Lehrerinnen und Lehrer haben großes Interesse daran sich weiterzubilden. Sie wissen, dass sie ihren Schülerinnen und Schülern nur dann einen methodisch und didaktisch zeitgemäßen Unterricht bieten können, wenn sie sich kontinuierlich neue Inhalte und Methoden aneignen. Dementsprechend hoch ist die Zahl der Lehrkräfte, die regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teilnimmt.
Für die Schulen sind Lehrerfortbildungen mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden: Dienstbefreiungsanträge müssen gestellt und von der Schulleitung genehmigt, Vertretungen organisiert, Vertretungspläne erstellt und Abwesenheitszeiten an das Schulamt gemeldet werden. Damit diese Abläufe künftig effektiver verwaltet und organisiert werden können, wurde ein Programm entwickelt, das optimal an die Erfordernisse der schulischen Verwaltung angepasst ist.
Mithilfe der Software FAKD (Fortbildung, Abwesenheit, Krankheit, Dienstbefreiung) lässt sich das schulinterne Management von Abwesenheitszeiten, die durch den Besuch von Fortbildungen, durch Krankheit etcetera verursacht werden, stark vereinfachen. FAKD ermöglicht die zentrale Erfassung, Verwaltung und Auswertung des entsprechenden Datenmaterials, sodass man sich bei Bedarf einen schnellen Überblick über die Abwesenheitszeiten von Lehrkräften verschaffen und die erforderlichen organisatorischen Maßnahmen (zum Beispiel Vertretungen, Stundenplanänderungen) einleiten kann. Einmal pro Jahr müssen sämtliche Abwesenheitszeiten an die Staatlichen Schulämter gemeldet werden. Das Ausfüllen des Formblatts "Schulamt" ist in der Regel mit einem gewissen Aufwand verbunden, der künftig mithilfe von FAKD auf einen einzigen Mausklick reduziert werden kann.
Darüber hinaus können die Fortbildungsaktivitäten einzelner Lehrerinnen und Lehrer stärker als bisher für das Kollegium transparent gemacht werden. Während die Schulleitung stets darüber informiert ist, wer aktuell an einer Fortbildung teilnimmt, wissen die Lehrkräfte in der Regel nicht, welches Wissen sich ihre Kolleginnen und Kollegen auf Fortbildungen aneignen und über welchen Wissensfundus das Kollegium als Ganzes eigentlich verfügt. Nicht selten besuchen Lehrkräfte eine Fortbildungsveranstaltung, ohne zu wissen, dass andere Lehrer aus ihrem Kollegium bereits an dieser Fortbildung teilgenommen haben. Das ist vor allem dann sehr ärgerlich, wenn die Qualität der betreffenden Fortbildungsveranstaltung zu wünschen übrig lässt.
Das Schulverwaltungsprogramm FAKD bietet die Möglichkeit, Fortbildungsaktivitäten und -inhalte zu dokumentieren und anderen Kolleginnen in elektronischer Form zugänglich zu machen. Lehrerinnen und Lehrer, die sich für bestimmte Fortbildungsveranstaltungen interessieren, können sich dann mit FAKD darüber informieren, welche Inhalte in den betreffenden Veranstaltungen behandelt werden und wie die Qualität dieser Fortbildungen von anderen Lehrkräften bewertet wird. Auf diese Weise können die Erfahrungen der Kollegen optimal für die eigene Fortbildungsplanung genutzt werden.
Lehrerinnen und Lehrer tauschen sich in den wenigsten Fällen systematisch und zielgerichtet über Fortbildungen aus. Sie wissen daher in der Regel nur wenig über die Kompetenzen ihrer Kolleginnen und Kollegen. Oft genug heißt es dann irgendwann in einem Gespräch, das sich zufällig während einer gemeinsamen Pausenaufsicht ergibt: "Ach, du bist eine ausgebildete Mediatorin! Tja, wenn ich das früher gewusst hätte…".
Dieser mangelnde Austausch hat Folgen: Da die Kolleginnen und Kollegen zu wenig miteinander kommunizieren, können sie auch nur wenig voneinander lernen und sich daher auch nur in sehr begrenztem Maße gegenseitig entlasten.Solange die Schulen nicht wissen, was sie alles wissen, kann der Wissenspool, der an einer Schule potenziell zur Verfügung steht, nur unzureichend genutzt werden. In Zeiten, in denen die Halbwertszeit des Wissens rapide sinkt, ist es jedoch gerade für professionelle Wissensvermittler sehr wichtig, ihren lebenslangen Lernprozess so effizient wie möglich zu gestalten.FAKD kann dabei wertvolle Dienste leisten: Das Programm ermöglicht es, das in Fortbildungen hinzugewonnene Wissen für das gesamte Kollegium zugänglich und damit nutzbar zu machen.
hat die Software FAKD entwickelt. Er ist Lehrer an der Max-Eyth-Schule in Alsfeld.
arbeitet als Projektkoordinatorin des Modellversuchs LEDIWI am Hessischen Landesinstitut für Pädagogik