Einwanderungsgesetz

Das Thema Einwanderung wurde von Politikern lange Zeit mit spitzen Fingern angefasst. Die Gründe dafür sind einfach:
 

Das Thema ist kompliziert, die Gefahr des Missbrauchs zu populistischen Zwecken - wie beispielsweise im Wahlkampf - ist groß und zudem sind Diskussionen über Zuwanderung stets emotional belastet, weil immer auch tragische menschliche Schicksale von den gesetzlichen Regelungen zur Einwanderung abhängen. Dies zeigte etwa der Fall des gut integrierten, seit elf Jahren in Deutschland lebenden rumänischen Gymnasiasten, der aufgrund der Staatenlosigkeit seines Vaters plötzlich ausgewiesen werden sollte und für den seine Mitschüler spontan Demonstrationen organisierten . Über die Wichtigkeit und Aktualität des Themas ist man sich in der Politik seit langem einig, doch fehlte es bisher am Mut, von alten Positionen und Beschwörungsformeln wie "Deutschland ist kein Einwanderungsland" abzurücken und den Weg für ein modernes Einwanderungsgesetz zu ebnen.

 

Didaktisch-methodischer Kommentar

Die Auseindersetzung mit Fremden, ihrer Integration und auch der Asylproblematik dürfte in fast allen Politik-Lehrplänen der gymnasialen Oberstufe ein verbindliches Thema sein. Leider ist es sehr komplex und streift nicht unbedingt das Lebensumfeld der SchülerInnen. Nun hat aber Innenminister Otto Schily ein neues Einwanderungsgesetz in die Diskusssion gebracht. Dieser Anlass sowie zwei aktuelle Fallbeispiele bieten Gelegenheit, sich  - mit Hilfe des Internets - an das Thema zu wagen. Das Netz bietet nicht nur seine übliche Aktualität, sondern auch einen Einblick in die Schicksalslagen vieler Betroffenener. Die verschiedenen Flüchtlingsorganisationen haben dazu sehr interessante Informationen zusammengestellt. Zudem können alle Parteien angeschrieben und um Stellungnahme gebeten werden. Für die LehrerInnnen findet sich auf einigen Seiten ausgezeichnetes Unterrichtsmaterial zum Download.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • sich mithilfe des Basistextes in die aktuelle Diskussion einlesen und erste Frage formulieren.
  • die wichtigsten Punkte des Gesetzentwurfes erarbeiten und diese anhand von Fallbeispielen nachvollziehen.
  • die Position der Parteien kennen lernen und zu diesen per E-Mail Kontakt aufnehmen.
  • anhand eines Fallbeispieles den Gesetzentwurfes nachvollziehen und Einfluss auf den Ausgang der Fälle nehmen.
  • sich auf den Seiten der Flüchtlingsorganisationen umschauen und durch diese einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen bekommen.
  • sich abschließend eine eigene Meinung zum Gesetzesentwurf bilden und einen Kommentar zu einem der vorgestellten Fallbeispiele schreiben.

Kurzinformation

Titel der UnterrichtsreiheEinwanderungsgesetz
AutorEike Hebecker
Katrin Schaumann
FachbereichSozialwissenschaften
SchulstufeSek II
Stundenzahlca. 6-8, je nach Auswahl
Technische VoraussetzungenComputer, Internet

Mögliche Unterrichtsschritte

  • Fallbeispiele
    "Warum muss ein Jugendlicher, der gut "integriert" ist, von heute auf morgen gehen?" fragten sich Jugendliche, deren Mitschüler kurz vor dem Abitur abgeschoben werden sollte.

Informationen zu den Autoren

Katrin Schaumann
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