Das Gerät ist durch sein modernes Design optisch sehr ansprechend und dadurch auch für Schülerinnen und Schüler attraktiv. Es ist relativ klein und handlich (Maße: 63,5 mal 110 mal 32 Zentimeter) und wiegt nicht viel (118 Gramm). Nach dem Einschalten benötigt der Zoom H2 keine zehn Sekunden, um sich hochzufahren. Vor der Inbetriebnahme ist allerdings eine Beschäftigung mit der 89 Seiten umfassenden Bedienungsanleitung erforderlich, da die Tasten und die Menüführung nicht selbsterklärend sind. Die Anleitung ist jedoch sehr gut verständlich geschrieben, so dass auch Anfängerinnen und Anfänger nach maximal einer Stunde weitgehend problemlos mit dem Recorder umgehen können.
Um die ersten Aufnahmen anzuhören, müssen externe Lautsprecher angeschlossen oder die im Lieferumfang enthaltenen Kopfhörer benutzt werden, da ein integrierter Lautsprecher fehlt. Dennoch löst das Anhören große Begeisterung aus, denn dank der hochwertigen eingebauten Mikrofone ist die Klangqualität bemerkenswert gut, wodurch sich der H2 von vergleichbaren Geräten deutlich hörbar abhebt.
Plastikgehäuse verursacht HandhabungsgeräuscheHauptkritikpunkt ist zweifelsohne das Plastikgehäuse, das kontinuierlich Handhabungsgeräusche aufzeichnet, sobald man das Gerät während der Aufnahme in der Hand hat und es dabei nicht absolut ruhig hält. Bei Umfragen ist dies aber unumgänglich. Der Hersteller empfiehlt, den Mikrofonständeradapter anzuschrauben, Handschuhe überzuziehen und das Gerät dann am Adapter zu halten. Dies erweist sich jedoch als wenig praktikabel und unterdrückt die Geräusche zudem nur wenig. Für 5,95 Euro ist mittlerweile ein Silikonschutzüberzug zusätzlich im Handel erhältlich. Es wäre jedoch wünschenswert, dass dieser standardmäßig im Lieferumfang enthalten ist. Zudem unterdrückt er die Handhabungsgeräusche nur, beseitigt sie aber nicht vollständig.Bedienungsanleitung zu lang, Display zu kleinDie Bedienungsanleitung ist zwar durch die ausführlichen Schritt-für-Schritt-Erklärungen und die zahlreichen Bilder sehr gut verständlich, erfordert durch ihren Umfang (89 Seiten) aber viel Lesezeit. Für fortgeschrittene Nutzerinnen und Nutzer (oder zur Erinnerung) wäre eine zusätzliche Kurzanleitung wünschenswert, die leider fehlt. Das Display ist sehr klein und dadurch etwas unübersichtlich und schwer zu lesen.
Der Zoom H2 Handy-Recorder ist für den Einsatz in der Schule insgesamt sehr gut geeignet. Nicht nur Sprache, sondern auch Geräusche und leise Stimmen können in brillanter Tonqualität aufgenommen werden. Die zahlreichen nützlichen Zusatzfunktionen und Tools tragen wesentlich dazu bei. Trotz dieser Vielfalt an Optionen ist die Bedienung im Großen und Ganzen einfach und fällt auch jüngeren Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften in der Regel leicht. Preislich bewegt sich das Gerät im mittleren Segment. Es gibt günstigere, aber auch deutlich teurere Geräte. Die Aufnahmequalität des Zoom H2 hält jedoch höchsten Ansprüchen stand, so dass er Spitzenleistung zu einem durchschnittlichen Preis bietet und somit vor allem durch sein hervorragendes Preisleistungsverhältnis überzeugt.
Sebastian Marcks ist Studienrat für Deutsch und Geschichte an der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg. Er ist dort Profilbeauftragter für das im Rahmen der Profiloberstufe eingerichtete Medienprofil und Projektleiter des Jugendradioprojekts Radio Pinneberg.
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