Britta Wehen
28.06.2012

Die Deutsche Einheit 1989/1990

Alljährlich am 3. Oktober wird die Deutsche Einheit gefeiert. Dabei werden die Ereignisse, die zur Grenzöffnung führten, ebenso kontrovers diskutiert wie die Entwicklung von der Öffnung der Grenze bis hin zur Wiedervereinigung. War der Mauerfall die Folge eines Versprechers? War mit ihm der Weg zur Einheit des zweigeteilten Deutschlands vorgezeichnet?
 

Auf einer Pressekonferenz, die direkt vom Fernsehen übertragen wurde, verlas SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski als Antwort auf eine Frage zur neuen Ausreiseregelung einen Beschluss des Ministerrates: "Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt." Auf die Nachfrage eines Journalisten, ab wann dies in Kraft trete, antwortete Schabowski etwas verwirrt "sofort, unverzüglich". Diese Meldung löste eine Kettenreaktion aus, in kürzester Zeit verbreiteten sich Gerüchte, die Grenzübergänge zwischen DDR und BRD seien nicht mehr geschlossen. Auch westliche Medien berichteten, die DDR habe die Grenze geöffnet. Tausende Ost-Berliner machten sich auf den Weg zu Grenzübergängen, wo die Grenzwachen überrascht und ratlos waren. Der Ansturm der Menschen wurde schnell so groß, dass die Grenzsoldaten schließlich auf jegliche Kontrolle verzichteten und die Kontrollpunkte öffneten. Damit war die Mauer faktisch gefallen.

 

Kompetenzen

Fachkompetenzen
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • die Darstellung eines historischen Ereignisses in einem populären Magazin charakterisieren und dazu begründet Stellung nehmen.
  • die Ursachen der Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 erarbeiten.
  • die Realisierungsmöglichkeiten verschiedener Zukunftsvorschläge für die DDR diskutieren.
  • reflektieren, warum sich Hans Modrows Idee einer Vertragsgemeinschaft nicht umsetzen ließ.
  • die Vorstellungen Helmut Kohls zur Überwindung der deutschen Teilung erarbeiten.
  • die Zielsetzungen der Parteien für die DDR-Volkskammerwahlen 1990 erarbeiten und das Wahlergebnis sowie dessen Bedeutung für die Gestaltung der Deutschen Einheit erklären.
  • innen- und außenpolitische Faktoren der Deutschen Einheit erkennen.
  • ein fiktives Rollenspiel durchführen, indem sie die Positionen Frankreichs, Großbritanniens, der USA und der Sowjetunion (SU) zur deutschen Wiedervereinigung erarbeiten, die jeweiligen Argumente anführen und auf die Argumente der übrigen Beteiligten eingehen.
  • erläutern, welche alliierten Positionen sich bezüglich der Wiedervereinigung durchsetzen konnten.
  • die Bedeutung des sogenannten "Zwei-plus-Vier-Vertrages" für die Wiedervereinigung erörtern.
  • die Wirtschafts- und Währungsunion unter der Fragestellung beurteilen, ob es sich hierbei um die vorgezogene Einheit handelte.
  • unterschiedliche verfassungsrechtliche Möglichkeiten der Wiedervereinigung erörtern.
  • verschiedene Begriffsbezeichnungen bezüglich der historischen Ereignisse von 1989/1990 bewerten.
  • analysieren, welches Bild der historischen Ereignisse in einer Ausstellung vermittelt wird.
  • ein eigenes Ausstellungskonzept für die historischen Ereignisse von 1989/1990 entwickeln.

Medienkompetenzen
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • eine Internetrecherche durchführen, die Qualität von Websites beurteilen und geeignete Websites zur Informationsentnahme auswählen.
  • eine eigene Website informativ und übersichtlich gestalten.
  • Informationen mit Hilfe eines Zeitstrahls übersichtlich und sachlich richtig darstellen.
  • ein Wiki anlegen, indem sie eigene Texte schreiben sowie Verbesserungen für fremde Textpassagen entwickeln, fehlerhafte Informationen verbessern und fehlende Informationen ergänzen.
  • Karikaturen analysieren und diese kontextgebunden interpretieren.
  • die Chatfunktion als Diskussionsmöglichkeit nutzen.
  • alliierte Positionen zur Wiedervereinigung Deutschlands als Blogeintrag formulieren.

Kurzinformation zum Unterrichtsmaterial

ThemaDie Deutsche Einheit 1989/1990
AutorinBritta Wehen
FächerGeschichte und Politik/SoWi
ZielgruppeJahrgangsstufen 11 und 12
Zeitraum1 bis 6 Unterrichtsstunden
Technische VoraussetzungenJe ein Computer mit Internetzugang für zwei Lernende
Erforderliche VorkenntnisseAllgemeiner Umgang mit dem Computer; vorgegebene Internetseiten online und offline aufrufen und darin navigieren; Einpflegen von Inhalten in ein Wiki auf lo-net²; Blog-Funktion von lo-net²; Erstellen kleiner Websites mithilfe eines Website-Generators von lo-net²; Chat von lo-net²
PlanungTabellarischer Verlaufsplan

Inhaltliche Aspekte

Die Wiedervereinigung wird zur ernsthaften Option
Nach der Grenzöffnung verließen tausende Menschen die DDR, die wirtschaftlich vor dem Kollaps stand. Zudem forderten immer mehr Menschen auf den Montagsdemonstrationen neben Demokratisierung und Reformen auch die deutsche Wiedervereinigung. Die Lösung der deutschen Frage lag jedoch nicht nur in deutscher Hand, sondern war wesentlich an die internationalen Bedingungen gebunden. Für den weiteren Verlauf waren insbesondere die Reaktionen der USA und der Sowjetunion (SU) entscheidend.

  • Inhaltliche Aspekte
    Neben den deutschen Verhandlungspartnern waren die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs maßgeblich an der Ausgestaltung der Einheit beteiligt.

Didaktisch-methodische Hinweise

Schritte zur Wiedervereinigung
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands werden heutzutage hauptsächlich zwei Daten in Verbindung gebracht: Der 9. November 1989 und der 3. Oktober 1990. Dass aber die Öffnung der Grenzen im Herbst 1989 nicht zwangsläufig zur deutschen Wiedervereinigung geführt hat und welche einzelnen Schritte hierzu erst beitrugen, ist vielen Schülerinnen und Schülern gar nicht bewusst.

  • Didaktisch-methodische Hinweise
    In der Unterrichtseinheit erkennen die Schülerinnen und Schüler, dass es im Wiedervereinigungs-Prozess auch Alternativen zum 3. Oktober 1990 gab.

Download

deutsche-einheit-1989_arbeitsmaterialien.zip
deutsche-einheit-1989_plattformmaterialien.zip
 

Zusatzinformationen

Informationen zur Autorin

Britta Wehen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Didaktik der Geschichte im Institut für Geschichte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Weitere Informationen finden Sie auf ihrer Homepage.

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