Redaktion
17.03.2009

Gewalt gegen Mitschülerinnen und Mitschüler

Wie sollen Beobachter von Drohungen und Gewalt reagieren? Eine Vorbereitung auf mögliche Bedrohungssituationen sowie ein ruhiges aber bestimmtes Vorgehen sind hilfreich.
 

Bewertung von Drohungen: "Kann nicht klar ausgeschlossen werden, dass es sich um eine substanzielle Drohung handelt, muss stets so vorgegangen werden, als ob es sich um eine solche handelt" (Dr. phil. F.J. Robertz / Dr. phil. R. Wickenhäuser). Organisatorische Maßnahmen erhöhen die Sicherheit in der Schule und regeln die Kommunikation aller Beteiligten in möglichen Bedrohungssituationen.

 

Drohungen erkennen

Mentale Vorbereitung

  • Mögliche Bedrohungssituationen durchspielen, gedanklich und eventuell durch Gespräche mit anderen
  • Interner Maßnahmenkatalog bei Bedrohungslagen, hinzuziehen weiterer Lehrpersonen und/oder Schulleiter
  • Zu welchem persönlichen Risiko bin ich selber bereit? Eigene Einschätzung

Situation einschätzen

  • Keine unbedachten Handlungen!
  • Ruhig bleiben!
  • Gibt es körperliche Verletzungen bei den Schülerinnen und Schülern?
  • Ist eine Eskalation der Gewalt zu erwarten?
  • Handelt es sich um eine Ausnahmesituation oder um eine wiederkehrende Situation?
  • Wie könnte sie sich weiterentwickeln?

Drohungen begegnen

Gewalt unterbinden

  • Ruhiges aber bestimmtes "Stopp! Aufhören!"
  • Situativ - nur im äußersten Notfall - körperliches Eingreifen der Lehrperson (wenn, dann weitere Lehrpersonen hinzuziehen)
  • Eventuell Notruf der Polizei (110) benachrichtgen
  • Die Kontrahenten in getrennte Räume führen

Initiative ergreifen

  • Blickkontakt herstellen
  • Ruhig mit Angreifer sprechen
  • Kommunikation aufrecht erhalten
  • Nicht drohen oder beleidigen
  • Keine geringschätzigen Äußerungen
  • Verhalten kritisieren, aber nicht die Person selbst
  • Körperkontakt vermeiden - außer man ist in der Überzahl
  • Hilfe holen!

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Kommentare zu diesem Fachartikel
  • Verhalten im Amokfall üben Heinz Kraft, 03.04.2011 18:06
    Die Hinweise der Kantonspolizei Zürich zum Verhalten in Amoklagen sind zutreffend und hilfreich, geben jedoch keine konkreten Hinweise auf der Verhalten von Lehrkräften in den Klassenräumen. Es wäre hilfreich, wenn auch konkrete Szenarien (Amokalarm; Täter in der Nachbarklasse; Täter dringt in den eigenen Klassenraum ein) in Klassenräumen "durchgespielt" würden - eben als Praxisübungen mit hohem Erkenntnisgewinn.
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