Krebskranke Kinder kommunizieren und lernen online

An Krebs erkrankte Kinder werden durch monatelange Therapie aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen. Das Schulprojekt "Klassissimo" ermöglicht ihnen trotz langer Krankenhausaufenthalte am Schulalltag teilzuhaben und ihre sozialen Kontakte zum schulischen Umfeld zu pflegen.
 

In Deutschland erkranken jährlich circa 2.000 Kinder und Jugendliche an Krebs. Die Heilungschancen dieser jungen Patienten liegen mittlerweile bei über 70 Prozent. Neben der intensiven Therapie erhält somit ihre Lebensqualität eine immer größere Bedeutung. Ins Bewußtsein dieser jungen Patienten rücken stärker die Fragen: "Wie wird es sein, wenn ich wieder zur Schule gehe? Wie werden sich meine Klassenkameraden und Lehrer verhalten? Werde ich die Klasse wiederholen müssen?"

Der Förderkreis für Tumor- und Leukämieerkrankte Kinder e. V. Bonn und die Abteilung Hämatologie/Onkologie am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn unter der Leitung von Professor Dr. Udo Bode riefen 1999 das Schulprojekt "Klassissimo - aus dem Klassenzimmer in das Krankenzimmer" ins Leben. Das Projekt ermöglicht den jungen Patienten die Teilhabe am Unterricht mithilfe moderner Kommunikationstechnologie und gibt ihnen damit die Chance, ein Stück "Normalität" zu leben.

 

Das Konzept

Durch die Vernetzung der Heimatschule mit der Klinik erhalten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, live am Unterricht ihrer Klasse teilzunehmen. Die Entfernung zwischen der Klinik und der Schule spielt dank moderner Kommunikationstechnologie keine Rolle. Die Patienten verbleiben virtuell in ihrem Umfeld und sind sozusagen immer "dabei". Da sie das Geschehen in der Schule mitverfolgen können, sind sie auf dem Laufenden, haben Gesprächsstoff und fühlen sich weiterhin integriert. Dies steigert die Motivation zum Lernen und verbessert nicht zuletzt ihre Chance, das Klassenziel zu erreichen. Sofern der Therapieplan und ihr gesundheitlicher Zustand es zulassen, sind sie gut darauf vorbereitet, in die Schule zurückzukehren. Die gesunden Mitschüler, die das Projekt begleiten, üben soziale Verantwortung und lernen den Umgang mit den neuen Medien. Der erkrankte Jugendliche gerät nicht ins Abseits - im Gegenteil: die Kontakte werden intensiver.

Und so funktioniert es

Vernetzung von Klassenraum und Krankenbett

Via ISDN-Leitung wird die Heimatschule mit der Klinik vernetzt. Im Klassenraum werden eine Kamera mit Mikrofon sowie ein PC installiert. Der Unterricht wird mit Ton und Bild aufgezeichnet und ein Encoder digitalisiert die Daten. Diese Daten gelangen über eine ISDN-Leitung auf den Server der Klinik. Der Jugendliche kann sich nun vom Krankenbett aus in den Klinikserver einwählen und den Unterricht live auf einem Notebook verfolgen. Über einen "Textchat" haben die Patienten die Möglichkeit, in den Unterricht einzugreifen und live mit den Mitschülern zu kommunizieren. Voraussetzung hierfür ist, dass die Lehrkraft einem Mitschüler erlaubt, während des Unterrichts den PC zu bedienen.

 
 

Zeit- und ortsunabhängiger Unterricht

Die Daten werden für einen begrenzten Zeitraum auf dem Klinikserver gespeichert. Sollte das gesundheitliche Befinden des kranken Kindes die Teilhabe am Unterricht unmöglich machen, können die Daten auch zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden. Sofern ein ISDN-Anschluss vorliegt, ist all dies auch von zu Hause aus möglich.

 

Erfahrungsberichte

Die beteiligten Personen schildern ihre Erfahrungen mit dem Projekt aus ihrem Blickwinkel.

Internetadressen

Zusatzinformationen

Informationen zu den Autorinnen

Renate Pfeifer
Ilka Mehlis
Gesundheit
  • Gesundheit
    Unterrichtseinheiten und Materialien rund um das Thema Gesundheit
 
Impressum | Datenschutz | Über uns | RSS-Feeds | Seite bookmarken:  del.icio.us Yahoo! My Web google Bookmarks Digg Mister Wong OneView MerklisteEmpfehlenDruckenSeitenanfang
Nicht redaktionelle Inhalte nach § 6 TMG von anderen Anbietern als Lehrer-Online werden durch den Namen des Anbieters gekennzeichnet.