Einbürgerungstest in Deutschland

Anfang des Jahres 2006 war die Empörung groß. Die Immigranten und Immigrantinnen müssen 30 Fragen beantworten, unter anderem nach ihrer Haltung zu Homosexuellen, Frauen als Vorgesetzte und Gewalt in der Familie. Der ursprünglich nur für Muslime geltende "Gesinnungstest" in Baden-Württemberg, gilt mittlerweile für alle Ausländer, die die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen wollen.
 

Während die Fragen dieses "Gesinnungstests" aus Baden-Württemberg bundesweit auf breite Ablehnung stießen, sprang der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) seinen baden-württembergischen Parteifreunden zur Seite. Als die Hessen ihren Fragenkatalog Mitte März 2006 der Öffentlichkeit präsentierten, erntete die Landesregierung viel Spott und ungläubiges Augenreiben. Die Fragen, die einbürgerungswillige Ausländer und Ausländerinnen beantworten sollen, waren für die beliebte TV-Quizshow "Wer wird Millionär?" bestens geeignet. Selbst hoch gebildete Prominente, beispielsweise der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, bekannten freimütig, dass sie den hessischen Test nur teilweise beantworten könnten. Hier tauchen nämlich Fragen auf, auf die selbst "Einheimische" nur dann die Antwort wissen, wenn sie über eine gute Allgemeinbildung verfügen. So fragen die Hessen beispielsweise nach dem deutschen Arzt, der die Erreger von Cholera und Tuberkulose entdeckte.

 

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • in die Themen Migration und Einbürgerung eingeführt werden und diese reflektieren.
  • den Einbürgerungstest durchführen und bewerten.
  • Texte bearbeiten sowie in Gruppen Argumente sammeln und präsentieren.
  • eine gelenkte Diskussion zum Thema führen.
  • Informationen über das Internet recherchieren und diese kritisch bewerten.
  • interkulturelles Zusammenleben an Alltagsbeispielen erörtern (Schulklasse).
  • über einen Moodle-Kurs das Thema Einbürgerungstest intensivieren.

Kurzinformation

ThemaEinbürgerungstest in Deutschland
AutorMichael Bornkessel
FachPolitik, Sozialwissenschaften
ZielgruppeSek I und II, ab Klasse 8
Zeitaufwandje nach Intensität und Schwerpunktsetzung 1-4 Stunden
Medienje ein Computer mit Internetnutzung für 2 Schülerinnen und Schüler;
Moodle-Kurs

Teilaspekte des Basisartikels

Der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) unterstützt seinen Chef: "Die gegenwärtige Praxis sei nicht klug, weil Ausländer eingebürgert würden, die sich öffentlich eben nicht zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen." Bouffier will einbürgerungswillige Ausländer und Ausländerinnen daher zu einem Integrationskurs mit anschließendem Wissens- und Wertetest sowie zu einem Loyalitäts-Eid verpflichten. Es sei nämlich ein Fehler gewesen, im Zuwanderungsgesetz nur Mindeststandards vorzuschreiben. Wer die deutsche Staatsbürgerschaft haben wolle, der müsse sich auch mit dem "Wissens- und Wertekanon Deutschlands" beschäftigen, betonte der hessische Innenminister.

Didaktisch-methodischer Kommentar

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einbuergerung_projektbeschreibung.rtf
 

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Zusatzinformationen

Im Web

Informationen zum Autor

Michael Bornkessel ist Redaktionsleiter von europa-digital.

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