D-Mark wieder einführen, die ehemals deutschen Gebiete östlich von Oder und Neiße wieder eingliedern oder "fremde Einflusse auf unsere Kultur" auf ein "vernünftiges" Maß beschränken. National-Zeitung als Parteiorgan Der Verfassungsschutzbericht 2003 analysiert, dass die DVU "im Wesentlichen die typischen rechtsextremistischen Agitationsfelder vor dem Hintergrund eines gesteigerten Nationalismus" aufgreife. Die Parole "Deutsche zuerst" zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm und vor allem durch die NZ, die der Verfassungsschutz als "Presseorgan der Partei" bezeichnet und deren Inhalte er in seinen jährlichen Berichten genau unter die Lupe nimmt. Während das offizielle Partei-Programm nämlich sehr kurz ausfällt und die Formulierungen bewusst recht schwammig sind, äußern sich die Autoren in der "National-Zeitung" wesentlich konkreter. Nähe zu gewaltbereiter Skinhead-Szene Die NPD zählte 2003 rund 5.000 Mitglieder und schickt zwölf Abgeordnete ins sächsische Parlament. Im Gegensatz zur DVU dominiert nicht nur eine Person die Partei und ihre Aktivitäten. Seit 1996 ist Udo Voigt der NPD-Bundesvorsitzende. Er ist bereits 1968, mit 16 Jahren, in die Partei eingetreten und hat sich in der Parteihierarchie nach oben gearbeitet. In den letzten Jahren hat die NPD aufgrund ihrer Nähe zu gewaltbereiten Skinheads und vor allem durch den gescheiterten Verbotsantrag Schlagzeilen gemacht. Verdacht auf Verfassungsfeindlichkeit Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat waren der Meinung, dass die NPD eine verfassungswidrige Partei sei und stellten deshalb Anfang 2001 beim Bundesverfassungsgericht gemeinsam den Antrag, die Partei zu verbieten. Grundlage dafür war der Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes: "Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig. Über die Frage der Verfassungswidrigkeit entscheidet das Bundesverfassungsgericht." Verbotsantrag gescheitert Die verfassungsfeindlichen Ziele der NPD begründeten die Antragssteller im Wesentlichen mit dem Eintreten der NPD für einen "völkischen Kollektivismus", der gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes verstoße. Außerdem trete die NPD für ihre Ziele auf eine aktiv-kämpferische und aggressive Weise ein, was man mit zahlreichen Ermittlungsverfahren gegen NPD-Angehörige und Funktionäre belegte. Doch das Verbotsverfahren scheiterte. Mehrere in den Verbotsanträgen namentlich benannte hochrangige NPD-Funktionäre arbeiteten als Informanten für den Verfassungsschutz - ihre Aussagen waren daher nicht zu verwerten-, und das Bundesverfassungsgericht stellte das Verbotsverfahren am 18. März 2003 ein. Aggressives Deutschtum Der Verfassungsschutzbericht 2003, der sich intensiv mit der NDP und ihren Aktivitäten beschäftigt, schlussfolgert, dass die Partei "unverändert an ihrer offenen, aggressiv-kämpferischen Feindschaft gegenüber der freiheitlichen demokratischen Grundordnung" festhält. In ihrem Programm heißt es beispielsweise, dass Deutschland wieder "deutsch" werden müsse, dass die "Wiederherstellung Deutschlands" mit der "Vereinigung der Besatzungskonstruktionen BRD und DDR" nicht erreicht sei, oder dass die Todesstrafe wieder eingeführt werden müsse. Punktuelle Wahlerfolge Die DVU war in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen Länderparlamenten vertreten, derzeit sitzt sie - außer in Brandenburg - noch mit einem Abgeordneten in der Bremischen Bürgerschaft. Die NPD dagegen schaffte letztmals 1969 mit 9,8 Prozent den Sprung in den Landtag von Baden Württemberg, 1972 versank sie auf parlamentarischer Ebene wieder in der Bedeutungslosigkeit - bis zur Landtagswahl 2004 in Sachsen. Parteiinterne Zerstrittenheit Besonders aufgefallen ist die DVU in den Parlamenten vor allem durch skandalträchtige Aktionen oder inkompetente Kandidaten. Ein Beispiel ist die Auflösung der DVU-Fraktion in Landtag von Sachsen-Anhalt. 1998 konnte die DVU fast dreizehn Prozent der Stimmen gewinnen, doch die frisch gewählten DVU-Abgeordneten entpuppten sich als politisch völlig unerfahrene Personen. Offenbar agierten sie nur als Marionetten der Münchner Parteizentrale, wie ein Beitrag des Politik-Magazins Panorama enthüllte. Bereits 1999 löste sich die Landtagsfraktion durch Bildung einer DVU-Abspaltung (Freiheitliche Deutsche Volkspartei, FDVP) auf, ein Vertreter ging zur Vereinigten Rechten (VR). Bei der nächsten Landtagswahl im Jahr 2002 erreichte die FDVU gerade einmal 0,8 Prozent der abgegebenen Stimmen. Skandale statt konkreter politischer Arbeit Auch in Brandenburg, wo die DVU im September 2004 zum ersten Mal in einem Flächenstaat den Wiedereinzug schaffte, fiel die DVU-Fraktion nicht durch ihre Arbeit, sondern durch einen Eklat auf: Der damalige Ministerpräsident Manfred Stolpe wechselte als Verkehrsminister in die Bundesregierung, und Matthias Platzeck sollte seine Nachfolge antreten. Kurz bevor das Parlament im Juni 2002 über den neuen Regierungschef abstimmen sollte, brachten die DVU-Abgeordneten den Antrag ein, Jörg Schönbohm (CDU) zum Nachfolger von Manfred Stolpe wählen zu lassen. Ein Vorschlag, den Schönbohm scharf zurückwies und als "eine Schweinerei und eine politische Unverschämtheit, um Unfrieden ins Regierungslager zu tragen" bezeichnete. Spiegel Online: Landtagswahlen 2004 in Brandenburg und Sachsen Das Dossier legt einen Schwerpunkt auf den Wahlerfolg von DVU und NPD. Spiegel Online: Von der Schwierigkeit, Rechtsextremisten zu verklagen Vor laufenden Kameras hat der NPD-Chef Udo Voigt das Holocaust-Mahnmal in Berlin geschmäht, in einem Zeitungsinterview gar die "Abwicklung" der Bundesrepublik gefordert. Spiegel Online: Rechtsextreme in den Landtagen Ein kurzer Überblick über die Aktivitäten und Eskapaden von NPD und DVU in fünf Bundesländern. Stimmungsmache gegen Sozialreformen Die Absprache beider Parteien vor den Landtagswahlen im September 2004, jeweils in nur einem Bundesland anzutreten, hat nach Meinung der Experten entscheidend zum guten Abschneiden beigetragen. Während die DVU nur in Brandenburg angetreten ist, hat die NPD in Sachsen kandidiert. So haben sie sich nicht gegenseitig die Stimmen weggenommen, denn beide Parteien haben vor allem mit einem Thema Wahlkampf gemacht: der Hartz IV ? Was steckt dahinter? . Die NPD warb auf ihren Wahl-Plakaten mit Sprüchen wie "Quittung für Hartz IV" oder "Schnauze voll? Wahltag ist Zahltag", die DVU stieß mit "Weg mit Hartz IV" in die gleiche Kerbe. Wähler mit Schwächen und Angst Dass dies ein taktisch kluger Schachzug war, zeigt eine Analyse der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen. Beide Parteien fischen nämlich im selben Wählerlager: Sehr viele Anhänger, egal ob DVU oder NPD, fühlen sich in ihrem Leben benachteiligt. In Brandenburg sehen 88 Prozent der DVU- und in Sachsen 96 Prozent der NPD-Anhänger in den in Deutschland lebenden Ausländern eine "Überfremdungsgefahr". Am erfolgreichsten sind DVU und NPD bei jüngeren und nicht so gut ausgebildeten Männern: In Sachsen erreicht die NPD bei den 18- bis 29-jährigen Männern 21 Prozent, bei allen unter 35-Jährigen mit Hauptschulabschluss sogar 26 Prozent der Stimmen. Aber auch viele der von Hartz IV betroffenen Arbeitslosen haben am 19. September DVU oder NDP gewählt: In dieser Berufsgruppe, so die Forschungsgruppe Wahlen, kommt die NPD auf 18 Prozent und die DVU auf 13 Prozent. Nicht alle sind Parteikader Dabei können rechtsextremistische Parteien generell mehr auf männliche denn auf weibliche Unterstützung zählen. Bei diesen Parteien sei es aber besonders wichtig, zwischen den Positionen der Parteikader und den Wählern zu differenzieren, so die Forschungsgruppe Wahlen. Nach deren Analyse sei es eindeutig der Protest gegen die Reformpolitik gewesen, der den rechten Rand bei diesen Wahlen so stark gemacht habe. Der Osten sei ungleich stärker von Arbeitslosigkeit und einer wirtschaftlichen Strukturschwäche betroffen und die PDS könne nicht jeden Protest binden. "Jenseits der politischen Ränder stand weder in Brandenburg noch in Sachsen den Wählern eine etablierte Partei zur Verfügung, bei der sie sich mit ihrer Unzufriedenheit gut aufgehoben fühlten", so die Forschungsgruppe Wahlen. Gemischtes Urteil zu Erfolgsaussichten Immerhin lässt diese Analyse den Schluss zu, dass sich die Wähler nur kurzzeitig von den Parolen der Rechten anlocken lassen haben - und beim nächsten Mal wieder anders stimmen. Möglich ist auch, dass sich die Extremisten in den Parlamenten selbst "entzaubern", also im politischen Alltagsgeschäft scheitern, wie dies in der Vergangenheit regelmäßig zu beobachten war. Einige Beobachter halten es aber auch für nicht unwahrscheinlich, dass sich die rechten Parteien in einigen Teilen Sachsens durchaus etablieren können. Parteifunktionäre seien dort schon jetzt in der Bevölkerung verwurzelt und könnten auch in Zukunft mit guten Wahlergebnissen rechnen. So bleibt abzuwarten, ob die rechten Parteien ihren Wahlerfolg in vier Jahren wiederholen können, oder ob die NPD und DVU bald wieder aus den Parlamenten verschwinden werden. Bündnis bei der Bundestagswahl 2006 Bestärkt durch die Wahlerfolge in Sachsen und Brandenburg, rechnen sich DVU und NPD auch gute Aussichten auf Wählerstimmen bei der Bundestagswahl 2006 aus. Sie haben bereits beschlossen, dort wieder ihre Kräfte zu bündeln und als Parteienbündnis anzutreten. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Deutschradikale Republik Der Artikel der FAZ vom 212.20.2004 beleuchtet die Ursachen für die bereits zu DDR-Zeiten erstarkende rechtsradikalen Jugendkultur im Osten. Werbung über Homepages und Foren Es war vor allem die NPD, die in der Vergangenheit den Kontakt zu den jungen Wählern suchte und dabei insbesondere die Skinhead- und Neonazi-Szene ansprach. Die "Jungen Nationaldemokraten" (JN), die Jugendorganisation der NPD, fungieren dabei als Bindeglied. Während die Anwerbung von Jugendlichen lange Zeit auf einer persönlichen Ebene stattfand, beispielsweise im Rahmen von Demonstrationen, Kongressen und Konzerten, hat sich das im Laufe der letzten Jahre etwas geändert. Inzwischen hat sich das Internet zum wichtigsten Informations- und Anwerbemedium im rechtsextremistischen Bereich gemausert. Im Netz können Jugendliche leicht an Infos über die Parteien und ihre Ziele gelangen sowie einen ersten Kontakt herstellen, zum Beispiel per E-Mail oder in Foren mit Gleichgesinnten diskutieren. Rechtsextreme Seiten sprechen die Jung- und Erstwähler - nicht nur zu Wahlkampfzeiten - mit speziellen Plattformen und Angeboten direkt an. Nazistische Inhalte aus dem Ausland Die offiziellen Webseiten der rechtsextremistischen Parteien in Deutschland sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem gesamten Spektrum. Zwar sei die Zahl der rechtsextremen Seiten insgesamt geschrumpft, aber die Qualität und die Nutzerzahlen steigen, so das Landesamt für Verfassungsschutzes in Nordrhein-Westfalen. Dabei beobachte man eine Zweiteilung: Während sich die deutschen Parteien an die gesetzlichen Vorschriften halten müssen, finden sich auf ausländischen Servern auch offen nazistische Inhalte. Obwohl diese Seiten auch von Deutschland abrufbar sind, kann die deutsche Justiz nichts dagegen unternehmen. Gemeinschaftserlebnis bei Skin-Konzerten Neben dem Internet hat rechtsextremistische Musik weiterhin eine wichtige Bedeutung beim Buhlen um Jungwähler. Während früher vor allem Skinhead-Musik die Szene beherrschte, betreten seit einiger Zeit auch andere Musikrichtungen die Bühne. Dennoch spielt die rechtsextremistische Skinhead-Musik immer noch die wichtigste Rolle: Auf diesen Konzerten trifft sich die sonst zersplitterte Fangemeinschaft. Der Verfassungsschutzbericht 2003 charakterisiert die Konzerte als "eigentlichen Treffpunkt der Szene", wo bei den meist jugendlichen Besuchern ein Gefühl der "Gemeinschaft und Stärke" entstehe. Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass die Konzerte meist konspirativ vorbereitet werden und auf Jugendliche so einen "besonderen Reiz" ausüben. Propaganda auf dem Schulhof Rechtsextremisten haben diese Bedeutung erkannt und wollten das im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg zu Wahlkampfzwecken instrumentalisieren: Im Sommer und Herbst 2004 sollte im Rahmen der "Aktion Schulhof" eine nicht unerhebliche Anzahl - der Verfassungsschutz geht von ca. 50.000 Pressungen aus - Propaganda-CDs in der Nähe von Schulen und auf öffentlichen Plätzen speziell an Kinder und Jugendliche verteilt werden. So wollten die Initiatoren politisch bislang nicht oder nur wenig interessierte Jugendliche auf die rechte Szene aufmerksam machen und für die "Bewegung" interessieren. Gerichtliche Schritte ... Nachdem aber das Innenministerium Sachsen-Anhalt die Öffentlichkeit über die konspirativ geplante Aktion aufmerksam machte, berichteten verschiedene Medien darüber und auch die Justiz horchte auf. Schließlich ordnete Anfang August 2004 das Amtsgericht Halle die Beschlagnahmung der CD an und machte damit die rechtsextremen Pläne zu Nichte. Nicht nur das Verteilen sei gesetzwidrig, auch wer sich die CD gezielt besorge, mache sich strafbar, warnt das Gericht. ... ohne Wirkung Doch das scheint die Initiatoren wenig zu stören: Die CD wird nun mit einer neuen Zusammenstellung der Lieder und rechtsextremen Propagandatexten über das Internet verbreitet. Die CD mit dem Titel "Anpassung ist Feigheit - Lieder aus dem Untergrund" sei zum kostenlosen Download auf einem schwedischen Server ins Internet gestellt worden, bestätigte ein Sprecher des Bundesamts für Verfassungsschutz in Köln. So umgehen die Rechten den Beschlagnahmebeschluss und die Strafverfolgung. Da der Server in Schweden steht, können die deutschen Behörden nicht eingreifen und sind machtlos: Die schwedische Gesetzgebung erlaube eine Verbreitung von neonationalsozialistischer Propaganda im Internet weitestgehend. Gut vernetzt Für rechtsextreme Parteien ist das Internet ein ideales Mittel, um mit Sympathisanten zu kommunizieren und Kontakte zu den Mitgliedern zu pflegen. Parteiprogramme, Informationsmaterialien und Werbemittel werden online vertrieben. DVU und NPD sind da keine Ausnahme (erreichbar unter www.dvu.de beziehunsgweise www.npd.de). Online werben sie für ihr Parteiprogramm, veröffentlichen Interviews und Verlautbarungen der Parteivorsitzenden. Auch der Verkauf rechter Publikationen und Musik läuft in der Szene fast ausschließlich über eigene Verlage ab. Parteiorgane online Ausgewählte Beiträge veröffentlicht die National-Zeitung (www.dsz-verlag.de), die als Parteiorgan der DVU gilt, online - und nennt ihre Homepage auf gut Deutsch "Leitseite". Der Online-Auftritt der "Deutschen Stimme" (www.deutsche-stimme.de), der NPD-Parteizeitung und nach eigenen Angaben "Monatszeitung für Politik und Kultur", ist wesentlich professioneller gestaltet. Wer jüngere Wähler überzeugen will, nutzt auch deren Internet-Affinität. Auch wenn der Verfassungsschutz die rechte Szene beobachtet, handelt es sich bislang um völlig legale Inhalte im Netz. Anders als bei rechtsradikalen Webseiten lässt sich bei ihnen bislang keine Gewaltverherrlichung, kein offener Antisemitismus und kein Gebrauch verbotener rechtsradikaler Symbole nachweisen. Erst dann würden sie vom Gesetzgeber offiziell als jugendgefährdende und damit verbotene Online-Angebote eingestuft. Ihren legalen Spielraum reizen die Parteien geschickt so weit wie möglich aus. Authentische Informationen oder Sekundärquellen Ob Schülerinnen und Schüler sich im Unterricht direkt mit den Online-Angeboten von DVU und NPD auseinander setzen sollen, ist der individuellen Entscheidung jeder Lehrerin und jeden Lehrers überlassen. Es ist allerdings ein Kinderspiel, die entsprechenden Seiten mit Suchmaschinen zu finden: Der erste Platz auf den Suchlisten ist ihnen sicher. Die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Parteien und ihrer Propaganda ist in jedem Fall authentischer, wenn die entsprechenden Seiten auch Thema des Unterrichts sind. Wer im Unterricht die Portale der rechten Szene dagegen meiden will, kann auf Sekundärquellen zurückgreifen, zum Beispiel auf die Berichte des Verfassungsschutzes oder der Informationsdienste gegen Rechtsextremismus. Propaganda analysieren und durchschauen Wenn sich die Schülerinnen und Schüler direkt anhand der parteieigenen Homepages über die DVU und NPD informieren, ist eine kritische Analyse der Inhalte unverzichtbar. Sprache, Schlüsselwörter und Symbole gehören ebenso dazu wie rechtsradikale Thesen. Dass Interviews mit Parteivorsitzenden nicht kritisch geführt werden, ist schnell erkennbar. Und allein die Wahl der Adjektive in den Artikeln zeigt, welcher Tonfall und welche Wirkung gewünscht sind. Auch die Vor- und Nachteile des Internets als Kommunikations- und Informationsmedium können in diesem Zusammenhang thematisiert werden. Die rechtsextremen Online-Auftritte bieten insofern hervorragendes Material für eine quellen- und medienkritische Analyse. Wer die Mechanismen der Propaganda erst einmal durchschaut, lässt sich weniger leicht von ihr vereinnahmen.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Klima und Wald: Warum regnet es im Regenwald?

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtssequenz zum Thema Wald und Klima ist ein Auszug aus dem Unterrichtsmaterial "Warum regnet es im Regenwald?" für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6. Es legt den Schwerpunkt auf die Themen Klima und Kinder der Welt. Kinder aus Regenwaldgebieten erzählen darin von ihrem Alltag.Warum ist es am Äquator immer gleich warm und warum gibt es bei uns Jahreszeiten? Die tropischen Regenwälder ziehen sich wie ein Gürtel um den Äquator. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit Klimazonen und Waldtypen und lernen die besonderen klimatischen Bedingungen im Regenwald kennen. Sie lernen, Zusammenhänge zwischen Klimazonen und Vegetationsformen zu erkennen und können wesentliche Elemente des tropischen Klimas benennen. In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Klima und Wald werden auf Seiten der Lehrkraft Grundkenntnisse zu Klimazonen vorausgesetzt. Die Arbeitsblätter enthalten die wichtigsten Informationen hierzu für die Schülerinnen und Schüler. Die Lernenden erkennen bei der Auseinandersetzung mit den Themen und Materialien dieser Unterrichtseinheit unterschiedliche Klimazonen der Erde und erfahren, wie Klimadiagramme funktionieren. Die Arbeitsmaterialien fokussieren die thematischen Bereiche "Klimazonen erkennen und benennen", "Verbreitung und Rückgang des Regenwaldes", "Was brauchen tropische Zimmerpflanzen zum Leben?" und "Klimadiagramme verstehen und interpretieren". Die Unterrichtseinheit ist damit fächerübergreifend beziehungsweise fächerverbindend angelegt und kann im Geographie- und Biologie-Unterricht, aber auch im Politik- beziehungsweise SoWi-Unterricht eingesetzt werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen Klimazonen und lernen, Klimadiagramme zu verstehen. lernen verschiedene Waldtypen kennen. lernen, Zusammenhänge zwischen Klimazonen und Vegetationsformen zu erkennen und können wesentliche Elemente des tropischen Klimas benennen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren online oder mit Atlanten, wo die Regenwälder der Erde liegen oder welche speziellen Bedingungen Pflanzen benötigen. Materialien von OroVerde Das Materialpaket "Warum regnet es im Regenwald?" ist Lehrmaterial, das die Tropenwaldstiftung OroVerde konzipiert und herausgegeben hat. Neben den Materialien für die 5. und 6. Klasse gibt es außerdem Materialien für die Grundschule (3. und 4. Klasse, "Schokolade wächst auf Bäumen?!"), für Haupt- und Förderschulen ("Weil wir es uns wert sind: Umweltbildung an Hauptschulen") und für Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse ("Geist ist geil!" - Werbung und Natur). Jugendliche für Natur, Umwelt und BNE begeistern Das OroVerde-Projekt "Weil wir es wert sind" startete im Jahr 2009 und setzte sich zum Ziel, junge Menschen - vor allem Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen - für die Themen Natur, Umwelt und nachhaltige Entwicklung zu begeistern. Kern des Pilotprojekts sind eigenständige Kampagnen und Schülerfirmen von Jugendlichen, die aus den schulischen Aktivitäten rund um das Thema Schutz des Tropenwalds hervorgehen. Der Titel "Weil wir es wert sind" soll dabei bewusst zur Stärkung des Selbstwertgefühls der Jugendlichen beitragen. Auch der Austausch von Meinungen untereinander wird gefördert.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Geographie / Jahreszeiten
  • Sekundarstufe I

Persönliche Daten im Internet

Unterrichtseinheit

Menschen geben häufig bereitwillig oder unbewusst sehr persönliche Daten im Internet preis. Bei Jugendlichen findet dies in erster Linie in den sozialen Netzwerken statt. In dieser Unterrichtseinheit setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Umgang mit privaten Informationen auseinander. Die Lernenden analysieren fiktive Profile in sozialen Netzwerken und erarbeiten die Bedeutung sowie die Unterschiede von Online- und Offline-Freundschaften. Sie bewerten die dargestellten Informationen und beurteilen, welche persönlichen Daten bedenkenlos herausgegeben werden können und in welchen Fällen eine Veröffentlichung negative Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Gemeinsam überlegen die Jugendlichen, wer von den veröffentlichten Informationen profitiert und wie man seine persönlichen Daten schützen kann. Fachbezug Deutsch Im Sinne des Kerncurriculums Deutsch der Haupt- und Realschule wird in dieser Unterrichtseinheit der vorgeschriebene inhaltliche Kompetenzbereich "Sprechen und Zuhören" aufgegriffen. Die Schülerinnen und Schüler tragen im gemeinsamen Unterrichtsgespräch eigene Meinungen und Anliegen vor und begründen diese unter Bezug auf eigene Erfahrungen (Kategorie: "Mit und zu anderen sprechen"). In diesem Zusammenhang lernen sie auch, ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ruhig, konzentriert und wertschätzend zuzuhören (Kategorie: "verstehend zuhören"). Fachbezug Politik Im Sinne der Forderungen des Kerncurriculums Politik der Haupt- und Realschule wird in dieser Unterrichtseinheit der inhaltsbezogene Kompetenzbereich "Zusammenleben in der demokratischen Gesellschaft" behandelt. Den Schülerinnen und Schülern werden normative Grundlagen wie Grundwerte, Normen und Gesetze vermittelt, indem sie sich mit wesentlichen Aspekten des Themas Datenschutz beschäftigen. Klare Kriterien zur Freigabe persönlicher Daten In der aktuellen Studie "Jugend 2.0" kommt der BITKOM zu dem Ergebnis, dass 74 Prozent der Jugendlichen aktiv soziale Netzwerke nutzen. Insbesondere in diesen Netzwerken kommt es zu unausgesprochenen Geschäftsbeziehungen - je mehr Daten der Betreiber erhält, desto besser ist es für ihn. Gleichzeitig können aber auch andere Nutzer Dinge erfahren, die eigentlich privat sind. Nicht nur die Angabe des vollen Namens, der Anschrift oder der Telefonnummer können problematisch werden, sondern auch das Einstellen von Bildern oder die Mitgliedschaft in bestimmten "Gruppen" in sozialen Netzwerken. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass die Jugendlichen Einsicht in die Notwendigkeit gewinnen, private Daten zu schützen beziehungsweise diese nur mit ausgewählten Menschen zu teilen. Ablauf der Unterrichtseinheit Einstieg und Hinführung Die Lernenden beurteilen fiktive Profile und diskutieren den möglichen Missbrauch und den Schutz persönlicher Daten im Netz. Erarbeitung und Vertiefung Die Jugendlichen setzen sich mit Freundschaften in sozialen Netzwerken auseinander und überlegen, welche Daten ins Netz gehören und welche nicht. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit normativen Grundlagen der demokratischen Gesellschaft, indem sie sich mit wesentlichen Aspekten zu dem Thema Datenschutz auseinandersetzen. lernen, dargestellte Informationen im Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken, zu analysieren und hinsichtlich des Datenschutzes kritisch zu beurteilen. befassen sich gemeinsam damit, wie Nutzerinnen und Nutzer persönliche Daten schützen können. Da das Internet heute ein wesentlicher Bestandteil der jugendlichen Lebenswelt ist, ist davon auszugehen, dass diese über etliche Erfahrungen berichten können. Sollten die Jugendlichen nicht von sich aus den Schwerpunkt auf soziale Netzwerke lenken, muss die Lehrerin oder der Lehrer hier eingreifen. Dies kann beispielweise geschehen, indem die Lehrkraft aus "ihrer Jugend" erzählt, während der sie bereits in der Schulpause im direkten Gespräch mit den Klassenkameraden klären musste, wie die gemeinsame Freizeitgestaltung am Nachmittag aussehen sollte. Wichtig in dieser Unterrichtsphase ist, dass bei den Schülerinnen und Schülern nicht der Eindruck entsteht, dass die Lehrkraft ein negatives Bild von sozialen Netzwerken hat, sondern dass sie es durchaus für sinnvoll hält, dort angemeldet zu sein. Fiktive Profile als Impuls Die Lehrerin oder der Lehrer präsentiert den Schülerinnen und Schülern zwei fiktive Profile in einem sozialen Netzwerk (zum beispiel Facebook). Die Klasse hat die Aufgabe, die dort dargestellten Angaben zu bewerten. Die Jugendlichen sollen mit ihrem Tischnachbarn möglichst viel über die beiden fiktiven Personen herausfinden und notieren. Diese Informationen werden im Plenum gesammelt und an die Tafel geschrieben. Beurteilung der Informationen im Unterrichtsgespräch In einem gemeinsamen Unterrichtsgespräch erörtert die Klasse, welche Informationen bedenkenlos veröffentlicht werden können und bei welchen Informationen sich unter Umständen negative Konsequenzen ergeben könnten. Die Informationen, die die Schülerinnen und Schüler nicht auf ihrem Profil präsentieren würden, werden mit einem roten Klebepunkt versehen, die problemlosen Angaben bekommen einen grünen. Missbrauch und Schutz persönlicher Daten Gemeinsam soll die Klasse darüber nachdenken und sich austauschen, wer von diesen Daten profitiert. Es ergeben sich zwei Aspekte: Fremde Akteure (zum Beispiel der Anbieter des Netzwerkes) können die Daten verwenden, gegebenenfalls verkaufen und gezielt Werbung auf dem Profil platzieren. Theoretisch (bei Angabe einer Adresse) kann Werbung postalisch zugeschickt werden. Problematischer ist allerdings, dass Personen aus dem realen Umfeld Dinge erfahren, die nicht für sie bestimmt sind (zum Beispiel die Lehrkraft oder der Arbeitgeber, aber auch Mitschülerinnen und -schüler). In einem nächsten Schritt überlegen die Schülerinnen und Schüler im Plenum, wie sie ihre persönlichen Daten schützen können. Die Jugendlichen werden wahrscheinlich auf die Idee kommen, ihr Profil nur für Freunde sichtbar zu machen. Definition des Begriffs "Freundin" beziehungsweise "Freund" Profile in sozialen Netzwerken sind in den meisten Fällen mindestens für sogenannte "Freunde" sichtbar. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was eine "Freundin" oder ein "Freund" überhaupt ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen in Einzelarbeit eine Definition erarbeiten und notieren, was sie von einer Freundin oder einem Freund erwarten. Einzelne Texte werden vorgelesen und die genannten Kriterien an der Tafel gesammelt. Vergleich: Freundschaften in sozialen Netzwerken und im "echten" Leben In einem nächsten Schritt wird das Verständnis, das Jugendliche von Freundschaften haben, hinterfragt. Dazu stellt die Lehrkraft folgende Frage: "In vielen sozialen Netzwerken werden die Kontakte, die man in einer Liste hat, als Freunde bezeichnet. Aber ist eine Freundschaft in einem sozialen Netzwerk auch zu vergleichen mit Freundschaften im echten Leben? Welche Unterschiede gibt es da?" Die Unterschiede werden in Form eines Tafelbildes gegenüber gestellt. Eine gute Vernetzung schadet nicht (kann sogar sinnvoll sein und wird zukünftig immer wichtiger). Die Verwendung des Begriffs "Freunde" ist irreführend, eigentlich müsste es eher "Online-Bekanntschaften" oder "Kontakte" heißen. Die Preisgabe persönlicher Daten, Interessen und Meinungsäußerungen muss sehr reflektiert stattfinden, auch wenn suggeriert wird, dass man es hier mit "Freunden" zu tun hat. Die Privatsphäreneinstellungen in sozialen Netzwerken müssen verstanden und aktiv genutzt werden. Jeder muss vorher wissen, worauf er sich einlässt - unter Umständen sind die Daten nicht mehr (vollständig) zu löschen, weil sie beispielsweise bereits von anderen auf den eigenen Rechner kopiert wurden. So viele Informationen wie nötig, so wenige wie möglich Nachdem der Unterschied zwischen "echten" Freunden und Freunden in sozialen Netzwerken deutlich geworden ist, soll nachfolgend erarbeitet werden, welche Inhalte veröffentlicht werden können und welche besser nicht. Hierzu wird die Klasse in zwei mal vier Gruppen aufgeteilt, die zu folgenden Bereichen eines Netzwerk‐Profils Regeln erstellen: Info und Kontakt Gruppen Fotos Pinnwand Die Schülerinnen und Schüler sollten bei der Bearbeitung dieser Aufgabe folgende Devise beachten: So viele Informationen wie nötig, so wenige wie möglich! Ergebnispräsentation auf Plakaten Die Ergebnisse werden auf großen Plakaten der Klasse präsentiert und können im Anschluss (eventuell auch im Computerraum) aufgehängt werden. Je nach Altersstufe bietet es sich an, die Plakate "für den kleinen Bruder oder die kleine Schwester" zu gestalten. Ältere Jugendliche halten sich in diesem Bereich oft für sehr kompetent und sehen keinen Bedarf für eigene Regeln. Beim Erstellen von Vorgaben für die jüngeren Geschwister werden diese Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Profil jedoch reflektierter betrachten. Ein eigenes Profil gestalten Alternativ oder als Hausaufgabe bietet es sich an, die Lernenden in Einzelarbeit ein eigenes Profil gestalten zu lassen. Hierbei können alte Zeitschriften als Quelle für Bilder und Profilfotos dienen.

  • Deutsch / Politik / SoWi
  • Sekundarstufe I

Frauen im Mittelalter: gläubig, gebildet, engagiert

Unterrichtseinheit

Die christliche Welt im mittelalterlichen Europa war eine Männerwelt. Königin Mathilde, Elisabeth von Thüringen oder Hildegard von Bingen haben trotzdem weit über ihre Zeit hinaus Spuren hinterlassen. Sie haben ihre Einflussmöglichkeiten genutzt, wie die Internetrecherche zeigt. Der persönliche Entfaltungsspielraum der Frauen im Mittelalter war eingeschränkt: Sie hatten Vätern und Ehemännern zu gehorchen, Eltern oder Vormund bestimmten für sie den Gatten und trafen alle anderen wichtigen Entscheidungen. Dennoch gab es auch im Mittelalter Frauen, die großen Einfluss auf das politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben ihrer Zeit ausübten.Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in dieser Unterrichtssequenz mit den Porträts von drei starken Frauen des Mittelalters auseinander: mit Hildegard von Bingen, Elisabeth von Thüringen und Königin Mathilde. Trotz aller Unterschiede verbindet diese starken Frauen das Christentum. Jede nutzte auf ihre Weise die Möglichkeiten der christlichen Religion, um in einer von Männern dominierten Umgebung eigene Vorstellungen und Ziele durchzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet, um am Beispiel der drei ausgewählten Frauen Hildegard von Bingen, Elisabeth von Thüringen und Königin Mathilde einflussreiche Frauen des Mittelalters kennen zu lernen. Dazu stehen ihnen als Ausgangspunkt entweder ein Arbeitsblatt mit einem kurzen Informationstext sowie einige ausgewählte und kommentierte Links zur Verfügung oder - falls die Recherchetechniken gleichzeitig eingeführt werden sollen - ein Arbeitsblatt mit einer Einführung in die Online-Recherche. Kleingruppen sichten die Materialien und erarbeiten einen Kurzvortrag, den sie der Klasse zum Abschluss vortragen. Der Unterrichtsverlauf Mehr Informationen zu den einzelnen Arbeitsschritten Gender-Blick Ressourcen Aufgaben und Übungen zu den Gender-Aspekten der Unterrichtseinheit Inhaltliche Ziele Die Schülerinnen und Schüler sollen verschiedene Lebensentwürfe von adligen und geistlichen Frauen im Mittelalter kennen lernen. Leistungen, die von Frauen im Mittelalter erbacht wurden, in den zeitgenössischen Kontext einordnen und bewerten. den Zusammenhang zwischen Stand, Bildung und gesellschaftlichem Einfluss im Mittelalter erkennen. Geschlechterverhältnisse im Hinblick auf Gender-Aspekte quantifizieren und den wirtschaftlichen und sozialen Handlungsspielraum von Männern und Frauen im Mittelalter erkunden. Ziele aus dem Bereich der Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Grundzüge der Arbeitstechnik Internetrecherche erlernen beziehungsweise ihre Kenntnisse der Recherchetechnik vertiefen. den Umgang mit Online-Lexika lernen. Informationen aus dem Internet kritisch lesen, auswerten und für einen Kurzvortrag aufbereiten. In einem ersten Schritt tauschen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen (zwei bis drei Personen) ihre Kenntnisse über das Leben der Frauen im Mittelalter aus. Für eine Kartenabfrage werden Thesen an der Stellwand gesammelt und geclustert. Dazu sollen die Schülerinnen und Schüler das Satzfragment "Frauen im Mittelalter haben/ waren/ mussten ..." vollenden. In der Regel zeichnen sie ein sehr negatives Bild vom Leben der Frauen im Mittelalter. Als Kontrast dazu eignen sich die drei Lebensbilder der hier ausgewählten Frauen. Informationsquelle Internet Nachdem die Schülerinnen und Schüler in einzelne Arbeitsgruppen zu den drei Frauen eingeteilt sind, recherchieren sie im Internet, können gegebenenfalls aber auch das Schulbuch oder Bücher der Schul- beziehungsweise Stadtbibliothek hinzuziehen. Bei der Internetrecherche sollte das Vorgehen je nach den Vorkenntnissen der Klasse differenziert werden. Freie Recherche Für Schülerinnen und Schüler, die bereits erste Erfahrungen mit der Recherche im Internet und der kritischen Überprüfung von Webseiten gesammelt haben, kann das Arbeitsblatt "Info-Internetrecherche" noch einmal die wichtigsten Hinweise geben. Anschließend recherchieren die Gruppen frei. Geleitete Recherche Für andere Schülerinnen und Schüler, die eher wenig Erfahrung mit der Internetrecherche haben, enthalten die Arbeitsblätter konkrete Links als Ausgangspunkt für ihre Recherche. Im Vorfeld sollten sie jedoch in die Grundtechniken der Internetrecherche eingeführt werden (siehe AB Internetrecherche), da sie sich bei ihrer Informationssuche nicht auf die angegebenen Links beschränken müssen. Zum Abschluss erhalten auch sie das Informationsblatt zur Internetrecherche (siehe oben) oder fassen ihre Erkenntnisse zur Recherchetechnik selbstständig zusammen. Während im privaten Umgang mit dem Internet das Surfen, Mailen und Downloaden im Vordergrund steht, geht es bei der Nutzung in der Schule vorrangig um Informationsrecherchen. Die Schülerinnen und Schüler sollten daher nicht allein nach dem Zufallsprinzip im Web surfen, sondern im Unterricht lernen, woran sie sachlich glaubwürdige Informationen erkennen können. Raster für die Beurteilung von Websites Mögliche Kriterien sind: die Art der Publikation (Lexikon, Zeitung oder Zeitschrift, offizielle Website einer Institution, Stadt und so weiter, private Website ...), der Hintergrund des Autors / der Autorin oder des Betreibers / der Betreiberin der Homepage (Verfügen sie über fachwissenschaftliche Kenntnisse oder sind die Hobby-Forscher, verfolgen sie ein bestimmtes Ziel?), der Umgang mit Quellen und Textbelegen (Gibt es Zitate oder Links zu Belegstellen?), der Umfang und die Darstellung der Inhalte, die Gestaltung des Internetauftritts (Einsatz von Werbung, Popups). Die Klasse sollte unterschiedliche Webseiten vergleichen und diskutieren, auf welche Merkmale es bei der Nutzung von Internetquellen zu achten gilt. Diese Kriterien werden anschließend notiert, da sie bei späteren Recherchen wieder als Orientierungsraster dienen können. Gleichzeitig werden auf einer Liste die Online-Quellen festgehalten, die die Klasse bei weiteren Themen oder Referaten nutzen kann. Langfristig entsteht so eine Linksammlung, die beim Einstieg in die Recherche für Referate, Facharbeiten und so weiter hilft. Im Idealfall lässt sie sich auf der Schulhomepage, auf die alle Schülerinnen und Schüler zugreifen können, veröffentlichen und wird dort regelmäßig überarbeitet beziehungsweise ergänzt. Lexika im Vergleich Wer die Medienkritik im Unterricht vertiefen möchte, kann in einer zusätzlichen Stunde verschiedene Online-Lexika (das Ökumenische Heiligenlexikon und Wikipedia, das biographisch-bibliographische Lexikon und das Geschichtslexikon der Weltchronik) vergleichen lassen. Die Weltchronik ist ein Übersichtsangebot, bei dem detailliertere Informationen kostenpflichtig sind - und als solche auch deutlich gekennzeichnet werden. Während beim Ökumenischen Heiligenlexikon der religiöse Aspekt hervorgehoben wird, versucht das freie Online-Lexikon Wikipedia einen allgemeinen Überblick zu geben. Die Schülerinnen und Schüler lernen so verschiedene Online-Lexika kennen und vergleichen. Ein mögliches Vergleichsraster gibt es auf dem folgenden Arbeitsblatt. Kurzreferate/Präsentationen Zur Ergebnissicherung erarbeiten die Schülerinnen und Schüler aus den gefundenen Internetmaterialien Kurzreferate, in denen sie die drei Frauen näher vorstellen. Dabei sollen sie auf Name, Lebensdaten, Lebensumstände, Leistungen und den Zusammenhang mit der christlichen Religion eingehen. Nützlich für die Vorbereitung kann folgendes Arbeitsblatt sein, das zusammenfasst, worauf beim Vortrag zu achten ist: Schlussreflexion Zum Abschluss werden noch einmal die Thesen vom Anfang aufgegriffen. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, welche Thesen sich bestätigt haben und welche sich als falsch beziehungsweise als zu plakativ und ungenau herausgestellt haben. Sie sollen den Zusammenhang zwischen dem Stand und der Bildung der Frauen und ihren verschiedenen Einflussmöglichkeiten erkennen. So lohnt es sich beispielsweise der Frage nach den Ressourcen nachzugehen: Wissen, Geld, Gestaltungsmacht - in welchem Umfang standen Männern und Frauen im Mittelalter diese Ressourcen zur Verfügung? Wie viele Wege gab es, um Bildung zu erwerben, wie viele dieser Zugänge standen weiblichen und männlichen Interessierten offen? Wie viele Gesetze gab es, die die rechtliche Situation von Männern und Frauen differenzierten? Wie viele Berufszweige gab es beispielsweise im Handwerk, wie viele standen den Mädchen und wie viele den Jungen offen? Transfer-Beispiel Bildung: Wie sieht es heute aus? Wie viele Bildungswege stehen Mädchen und Jungen offen? Wie viele werden wahrgenommen? In welchem Umfang? Die Schülerinnen und Schüler quantifizieren Geschlechterverhältnisse und präsentieren diese (Gruppenarbeit). Erfahrungen im Umgang mit Online-Informationen im Kontext Mittelalter Kenntnisse über die geschlechtsspezifischen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Bewertung, Aufbereitung und Präsentation der Ergebnisse Aufmerksamkeit für die gesellschaftliche Beteiligung der Geschlechter und die Zugänge zu Ressourcen.

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I, Primarstufe

Datenschutz: Telekom-Affäre, BKA-Gesetz, Daten-Striptease

Unterrichtseinheit

In den letzten Wochen rückten die Themen Datenschutz und -sicherheit immer wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Dieser Basis-Artikel liefert Ihren Schülerinnen und Schülern nützliche Informationen und regt zu weiteren Recherchen an.Dieses Mal waren es nicht nur staatliche Maßnahmen oder Gesetzesvorhaben wie das umstrittene BKA-Gesetz, die die Datenschützer auf die Barrikaden riefen: Insbesondere die Abhöraffäre bei der Telekom ließ viele Experten daran zweifeln, ob personenbezogene Daten bei privaten Unternehmen ausreichend geschützt werden. Doch auch der freiwillige und unbekümmerte Daten-Striptease vieler Menschen in den sogenannten sozialen Netzwerken, also Webangeboten wie StudiVZ, beunruhigt die Datenschützer.Die Schülerinnen und Schüler sollen die Hintergründe der Diskussionen rund um Datenschutz und Datensicherheit verstehen. zum bewussten Umgang mit den eigenen Daten angeregt werden. eigene Angaben im Netz überdenken. Informationen, die sie für Diskussionen benötigen, online recherchieren. sich aktiv an der Diskussion zum BKA-Gesetz beteiligen. Thema Datenschutz 2008: Telekom-Affäre, BKA-Gesetz und freiwilliger Daten-Striptease Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften, IKT Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 8 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2 bis 6 Stunden Medien je ein Computer mit Internetzugang für zwei Schülerinnen und Schüler Dieser Beitrag widmet sich auf den Unterseiten bestimmten Teilaspekten des Themas. Diese einzelnen Seiten können Sie nutzen, um den Lernenden Texte zu diesen Teilaspekten zur Verfügung zu stellen. Zudem bieten die Unterseiten Anregungen zur weiteren thematischen Recherche. Die Telekom-Affäre Ausgelöst wurde die aktuelle Diskussion durch Bekanntwerden der Tatsache, dass die Deutsche Telekom Telefon-Verbindungsdaten ausgewertet hat. Das BKA-Gesetz Diese Seite widmet sich der aktuellen Erweiterung des BKA-Gesetzes, das die Online-Durchsuchung regeln soll. StudiVZ und Co.: Öffentlicher Daten-Striptease Viele Jugendliche geben im Netz alles von sich selbst preis. Sie sollen durch diesen Text und entsprechende Recherchen zum kritischen Umgang sensibilisiert werden. Spähoperationen "Clipper" und "Rheingold" Ende Mai 2008 deckte "Der Spiegel" auf, dass die Deutsche Telekom in den Jahren 2005 und 2006 heimlich die Telefon-Verbindungsdaten ihrer Manager ausgewertet hat, um undichte Stellen in Vorstand und Aufsichtsrat aufzuspüren. Das Nachrichtenmagazin berichtete in seiner Ausgabe vom 26. Mai 2008, Ziel der Spähoperationen "Clipper", "Rheingold" und einiger anderer "Nebenprojekte" sei "die Auswertung mehrerer hunderttausend Festnetz- und Mobilfunk-Verbindungsdatensätze der wichtigsten über die Telekom berichtenden deutschen Journalisten und deren privaten Kontaktpersonen" gewesen. Vorstandschef René Obermann bestätigt Vorgang Der Vorstandvorsitzende der Deutschen Telekom, René Obermann, bestätigte, dass der Spiegel-Bericht der Wahrheit entspricht. In einer Pressemitteilung betonte er, dass keine Gespräche abgehört wurden - lediglich die Verbindungsdaten, also Angaben zu Uhrzeit, Länge und Teilnehmern von Gesprächen, seien rechtswidrig genutzt worden. "Ich bin über die Vorwürfe zutiefst erschüttert. Wir nehmen den Vorgang sehr ernst. Wir haben die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und werden sie bei ihren Bemühungen um eine lückenlose Aufklärung unterstützen", sagte René Obermann. Neue Vorwürfe: Affäre weitet sich aus Doch damit nicht genug, "Der Spiegel" berichtete in den folgenden Tagen, dass die Telekom im Jahr 2005 eine Detektei beauftragt haben soll, einen Spion in die Redaktion des Wirtschaftsmagazins "Capital" einzuschleusen. Der "Financial Times Deutschland" liegen eigene Recherchen vor, nach denen die Telekom schon im Jahr 2000 den damaligen Chefreporter der Zeitung, Tasso Enzweiler, bespitzelt haben soll. Und zu allem Überfluss berichtet die "Wirtschaftswoche" am 20. Juni 2008, dass frühere Topmanager verdächtigt werden, Mitte der 1990er Jahre vermeintliche Hacker illegal abgehört zu haben. Aufklärung gefordert Politiker aller Parteien fordern eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge. Auch der Bundestag beschäftigte sich am 4. Juni 2008 in einer Plenardebatte mit dem Thema. Dr. Jürgen Gehb, rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, betonte, dass die möglicherweise massiven Gesetzesverstöße keinen Anlass geben, sie auch nur annähernd zu entschuldigen oder sogar zu rechtfertigen. Allerdings bestehe aus seiner Sicht auch kein Anlass zu hektischer Betriebsamkeit. "Dies ist nicht die Stunde des Gesetzgebers, sondern die Stunde der Strafverfolgungsbehörden", sagt Gehb. Deswegen sei es völlig fehl am Platz, nach weiteren Gesetzen zu rufen. Angriff auf die Menschenwürde und Verfassungsbruch Gisela Piltz, Innen- und Kommunalpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, mahnte, dass Datenmissbrauch kein Kavaliersdelikt sei: "Es ist ein Angriff auf die Menschenwürde, aus der sich das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung ableitet." Sie fühlte sich ganz persönlich an Stasimethoden erinnert, "und das nicht nur, weil dort offensichtlich Stasimitarbeiter eingesetzt waren". Petra Pau, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, warnt, dass der Begriff "Affäre" den Sachverhalt verharmlose: "Nach Lage der Dinge geht es nämlich um Verfassungsbruch, und zwar mit Vorsatz und mindestens dreifach: Persönlichkeitsrechte wurden ausgehebelt, das Post- und Fernmeldegeheimnis wurde gebrochen, und die Pressefreiheit wurde attackiert." Dennoch sei der Telekom-Skandal ein Glücksfall. Denn er könne erhellen, "welche Gefahren lauern, wenn wir dem Datenschutz nicht endlich den Stellenwert einräumen, der ihm zukommt," so Pau. Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Was verbirgt sich hinter den Spähoperationen "Clipper" und "Rheingold"? Welche Daten wurden anscheinend missbraucht? Sucht nach weiteren Hintergründen und aktuellen Entwicklungen im Internet. Wie positionieren sich die verschiedenen Parteien? Skizziert die Standpunkte von CDU/CSU, FDP sowie der Linkspartei anhand des Basistexts und recherchiert die Positionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Diskutiert die These: Die Telekom-Affäre hat der gesamten Branche massiv geschadet und das Vertrauen der Kunden nachhaltig erschüttert. Mehr Befugnisse für das Bundeskriminalamt Das "Gesetz über das Bundeskriminalamt und die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in kriminalpolizeilichen Angelegenheiten", kurz: BKA-Gesetz, sorgt bereits seit einiger Zeit für hitzige Debatten. Denn Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die Regelungen grundlegend reformieren und dabei dem Bundeskriminalamt (BKA) Befugnisse einräumen, die, so Kritiker, üblicherweise nur Geheimdiensten zustehen. Staat will fremde Festplatten heimlich überwachen Anfang Juni 2008 hat die Bundesregierung einen Entwurf verabschiedete, mit dem sich nun der Bundestag befassten muss. In der öffentlichen Diskussion steht insbesondere die sogenannte Online-Durchsuchung. Darunter versteht man, dass die Sicherheitsbehörden verdeckt auf den Computer einer verdächtigen Personen zugreifen und diesen dann online durchsuchen bzw. überwachen. Der neue Artikel 20k regelt diesen "verdeckten Eingriff in informationstechnische Systeme". Schäuble: Keine neuen Befugnisse für das BKA Im Rahmen der ersten Lesung des BKA-Gesetzes am 20. Juni 2008 betonte der Innenminister, dass Deutschland und Europa in das Fadenkreuz des Netzwerks des internationalen Terrorismus gerückt seien. Daher habe der Bundestag und Bundesrat im Jahr 2006 beschlossen, dem Bundeskriminalamt für die Abwehr der Gefahren des internationalen Terrorismus auch eine polizeiliche Gefahrenabwehrbefugnis zu übertragen. Dies werde durch die Neuregelung des BKA-Gesetzes nun umgesetzt. Das BKA erhalte keine neuen Befugnisse, vielmehr werde ihm nur neue Aufgaben übertragen, die bisher ausschließlich die Polizeien der Länder besaßen. "Wenn man dem Bundeskriminalamt die Aufgabe polizeilicher Gefahrenabwehr überträgt, dann muss man ihm dafür natürlich auch die gesetzlichen Instrumente zur Verfügung stellen, über die die Länderpolizeien seit 50 Jahren verfügen", so Schäuble. Opposition: Polizei wird Bundessache Wolfgang Wieland, Sprecher für Innere Sicherheit der grünen Fraktion, kritisierte, dass die Neuregelung ein Bundeskriminalamt schaffe, das alles könne, was auch das Bundesamt für Verfassungsschutz kann, aber keinerlei parlamentarischer Kontrolle unterliege: "Man bringt hier eine Monsterbehörde auf den Weg." Die Kompetenzen, die die Länderpolizeien in Ausnahmefällen zum Teil haben, sollen jetzt die "tägliche Arbeit des BKA werden". Das verändere die Polizeiarbeit grundsätzlich: "Polizei wird nicht mehr Ländersache, sondern Bundessache sein. Das schafft eine völlig neue Qualität von Polizeiarbeit", so Wieland. Ex-Innenminister will eventuell vor Bundesverfassungsgericht ziehen Gerhart Baum (FDP), ehemaliger Innenminister, hat bereits angekündigt, die Verfassungsmäßigkeit des BKA-Gesetzes überprüfen zu lassen, wenn der Bundestag die Regierungsvorlage unverändert verabschiedet. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte er, dass insbesondere die Regelungen zum Schutz des Kernbereichs privater Lebensgestaltung unzureichend seien. Im Gesetz sei auch nicht ausgeschlossen, "dass die Online-Durchsuchung erfolgt, wenn klare Anhaltspunkte gegeben sind, dass sie den privaten Bereich ausschließlich betrifft", so Baum. Zudem gebe es "noch eine Fülle anderer Punkte", beispielsweise vermische der Gesetzentwurf die Kompetenz zwischen Bund und Ländern, "so dass am Ende nicht mehr ganz klar ist, wer eigentlich zuständig ist." Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat davor gewarnt, die Zweifel an wesentlichen Inhalten des BKA-Gesetzes zu ignorieren und es ohne Änderungen durchzusetzen. Einzelne Bestimmungen müssten verändert werden, wenn man nicht erneut beim Bundesverfassungsgericht scheitern wolle. Der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt erinnerte in einer Pressemitteilung daran, dass in den letzten Jahren mehr als ein Dutzend Sicherheitsgesetze vom Verfassungsgericht entweder korrigiert oder vollständig für nichtig erklärt wurden. Es sei zwar grundsätzlich richtig, auch dem BKA Kompetenzen zur Abwehr von Gefahren im Bereich der Terrorismusbekämpfung zu geben. "Aber der Schutz der Bürgerrechte hat im Zweifel Vorrang, deshalb müssen alle Vorschriften höchsten Ansprüchen genügen", so Wendt. Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Was ist eine "Online-Durchsuchung"? Recherchiert den neuen Artikel 20k des BKA-Gesetzes im Internet und stellt seine Kernpunkte zusammen. Mit welchen Argumenten verteidigt Innenminister Schäuble das BKA-Gesetz? Findet ihr sie schlüssig? Warum will Gerhart Baum eventuell gegen die Neuregelung klagen? Schaut euch sein Interview mit dem Deutschlandfunk genau an und fasst seine anderen Bedenken in eigenen Worten zusammen. Nutzer protestieren Im Dezember 2007 traten einige StudiVZ-Nutzer in einen virtuellen Streik: Sie protestierten gegen neue "Allgemeine Geschäftsbedingungen" (AGB), die der neue Eigentümer des Angebots, die Holtzbrinck-Gruppe, den Nutzern aufzwängen wollte. Nur wer sich den neuen Bedingungen beuge und ihnen bis zum 9. Januar 2008 zustimme, könne die Plattform weiter nutzen, hieß es. Geldquelle personalisierte Werbung Kern der Änderungen war, dass man die Nutzer mit personalisierten Werbeangeboten versorgen - auch per SMS und Instant Messenger - und damit Geld verdienen wollte. Eine Weitergabe oder gar ein Verkauf der bei StudiVZ hinterlegten persönlichen Daten an Dritte sei aber nicht beabsichtigt, versicherte Unternehmenssprecher Dirk Hensen. Allerdings kam StudiVZ den Kritikern ein Stück entgegen und überarbeitete die AGB nochmals - jedoch blieb der Grundsatz erhalten, dass man seine Nutzerdaten für personalisierte Werbung zur Verfügung stellen muss. Arbeitgeber suchen nach persönlichen Infos über Bewerber Generell sollte man im Internet keine persönlichen Daten preis geben. Spätestens wenn man sich um einen Job bewirbt, kann sich ein allzu sorgloser Umgang bitter rächen: Denn immer mehr Arbeitgeber suchen im Internet nach Informationen über ihre Job-Bewerber. Eine bereits Ende 2006 durchgeführte Befragung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) und der "Wirtschaftswoche" unter 300 Entscheidungsträgern aus Personalberatungsgesellschaften ergab, dass damals 28 Prozent diese Möglichkeit genutzt haben. BDU-Sprecher Klaus Reiners: "Das reicht vom ganz normalen Googeln bis zur gezielten Suche in Karrierenetzwerken wie Xing oder in Blogs." Was im Netz steht, wird verwendet - in alle Ewigkeit Auch andere schöpfen aus diesen Quellen. So haben die BILD-Blog-Macher zwei Fälle dokumentiert, in denen Reporter der BILD-Zeitung Informationen und Bilder von verschiedenen Webseiten, unter anderem StudiVZ, genommen und diese in Artikeln verwendet haben. Dabei haben sie keinerlei Rücksicht auf Urheber- und Persönlichkeitsrechte genommen. Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, warnte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zudem davor, dass das Netz nichts vergesse: "Was einmal drin steht, bleibt auch dort, selbst wenn es an der ursprünglichen Stelle gelöscht wird." Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Wogegen haben einige StudiVZ-Nutzer Ende 2007 protestiert? Warum haben sie sich so aufgeregt? In welchen "sozialen Netzwerken" seid ihr Mitglied? Kennt ihr die Datenschutzregeln? Sucht im Internet nach eurem Namen - welche Informationen könnt ihr über euch (oder eventuell eure Namensvetter) finden?

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