Schülerinnen und Schüler können aus einem breiten Spektrum vorgegebene virtuelle Versuche auswählen oder auch selbst "aufgebaute" Experimente durchführen. Das virtuelle Chemielabor enthält über 100 chemische Substanzen, die beliebig kombiniert werden können um herauszufinden, ob und wie sie miteinander reagieren. Zusätzlich zur Visualisierung der Reaktionsverläufe erhält man Hintergrundinformationen, wie zum Beispiel Reaktionsgleichungen und Massenbilanzen. Interessant sind die Möglichkeiten zur Simulation quantitativer Analysen. Als Messsensoren stehen virtuelle Thermometer, pH-Messgeräte, Kolbenprober, Waagen, Volt- und Amperemeter sowie Leitfähigkeitsmesser zur Verfügung. Auf Wunsch werden auch Volumina von Stoffen angezeigt. Es stehen Werkzeuge zur Verfügung, um die Versuchsaufbauten mit Kommentaren zu versehen.
Das nutzerfreundliche Lernprogramm verfügt über eine sehr gute Hilfefunktion und bietet gebrauchsfertige Simulationen, die in folgenden Bereichen eingesetzt werden können:
Wann sind virtuelle Experimente sinnvoll?Wird der Computer in Zukunft zum wichtigsten Laborgerät im Chemieunterricht? Die Antwort ist natürlich "Nein". Obwohl die Crocodile-Chemistry-Experimente sehr durchdacht sind, können sie das tatsächliche Laborfeeling nicht ersetzen und trainieren auch nicht das Handling im Umgang mit Chemikalien, Geräten und Apparaturen. Auch die Teamarbeit wird nicht so gefordert und gefördert, wie dies bei Realexperimenten möglich ist. Für sehr gefährliche, kosten- oder zeitintensive Experimente sind interaktive Simulationen, wie sie Crocodile Clips bietet, aber die optimale Alternative. Im Gegensatz zur Videodarstellung agieren die Schülerinnen und Schüler nicht mehr nur als reine Wissenskonsumenten. Zudem können Demonstrationsversuche durch virtuelle Experimente sinnvoll ergänzt werden.
Stationenlernen, Binnendifferenzierung, außerunterrichtlicher EinsatzAuf die Lizenzierung eines ganzen Klassenraums wird man wohl aus Kostengründen verzichten müssen (340 € für eine 5-Platz-Lizenz, 210 € für eine 5-Platz-Erweiterungslizenz). Mit einer 5-Platz-Lizenz verfügt man jedoch bereits über ein nützliches Werkzeug, mit dem Schülerinnen und Schüler in einer Gruppenarbeit oder im Rahmen eines Stationenbetriebes experimentieren können. Eine 5-Platz-Lizenz eignet sich zudem für die Binnendifferenzierung im Chemieunterricht und kann im außerunterrichtlichen Bereich von den Schülerinnen und Schülern in den EDV-Räumen der Schule für gefahrlose Experimente benutzt werden. Simulationsumgebungen könnten damit auch im Konzept künftiger Ganztagsschulen eine Rolle spielen, die ja nicht zum reinen Verwahrungs- oder Paukinstrument werden sollen.
Thomas Schödel ist Lehrer für Mathematik, Chemie und Informatik und stellvertretender Schulleiter am Landesgymnasium für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd.