Audio-Produktion in der Schule

Veröffentlicht am 09.02.2009

Nur wenige Lehrkräfte setzen in ihrem Medienunterricht auf Audio-Produktion. Dabei begeistert Audio-Produktion die Schülerinnen und Schüler deutlich mehr als die Herstellung einer Zeitung, ist aber nicht so aufwendig und teuer wie Videoproduktion. Welche Vorteile und Möglichkeiten die Audio-Produktion bietet, zeigt dieser Beitrag.

Medienarbeit in der Schule

Medienerziehung ist wichtig

Obwohl alle Vorteile grundsätzlich bekannt sind und kaum bestritten werden, ist der prozentuale Anteile der Medienerziehung im Unterricht nach wie vor sehr gering. Wenn überhaupt Medienunterricht stattfindet, werden meist Zeitungsartikel analysiert und geschrieben, was bei den Lernenden in der Regel für wenig Begeisterung sorgt. Denn das Medium Tageszeitung spielt in ihrem Alltag keine große Rolle, sie verbringen weitaus mehr Zeit mit Radio- und Fernsehkonsum.

Favorit: Filmproduktion

Die von Schülerinnen und Schülern favorisierte Filmproduktion ist jedoch in vielen Schulen aus mehreren Gründe kaum möglich: Die Anschaffungskosten von Videokameras und videoschnittfähigen Computern liegen in einer Höhe, die Schulen im Normalfall nicht finanzieren können. Der Zeitaufwand für eine Filmproduktion sprengt meist den Rahmen, den der reguläre Unterricht zulässt. Und zuletzt ist für den Umgang mit Videokameras und Videoschnittprogrammen ein fachspezifisches Know-how erforderlich, das viele Lehrkräfte nicht besitzen und sich nicht zutrauen.

Empfehlung: Audio-Arbeit

Ganz anders verhält es sich dagegen mit der Audio-Produktion: Ohne große Kosten und Vorkenntnisse kann jede Lehrkraft mit ihrer Klasse eine Audiodatei oder sogar eine komplette Radiosendung produzieren. Alle Vorteile auf einen Blick und konkrete Impulse zur Umsetzung bietet der vorliegende Beitrag.

Audio-Produktion im Unterricht: Vorteile und Pro-Argumente

  • Verfügbarkeit

    Die technische Ausrüstung der Schule ist meist ausreichend oder muss nur geringfügig aufgerüstet werden. Die vorhandenen Computer sind in der Regel ausreichend leistungsstark für Audioschnitt und geeignete Audioschnittsoftware gibt es im Internet als Gratis-Download. Mikrofone und mobile Aufnahmegeräte sind mittlerweile für deutlich unter 100 Euro erhältlich.
  • Einfachheit

    Den Umgang mit den Aufnahmegeräten und der Audioschnittsoftware erlernen Schülerinnen und Schüler ebenso wie Lehrkräfte innerhalb kürzester Zeit.
  • Motivation

    Eine entsprechende Unterrichtseinheit knüpft direkt an die Lebenswelt der Lernenden an. Die Bedeutung von Hörmedien ist seit einigen Jahren deutlich gestiegen. Hörbücher, Podcasts und mobile MP3-Player erleben einen Boom und Bestseller von Cornelia Funke oder Joanne K. Rowling werden nicht nur gelesen, sondern zusätzlich oder stattdessen auch gehört. Jährlich entstehen 700 bis 800 neue Hörbücher, und Hörbuchrezensionen haben sich neben CD- und Buchbesprechungen als feste Rubrik etabliert. Die Schülerinnen und Schüler sind daher bei der Audio-Produktion meist hoch motiviert.
  • Attraktivität

    Insbesondere im Literaturunterricht sorgt die Audio-Produktion für verblüffende Erfolge. Schülerinnen und Schüler, die vor allem gegenüber klassischer Literatur eine eher ablehnende Haltung einnehmen, können durch die Kombination der Literaturvermittlung mit Audioproduktion motiviert werden (konkrete Beispiele folgen weiter unten).

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Avatar Sebastian Marcks

Sebastian Marcks ist Lehrer, Lehreraus- und -fortbildner, Autor und Hörfunkjournalist. Er arbeitete als Moderator und Nachrichtensprecher u.a. von 1998-2008 für die landesweiten privaten Hörfunksender R.SH, delta radio und Radio NORA.

 

Als Referent für den Offenen Kanal Schleswig-Holstein hat er seit 2003 zahlreiche Schülerradioprojekte und Lehrerfortbildungen durchgeführt. Sein Referendariat absolvierte Sebastian Marcks 2007/2008 an der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg.

 

Seit Februar 2009 ist er dort als Studienrat für Deutsch und Geschichte tätig. Er ist unter anderem Profilverantwortlicher für das im Rahmen der Profiloberstufe eingerichtete Medienprofil und Projektleiter des Jugendradioprojekts Radio Pinneberg.

 

Seit August 2009 ist Sebastian Marcks zudem als Studienleiter für das Fach Pädagogik am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) in der Lehreraus- und -fortbildung tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Medienpädagogik, eigenverantwortliches selbständiges Lernen, Zeit- und Selbstmanagement für Schüler sowie Schulrecht. Seit 2010 ist er Mitglied im Schulrechtsausschuss des Landes Schleswig-Holstein.

 

Gemeinsam mit Maren Stolte hat er 2011 die Buchreihe "Der kleine Lernbegleiter" veröffentlicht.

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