Computer, Internet, CD-ROMs und DVDs werden längst gewinnbringend bei der Planung, Durchführung und Auswertung von Lernprozessen eingesetzt. Das Bewegungsfach Sport steht dabei allerdings nicht an erster Stelle. Im Gegenteil: Die zentrale Forderung "Mehr Bewegung in die Schule!" scheint zunächst gegen die Ausweitung des computergestützten Unterrichts zu sprechen.
Ist es nicht die Aufgabe unseres Faches, ein Gegengewicht zu anderen Fächern zu bilden und die "Computerkids" vom Bildschirm wegzulocken? Vielfältiges Bewegen, Entdecken, Probieren, Erfinden und Gestalten sollte im Sportunterricht natürlich immer im Mittelpunkt stehen. Einen Gegensatz zwischen diesem Anspruch und den neuen Medien sehe ich allerdings nicht. Vielmehr gehe ich von der These aus, dass Computer die Schülerinnen und Schüler beim Lernen im Sport unterstützen und Lehrkräfte im komplexen Unterrichtsgeschehen entlasten können.
Vermittlung von Bewegungsfreude und -könnenDie neuen Medien werden in Zukunft ihren Stellenwert im Sportunterricht ausbauen. Dabei muss klar ausgewiesen werden, dass sie Bestandteil eines Unterrichts sind, der die Freude an der Bewegung fördert, Bewegungskönnen vermittelt und so die Teilnahme an der Sport-, Spiel-, Körper- und Bewegungskultur ermöglicht.
Die neuen Medien als alltagstaugliche ErgänzungDer Einsatz des Computers sollte "alltagstauglich" geplant werden und Aufwand und Ertrag müssen dabei in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Lehr-Lern-Modelle, die den Computer nutzen, können traditionelle Lehr- und Lehrformen nicht ersetzen, aber oft erfolgreich ergänzen und begleiten.
Rolf Dober unterrichtet an einem Gymnasium in Wiesbaden die Fächer Sport, Religion, Ethik sowie Politik und Wirtschaft. Er unterstützt die Redaktion von Lehrer-Online als Fachberater.