VBE: Schulen nicht allein lassen mit Schutz der Daten

veröffentlicht am 23.11.2015

Der VBE schlägt Alarm, weil Länder und Kommunen die Schulen mit dem Schutz der Daten weitgehend allein lassen. VBE-Bundes- und Landesvorsitzender NRW Udo Beckmann hat davor gewarnt, den Datenschutz an Schulen auf die leichte Schulter zu nehmen.

"Schulen können aufgrund mittelalterlicher IT-Ausstattung keinen ausreichenden Schutz für die hochsensiblen Daten garantieren. Es drohen dadurch Datenlecks, Hacking oder auch unkontrollierter Zugang zu solchen Daten durch ‚interessierte' Unternehmen. Es drohen gravierende Verletzungen der Persönlichkeitsrechte der Schüler, der Eltern und der Lehrer. Die Folgen sind unabsehbar", sagt Udo Beckmann. Da dies nicht nur in Deutschland ein Problem sei, habe der VBE vor diesem Hintergrund einen Leitfaden Datensicherheit gemeinsam mit den Partnerverbänden GÖD Österreich und LCH Schweiz entwickelt.

Endlich Sicherheit und Schutz für Lehrkräfte und Schulen

Nötige Sensibilität vermisst

Beckmann weiter: "Der VBE fordert die Dienstherren und Schulträger auf, endlich Sicherheit und Schutz für Lehrkräfte und Schulen zu gewährleisten. Es geht hier nicht um Sahnehäubchen, der Umgang mit sensiblen Daten ist Bestandteil der Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Schule. Wir vermissen die nötige Sensibilität der Verantwortlichen. Wir vermissen die Bereitschaft der Politik, alle Schulen auf der Höhe der Zeit mit IT auszurüsten, qualifizierte Fortbildung anzubieten und die kostenlose Teilnahme innerhalb der Lehrerarbeitszeit zu gewährleisten. Es muss auch selbstverständlich werden, dass jedem Lehrer ein ‚persönlicher' Dienst-PC zur Verfügung gestellt wird." Unter Hinweis auf die repräsentative Forsa-Lehrerbefragung im Auftrag des VBE vom November 2014 erinnerte Beckmann, Schulen seien weit davon entfernt, dass der PC für Lehrkräfte zum alltäglichen Arbeitsgerät am Arbeitsplatz Schule zähle. Auch seien geschützte Dienst-E-Mail-Adressen nicht für jede Lehrkraft vorhanden.

Alle schulischen Daten müssen geschützt werden

Rolf Busch, erster stellvertretender VBE-Bundesvorsitzender, bekräftigte in Düsseldorf, es sei ein Skandal, dass die Arbeitgeber Sicherheitslücken herunterspielen und auf Kritik aus den Schulen nicht ernsthaft reagieren würden. "Das volle Risiko wird bei den Schulen abgeladen und wie im Falle von Social-Media-Nutzung durch Lehrer einzig mit Verboten reagiert. Der VBE fordert, jede Schule muss den ‚digitalen' Bildungs- und Erziehungsauftrag ausfüllen können. Alle schulischen Daten müssen sicher geschützt werden. Diese Sicherheitsgarantie benötigen alle Lehrer bei ihrer Berufsausübung und Eltern und Kinder müssen sich darauf verlassen können." Diese Botschaft gehe vom Leitfaden Datensicherheit aus, stellte Busch klar. "Wir wollen die Verantwortlichen sensibilisieren und die betroffenen Lehrkräfte und Schulleitungen bestärken, den Mangel nicht hinzunehmen. Mit dem Leitfaden Datensicherheit geben VBE, GÖD und LCH konkrete Hinweise für den sicheren Umgang mit schulischen Daten. Im ersten Teil geht es um Datensicherheit und Datenschutz für den pädagogischen Auftrag und was dabei für Lehrpersonen zu beachten ist. Der zweite Teil ist fokussiert auf Datenschutz und Datensicherheit für den schulischen Auftrag und wendet sich an Schulleitungen sowie Schulträger. Im Anhang finden sich Hinweise auf Ratgeber und juristische Bestimmungen."


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